Der kanadische Hersteller Blackberry kann einem wirklich nur noch Leid tun. Vom ehemaligen Weltkonzern und dem jahrelangen Marktführer im Bereich der Personal Information Manager, zu einem Unternehmen, dass noch nicht einmal jemand kaufen möchte und welches mit gerade mal 2,7 % Marktanteil, kaum noch eine Rolle spielt.

Blackberry hatte die Hoffnung aufgekauft zu werden, musste aber jetzt seine Suche nach einem Käufer erfolglos aufgegeben. Das Übernahmeangebot der Investoren-Gruppe Fairfax Financial Holdings in Höhe von 4,7 Milliarden Euro ist gescheitert. Die Bücher sind wohl für Außenstehende undurchsichtiger, als der Schrottplatz der Ludolfs.

Der deutsche Chief Executive Officer (CEO) Thorsten Heins musste seinen Stuhl räumen und jetzt will man versuchen, 1 ganze Milliarde Euro aufzutreiben, um weiterhin zu überleben. Es ist aber noch fragwürdig, ob Blackberry das Geld zusammentreiben kann und noch viel fragwürdiger ist, ob das auf Dauer etwas bringt.

Auch wenn ich persönlich nie ein großer Freund, der kleinen E-Mail Schreibmaschinen gewesen bin, finde ich es schade einen „Konkurrenten“ auf dem Markt zu verlieren. Auf dem Consumer-Markt war Blackberry eigentlich nie ein Konkurrent für Apple und das Android Konsortium um Google, aber im Enterprise Segment hatten sie lange Zeit, die Nase ganz weit vorn. Durch die Einführung von Mobile-Device-Management Lösungen (MDM) für die verschiedenen Smartphone Plattformen, sowie das Thema Bring Your Own Device (BYOD) sind Blackberry aber die Stammkunden aus dem Businessbereich scharenweise davongelaufen.

Nokia und Blackberry zeigen klar auf, wie schnell sich die Welt dreht und das man sich auf seinen Lorbeeren niemals ausruhen darf. Der Blackberry war so lange „Das Gerät“ für den mobilen Zugriff auf E-Mail, Kalender und Kontakte und so mancher Top Manager, konnte auf der kleinen Kiste schneller schreiben, als auf einer normalen PC Tastatur und überholte im Tastenanschlag noch machen SMS Junkie. Nokia der Herrscher über die Mobiltelefone, hat den Markt aber bekanntlicherweise auch wie Dornröschen komplett verschlafen und wenn Microsoft nicht seine gut gefüllte Schatztruhe geöffnet hätte, sähe es in Finnland auch nicht mehr so rosig aus.

Also mal abwarten was sich bei Blackberry so tut, oder besser gesagt, ob sich noch was tut. Jedoch Totgesagte leben länger und wenn wir uns mal kurz an 1997 erinnern mögen, damals stand Apple kurz vor der Insolvenz und ist heute die wertvollste Marke der Welt und verfügt 2013 alleine über 150 Milliarden an Barreserven.

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