Bei der Vorstellung des iPhone 7 und 7 plus hat Apple seine wohl größte Änderung an seinem Smartphone vorgestellt – den fehlenden 3.5mm Klinkenanschluss für Kopfhörer. Zwar legte Apple einen Adapter bei um einen herkömmlichen Kopfhörer an der Ligthning-Ladebuchse zu betreiben, allerdings verfolgte Apple ein anderes Ziel.

Der Nutzer sollte völlig frei von Kabeln sein und per Bluetooth seine Musik genießen. Anfangs müde belächelt finden Bluetooth-Kopfhörer immer mehr Anklang und sind gefragter als je zuvor. Der Hersteller Anker, der eher durch Powerbanks und Ladegeräde bekannt geworden ist hat mit dem Zolo Liberty einen waschechten TWS-Kopfhörer rausgebracht und siedelt sich damit im Mittelklassesegment an. Wie der Kopfhörer sich im Test geschlagen hat und ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt Ihr hier.

Die Testbedingungen

Ich habe den Zolo Liberty nun ca. 3 Wochen getestet und bei verschiedenen Gelegenheiten genutzt. Egal ob beim Joggen, Radfahren oder einfach nur so -wenn möglich war der Zolo Liberty dabei. Hauptsächlich habe ich den Kopfhörer in Verbindung mit meinem iPhone 7 plus und meinem Laptop genutzt.

TWS

Anker bewirbt seien Zolo Liberty damit, das es sich um echte TWS Kopfhörer handelt. Doch was bedeutet das? Ganz einfach  – TWS steht für Truly Wireless oder Total Wirelesund heisst nichts anderes das die Kopfhörer komplett ohne irgendwelche Kabel auskommen, also vollkomen kabellos sind. Selbst beim Tragen der Kopfhörer hat man absolute Kopffreiheit und muss sich nicht mit irgendwelchen Verbindungskabel rumärgern. Auf  dem folgenden Foto seht Ihr einen herkömmlichen Bluetooth- Kopfhörer und den Zolo Liberty. Was hier mit Total Wirelesgemeint ist, sollte wohl jedem klar sein.

Der Vorteil wird schnell klar – Herkömmlicher Bluetooth Kopfhörer vs TWS Kopfhörer

Das Verbindungskabel zwischen den beiden Ohrhörern fällt komplett weg. Diese erhöht deutlich den Tragekomfort und man kann den Kopf in alle Richtungen völlig frei bewegen.

Lieferumfang 

Anker liefert den Zolo Liberty nur mit dem allernötigsten aus. Dazu gehören eine Kurzanleitung, die üblichen Garantiebestimmungen , eine Transportbox, eine USB-Ladekabel sowie mehrere, verschieden große „Jackets“ und Ohrpasstücken.  Das Ganze wird in einer stabilen Falt- bzw. Klappbox ausgeliefert.

Technische Daten

Bei den Zolo Liberty handelt es sich um In Ear´s, Das heisst die Lautsprecher werden in den Gehörgang gesteckt und entfalten dort ihren ganzen Klang. Verbaut sind zwei dynamische 5.5 Millimeter Treiber mit Graphen-Membran. Diese Material wird aus Kohlenstoff gewonnen und soll für einen brillianten Klang über den gesamten Freqeunzbereich sorgen. Dieser reicht von 20HZ bis 20KHz mit einer Impendanz von 16 Ohm. Im beiden Ohrsteckern ist ein Akku verbaut der die Zolo Liberty mit bis zu 3.5 Stunden mit Strom versorgen kann. Die Ohrhörer verbinden sich über Bluetooth 4.2 . Anker gibt an das die Zolo Liberty eine IPX5-Zertifizierung besitzen und gegen Schweiß und Wasser geschützt sind.

Akku

Anker gibt an das die verbauten Mini-Akkus eine Laufzeit von ca. 3-3.5 Stunden haben. In meinem Test bin ich zum Teil auf bis zu 4 Stunden gekommen – erst dann mussten die Ohrhörer geladen werden. Achso, ja, mit dem Laden, da war doch noch was. Wenn die Kopfhörer nicht benötigt werden, kann man, nein, man sollte sie in dem mitgeliefertem Transportetui aufbewahren. Dort sind Sie nicht nur prima geschützt sondern können dort auch geladen werden, denn im Etui ist ein zusätzlicher Akku verbaut, der die Ohrhörer zuverlässig lädt.

Über die genaue Kapazität des Akkus macht Anker keinerlei Angaben.Nach einmaligen vollständigem Aufladen der Kopfhörer konnte ich den Zolo Liberty mit dem Akkucase nochmals  6x vollständig laden. Insgesamt komme ich dabei also auf eine Spielzeit von knapp 24 Stunden – eine ordentliche Leistung. Der aktuelle Ladestand des Transportcase wird mit drei LED´s an der Front visualisiert. Durch leichtes Schütteln des Cases zeigen diese dann die Restenergie an.

Bedienung

Zum Laden werden die Zolo Liberty im Transportcase eingelegt. Jede Seite hat sein eigenes Fach. Es ist schier unmöglich, die Ohrhörer falsch einzusetzen, da diese jeweils nur in eine Richtung in das Case passen.  Kleine Magneten im Zolo Liberty sowie im Case fixieren die Ohrhörer an einer Stelle sobald diese richtig sitzen. Das mag am Anfang etwas kniffelig sein, aber bereits nach dem dritten, vierten Mal konnte ich die Ohrhörer „blind“ laden. Ein tolles und durchdachtes System.

Auch die Steuerung der Zolo Liberty ist durchdacht, hat aber, meiner Meinung nach auch den ein oder anderen Nachteil. Das erste Koppeln geht denkbar einfach von der Hand – sobald die Ohrhörer aus dem Case genommen werden, wird das Bluetooth Signal aktiviert. Die Zolo Liberty suchen nun nach einem geeignetem Abspielgerät.

Wenn Bluetooth am Smartphone eingeschaltet ist, werden die Kopfhörer sofort mit einander verbunden. Zurück im Case wird das Signal getrennt und die Zolo Liberty schalten sich aus. Bei nächsten herausnehmen wird die Verbindung zum letzten Gerät wieder hergestellt. Um Musik zu pausieren oder die Wiedergabe wieder aufzunehmen, kann der linke oder rechte Taster im Ohrhörer kurz gedrückt werden.

Um einen Titel weiter zu springen, ist etwas längeres Drücken (ca. 2 Sekunden) am rechten Ohrstecker notwendig. Für einen Titel zurück drückt man den linken Ohrstecker ca. 2 Sekunden. Ein Doppelklick rechts startet, je nach Smartphone, den Google Assisant oder Siri und erlaubt Anfragen über den Kopfhörer. Ein kurzer Druck auf eine der beiden Tasten nimmt eingehende Anrufe an , ein längerer Druck lehnt einen Anruf ab. Telefonate können selbstverständlich auch über das Zolo Liberty geführt werden, da ein eingebautes Mikrofon vorhanden ist.

Was ich persönlich etwas störend gefunden habe, ist die Tatsache, da ich mir beim Track über- bzw. zurückspringen den Ohrhörer immer weiter in Ohr gedrückt habe. So hat sich im Ohr ein unangenehmer Druck bemerkbar gemacht. Das zweite Problem ist aber meiner Meinung viel gravierender. Es ist leider nicht möglich die Lautstärke über den Zolo Liberty zu regeln. Um diese lauter oder leiser zu machen muss das Smartphone zwangsläufig aus der Tasche genommen und dort geregelt werden. Dazu hätte mich mir eine bessere Lösung gewünscht.

Tragekomfort

Die Zolo Liberty lassen sich problemlos im Ohr positionieren. Zunächst etwas skeptisch, wurde ich positiv überrascht. Selbst beim joggen bleiben die Ohrhörer da wo sie hingehören – im Ohr! Da das menschliche Ohr bei jedem anders groß ist und auch die Ohrform variieren kann, hat Anker weitere Ohrpassstücke und „Jackets“ beigelegt. So können die Zolo Liberty an so gut wie jedes Ohr angepasst werden und garantieren ein guten Sitz.

für jedes Ohr die passende Größe vorhanden

Der Klang

Sehr wahrscheinlich das Wichtigste an einem Kopfhörer, egal welcher Art – der Klang. Schönes Design , sinnvolle Funktionen – das alles bringt nichts wenn der Klang nicht stimmt. Und da kann der Zolo Liberty mehr als überzeugen. Die Ohrhörer bieten eine klares und detailliertes Klangbild im gesamten Frequenzbereich. Der Bass ist für solch kleine Dinger überraschend gut – so macht Musik hören wirklich Spaß. Egal welche Lautstärke und welcher Musikbereich – mit dem Zolo Liberty macht man nichts falsch. Auch Telefongespräche können problemlos geführt werden. Die Sprachqualität ist dabei ok.

Mein Fazit

Ihr sucht einen Bluetooth Kopfhörer in der Preisklasse unter 100 Euro? Ihr habt keine Lust auf nervige Kabel? Dann solltet Ihr euch unbedingt den Zolo Liberty anschauen bzw. anhören. Mit knapp 90 Euro kann mit diesen In-Ear´s nichts verkehrt machen. Lange Akkulaufzeiten, durchdachte Features sowie ein toller Klang machen für mich den Zolo Liberty zu einem echten Geheimtip. Da kann man auch die fehlende Lautstärkenregulierung verkraften. Daher bekommt der Zolo Liberty von mir eine klare Kaufempfehlung  mit der Note 2-.

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