Vor wenigen Tagenhabe ich Euch gezeigt, wie Ihr mit wenigen Euros eine vollwertige CCU3 mit Hilfe eines Orange Pi’s aufbauen könnt. Das System ist nun schon seit ein paar Tagen bei mir im intensiven Test und ich bin total zufrieden. Die Performance ist im Vergleich zur alten CCU2 der Wahnsinn ;-) Als Stand-alone Lösung und CCU3 Ersatz kann ich die kleine Kiste wärmsten empfehlen. Ich bin gerade noch dran eine Homebridge für die Siri Sprachsteuerung aufzusetzen. Auch teste ich, wie gut ioBroker auf dem Gerät läuft. Limitierend wird hier wahrscheinlich der Arbeitsspeicher sein.

Was mich am Orange Pi Zero allerdings etwas stört, ist, dass der Netzwerkport und der micro USB Anschluss auf unterschiedlichen Seiten liegen. Das sieht leider etwas doof aus, wenn man das Gerät im Sichtbereich aufstellen möchte. Doch dafür gibt es eine sehr elegante Lösung. Der Orange Pi lässt sich sehr einfach über PoE (Power over Ethernet) mit Strom versorgen.

So kann die benötigte 5V Spannung direkt über den Netzwerkanschluss gespeist werden.Somit kann das Gerät dann mit nur einer Kabelverbindung betrieben werden. 

Bei dem Orange Pi Zero handelt es sich um keine „normale“ PoE Versorgung. Der Standard ist hier 48V. Diese Spannung würde das Gerät sofort beschädigen. Wir müssen daher etwas basteln, damit wir 5V zur Verfügung stellen können. Dazu habe ich mir einen passiven PoE Injector besorgt. Mit dieser Kabelpeitsche ist es möglich, eine Stromquelle an ein Netzwerkkabel anzuschließen. Hier könnt Ihr das Spannungsniveau selber festlegen. Ich greife für den Orange Pi auf ein herkömmliches 5V Netzteil zurück.

Zuerst habe ich den micro USB-Stecker und die Hohlbuchse abgeschnitten und die Kabel abisoliert. Damit wir später wieder eine saubere Isolierung herstellen können, habe ich zuerst dünne Schrumpfschläuche über die einzelnen Adern gezogen und einen größeren über das gesamte Kabel. So kann später eine saubere Isolierung hergestellt werden.

Nachdem die Litzen sauber verlötet worden sind, können die Schrumpfschläuche über die neue Verbindung gezogen werden. Mit dem Gasfeuerzeug lassen die Schläuche sich wunderbar verarbeiten. Das Ergebnis lässt sich doch wunderbar sehen ;-)

Nun müssen wir nur noch den Orange Pi Zero für seine neue Stromversorgung vorbereiten! Dazu müssen auf der Rückseite der Platine zwei Brücken gelötet werden. 

Auf der Rückseite der Platine sind zwei Schriftfelder zu sehen. R29 und R358 hier müssen die beiden silberne Kontaktflächen miteinander verbunden werden. Achtet beim Löten darauf, dass Ihr die umliegenden Bauteile nicht beschädigt!

Das Ergebnis lässt sich sofort überprüfen, indem Ihr das 5V Netzteil in die Steckdose steckt und den Orange Pi Zero mit dem Netzwerkkabel verbindet. Die beiden Status-LEDs sollten anfangen zu leuchten. Dann habt Ihr alles richtig gemacht und das Gerät kann in ein Gehäuse verbaut werden!

Das könnte Dich auch interessieren

PoE Power over Ethernet für Raspberry Pi und andere 5V Verbraucher
Aufrufe 956
In letzter Zeit haben mich häufiger Fragen zu Power over Ethernet (PoE) im Zusammenhang mit einem Raspberry Pi erreicht. Um hier etwas Licht ins Dunk...
piVCCU3 – neue Firmware Version 3.41.11 verfügbar
Aufrufe 1717
Seit heute Morgen ist auch für Anwender von piVCCU3 die aktuelle CCU3 Firmware Version als Image verfügbar. Alexander Reinert hat dieses Image aktuel...
Homematic DIY-Projekt: 8-fach Thermometer -fertige Platine im Eigenbau
Aufrufe 1532
Heute haben wir wieder ein spannendes Projekt aus der Homematic DIY-Ecke für Euch. Ich zeige Euch, wie Ihr mit Hilfe von AsksinPP einen eigenen 8-fac...
CCU3 – Analyse der Hardware
Aufrufe 5536
Eigentlich haben wir fast alles über die wahrscheinliche Hardware der CCU3 hier bei technikkram bereits beschrieben. Aber jetzt haben wir natürlich e...
Homematic: Charly neues Funkmodul CCU3 im Hutschienen-Gehäuse
Aufrufe 3028
Nachdem ich Euch im vorherigen Artikel gezeigt habe, wie Ihr das neue Charly-Funkmodul mit einer externen Antenne ausstatten könnt, habe ich einen we...
Besserer Empfang: Externe Antenne für Charly CCU3
Aufrufe 7028
Nachdem ich das neue Funkmodul nun ca. 5 Tage im Dauertest habe, kann ich sagen, dass die Empfangs- und Sendeleistung des neuen Moduls etwas besser i...
7 Kommentare
    • Alex sagte:

      Hi,

      man kann das alte Modul (HM-MOD-RPI-PCB) nutzen. Allerdings muss man darauf achten, dass etliche Orange Pis eine um 180° gedrehte GPIO Leiste haben. Entweder muss das Funkmodul vom Pi wegstehen oder man muss das Modul etwas anders verbauen. Steht aber alles im verlinkten Artikel.

      Viele Grüße
      Alex

      Antworten
  1. Alex sagte:

    Hi,

    ich würde davon abraten, 5V über passives PoE zu machen. Beim üblichen AWG23 Verlegekabel beträgt der Spannungsfall bei 10m bereits um die 0,75V, d.h. statt 5V kommen nur noch 4,25V am Pi an und da sind weitere Faktoren, wie z.B. die Steckverbindungen oder dünnere Patchkabel noch nicht eingerechnet. Und wenn effektiv weniger als 5V am Pi ankimmen, dann leidet die Stabilität.
    Ebenfalls kann ich von der Parallelinstallation von ioBroker nur abraten. Da kommt es ja schon regelmäßig bei echten Raspi mit 1GB zu Engpässen beim RAM, ich will gar nicht wissen, was dann erst bei 512MB passieren wird.

    Viele Grüße
    Alex

    Antworten
    • Sebastian
      Sebastian sagte:

      Moin Alex,
      es geht bei mir auch eher um eine kurze Strecke (3m) da ich das Gerät nicht mit zwei Kabel versehen möchte. Über weitere Distanzen sind 5V natürlich supotimal, wie Du schon sagtest. Die Performance reicht für ioBroker leider etcht nicht aus. Für die Homebridge allerdings schon ;-)

      Antworten
      • Alex sagte:

        Hi,

        bei 3m sind das auch schon 0,25V. Und das bei Verlegekabel, normales Patchkabel dürfte da noch schlechter abschneiden.

        Viele Grüße
        Alex

        Antworten
        • Sebastian
          Sebastian sagte:

          …hast Du recht. Die meisten 5V Netzteile liefern aber eher >5V (teilweise sogar über 6V). Ich hab das gerade mal nachgemessen bei zwei Geräten, die Streuung der Produkte aus China ist teilweise „interessant“

          Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Speicherung der Daten.