Mein Freund und Geschäftspartner bei smartfabrik, Sebastian Strickling,  hat Euch letzte Woche einen sehr interessanten Artikel über das Thema SmartHome aus seiner „nicht-technischen“ Sicht geschrieben. Mit Ihm habe ich schon den ein oder anderen Abend sehr kontrovers über das Thema „Was ist SmartHome“ – wo hört der Komfort auf und ab wann macht man mit zu viel Technik sein eigenes Zuhause eher zu einem „Stupid-Home“, das im Grunde durch zu viel Technik überladen und umständlich wird. Diese Diskussionen sind oft sehr interessant und wir gewinnen gerade durch die Mischung aus „Techniker“ und „Nicht-Techniker“ sehr interessante Ansätze, die wir gerne an unsere Leser und Kunden von smartfabrik weitergeben. Hier nun der zweite Teil seiner Reihe über „Was ist Smarthome“.

In meinem letzten Artikel habe ich euch erklärt, was meine persönliche Definition von SmartHome ist.  Außerdem habe ich euch erläutert, dass mein Haus auf der Grob-Ebene in die Szenarien „Anwesend-Wach, Anwesend-Schlafend und Abwesend“ eingeteilt ist und hierbei gewünschte Abläufe vollkommen autark steuert.

In diesem Artikel möchte ich euch aufzeigen, wie ich die Szenarien auf der Detail-Ebene eingeteilt habe und welche Abläufe hierbei programmiert wurden.

Beginnen wir mit der einzig spannenden Detaillierung des Szenarios „Anwesend und Wach“. Hier haben wir folgende Unter-Szenarien definiert: „Heimkino, Kochen, Essen, Arbeiten und Terrasse“. Je nach euren persönlichen Gewohnheiten lässt sich diese Ebene natürlich noch grenzenlos erweitern („Playstation spielen, Bügeln, Party etc.). Bei dem Szenario „Heimkino“ werden die Lampen im Wohnzimmer auf 30% gedimmt, unsere TV Leinwand fährt herunter und der Beamer wird gestartet. Darüber hinaus gehen die Rollläden zur Straße hinaus runter damit uns die Spaziergänger nicht direkt auf die Couch gucken, während wir in Joggingmontur den Feierabend genießen.  Bei dem Szenario „Kochen“ werden die Arbeits- und Herdplatten in der Küche voll ausgeleuchtet. Beim „Essen“ hingegen wird das Licht über dem Esstisch auf 70% eingeschaltet und die Lichter in der Umgebung (Küche und Durchgang zum Wohnbereich) auf 50% gedimmt.

Beim „Arbeiten“ wird sichergestellt, dass die Raumtemperatur auf 20° gefahren wird (der Raum wird nur einmal die Woche für Homeoffice genutzt und wird sonst nicht geheizt) und mein Schreibtisch bei einsetzender Dunkelheit voll ausgeleuchtet ist. Das Szenario Terrasse sieht vor, dass die Terrassenbeleuchtung bei Dunkelheit auf 60% angeschaltet wird. Gleichzeitig werden die Lichter im Haus ausgeschaltet. Ausnahme ist die Küchenlampe, welche uns mit 40% Leuchtkraft bei Dunkelheit noch den Weg ins Haus leuchtet (dieses Szenario wurde für lange Sommerabende auf der Terrasse aufgesetzt). Eine zentrale Frage ist natürlich, wie diese Szenarien aktiviert werden. Wie in meinem letzten Artikel bereits beschrieben, bin ich kein großer Freund von umständlichen Mehrfach-Tastern. Lediglich die von mir beschriebene Grob-Ebene „Anwesend-Wach, Anwesend-Schlafend und Abwesend“ kann in unserem Haus durch Taster aktiviert werden.

Die hier beschriebenen Unter-Szenarien aktiviere ich ausschließlich per Sprachbefehl (Siri und Alexa) oder alternativ über das App. Bei Deaktivierung der Unter-Szenarien werden alle Gewerke übrigens wieder in Ihren Ursprungszustand zurückgesetzt (z.B. bei Deaktivierung des Szenarios „Kochen“ werden die Lichter über den Arbeits- und Herdplatten wieder ausgeschaltet). Aus meiner ganz persönlichen Sicht hat dieser Ansatz den maximalen Komfort was das folgende Beispiel verdeutlicht: Bei Dunkelheit sorgt mein Anwesenheits-Szenario voll automatisch dafür, dass die Lichter in unseren Hauptaufenthaltsräumen angeschaltet sind. Wenn ich abends dann in der Küche eine Kleinigkeit kochen möchte sage ich „Alexa, ich möchte Kochen“. Sofort wird meine Arbeitsplatte ausgeleuchtet und ich kann nach allen Regeln der Kunst das Koch-Werk vollbringen. Danach sage ich „Alexa, ich bin fertig mit Kochen“ und die Beleuchtung schaltet sich wieder aus. Entspannt lass ich mich nach dem Essen auf die Couch fallen und aktiviere mit meinem Handy das „Heimkino Szenario“.

Relaxt lasse ich den Tag ausklingen und habe (außer am Morgen und nach meiner Rückkehr von der Arbeit) nicht einen einzigen Taster bedient. Als selbsternannter Nicht-Techniker freue ich mich über so viel Zugewinn an Komfort und verstehe plötzlich das Leuchten in den Augen von meinem Freund Basti, wenn er über das Thema SmartHome spricht.

Die Detaillierung des Szenarios „Anwesend-Schlafend“ ist schnell erläutert, da es sie schlichtweg nicht gibt. Wie in meinem letzten Artikel beschrieben ist nur darauf zu achten, das späte Heimkehrer aus der Familie den Alarm problemlos deaktiviert bekommen, ohne die gesamte Nachbarschaft zu wecken.

Bei dem Szenario „Abwesend“ haben wir lediglich noch das Unter-Szenario „Kurz-Abwesend“ aufgenommen. Der Hintergrund ist, dass wir bei einem kurzen Einkauf am Abend verhindern wollen, dass die gesamte Anwesenheitssimulation durchläuft (Rollläden runter, Lichter gehen nach dem Zufallsprinzip an etc.). Bei der Aktivierung „Kurz-Abwesend“, welche übrigens ausschließlich über das Handy ausgelöst wird, bleibt der aktuelle Zustand des Hauses erhalten und es wird lediglich der Alarm aktiviert.

Wie ihr sicherlich rausgehört habt, hat mich das Thema SmartHome inzwischen vollkommen begeistert. Nicht umsonst habe ich mit unserem Technikprofi Basti das Ingenieurbüro smartfabrik gegründet, dass dafür sorgen möchte, dass SmartHome im Rheinland und Umgebung in möglichst viele Wohnungen und Häuser Einzug hält. Daher plane ich natürlich schon die nächsten Projekte in meinen eigenen vier Wänden, um unseren Kunden noch besser aus der Rubrik „aus eigener Erfahrung“ zu berichten.

Geplant hierfür ist eine Lösung für die noch nicht smarten Bereiche in meinem Haus „Zutrittskontrolle, Gartenbewässerung, Paket-Annahme und Multi-Media Steuerung“. In meinem nächsten Artikel werde ich euch von meinen ersten Ideen und Ansätzen hierzu berichten. In der Zwischenzeit freue ich mich natürlich über Anregungen von eurer Seite, die ihr gerne an technikkram senden könnt. Und vergesst dabei bitte nicht die goldene „Keep it simple“ Regel. Jeglicher SmartHome Ansatz, der eine längere Einweisung benötigt, ist für mich eher ein „Stupid-Home“.

1 Antwort
  1. Avatar
    Thomas sagte:

    Hallo Zusammen,

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Finde diese Sichtweise echt klasse. Werde einige Inputs sicher in mein Smart Home einfliessen lassen.
    Für mich kommen noch ein zwei weitere Anwesenheits- Zustände, welche ich dann irgendwie umsetzten muss.
    Bin echt gespannt, wie ich das Ganze dann umsetzten kann.

    Gruss aus der Schweiz, Thomas

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