Über die klassische Fußbodenheizungsumrüstung mit Homematic IP (CCU wie auch Access Point) haben wir euch bereits in vielen Berichten, beispielsweise hier und hier, informiert. In diesem Bericht gebe ich euch einen ersten, schnellen Einblick in den neuen Fußbodenheizungsaktor HmIP-FALMOT-C12.

Als eQ-3 erstmalig auf der ISH im März den neuen Fußbodenheizungsaktor vorstellte, wir berichteten, war die Vorfreude bereits groß. Warum hat noch kein anderer Hersteller in Erwägung gezogen, die Fußbodenheizung nicht über klassische thermoelektrische Stellventile, sondern über Stetigantriebe zu regeln? Die Vorteile lagen für mich auf der Hand:

Bei thermoelektrischen Stellventilen wird durch Spannungszufuhr (mit PWM Regelung) das Ventil unterschiedlich lang geöffnet bzw. geschlossen gehalten, je nachdem welchen Typ von Stellmotor man verwendet. Bei NC (normally closed) Stellventilen liegt bspw. dauerhaft Spannung an, wenn gerade ein Wärmebedarf im Raum vorhanden ist. Dieses führt, je nach Typ des Stellventils, zu einem nicht unerheblichen zusätzlichen Energieverbrauch. Vor allem bei 10 – 20 Heizkreisen im Haus kann sich dieses bereits im energetischen Umsatz bemerkbar machen.

Stetigregler können durch einen elektrischen Motor eine Position auch zwischen den Endpunkten halten, ohne das hierfür Energie aufgebracht werden muss.

Produktvorstellung

Vor wenigen Stunden durfte ich dann mein Exemplar in Empfang nehmen. Der neue Fußbodenheizungsaktor sieht deutlich „runder“ und „moderner“ aus, wie der bereits bekannte Fußbodenheizungsaktor HmIP-FAL24 oder HmIP-FAL230, obgleich er in den wenigsten Fällen wirklich sichtbar verbaut sein wird :) Er besitzt ein sehr großes Display, auf welchen die Zustände (Öffnungsgrad) der einzelnen Stellventile beobachtet werden können. Die Montage erfolgt auf einer Hutschiene.

Die Spannungsversorgung findet entweder über ein integriertes Netzteil statt, welches direkt per Stecker mit 230V versorgt wird, oder über einen separaten 24V Eingang, der sich unter der Abdeckklappe verbirgt.

Auf der äußerst rechten Seite der HmIP-FALMOT befindet sich noch ein Anschluß, der mit DIGITAL I/O gekennzeichnet ist. Vermutlich wird hier irgendwann eine Multi-I/O Box oder etwas ähnliches angeschlossen werden können. Derzeit bleibt der Port noch frei.

Der Anschluß der jeweiligen Heizkreise (bis zu 12 Heizkreise) geschieht neuerdings über Western-Stecker, so dass das Verdrahten am Aktor nicht mehr notwendig ist. Damit ist auch das Parallelschalten von Heizkreisen direkt am Aktor nicht mehr möglich -> beim alten Fußbodenheizungsaktor liessen sich jeweils zwei Heizkreise an jedem zweiten Anschluß betreiben. Mit 12 separaten Heizkreisen ist man hier aber durchaus gut bedient.

Die Stellventile selbst sind auch eher unauffällig. Sie arbeiten ähnlich wie ein Homematic IP Heizkörperthermostat über einen Ventilstift, welcher elektrisch heraus- bzw. hereingefahren wird. Dieser drückt dann entsprechend auf den Ventilstift des Heizkreises und läßt mal mehr, mal weniger Wasserdurchfluss in den Heizkreis.

Inbetriebnahme

Nach Anschluß der Spannungsversorgung startet die HmIP-FALMOT direkt im Einrichtungsmodus. Hier wird eine Adaptierfahrt der jeweiligen Heizkreise durchgeführt, um die Endpunkte der Ventile zu ermitteln.

Über das Display kann euch, neben Heiz- bzw. Kühlbetrieb, zudem die jeweilige Position eures Ventils über einen Balken angezeigt werden. Dabei gilt:

Anzeige von Balken 1 – 5: Ventilposition > 80%

Anzeige von Balken 1 – 4: Ventilposition > 60%

Anzeige von Balken 1 – 3: Ventilposition > 40%

Anzeige von Balken 1 – 2: Ventilposition > 20%

Anzeige von Balken 1: Ventilposition > 0 %

Anzeige ohne Balken: Ventilposition = 0%

Eine vollständige Übersicht aller Symbole erhaltet ihr in der Bedienungsanleitung.

Anlernen an die CCU

Das Anlernen an die CCU ist wenig spektakulär. Das Gerät meldet sich im Posteingang mit insgesamt 16 Kanälen. Davon sind 12 Kanäle direkt mit Wandthermostaten „verknüpfbar“, also klassisch, wie bei der bereits bekannten HmIP-FAL24/230 Installation. Ebenso finden sich 4 weitere Kanäle in der Geräteübersicht, die ihr zum Ansteuern von Aktoren verwenden könnt. Darunter sind zwei Wärmebedarfskanäle, die je nach Ventilstellung (alle geschlossen, mind. eines geöffnet) einen Befehl an einen Aktor ausgeben. Ebenso gibt es einen Luftfeuchtigkeitskanal, der über die verknüpften Wandthermostate und deren gemessene Luftfeuchtigkeit, bspw. einen Luftentfeuchter ansprechen kann. Der letzte im Bunde ist ein Verknüpfungskanal zur MIOB, welcher je nach Heiz- bzw. Kühlbetrieb alle verknüpften Thermostate in das Profil Heizen bzw. Kühlen versetzt. Hierfür ist eine HmIP-MIOB notwendig.

Wie geht’s weiter?

Demnächst werde ich mich um den Anschluss des neuen Fußbodenheizungsaktors im Realbetrieb kümmern. Echte Ergebnisse, vor allem im Vergleich des Heizverhaltens zur Konkurrenz HmIP-FAL24 bzw. HmIP-FAL230, werde ich euch jedoch vermutlich erst zum Winter hin liefern können.

4 Kommentare
  1. Avatar
    Sascha Borgmann sagte:

    Mich würde mal interessieren, wo der Unterschied zum HmIP-BWTH ist. Diese wollte ich mir eigentlich kaufen, da ich hier nur austauschen muss.

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      Michael sagte:

      Hallo Sascha,

      ein BWTH arbeitet mit Pulsweiten-Modulation… Hier geht es um ein völlig anderes Regelverfahren, in welchem „schrittweise“ unterschiedliche Positionen angefahren werden können.

      Gruß
      Michael

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    • Avatar
      Manfred sagte:

      Beim HMIP-BWTH handelt es sich ja um einen Wandthermostat, den du für eine Einzelraumregelung ja durchaus brauchst. Die FALMOT-C12 ist die zentrale Einheit, die per Funk die Informationen von den Wandthermostaten bekommt und entsprechend das jeweilige Ventil öffnet oder schließt.
      Die FALMOT muss zwangsläufig im Heizkreisverteiler montiert werden, da sie die motorischen Stellantriebe mit 3,3V steuert und hier lt. Hersteller keine langen Kabelwege möglich sind.
      Auf Anfrage bei Homematic ist die FALMOT aber kompatibel mit den HMIP-BWTH. Bei dieser Kombination ist der 230V Schaltausgang des BWTH dann zwar überflüssig, dafür hat man dann aber schon einen Wandthermostat, der keine Batterien benötigt.
      Ich persönlich bin gerade schwer am überlegen, ob ich mich für unseren Neubau zum jetzigen Zeitpunkt auf die FALMOT einlassen soll. Es gibt halt leider keine Erfahrungswerte und die große Frage ist auch, wieso das bisher kein anderer Hersteller auf die Idee mit den motorischen Stellantrieben gekommen ist?
      Naja, evtl. mache ich es so: HMIP-BWTH als Wandthermostate besorgen und als Vorbereitung eine Schaltausgangsleitung zum Heizkreisverteiler ziehen. Falls die FALMOT dann nix taugt, kann ich immer noch auf herkömmliche Stellantriebe wechseln.
      Viele Grüße
      Manfred

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