Da wir vermehrt auch auf Homematic IP Wired Installationen und Unterputzaktoren bei technikkram.net eingehen, möchte ich euch heute eine interessante Alternative zur klassischen Unterputzdosen-Montage vorstellen.

Viele von euch kennen es: Gerade ist man bei der zweiten oder dritten Installation einer Unterputzdose angekommen, schon ist der Gips wieder abgebunden und hart… Zufällig erzählte mir ein Freund von einem neuen System, welches er zur Unterputzdosen-Installation im Neubau einsetzen wollte. Es handelt sich dabei um das Klemmfix System von Kaiser.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Installation von Unterputzdosen kommt dieses System vollkommen ohne Gips aus. Alles was ihr dafür benötigt ist:

  1. Kaiser UP-Dosen (auch tiefe Dosen möglich, alle kompatiblen sind im Link 2 aufgeführt)
  2. Kaiser Klemmfix (Link) / Kosten: ca. 60 Cent pro Dose
  3. Dosensenker mit 82mm

Vorgehen

Die Anleitung bezieht sich auf die Installation im Neubau. Zunächst wird ein entsprechendes Loch mit einer Größe von 82mm in den Kalksandstein oder den Porenbeton gesetzt. Bohrt ausreichend tief, so dass eure gewählte Unterputzdose genügend Platz hat.

Nehmt euch nun einen Kaiser Klemmfix und schiebt ihn von hinten über die Kaiser UP-Dose. Wie genau das aussehen sollte, könnt ihr auf dem nachfolgenden Bild erkennen:

Die Dose inklusive dem Klemmring wird jetzt einfach in das zuvor gebohrte Loch hineingedrückt. Durch die Lamellen wird die UP-Dose sogar beinahe perfekt gemittelt eingebracht. Schiebt die Dose samt Klemmfix nun soweit in das Bohrloch hinein, biss die seitlichen Krallen gerade die Oberfläche des Steins berühren.

Ihr habt nun ungefähr einen messbaren Überstand von 0,8 cm zwischen Steinoberfläche und Dosenende. Dieser Überstand ist auch gewünscht, da die Dose später noch gemeinsam mit dem gesamten Kalksandstein bzw. Porenbetonstein verputzt wird. Der aufgebrachte Putz sickert dabei noch in die Zwischenräume zwischen UP-Dose und dem 82er Bohrloch und stabilisiert so zusätzlich.

Fazit

Für gestandene Elektroinstallateure sicherlich aufgrund der Kosten und dem vertrauten Umgang mit dem Eingipsen keine wirkliche Alternative, für uns „Hobbybastler“ dennoch sehr interessant. Die Kaiser Dosen inkl. Klemmring halten bereits ohne aufgebrachten Putz sehr stabil und fest in den Bohrlöchern und sind zudem beinahe perfekt ausgemittelt. Durch den durch die Krallen fest vorgegebenen Überstand des Klemmrings habt ihr zudem immer den gleichen Abstand zwischen Dose und Mauerwerk, was beim Verputzen eine Erleichterung ist. Auch über mögliche Materialinkompatibilitäten zwischen Gips und Putz (ich habe auch schon von Bauschaum gehört…) braucht ihr euch mit dem Klemmfix keine Gedanken machen.

Ich habe zudem getestet, ob sich der Klemmfix bei bereits verputzen Wänden verwenden läßt. Ihr könnt dafür die Krallen einfach mit einem Seitenschneider abkneifen und die Dosen damit bündig versenkt im Mauerwerk (inkl. Putz) versenken. Die Hohlräume müssten dann jedoch noch gefüllt werden, um eine vollständige Festigkeit zu erzielen. Für bspw. eine Netzwerkdose würde die Festigkeit auch so bereits reichen, die Zulassung wird dieses jedoch nicht hergeben.

Gerne würde mich auch eure Meinung zu dem Klemmfix-System von Kaiser interessieren.

4 Kommentare
  1. Avatar
    Alex sagte:

    Hi,

    für Innenwände ganz nett, bei Außenwänden dürfte es aber Probleme mit der Luftdichtigkeit geben, da *müssen* die Dosen satt in Gips gesetzt werden (also auch mehr als nur eine halbe Kelle damit es hält), sonst zieht es später kalte Luft durch die Steckdosen, meistens inkl. Kondesation von Feuchtigkeit innerhalb der Steckose.

    Viele Grüße
    Alex

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  2. Avatar
    Manuel sagte:

    Hält halt leider nicht besonders – vor allem wenn es für eine Steckdose gedacht ist. Mir ist auch unklar wie die Spachtelmasse so schnell aushärten kann, evtl wäre eine Übung mit Spachtelmasse besser

    Lichtschalter : okay!
    Für Steckdosen: Finger weg.

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    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo Manuel,

      Laut des Kollegen, der die Dosen nutzt, konnte er einen 1/2 Porenbetonstein an der Dose (am Überstand) hochziehen, ohne das die Dose rauskam und ohne das sie, wie in der Praxis ja vorgesehen, eingeputzt war.

      Aber jeder macht sicherlich unterschiedliche Erfahrungen damit… Liegt vielleicht auch am Baumaterial.

      Gruß Michael

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  3. Avatar
    Martin sagte:

    Hallo,
    Finde den Beitrag top – diese Möglichkeit kannte ich nicht und werde sie beim anstehenden dachausbau direkt probieren.

    Danke,

    Martin

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