Smarte Steckdosen: Lohnt sich der Kauf wirklich?
Smarte Steckdose Shelly Plug S in der Wand mit Lampe, gesteuert per Smartphone-App im Wohnzimmer
Ja – aber nur, wenn du sie aktiv nutzt. Die beste Wahl für Einsteiger ist der Shelly Plug S für ca. 15 €: einstecken, App öffnen, in 5 Minuten eingerichtet. Er misst den Stromverbrauch deiner Geräte, lässt sich per Timer automatisch schalten und funktioniert mit Alexa, Google Home und Apple HomeKit. Wer dagegen einfach eine smarte Steckdose einsteckt und nie konfiguriert, spart keinen Cent – denn die Steckdose selbst verbraucht dauerhaft Strom. In meinem Test hat der Shelly Plug S Angebot im Leerlauf konstant 0,8 Watt gezogen – das ist fair, aber es zeigt: ohne aktive Nutzung lohnt sich der Kauf schlicht nicht.
Den kompletten Überblick über alle Typen smarter Steckdosen findest du in unserem .
Was eine smarte Steckdose im Alltag wirklich bringt
Eine smarte Steckdose macht aus jedem normalen Gerät – Lampe, Wasserkocher, Fernseher, Ladestation – etwas, das du per Smartphone, Timer oder Sprachbefehl steuern kannst. Kein Elektriker, kein Bohren, keine Kabel. Du steckst sie zwischen Steckdose und Gerät, richtest sie per App ein, fertig.
Der größte Alltagsvorteil ist nicht der Komfort, sondern das automatische Abschalten von Geräten, die du vergisst. Liegst du schon im Bett und fragst dich, ob das Bügeleisen noch läuft? Kurz die App öffnen, nachschauen, ausschalten – ohne aufzustehen. Das klingt nach einem Randfall, ist aber genau der Moment, in dem du merkst, warum smarte Steckdosen im Alltag Sinn ergeben.
Noch wichtiger: Viele Geräte fressen im Standby heimlich Strom. Ein älterer Fernseher mit Receiver kann im Standby bis zu 30 € im Jahr kosten – einfach weil niemand ihn wirklich ausschaltet. Mit einer smarten Steckdose mit Energiemessung siehst du in der App genau, wie viel Strom ein Gerät gerade zieht, und kannst es per Timer nachts komplett abschalten.
Für wen lohnt es sich besonders?
- Familien mit Kindern: Die Spielekonsole läuft nicht mehr durch die Nacht – du stellst in der App einen Schlafenszeit-Timer ein. Bei uns war das der erste Anwendungsfall, der wirklich täglich genutzt wurde.
- Mieter: Einfach einstecken, beim Auszug mitnehmen. Kein Vermieter-Problem, kein Loch in der Wand. Das ist einer der größten Vorteile gegenüber fest verdrahteten Lösungen wie Homematic IP wired.
- Wer hohe Stromkosten hat: Erst messen, dann gezielt abschalten. Realistisch sind 5–15 € Ersparnis pro Monat, wenn du die richtigen Geräte erwischst. Der Shelly Plug S zeigt dir den Verbrauch auf die Nachkommastelle genau – so findest du die Stromfresser in deinem Haushalt.
Häufige Irrtümer beim Kauf
„Smarte Steckdosen sparen automatisch Strom.“
Nein. Eine smarte Steckdose ist ein fernsteuerbarer Schalter – nicht mehr. Sie spart nur dann Strom, wenn du aktiv Timer oder Automatisierungen einrichtest. Wer sie einsteckt und nie konfiguriert, zahlt sogar drauf: Der Smartplug selbst verbraucht dauerhaft 0,5 bis 1,5 Watt – das sind bis zu 13 € pro Jahr, nur damit die Steckdose „smart“ bleibt.
„Alle smarten Steckdosen funktionieren mit Alexa und Google Home.“
Das Wort „smart“ auf der Verpackung sagt nichts über Kompatibilität aus. Viele Billigmodelle unter 10 € funktionieren ausschließlich mit einer eigenen Hersteller-App – Alexa, Google Home oder Apple HomeKit werden schlicht nicht unterstützt. Prüfe vor dem Kauf immer, welche Systeme explizit auf der Verpackung stehen. Ich habe das selbst einmal falsch gemacht und eine No-Name-Steckdose für 7 € gekauft, die sich mit keinem meiner Systeme verbinden ließ.
„Alle smarten Steckdosen zeigen den Stromverbrauch an.“
Nur Modelle mit eingebautem Energiemessmodul liefern Verbrauchsdaten. Günstige Smartplugs unter 10–12 € sind oft reine Schalter ohne jede Messtechnik. Wer wissen will, ob der alte Kühlschrank ein Stromfresser ist, braucht explizit ein Modell mit Energiemessung – zum Beispiel den Shelly Plug S oder den TP-Link Tapo P110.
So funktioniert es – einfach erklärt
Die Kette ist denkbar simpel:
Gerät einstecken → Steckdose per App einrichten → per App, Timer oder Sprache schalten
WLAN-Steckdosen wie der Shelly Plug S verbinden sich direkt mit deinem Router – kein Extra-Gerät nötig. Du brauchst nur ein Smartphone, dein WLAN-Passwort und eine Steckdose an der Wand.
Was du NICHT brauchst: Einen Hub, eine Zentrale oder irgendein zusätzliches Gerät. Das ist der entscheidende Unterschied zu Zigbee-basierten Lösungen oder einem Homematic-System – dort brauchst du zwingend eine Zentrale, bevor das erste Gerät funktioniert.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Smarte Steckdose einstecken, App verbinden, Gerät steuern und Strom sparen
Dein Starter-Set – was du wirklich brauchst
| Was | Produkt | Preis ca. |
|---|---|---|
| Smarte Steckdose mit Energiemessung | Shelly Plug S | 15–18 € |
| App | Shelly Smart Control (kostenlos) | 0 € |
| Hub / Zentrale | nicht nötig | 0 € |
| Gesamt | ca. 15–18 € |
Kauf zunächst eine einzige Steckdose. Teste sie zwei Wochen lang hinter deinem Fernseher oder deiner Spielekonsole. Wenn du merkst, dass du sie wirklich nutzt – dann erst weitere. Viele gleich ein 4er-Set und stellen fest, dass zwei davon nie genutzt werden. Bei mir waren es beim ersten Mal sogar drei von vier Steckdosen, die nach einem Monat ungenutzt in der Schublade lagen.
Wenn du lieber in Amazons Welt bleibst: Die Amazon Smart Plug (ca. 25 €) ist die unkomplizierteste Einrichtung überhaupt – einmal einstöpseln, in der Alexa-App hinzufügen, fertig. Keine Energiemessung, aber dafür null Lernaufwand, wenn du bereits einen Echo-Lautsprecher hast.
Einrichten in 5 Schritten – per App, kein Fachwissen nötig
- App herunterladen: Lade die kostenlose App „Shelly Smart Control“ aus dem App Store oder Google Play herunter.
- Steckdose einstecken: Steck den Shelly Plug S in deine Wandsteckdose. Die LED blinkt – das bedeutet: bereit zur Einrichtung.
- Gerät in der App hinzufügen: Öffne die App, tippe auf „Gerät hinzufügen“ und folge dem Assistenten.
- WLAN-Passwort eingeben: Einmalig dein WLAN-Passwort eingeben – danach verbindet sich der Shelly selbstständig.
- Timer einrichten: Gehe in der App auf „Zeitplan“ und lege fest, wann die Steckdose automatisch aus- und einschalten soll. Zum Beispiel: täglich um 23:30 Uhr aus, morgens um 7:00 Uhr ein.
Fertig. Ab jetzt siehst du in der App in Echtzeit, wie viel Strom dein Gerät verbraucht – und kannst es von überall ein- oder ausschalten. Wer später auf Home Assistant umsteigen will: Der Shelly Plug S lässt sich dort ohne Umwege einbinden, weil er eine lokale API mitbringt.

Shelly-App auf dem Smartphone zeigt die Steuerung der smarten Steckdose mit Verbrauchsmessung und Timer
Häufige Probleme – und wie du sie löst
Die Steckdose verbindet sich nicht mit dem WLAN.
Die meisten WLAN-Smartplugs funktionieren nur mit 2,4-GHz-WLAN, nicht mit 5 GHz. Prüfe in deinen Router-Einstellungen, ob dein 2,4-GHz-Netz aktiv ist. Wenn dein Router beide Frequenzen unter demselben Namen sendet, trenne sie kurz oder verbinde dich beim Einrichten manuell mit dem 2,4-GHz-Netz. Das ist der häufigste Einrichtungsfehler überhaupt – und betrifft nicht nur Shelly, sondern praktisch jeden WLAN-Smartplug.
Alexa findet die Steckdose nicht.
Öffne die Alexa-App, gehe zu „Geräte“ → „Hinzufügen“ → „Plug“ und wähle „Shelly“ als Hersteller. Danach startet ein kurzer Einrichtungsassistent. Wichtig: Alexa und die Steckdose müssen im selben WLAN-Netz sein.
Die App zeigt „Gerät nicht erreichbar“.
Meist liegt das am WLAN-Signal. Stell die Steckdose näher an den Router oder nutze einen WLAN-Repeater. Hilft das nicht, starte den Shelly neu: kurz aus- und wieder einstecken.
Die Steckdose schaltet sich nicht automatisch ab, obwohl ein Timer eingestellt ist.
Prüfe in der App, ob der Zeitplan aktiv ist – erkennbar am grünen Schalter neben dem Zeitplan. Manchmal wird ein Zeitplan nach einem App-Update deaktiviert. Einmal kurz nachschauen reicht.
Ich habe eine Zigbee-Steckdose gekauft und sie verbindet sich mit keiner App.
Zigbee-Steckdosen – zum Beispiel von IKEA oder Aqara – brauchen zwingend einen passenden Hub als Vermittler. Ohne diesen Hub passiert gar nichts. Für Einsteiger ohne Hub empfehle ich, zur WLAN-Variante zu wechseln: Der Shelly Plug S oder TP-Link Tapo P110 Angebot verbinden sich direkt mit deinem Router, kein Extra-Gerät nötig.
Vergleich: Welche smarte Steckdose für wen?
| Modell | Preis ca. | Energiemessung | Alexa | Google Home | HomeKit | Hub nötig |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Shelly Plug S | 15–18 € | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ |
| TP-Link Tapo P110 | 12–15 € | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ | ❌ |
| Amazon Smart Plug kaufen | 25 € | ❌ | ✅ | ❌ | ❌ | ❌ |
| FRITZ!DECT 200 Angebot | 45–50 € | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ | ✅ (Fritz!Box) |
| IKEA TRÅDFRI Steckdose Angebot | 10–12 € | ❌ | ✅ | ✅ | ❌ | ✅ (IKEA Hub) |
Meine klare Empfehlung für Einsteiger: Shelly Plug S oder TP-Link Tapo P110. Beide kosten unter 18 €, messen den Verbrauch und brauchen keinen Hub. Den Shelly Plug S bevorzuge ich, weil er Apple HomeKit unterstützt, eine lokale API mitbringt und sich später problemlos in Home Assistant einbinden lässt – das gibt dir Spielraum, wenn dein Smart Home wächst. Der Tapo P110 ist die günstigere Alternative, wenn HomeKit keine Rolle spielt.

Shelly-App Energieverbrauch-Übersicht zeigt Stromverbrauch und Automatisierungsoptionen der smarten Steckdose
Häufig gestellte Fragen
Funktionieren smarte Steckdosen ohne Internet?
Timer, die du vorher eingestellt hast, laufen bei den meisten Geräten auch ohne aktive Internetverbindung weiter. Sprachbefehle über Alexa oder Google Home fallen dann weg, weil diese Dienste eine Internetverbindung brauchen. Bricht dein WLAN-Router komplett zusammen, reagiert die Steckdose auf keine App-Befehle mehr. Der Shelly Plug S ist hier im Vorteil: Er lässt sich so konfigurieren, dass er auch lokal – also ohne Cloud – erreichbar bleibt, solange dein Heimnetz funktioniert.
Wie viel Strom verbraucht eine smarte Steckdose selbst?
Zwischen 0,5 und 1,5 Watt im Dauerbetrieb – das entspricht etwa 4 bis 13 € pro Jahr. Der Shelly Plug S liegt laut Hersteller unter 1 Watt, was ich mit einem Energiemessgerät auf 0,8 Watt bestätigen konnte. Der Kauf lohnt sich deshalb nur dort, wo du Geräte mit mehr als 5 Watt Standby-Verbrauch abschaltest.
Was passiert, wenn der Hersteller seinen Cloud-Dienst abschaltet?
Das ist ein reales Risiko bei günstigen No-Name-Steckdosen: Wenn der Anbieter seinen Server abschaltet, wird die Steckdose unbrauchbar. Der Shelly Plug S lässt sich so einrichten, dass er auch ohne Cloud-Verbindung über die lokale App steuerbar bleibt. Die FRITZ!DECT 200 Angebot läuft komplett über deine Fritz!Box – ohne externe Server.
Sind smarte Steckdosen mit Alexa und Google Home kompatibel?
Shelly Plug S, TP-Link Tapo P110 und FRITZ!DECT 200 sind offiziell für Alexa und Google Home zertifiziert. Apple-HomeKit-Nutzer sollten gezielt auf das Matter-Logo auf der Verpackung achten – nicht jedes Modell unterstützt HomeKit. Der Shelly Plug S unterstützt es, der Tapo P110 nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Zigbee- und WLAN-Steckdosen?
WLAN-Steckdosen verbinden sich direkt mit deinem Router – kein Extra-Gerät nötig, einfach einstecken und App öffnen. Zigbee-Steckdosen brauchen zwingend einen Hub als Vermittler, sonst passiert gar nichts. Für Einsteiger empfehle ich WLAN-Steckdosen, weil du sofort loslegst. Wer später ein größeres Smart Home mit Homematic oder Home Assistant aufbaut, kann Zigbee nachrüsten – aber das ist ein anderes Thema.
Lohnt sich eine smarte Steckdose für die Spielekonsole?
Mit Vorsicht. Eine PlayStation 5 verbraucht im Ruhemodus bis zu 2 Watt – die Ersparnis ist überschaubar. Wichtiger: Wenn du die Steckdose abschaltest, während ein Spiel läuft oder Updates heruntergeladen werden, riskierst du Datenverluste. Besser: Konsole ordentlich herunterfahren, dann erst die Steckdose schalten.
Kann ich smarte Steckdosen ohne Smart-Home-System nutzen?
Ja, absolut. Du brauchst weder Alexa noch Google Home. Der TP-Link Tapo P110 funktioniert komplett über die kostenlose Tapo-App – Timer einrichten, Verbrauch ablesen, ein- und ausschalten, alles drin. Smart-Home-Systeme sind eine praktische Erweiterung, aber kein Muss für den Einstieg.
Welche Geräte sollte ich NICHT an eine smarte Steckdose hängen?
Geräte, die beim Einschalten eine Einrichtung brauchen – wie ein WLAN-Router oder ein Drucker – kommen nach dem harten Abschalten manchmal nicht selbstständig wieder ins Netz. Auch Geräte mit laufenden Prozessen – wie eine Spielekonsole beim Speichern – solltest du nicht einfach per Steckdose trennen. Gleiches gilt für NAS-Systeme oder Raspberry Pi, auf denen zum Beispiel Home Assistant läuft: Ein harter Stromtrenner ist dort keine gute Idee.
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✍️ Autor: technikkram-Redaktion
🔄 Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2026








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