Netgear GS105PE – Netzwerk-Switch ohne Netzteil
🔄 Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2026
Ein Netzwerk-Switch ohne Steckdose – das klingt zunächst unmöglich. Mit der richtigen PoE-PD-Technik lässt sich ein Switch jedoch einfach über das Netzwerkkabel mit Strom versorgen. Dieser Ratgeber erklärt, wie das funktioniert, welche Voraussetzungen nötig sind und welche Geräte sich dafür eignen.
Was ist ein PoE-PD-Switch?
PoE steht für Power over Ethernet – Strom über das Netzwerkkabel. Die meisten kennen PoE als Technik, um Geräte wie IP-Kameras oder WLAN-Access-Points ohne eigenes Netzteil zu betreiben. Ein normaler PoE-Switch speist dabei angeschlossene Geräte mit Strom (PSE = Power Sourcing Equipment).
Ein PoE-PD-Switch dreht das Prinzip um: Er ist selbst das Powered Device (PD) – also das Gerät, das über das Netzwerkkabel mit Strom versorgt wird. Der Switch braucht damit weder eine Steckdose noch ein Netzteil am Aufstellungsort. Stattdessen reicht ein einziges Netzwerkkabel für Daten und Stromversorgung.
PoE-Standards im Überblick
Nicht jede PoE-Quelle liefert gleich viel Leistung. Für den Betrieb eines PoE-PD-Switches ist es wichtig, dass der speisende Switch oder Injektor den passenden Standard unterstützt:
| Standard | Max. Leistung (PD) | Typische Anwendung | Kabelanforderung |
|---|---|---|---|
| 802.3af (PoE) | 12,95 W | IP-Telefone, einfache Kameras | Cat5e oder besser |
| 802.3at (PoE+) | 25,5 W | WLAN-APs, PoE-PD-Switches | Cat5e oder besser |
| 802.3bt (PoE++) | bis 71,3 W (Typ 3) / 90 W (Typ 4) | Videokonferenz-Systeme, Thin Clients | Cat5e oder besser |
Wichtig: Der Netgear GS105PE benötigt lediglich rund 8 Watt – er läuft damit problemlos an jedem 802.3at-kompatiblen PoE-Port. Ein 802.3af-Port mit knapp 13 Watt reicht ebenfalls aus. Die maximale Kabellänge für PoE-Übertragung beträgt wie bei normalem Ethernet 100 Meter.
Voraussetzungen und Kompatibilität
Damit ein PoE-PD-Switch funktioniert, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Speisende Quelle: Ein PoE-fähiger Switch (PSE) oder ein PoE-Injektor muss am anderen Ende des Kabels sitzen und mindestens 802.3af unterstützen.
- Kabelqualität: Mindestens Cat5e, besser Cat6 – sowohl für zuverlässige Datenübertragung als auch für die Stromversorgung.
- Kabellänge: Maximal 100 Meter (Ethernet-Standard). Bei längeren Strecken nimmt die übertragbare Leistung ab.
- Aktives PoE: Nur aktives PoE nach IEEE-Standard (802.3af/at/bt) ist mit dem GS105PE kompatibel. Passive PoE-Injektoren (z. B. manche günstigen Ubiquiti-Zubehörteile mit fester Spannung) können das Gerät beschädigen – Finger weg, wenn kein IEEE-Standard angegeben ist.
Typische Anwendungsfälle
Ein Switch ohne Netzteil löst ein häufiges Heimnetzwerk-Problem: Es gibt Netzwerkkabel, aber keine Steckdose. Typische Szenarien:
- Dachboden: Netzwerkkabel vorhanden, aber keine Steckdose in der Nähe – klassischer Auslöser für diesen Artikel.
- Keller oder Technikraum: Sicherungskasten-Nähe, wo eine Steckdose unerwünscht oder nicht vorhanden ist.
- Garage oder Außenbereich: Nur ein Netzwerkkabel wurde verlegt – der PoE-PD-Switch erweitert die Ports ohne Elektriker.
- Schrank oder Wandnische: Platzsparende Installation ohne Steckdose und ohne Netzteil-Kabelwirrwarr.
- Temporäre Installationen: Messen, Veranstaltungen, Büro-Umzüge – schnell aufgebaut, kein Elektriker nötig.
Produktvergleich: PoE-PD-fähige Switches
Aktuell ist die Auswahl an Switches, die sich selbst per PoE speisen lassen, überschaubar. Hier ein Überblick der gängigsten Modelle:
| Modell | Ports gesamt | PoE-PD-Port | PoE-Out-Ports | PoE-Budget (Out) | Managed |
|---|---|---|---|---|---|
| Netgear GS105PE | 5x GbE | 1x (802.3at, ~8 W) | 2x PoE (802.3af) | 19 W gesamt | Ja (Web-GUI) |
| Netgear GS108PE | 8x GbE | Nein | 4x PoE+ | 62 W gesamt | Ja (Web-GUI) |
| Netgear GS108LP | 8x GbE | Nein | 4x PoE | 55 W gesamt | Nein |
Hinweis: Echte PoE-PD-Switches – also Switches, die sich selbst über PoE speisen lassen – sind ein Nischenprodukt. Der Netgear GS105PE ist das bekannteste und am weitesten verbreitete Modell für den Heimbereich. Preise und Verfügbarkeit ändern sich regelmäßig; aktuelle Angebote findet ihr direkt bei den Händlern.
Der Netgear GS105PE im Detail
Das Kürzel PoE (Power over Ethernet) dürfte vielen bereits bekannt sein. Bei einem PoE-Switch handelt es sich um einen Netzwerk-Switch, der über die angeschlossene Netzwerkleitung geeignete Geräte mit Spannung versorgen kann.
Der Netgear GS105PE-10000S dreht dieses Prinzip um: Er selbst wird über seinen PoE-PD-Port mit Strom versorgt. So lassen sich beispielsweise Netzwerkkameras oder andere PoE-fähige Geräte ohne zusätzliches Netzteil betreiben, indem sie einfach über einen PoE-Switch per Netzwerkleitung gespeist werden.
Die wichtigsten technischen Daten des GS105PE auf einen Blick:
- 5 Gigabit-Ethernet-Ports (Port 1–5)
- Port 1: PoE-PD-Eingang – der Switch wird hierüber mit Strom versorgt (802.3at, ca. 8 W Eigenverbrauch)
- Port 2 und 3: PoE-Ausgang (802.3af) – können angeschlossene Geräte mit bis zu 19 W gesamt speisen
- Managed Switch mit Web-Oberfläche: VLANs einrichten, QoS (Priorisierung) konfigurieren, Port-Bandbreite begrenzen, Port-Mirroring für Diagnose
- Kein Lüfter – lautloser Betrieb
Neben dem PoE-PD-Port stellt das Gerät 4 weitere Anschlüsse für Netzwerkgeräte bereit. Zwei dieser Ports sind PoE-fähig und können weitere Geräte speisen – im Notfall sogar einen zweiten GS105PE, da dieser nur 8 Watt benötigt.
Anschluss: So wird der Switch über PoE versorgt
Damit auf der zum Switch hinführenden Netzwerkleitung eine Leistungsübertragung stattfinden kann, muss an anderer Stelle eine Einspeisung der Spannung erfolgen. Hierfür gibt es zwei Varianten:
- Ihr verwendet einfach einen PoE-Switch dort, wo die Netzwerkleitung startet – sofern dieser PoE-fähig ist.
- Ihr setzt einen PoE-Injektor ein, der zwischen eurem vorhandenen Switch und dem Netzwerkkabel sitzt.
PoE-Injektor: Aktiv vs. Passiv
Ein PoE-Injektor speist Strom in ein bestehendes Netzwerkkabel ein, ohne dass der vorhandene Switch PoE unterstützen muss. Dabei gilt:
- Aktiver Injektor (IEEE 802.3af/at): Erkennt automatisch, ob das angeschlossene Gerät PoE unterstützt, bevor Spannung angelegt wird. Sicher und kompatibel mit dem GS105PE. Beispiel: Netgear PoE-Injektoren der WNCE-Serie oder vergleichbare Modelle.
- Passiver Injektor: Legt sofort eine feste Spannung an (z. B. 24 V oder 48 V), ohne vorher zu prüfen. Kann nicht-kompatible Geräte beschädigen. Nur verwenden, wenn der Hersteller des Switches passive PoE ausdrücklich freigibt. Für den GS105PE: ausschließlich aktive IEEE-Injektoren nutzen.
Bei den PoE-Injektoren, wie beispielsweise dem Ubiquiti POE-48-24W-G, wird auf einer Seite euer Netzwerkkabel (das zum Beispiel von der FritzBox kommt) angeschlossen. An der anderen Seite schließt ihr die Netzwerkleitung zum zu versorgenden Gerät an – in meinem Fall die Leitung zum Dachboden.

Da meine Anschlüsse an der Fritzbox sowieso zur Neige gingen, habe ich mich für einen zusätzlichen Switch direkt hinter der Fritzbox entschieden. Ich habe den Netgear GS108LP erworben – einen einfachen PoE-Switch ohne Administrationsoberfläche, für meinen Einsatz aber völlig ausreichend.

Wer hingegen für bestimmte Ports unterschiedliche Bandbreiten festlegen oder VLANs einrichten möchte, sollte einen Managed Switch wählen. Netgear bietet mit dem GS108PE ein geeignetes und dennoch günstiges Gerät an.
Managed vs. Unmanaged: Was brauche ich?
Die Wahl zwischen Managed und Unmanaged Switch hängt vom Einsatzzweck ab:
| Unmanaged Switch | Managed Switch (z. B. GS105PE) | |
|---|---|---|
| Einrichtung | Plug & Play, keine Konfiguration | Web-Oberfläche, etwas Einarbeitung |
| VLANs | Nein | Ja |
| QoS / Priorisierung | Nein | Ja |
| Port-Überwachung | Nein | Ja (Port-Mirroring, Statistiken) |
| Ideal für | Einfache Port-Erweiterung | Heimnetzwerk mit Segmentierung, IoT-Trennung |
Für die reine Port-Erweiterung auf dem Dachboden reicht ein Unmanaged Switch. Wer sein Netzwerk segmentieren (z. B. IoT-Geräte vom Heimnetz trennen) oder Bandbreiten priorisieren möchte, profitiert vom Managed GS105PE.








Hi,
ich möchte einen ZYXEL NWA50AX WLAN Access Point 2.4/5 GHz 1775 MBit/s nutzen und zwar ohne Netzteil und möchte ihn an einen LAN Anschluss im Obergeschoss (vom Zyxel-Router im Keller hochgelegt) anbinden. Bei den POE Abbildungen siehe ich aber immer einen Stromnetz-Stecker – geht es also doch nicht ohne??
Gruß
Mattis
Hallo,
wo soll denn Deiner Meinung nach der Strom für den AP herkommen? Entweder Du schließt ein Netzteil an den AP an oder Du hast einen Switch mit POE-Funktion oder aber Du hast einen POE-Injektor, der irgendwo in die Leitung zum AP geklemmt wird.
Aber ohne eine dieser drei Dinge wird der AP wohl keine Energie bekommen, es sei denn, er hat eine Solarzelle und steht im Sonnenlicht (Ironie aus…)
CU Markus
Hallo Michael,
ich stehe genau vor dem gleichen Problem.
Läuft dein Netgear Switch noch oder macht er Probleme?
Wie ist das mit Geräuschen? Fiept dieser oder nichts zu hören?
Vielen Dank schon einmal für deinen Bericht! :-)
Gruß
Dennis
Ein zuverlässiger Switch kommt selten von Netgear. Nach ein paar Monaten oder Jahren, abhängig von der Umgebungstemperatur, wird sich zeigen, was der Switch für ein Eigenleben auf dem Weg in den Elektroniktod entwickelt.
Ich würde mal schätzen, dass ich in den letzten 7 Jahren gute 50 Stück davon entsorgt habe. Und nun gebe ich Geld aus und werde dafür mit funktionierenden Netzen belohnt.
CU Markus
Für welche Marke gibst du denn jetzt Geld aus?
Ich vermute Unifi bzw. Ubiquiti, aber davon gab es leider keinen PoE versorgten Switch…
Wenn es keinen PoE versorgten gibt, wird es wohl kein Ubnt-Produkt sein, oder?
Hewlett Packard iat die Wahl für solche Projekte.
Ich bin ja immer für Anregungen offen. Kannst du mir ein Vergleichsprodukt von HP nennen?
Gruß
Michael
Hallo Michael,
das ist kein Vergleichsprodukt, das sind vollkommen andere Ligen. Der Netgear ist, mit Verlaub, billiger Plünkram, der gerne eskalierend aussteigt und dabei die lustigsten Netzwerkfehler produziert. Sowas würde ich niemals verbauen, wenn es um den Dauerbetrieb geht.
Bei HP hingegen reden wir von verwalteten Switchen, die ein deutlich höheres Leistungsspektrum haben und auch deutlich länger halten. Mit POE versorgen lässt sich beispielsweise der HP-1820-8G. POE versorgen kann z.B. der HP-1820-8G-POE.
CU Markus
Hallo Markus,
danke für die Produktbezeichnungen. Ich bleibe jetzt erstmal bei dieser Kombination. Die Bewertungen zu Netgear Switches, egal auf welchem Portal, sind jetzt auch definitiv nicht so schlecht, wie du es aus deinen Erfahrungen berichtest.
Aber ich halte euch gerne auf dem Laufenden :)
Gruß
Michael