Vor wenigen Tage habe ich Euch gezeigt, wie Ihr Eure Fußbodenheizung in das Homematic-System einbeziehen könnt (zum ausführlichen Bericht). Bei meiner Wohnung waren noch keine Raumthermostate verbaut, sodass ich bei „0“ angefangen habe. Die Regelung meiner Heizung hat sich auf einen Führungsraum beschränkt, indem ein zentrales Wandthermostat verbaut war.

Dieser Raum hat die Zieltemperatur vorgegeben, die anderen Räume wurden über mechanische Ventilköpfe direkt im Fußbodenheizungsverteiler eingestellt, können aber nicht wärmer werden als die Vorgabe des zentralen Reglers. Nun habe ich alles umgebaut und ich kann jeden Raum einzeln regeln. Auch die Therme habe ich dafür einstellen müssen, damit die Regelung über Homematic laufen kann (dazu gibt es ebenfalls einen ausführlichen Bericht).

Doch heute will ich Euch zeigen, wie Ihr bestehende Wandthermostate umbauen könnt, um dann ebenfalls die Fußbodenheizung über Homematic zu steuern. Wenn Ihr bereits eine vorhandene Fußbodenheizung habt, dann sind meist auch Wandthermostate vorhanden. Mit diesen Thermostaten kann über ein Stellrad die Raumtemperatur eingestellt werden.

Funktionsweise der analogen Raumthermostate

Analoge Raumthermostate sind direkt mit den Stellungsreglern im Fußbodenheizungsverteiler verbunden. Im Thermostat ist meist ein Bimetall zu finden, welches sich bei steigender Temperatur ausdehnt und bei fallender Temperatur wieder zusammenzieht. Durch dieses Verhalten wird das Ventil im Verteiler angesteuert.

Verwendete Hardware

Amazon eBay ELV
24V Thermostat mit Schaltausgang Link Link Link
230V Thermostat mit Schaltausgang Link Link Link
24V Ventilkopf Link Link Link
230V Ventilkopf Link Link Link

Das Thermostat hat eine Spannungsversorgung (230V). Es gibt auch Thermostate mit 24V arbeiten. Wenn nun die Temperatur im Raum zu niedrig ist, wird der Ventilkopf angesteuert und es fließt warmes Wasser in den Spiralen, die im Boden eingelassen sind. Sobald die Raumtemperatur steigt, dehnt sich das Bimetall in diesem Regler aus und unterbricht den Stromkreis. Dadurch wird das Ventil im Heizungsverteiler abgesteuert und die Wärmezufuhr unterbrochen.

Durch die Trägheit des Bimetalls kommt es zu einer natürlichen Hysterese, sodass sich die Temperatur im Raum auf den gewünschten Wert einstellt.

Vorhandene Installation nutzen

Wenn Ihr solch einen Aufbau bei Euch vorfindet, dann könnt Ihr zur „Austauschmethode“ greifen. Dabei wird das bestehende Thermostat abgebaut und die vorhandenen Kabelwege genutzt. Hierbei ist es egal, ob Ihr einen Aufbau mit 24V oder 230V habt.

Das alte Raumthermostat wird ausgebaut und durch ein neues smartes ersetzt.

Die einfachste Möglichkeit ist es, dass vorhandene Raumthermostat zu entfernen und durch ein Wandthermostat mit Schaltausgang zu ersetzen.

Dieses Thermostat sehr Ihr im oberen Bild. Es wird dazu eine Unterputzdose benötigt, in die das Thermostat eingesetzt werden kann.

Die Elektronik verschwindet dann in der Dose und Ihr könnt die Steuereinheit mit dem Display über den vorhandenen Stecker verbinden.

Solltet Ihr einen 24V Installation haben, dann wird die Spannung an das Thermostat angeschlossen. Der Ausgang zum Ventil wird ebenfalls mit dem Thermostat verbunden.

Die gewünschte Temperatur wird dann über das Stellrad am neuen Raumthermostat eingestellt. Die Regelung erfolgt dann elektronisch, und sobald die Temperatur abweicht, wird das Ventil über den Ausgang angesteuert oder zugefahren.

Bei einer 230V Installation sieht die Rückseite des Raumthermostats etwas anders aus. Normalerweise wird das Raumthermostat mit 230V versorgt.

Es müssen 3 Adern vorhanden sein. Die 230V Versorgungsspannung (L) ein Neutralleiter (N) und die geschaltete Phase (1), die zum Regelventil geht, um dieses anzusteuern.

Wenn Ihr so einen Aufbau vorfindet, könnt Ihr einen 1:1-Tausch vornehmen. Auch hier wird das Thermostat in der Unterputzdose platziert.

Der Schaltausgang wird dann direkt mit den Köpfen im Verteilerkasten verbunden. Sobald die Thermostate an der CCU angelernt sind, könnt Ihr die Heizung über Euer System bedienen.

Diese Methode eignet sich nur, wenn Ihr bereits eine vorhandene Infrastruktur habt. Damit meine ich die Kabel und Ventilköpfe. Solltet Ihr noch keine Leitungen liegen haben und wie ich von vorne anfangen, dann ist es ratsam, direkt auf den 6-fach bzw. 10-fach Fußbodenheizungsaktor zu setzen. Als Thermostate werden dann Funkthermostate eingesetzt.

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4 Kommentare
  1. Thomas sagte:

    Hallo Sebastian, vielen Dank für deine Beiträge. Ich befinde mich gerade kn der Kernsanierungsphase eines gekauften Hauses. Dort wird nun auch eine FBH verbaut und ich möchte diese mit Homematic „Smart“ machen. Da ich viel auf Homematic IP wired setze möchte ich auch bei der FBH soviel wie möglich auf Funk verzichten. Du schreibst in einem Neubau würdest du den 6 bzw 10 Fach Aktor verwenden und dann Funk-Thermostate einbauen und die Variante die du in diesem Beitrag beschrieben hast nur nutzen wenn bereits Kabel liegen. Gibt es noch mehr Gründe die für Funk sprechen oder siehst du es auch als durchaus sinnvoll an, auf die kabelgebundene Variante zu gehen, wenn man soviel wie möglich auf Funk verzichten möchte. Viele Grüße, Thomas

    Antworten
  2. Christian sagte:

    Hallo zusammen,

    3 von den guten 230V habe ich erfolgreich im Einsatz. Aber auf mein 4. warte ich auch schon seit mehreren Monaten, keine Ahnung was die da machen…

    Die 3 habe ich übrigens via Amazon gekauft, es gibt also Händler die weiter weg sind aber bedient werden…

    Gruß

    Antworten
  3. Torsten sagte:

    Hi Sebastian,
    guter Bericht. Vielleicht solltest Du erwähnen das es das Thermostat mit 230V Schaltausgang nicht lieferbar ist. Ich habe meine im Oktober letzten Jahres bestellt und warte noch immer darauf. Ich zweifele langsam ob es die jemals geben wird.

    Antworten
    • Sebastian
      Sebastian sagte:

      Hallo Torsten,
      laut ELV sind es aktuell 5 Wochen, daher habe ich noch Hoffnung ;-)
      Das ist leider etwas nervig, dass Produkte angekündigt werden, dann aber erst wochen später zu kaufen sind!

      Antworten

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