Therme oder Zentralheizung richtig einstellen für smarte Fussbodenheizung

Vor ein paar Wochen habe ich Euch gezeigt, wie Ihr eine bestehende Fußbodenheizung ins Homematic-System einbinden könnt. In dem Artikel bin ich Euch schuldig geblieben, wie Ihr die Therme richtig einstellen müsst, damit die Steuerung komplett über die CCU erfolgen kann. Mit der Fußbodenheizungssteuerung bauen wir einen zusätzlichen Regelkreis auf, der in Wechselwirkung mit dem vorhandenen steht. Das muss verhindert werden, damit hier nicht ungewollte Zustände auftreten.

Doch warum muss an den Einstellungen der Therme überhaupt etwas gemacht werden? In meinem Fall, und das wird bei vielen von Euch ähnlich sein, hat meine Therme eine eigene Steuerung, in der unterschiedliche Zeitprogramme und Heizperioden eingestellt werden können. Bei meiner Steuerung können dann pro Tag eine Temperatur für die Heizperiode und eine für die Nachtabsenkung eingestellt werden. Dieser Modus heißt bei mit „Auto-Modus“. Doch wo liegt nun das Problem? Ganz einfach: Da meine Fußbodenheizung zukünftig über meine CCU gesteuert werden soll und ich hier jeden Raum individuell regeln möchte, kann es vorkommen, dass meine Heizung die Anlage nach 22 Uhr gar nicht mehr anfährt.Die automatische Steuerung der Heizung, die sich nur nach der Zeit richtet, bekommt keine Rückmeldung, dass ein Raum einen Wärmebedarf hat. Dadurch wird der Raum, obwohl dies von der CCU vorgegeben wird nicht warm.

Doch wie kann dieses Problem gelöst werden? Wie anfänglich schon beschrieben, haben wir mit der neuen Heizungssteuerung einen 2. Regelkreis aufgebaut. Dieser arbeitet aber unterlagert unter dem, der Heizungssteuerung. Die beiden Regelkreise können aber nicht miteinander kommunizieren. Daher müssen wir den 1. Regelkreis – also die Heizungssteuerung – abschalten, damit nur noch die neue Regelung über Homematic arbeitet.

Verfügbare Hardware für die HM-Fußbodenheizung

ELVAmazoneBay
230V Homematic-Aktor 6-fachLinkLinkLink
230V Homematic-Aktor 10-fachLinkLinkLink
24V Homematic-Aktor 6-fachLinkLinkLink
24V Homematic-Aktor 10-fachLinkLinkLink
230V/24V TrafoLinkLinkLink
Klimasensor mit DisplayLink / BausatzLinkLink
Klimasensor ohne DisplayLinkLinkLink
Wandthermostat mit StellradLinkLinkLink
Stellantrieb 24V (NC)
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Stellantrieb 230V (NC)
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Stellantrieb 24V (NO)LinkLink
Stellantrieb 230V (NO)LinkLink

Wie kann das gemacht werden? Ich habe die Steuerung meiner Heizung so eingestellt, dass diese auf manuell steht. Als Sollwert für die Temperatur habe ich 25°C eingestellt. Die Heizung versucht nun, diese Temperatur am Raumthermostat zu erreichen. Da diese Temperatur aber deutlich über meiner maximal gewünschten Temperatur liegt, ist die Heizung in ständiger Bereitschaft und kann komplett über die Steuerung der CCU gefahren werden.

Wenn nun ein Raumthermostat Wärme anfordert, wird der Kopf im Heizungsverteiler über den Fußbodenheizungsaktor abgesteuert. Der Kopf im Verteilerkasten fährt auf. Durch das Auffahren des Ventils kommt es zu einem Druckabfall im Vorlauf der Heizung. Dadurch wird der Brenner aktiviert und erzeugt warmes Wasser, welches dann dem Raum aufwärmt. Sobald die gewünschte Temperatur im Raum erreicht ist (Raumregelung über ein HM-Thermostat), wird der Ventilkopf wieder abgesteuert und das Ventil fährt zu. Sollte kein weiteres Ventil offen sein, löst der Druckschalter der Heizung aus und der Brenner wird gestoppt.

Bei meiner Heizung ist zudem eine variable Pumpe verbaut, die je nach Wärmebedarf gesteuert wird. So wird bei mehreren offenen Ventilen ein höherer Durchfluss gewährleistet. Bei nur einem offenen Ventil, wird der Heizkreis nicht mit der vollen Leistung gefahren.

Durch diesen kleinen Trick habe ich meine Heizungssteuerung komplett auf die CCU verlagert. Dort habe ich verschiedene Programme hinterlegt, die je nach An- und Abwesenheit die Räume unterschiedlich mit Wärme versorgen. Als Beispiel kann ich hier mein Büro nennen, dieser Raum muss nur geheizt werden, wenn ich abends auch dort sitzen will. Daher ist für diesen Raum die Heizperiode entsprechend angepasst.

Eine Fußbodenheizung ist ein träges System, daher solltet Ihr Euch gut überlegen, wann Ihr Wärme benötigt und wann nicht. Bei mir dauert es z.B. 2,5 Stunden um mein Büro (ca. 20m²) von 17°C auf 21°C zu heizen. Bei Radiatorheizungen kann man diese Regelung viel dynamischer gestalten!

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2 Kommentare

  • Alex

    17. März 2018

    Bei einer Wärmepumpe sollte man sich sehr gut überlegen, ob man so vorgehen möchte oder ob man da nicht lieber einen sauberen hydraulischen Abgleich macht, die Heizkurve richtig einstellt und auf ERR verzichtet. Ansonsten sinkt durch die notwendigerweise höhere Vorlauftemperatur die Effizienz deutlich ab und damit steigen die Heiz- bzw Stromkosten dann deutlich an.

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  • Michael

    15. März 2018

    Hallo und Danke für diesen Blog erstmal. Ich habe auch seit zwei Wochen diese HM-IP Fußbodenheizungsaktoren im Einsatz, einen im OG und einen im UG. Wie ich sehe hast du auch eine Vaillant Heizung, was meinst du denn da mit „manuell“, man hat ja nur Automatik, Tag und Nacht als einstellung. Hast du da auf Tag gestellt und dann die 25°C? Als zweite Frage noch, ist das bei dir auch so das die Heizung so über den eingestellten Wert geht? Bei mir z.B. 23°C eingestellt habe ich fast 24°C.

    LG Micha

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