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Großer Smart Home Kostenvergleich zwischen Homematic IP wired und KNX im Neubau

Auf welches System soll ich beim Neubau setzen? Das ist eine der häufigsten Fragen, die Kunden von smartkram an uns herantragen. Es sind einige Details, die berücksichtigt werden müssen, doch das größte Argument ist meist der Preis. Um hier einen direkten Vergleich ziehen zu können, berechnen wir die Kosten beider Systeme anhand eines Durchschnittshauses, um so eine transparente Vergleichbarkeit zu erreichen.

Wie sieht unser Testhaus aus?

Unser Testhaus steht irgendwo in Deutschland und ist ein Neubau. Es ist ca. 170m² groß und wird ohne Keller gebaut. Ein Großteil der aktuellen Häuser wird so oder so ähnlich gebaut. Dieses Hasu soll als Muster für einen Vergleich genutzt werden. Die Mengengerüste für schaltbare / dimmbare Lichter und Rollos habe ich aus dem oberen Durchschnitt von vergangenen Projekten herangezogen.

Was soll alles smart gemacht werden?

Um den Vergleich sauber ziehen zu können, ist es sehr wichtig, von identischen Voraussetzungen auszugehen. Lichter schalten / dimmen, Rollos und eine smarte Heizung lassen sich am einfachsten Vergleichen. Hier steht unterm Strich ein Mengengerüst auf der Liste, welches durch Aktoren im Schaltschrank und Sensoren (Taster / Präsenzmelder) smart gemacht werden muss. Schwieriger ist es bei der Software – hier wollen wir eine gemeinsame Basis schaffen, um auch hier einen sauberen Kostenvergleich erzielen zu können. Ich habe mich in diesem Beispiel daher entschieden keine Cloud / App zu nutzen, die nur auf einem System verfügbar ist – beide Systeme sollen später komplett über die Alexa App / Google oder HomeKit gesteuert werden können. Mit dieser Anforderung können wir beide Systeme ebenfalls transparent vergleichen.

Randthemen wie eine Wetterstation, eine Alarmanlage usw.. will ich in diesem Basis-Vergleich nicht mit einbeziehen, da hier sonst die Vergleichbarkeit nicht mehr gegeben ist – diese Themen kann ich gerne in weiteren Artikel isoliert betrachten und analysieren.

Anbei zeige ich Euch nun das Musterhaus, welches ich für diesen Vergleich konstruiert habe

Musterhaus mit Räumen für den Vergleich Homematic IP wired vs. KNX

Wohnzimmer

  • 2x Rollos
  • 1x Licht dimmbar
  • 1x Raumthermostat
  • 2x Heizkreise (Fussbodenheizung)
  • 1x Taster für smarte Steuerung
  • 2x schaltbare Steckdose (z.B. für Stehlampe)
  • 1x Zuleitung Dauerstrom (Steckdosen)

Küche

  • 1x Rollos
  • 1x Licht dimmbar
  • 1x Licht schaltbar
  • 1x Raumthermostat
  • 1x Heizkreise (Fussbodenheizung)
  • 1x Taster für smarte Steuerung
  • 1x schaltbare Steckdose (z.B. für Wasserkocher)
  • 5x Zuleitung Dauerstrom (Steckdosen, Backofen, Kühlschrank, Spülmaschine, Mikrowelle)
  • 1x Herdanschluss

Esszimmer

  • 2x Rollos
  • 1x Licht dimmbar
  • 1x Raumthermostat
  • 1x Heizkreise (Fussbodenheizung)
  • 1x Taster für smarte Steuerung
  • 1x schaltbare Steckdose (z.B. für Stehlampe)
  • 1x Zuleitung Strom (Steckdosen)

Gäste WC

  • 1x Rollos
  • 1x Licht schaltbar
  • 1x Raumthermostat
  • 1x Heizkreise (Fussbodenheizung)
  • 1x Taster für smarte Steuerung
  • 1x Präsenzmelder
  • 1x Zuleitung Strom (Steckdosen)

HAR

  • 1x Rollos
  • 1x Licht schaltbar
  • 1x Raumthermostat
  • 1x Heizkreise (Fussbodenheizung)
  • 1x Taster für smarte Steuerung
  • 3x Zuleitung Strom (Steckdosen, Heizung, Lüftungsanlage)

Vorratsraum / Lager

  • 1x Rollos
  • 1x Licht schaltbar
  • 1x Raumthermostat
  • 1x Heizkreise (Fussbodenheizung)
  • 1x Taster für smarte Steuerung
  • 1x Zuleitung Strom (Steckdosen)

Treppenhaus / Flur OG / Flur EG (zusammengefasst)

  • 3x Licht schaltbar
  • 1x Raumthermostat
  • 1x Taster für smarte Steuerung
  • 3x Heizkreise (Fussbodenheizung)
  • 3x Präsenzmelder
  • 3x Zuleitung Strom (Steckdosen)

Badezimmer

  • 1x Rollos
  • 1x Licht schaltbar
  • 1x Licht dimmbar
  • 1x Raumthermostat
  • 1x Heizkreise (Fussbodenheizung)
  • 1x Präsenzmelder
  • 1x Taster für smarte Steuerung
  • 1x Zuleitung Strom (Steckdosen)

Arbeitszimmer / Gästezimmer

  • 1x Rollos
  • 1x Licht schaltbar
  • 1x Raumthermostat
  • 1x Heizkreis (Fußbodenheizung)
  • 1x schaltbare Steckdose
  • 1x Taster für smarte Steuerung
  • 1x Zuleitung Strom (Steckdosen)

Schlafzimmer + Ankleide

  • 2x Rollos
  • 1x Licht schaltbar
  • 1x Licht dimmbar
  • 2x schaltbare Steckdose
  • 2x Raumthermostat
  • 2x Heizkreis (Fußbodenheizung)
  • 2x Taster für smarte Steuerung
  • 2x Zuleitung Strom (Steckdosen)

Kinderzimmer 1 + Kinderzimmer 2

  • 2x Rollos
  • 2x Lichter schaltbar
  • 2x Raumthermostat
  • 2x Heizkreis (Fußbodenheizung)
  • 2x Taster für smarte Steuerung
  • 2x Zuleitung Strom (Steckdosen)

Außenbereich

  • 4x Lichter schaltbar
  • 1x schaltbare Steckdose
  • 1x Bewegungsmelder außen
  • 2x Zuleitung Strom

Übersicht alle benötigten Funktionen für das Smart Home

Folgendes Mengengerüst wird benötigt, um unser Musterhaus smart auzustatten:

  • 16x Rollos
  • 16x Lichter schaltbar
  • 8x Lichter dimmbar
  • 8x Steckdosen schaltbar
  • 13x smarter Taster
  • 13x Temperaturmessung (Heizung Räume)
  • 4x Präsenzmelder
  • 1x Bewegungsmelder Außen
  • 2x Aktor Heizkreisverteiler

Die individuellen Rüstkosten der einzelnen Systeme wie z.B. KNX Spannungsversorgung oder Homematic IP wired DRAP werden später isoliert betrachtet und zu den Kosten der einzelnen Systeme addiert.

Welche Aktoren und Sensoren werden für die Umsetzung mit Homematic IP wired benötigt?

Aktoren (Rollo, Licht, dimmen, schalten)

smarte Rollos

Um die Rollos mit einem Homematic IP wired System smart zu machen, wird ein HmIPW-DRBL4 Aktor benötigt. Dieser Aktor kann sowohl Rollos aus auch Jalousien ansteuern. Pro Aktor können 4 Rollos angeschlossen werden. Dabei werden 4 TEs auf der Hutschiene benötigt.

Für 16 Rollos wird 4x HmIPW-DRBL4 benötigt ein Aktor kostet 149,95€ in Summe fallen hier also 599,80€ für die smarten Rollos an.

Lichter schalten

Um 16 Lichter smart zu schalten, kann der HmIPW-DRS8 verwendet werden. Dieser Aktor besitzt 8 unabhängige Kanäle, die in diesem Fall 8x10A schalten können. Für 16 Lichter wird in diesem Fall 2x der HmIPW-DRS8 benötigt. Der Aktor kostet pro Stück 159,95€ in Summe fallen hierfür 319,90€ an.

Lichter dimmen

Um auch beim Dimmen die Vergleichbarkeit zu wahren, werden in diesem Beispiel 230V Verbraucher (dimmbare LEDs) verwendet, die über einen Phasenabschnittdimmer gesteuert werden können.

Für das Dimmen solcher Verbraucher wird bei Homematic IP wired der HmIPW-DRD3 eingesetzt. Pro Aktor können 3 Verbraucher gedimmt werden. Für 8 Lichter werden daher 3 Dimmaktoren benötigt. Jeder Aktor kostet 239,95€ in Summe sind dies 719,85€

Für schaltbare Steckdosen (16A Schaltleistung) wird bei Homematic IP wired der HmIPW-DRS4 Aktor verwendet. Dieser Aktor kann pro Gerät 4 unabhängige Verbraucher schalten. Für unsere 8 schaltbaren Steckdosen werden daher 2 Aktoren benötigt. Jeder HmIPW-DRS4 kostet 159,95€ in Summe kosten die 8 schaltbaren Steckdosen daher 319,90€

Smarte Taster

Bei smarten Tastern sollte ein einheitliches Bedienkonzept gewählt werden – ich bin zudem der Meinung, dass riesige Tasterbatterien, wie diese in den 90er Jahren aufgebaut wurden, nicht mehr zeitgemäß sind. Ein Taster ist in einem smarten Zuhause nicht mehr das Hauptbedienmittel, sondern nur eins von mehreren. Daher planen wir z.B. unsere Häuser nicht mehr mit Einzeltastern für jedes Rollo sondern fassen diese in einem Raum zusammen. Soll ein Rollo isoliert angesteuert werden, kann dies z.B. über die Sprachsteuerung oder über die App erfolgen.

Aus diesem Grund haben wir für jeden Raum einen 4-fach Taster vorgesehen. Bei Homematic gibt es einen solchen Taster leider nicht nativ – es kann entweder ein HmIPW-FIO6 Modul verwendet werden, um dann einen 4-fach Taster inkl. LEDs anzusteuern oder aber 2x der HmIPW-BRC2 der dann allerdings die Funktion auf 2 Geräte aufteilt.

Um hier eine gute Vergleichbarkeit zu erzielen, werde ich bei diesem Beispiel den neuen (noch nicht verfügbaren) 6-fach Taster mit Busanbindung HmIPW-BRC6 heranziehen. Da der Preis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststeht, können die Kosten bei den Tastern noch etwas variieren. Ich habe für den Vergleich einen Preis von 85€ angenommen.

Für 13 Taster wären dies Kosten von 1105€

Thermostate für die Heizungssteuerung

Um die Fußbodenheizung regeln zu können, muss der aktuelle Ist-Wer erfasst werden, um diesen in den Regelkreis einzubringen. Um auch hier die Kosten gering zu halten, habe ich für das Musterbeispiel das HmIPW-STH verwendet. Das Gerät kann an einer unauffälligen Stelle im Raum platziert werden, um die Temperatur zu erfassen. Es besitzt kein Display und keine Einstellmöglichkeit.

In einem modernen Haus macht die raumweise Regelung der Heizung eigentlich wenig Sinn, gerade in Kombination mit einer Lüftungsanlage kann kein großes delta T in den unterschiedlichen Räumen erreicht werden. In unserem Beispiel wollen wir die Temperatur daher über die App vorgeben.

Wir brauchen für unser Musterhaus 13 Thermostate. Jedes HmIPW-STH kostet 49,95€. In Summe fallen hier daher Kosten von 649,35€ an.

Ansteuerung Fußbodenheizung

Um die Ventile der Fußbodenheizung anzusteuern, wird pro Etage und Heizkreisverteiler ein Aktor benötigt. Bei Homematic verwenden wir in diesem Beispiel den HmIPW-FAL230-C10. Dieser Aktor kostet 189,95€ – für beide Aktoren werden somit 379,90€ fällig.

Bewegungsmelder / Präsenzmelder

In unserem Beispiel haben wir in den Fluren und im WC einen Präsenzmelder. Beim Homematic IP wired System verwenden wir hier den HmIPW-SPI für die Deckenmontage. Der Präsenzmelder kostet pro Stück 69,95€ – für alle 4 Sensoren werden somit in Summe 279,80€ fällig.

Für den Außenbereich gibt es leider keinen Sensor der per Bus eingebunden werden kann – daher müssen wir hier im Neubau auf Funk zurückgreifen. In unserem Beispiel verwenden wir hier den HmIP-SMO-A. Das Gerät kostet 69,95€

Rüstkosten – Software, Zentrale und Infrastruktur für den Schaltschrank

Bei einer Homematic IP wired Installation fallen neben den Aktoren und Sensoren noch ein paar Kosten an, die für die Infrastruktur benötigt werden:

  • CCU3 Zentrale 149,95€
  • HmIPW-DRAP Access Point 149,95€
  • 24V Netzteil (2,5A) 60€
  • Verbindungskabel zur den Schaltschrank (4x 39 cm) 47,80€

Da die Programmierung in der CCU3 ausgeführt wird, werden keine weiteren Kosten für Software / Lizenzen benötigt. Um das System auf Apple HomeKit / Alexa / Google zu bekommen, können Plugins für die CCU verwendet werden, auf die ich hier nicht näher eingehen will. Auch dafür sehe ich keine Kosten vor (die persönlich eingesetzte Zeit werde ich hier nicht berücksichtigen).

Kostenaufstellung Homematic IP wired für das Musterhaus

Hier habe ich Euch alle oben im Detail erläuterte Kosten zusammengefasst, die für ein smart Home mit Homematic IP wired anfallen.

  • smarte Rollos (HmIPW-DRBL4) 599,80€
  • smarte Lichter (HmIPW-DRS8) 319,90€
  • dimmbare Lichter (HmIPW-DRD3) 719,85€
  • schaltbare Steckdosen (HmIPW-DRS4) 319,90€
  • smarte Taster (HmIPW-BRC6) 1105,00€
  • Thermostate (HmIPW-STH) 649,35€
  • Präsenz-/Bewegungsmelder 349,75€
  • Ansteuerung Fußbodenheizung 379,90€
  • Rüstkosten 407,70€

In Summe fallen bei diesem Musterhaus 4851,15€ an Homematic IP wired Hardware an, um die oben aufgeführten Gewerke smart zu machen.

Zum Thema Kosten für den Schaltschrank und die Kosten für die zusätzlichen Kabel / Arbeitsstunden komme ich nach der Aufstellung der vergleichbaren KNX-Hardware.

Welche Aktoren und Sensoren werden für die Umsetzung mit KNX benötigt?

Einführung zu KNX

KNX ist kein Hersteller sondern ein Standard – der Vorteil hierbei ist, dass aus jedem Gewerk die optimalen Hersteller / Geräte ausgesucht werden können. Beim Preis haben wir Internetübliche Preise herangezogen. Alle Aktoren lassen sich bei uns im Shop www.smartkram.de direkt oder via Anfrage bestellen.

Aktoren (Rollos, Licht, dimmen, schalten)

smarte Rollos

Um die Rollos bei unserem Musterhaus mit KNX zu steuern, verwenden wir den Mean Well KAA-8R-16 Aktor.

Dieser universelle Aktor benötigt 4TEs auf der Hutschiene und kann 8 unabhängige Kanäle schalten. Der Aktor kostet pro Stück 119,00€. Jeder Aktor kann 4 Rollos ansteuern. Für unser Haus benötigen wir daher 4 Aktoren. Diese Kosten in Summe 476,00€.

Lichter schalten

Um 16 Lichter smart zu schalten, kann ebenfalls der Mean Well KAA-8R-16 verwendet werden. Dieser Aktor besitzt 8 unabhängige Kanäle, die in diesem Fall 8x16A schalten können. Für 16 Lichter wird in diesem Fall 2x der Mean Well KAA-8R-16 benötigt. Der Aktor kostet pro Stück 119,00€ in Summe fallen hierfür 238,00€ an.

Lichter dimmen

Für das Dimmen der 8 Lichkreise wird hier ein GIRA 201500 Aktor verwendet. Dieser kann pro Gerät 4 Lichtkreise Summen und kostet pro Stück 285€ Für 8 Lichter werden 2 Aktoren benötigt in Summe 570,00€.

Hier haben wir jetzt eine kleine Diskrepanz, da bei dem direkten Vergleich ein Homematic IP-DRD3 mehr benötigt wird. Hierzu ist zu sagen, dass dieser Umstand ein weiterer Vorteil von KNX ist – es kann durch die verschiedenen Hersteller genau das Gerät ausgewählt werden, welches am besten auf den nötigen Anwendungsfall passt.

Steckdosen schalten

Für schaltbare Steckdosen (16A Schaltleistung) wird bei KNX ebenfalls der universelle Mean Well KAA-8R-16 eingesetzt. Für unsere 8 schaltbaren Steckdosen wird daher nur ein Aktor benötigt. Hier fallen dann 119,00€ an.

Smarte Taster / Thermostate

Damit wir hier keine Äpfel mit Birnen vergleichen, habe ich einen smarten Taster herausgesucht, der beim Preisgefüge und den Funktionsumfang mit Homematic vergleichbar ist.

Für den direkten Vergleich habe ich den MDT Taster Light 55 BE-TAL55T2.D1 herausgesucht. Dieser passt in jedes 55er Rahmenprogramm und bietet neben den 4 Tasten zudem 4 RGB LEDs um Zustände zu signalisieren.

Für einen kleinen Aufpreis bekommt man sogar eine Temperaturmessung um die Heizung zu steuern. Der Taster kostet 65,00€.

Für unser Musterhaus benötigen wir hiervon 13 Stück – in Summe fallen so 845,00€ an. Bei unserem System sparen wir uns so direkt die Thermostate, da diese bereits integriert sind. Es gibt auch weitere Taster z.B. den Jung F10 in einer ähnliches Preisklasse – auch hier ist dann ein Temperaturfühler enthalten.

Ansteuerung Fußbodenheizung

Zur Ansteuerung der Ventile für die Fußbodenheizung kann wieder auf den Mean Well KAA-R8-16 zurückgegriffen werden. Dieser Aktor kann universell eingesetzt werden und in diesem Fall auch als Regler / Ansteuerung für die Heizungsventile. Pro Etage haben wir einen Verteiler vorgesehen, daher werden zwei Aktoren benötigt.

Ein Aktor kostet 119,00€ in Summe fallen somit 238,00€ an.

Bewegungsmelder / Präsenzmelder

Für unser Musterhaus verwenden wir den MDT SCN-P360E3.03. Dieser hat einen sehr hohen Erfassungsradius, einen eingebauten Temperatursensor – daher könnte im Flur / Diele / WC sogar auf den Taster verzichtet werden (nicht gemacht zwecks Vergleichbarkeit), wodurch weitere Kosten eingespart werden können.

Eine weitere Funktion, die optional eingeschaltet werden kann, ist ein automatisches Nachlicht über eine weiße LED. Der Sensor wird sehr unauffällig eingebaut wodurch er zu keinen optischen Beeinträchtigungen führt.

Pro Stück kostet der Sensor 86,00€. Wir verwenden bei unserem Haus 4 Sensoren – in Summe fallen daher 344,00€ an.

Für den Aussenbereich haben wir einen drahtgebundenen Sensor vorgesehen – hier ist ein Steinel SenseIQ S vorgesehen. Der Sensor kostet 130,00€.

Rüstkosten – Software, Zentrale und Infrastruktur für den Schaltschrank

Bei einer KNX Installation wird keine Zentrale benötigt – die komplette Intelligent sitzt in den Geräten. Je nach Hersteller haben die Geräte unterschiedliche Funktionen. Gerade MDT verpasst seinen Geräten sehr viele Funktionen, auf die dann zugegriffen werden kann.

Für eine KNX Installation werden folgende Komponenten benötigt:

  • KNX Spannungsversorgung 640mA Mean Well 67,00€
  • 1Home Server für 550,00€
  • KNX ETS5 Home Lizenz 439,05€

In die Rüstosten habe ich jetzt auch eine ETS5 Lizenz eingerechnet.

Kostenaufstellung KNX für das Musterhaus

Hier habe ich Euch alle oben im Detail erläuterte Kosten zusammengefasst, die für ein Smart Home mit KNX anfallen.

  • smarte Rollos (Mean Well KAA-R8-16) 476,00€
  • smarte Lichter (Mean Well KAA-R8-16) 238,00€
  • dimmbare Lichter (GIRA 201500) 570,00€
  • schaltbare Steckdosen (Mean Well KAA-R8-16) 119,00€
  • smarte Taster (MDT Light 55 Basic) 845,00€
  • Ansteuerung Fußbodenheizung (Mean Well KAA-R8-16) 238,00€
  • Präsenz-/Bewegungsmelder 474,00€
  • Rüstkosten 1056,05€

Ein Punkt, der bei KNX klar hervorsticht ist, dass der universelle Aktor Mean Well KKA-R8-16 ein sehr breites Feld abdecken kann – dadurch können zusätzliche Reserven für

In Summe fallen bei diesem Musterhaus 4016,00€ an KNX Hardware an, um die oben aufgeführten Gewerke smart zu machen. Da die Preise bei KNX nicht so stabil/starr sind, wie die bei Homematic, kann es hier zu leichten Schwankungen kommen – die Mean Well Aktoren und 1Home Hardware kann zu dem oben genannten Preis im smartkram Webshop bestellt werden.

Vergleich Kosten für den Schaltschrank bei Homematic IP wired und KNX

Hier müssen wir nicht zwischen Homematic IP wired und KNX unterschieden – die Größe des Schaltschrankes und die Anzahl der TEs für die Komponenten ist in etwa gleich. Ein kleiner Nachteil bei Homematic IP wired ist, dass für die Licht und Rollladenaktoren 10A Automaten verbaut werden müssen. Diese sind etwas teurer als die 16A Automaten.

Das komplette Musterhaus passt in einen Verteilerschrank mit 2 Feldern. Dieser kostet komplett fertig verdrahtet inkl. RCDs und Sicherungen 4975,00€ bei smartkram im Webshop.

Vergleich Kosten für die Installation von Homematic IP wired und KNX

Bei den Installationskosten sind beide System vergleichbar – alle smarten Lichter, Rollos und Steckdosen werden sternförmig verlegt, sodass hier die gleiche Arbeit für beide Systeme anfällt. Bei KNX könnte man den Aufwand für die Verkabelung bei den Rollos noch etwas minimieren, wenn man hier auf SMI Motoren zurückgreifen würde. Dann würde neben der sternförmigen Verkabelung auch die Aktorik im Schaltschrank entfallen.

Bei den Sensoren (Präsenzmeldern, Taster und Thermostaten) ist der Aufwand ebenfalls vergleichbar, da hier alles per Buskabel angeschlossen wird. Bei Homematic kommen durch die Thermostate noch ein paar Meter Buskabel hinzu, doch auch dies sollte nicht zu sehr in Gewicht fallen.

Objektives Ergebnis des Vergleichs

Homematic IP wired – 4851,15€Smart Home mit KNX – 4016,00€

Dieser direkte Vergleich hat mich selber ein wenig erstaunt – KNX liegt bei diesem Projektbeispiel preislich vor Homematic IP wired. Dieses Beispiel zeigt sehr gut, dass das Gerücht „KNX ist immer teuer“ nicht pauschal stimmt. In der KNX Welt selbst, gibt es gravierende Preisunterschiede. Man kann hier für einen Basalte Taster auch mal gerne 700€ ausgeben – es sind aber auch Taster für 40€ zu haben. Das macht dieses System so interessant.

Bei dem Preisunterschied von knapp 800€, die das Homematic IP wired System teurer ist, kann bei der KNX Version sogar noch ein GIRA X1 Server in das System integriert werden. Ich habe hier mal die offensichtlichsten Punkte auf die Pro / Contra-Liste der beiden Systeme gesetzt.

Pro Homematic IP wired

  • Endkundentauglicher durch mögliche Anbindung an die Cloud
  • Wahl zwischen offline / Cloud-Nutzung
  • Günstig Erweiterbar durch Funkkomponenten / Bausätze
  • große Community (DIY Projekte / Anleitungen usw..)
  • Hotline vom Hersteller
  • verschlüssele Kommunikation der Aktoren

Pro KNX

  • offenes System (Herstellerübergreifend)
  • weltweit größer unabhängiger Standard
  • stabil und sehr bewährt
  • große Produktvielfalt – etliche Designs / Farben und Geräte für jeden Bereich verfügbar
  • mit 1Home direkt in HomeKit integrierbar
  • sehr viele Schnittstellen DALI, SMI, ModBus usw..
  • Haltbarkeit der Komponenten sehr hoch
  • sehr einfacher Austausch von Komponenten
  • sehr großes Netzwerk an Installteueren / Integratoren
  • Keine Zentrale notwendig

Contra Homematic IP wired

  • Ein Hersteller (proprietäres System)
  • Kein ansprechendes Design / keine Auswahl von Farben / Designs (Taster, Präsenzmelder, Bewegungsmelder)
  • Austausch von Geräte (z.B. DRI32) nur mit sehr hohen Zeitaufwand möglich
  • Nativ wenig Schnittstellen (ModBus, SMI, RS485)
  • Nicht HomeKit zertifiziert
  • Lichter dimmen nur begrenzt möglich (kein DALI, kein PWM, nur Phasenabschnitt)
  • Langlebigkeit der Komponenten noch nicht bestätigt

Contra KNX

  • Vergleichbar teure Rüstkosten (ETS5 Lizenz)
  • Für erste Inbetriebnahme ist Fachwissen notwendig
  • Komplexere Funktionen nur mit Logikmodul / Server
  • Ohne KNX Secure keine Verschlüsselung auf dem Bus
  • Erweiterung mit Funk ist kostspielig
  • wenig DIY / Bastellösungen

Subjektive Einschätzung – welches System würden wir empfehlen

Nachdem dieser Vergleich gezeigt hat, dass KNX in diesem Beispiel rund 800€ günstiger ist, als ein vergleichbares Homematic IP wired System, stellt sich nun die Frage für welches System ihr Euch entscheiden sollt. Eins vorweg – es gibt hier nicht das richtige oder falsche System. Im Endeffekt entscheidet der Anwendungsfall. Jeder hat unterschiedliche Anforderungen an sein Smart Home System.

Eine technisch interessierte Person, die gerne am lebenden System Arbeitet und selber viel ändert und umbaut bzw. das eigene Projekt erweitern will, wird wahrscheinlich mehr Spaß am Homematic System finden. Hier gibt es eine sehr große Community mit etlichen Anleitungen und DIY-Projekten die umgesetzt werden können.

Wer mehr Wert auf ein schickes Design bei seinen Tastern legt, der ist mit KNX sicherlich besser beraten.

Bei Homematic IP wired liegt der Fokus auf der Privatperson, die Spaß daran hat, selber viel umzusetzen – die Software (vor allem bei der Cloud-Variante) ist absolut einfach und intuitiv zu bedienen

Das sieht bei KNX anders aus, hier ist zumindest bei der Ersteinrichtung (Parametrierung) etwas Expertenwissen von Nöten. Die Zeit, die zum Programmieren aufgebracht werden muss, ist jedoch aus unserer Erfahrung heraus bei KNX viel geringer.

Ein schmerzlicher Punkt, den wir bei Homematic IP wired vermissen, ist das automatische Tauschen von defekten Aktoren. Hier wird bei einem voll belegten DRI32 Modul sehr viel manuelle Arbeit notwendig, um alle Taster wieder in die entsprechende Programme zu integrieren.

Mein Fazit: KNX empfehle ich jedem, der Wert auf schickte Taster, unauffällige Präsenzmelder und eine gute Visualisierung legt. Wer nicht gerne regelmäßig Umprogrammierungen / Änderungen am System durchführen will, der fährt mit einem KNX System sehr gut.

Umprogrammierungen können sehr leicht z.B. über Apple HomeKit vorgenommen werden – für größere Änderungen muss dann jedoch auf die kompliziertere ETS5 zurückgegriffen werden.

Homematic IP wired ist ebenfalls ein gutes System – jeder der gerne selber programmiert / Änderungen durchführt und das System eigenständig erweitern will durch Bausätze und Funkkomponenten, fährt hier besser. Die CCU3 ist intuitiv und gut zu programmieren – auch ohne große Vorkenntnisse.

Meine persönliche Meinung – was würde ich einsetzen, wenn ich baue? Ich selber würde hier auf ein KNX-System setzen. Ich bin ein echter Gira X1 Fan geworden – gerade die Integration von Sonos ist extrem gut gemacht. Auch das Design der Taster von Gira, Jung und anderen Herstellern gefällt mir sehr gut.

Licht spielt für mich eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung von Räumen – hier habe ich mit KNX einen viel größeren Spielraum durch DALI, PWM und KNX EVGs. Auch die native Integration einer Klingelanlage (z.B. GIRA 106) sehe ich als sehr großen Vorteil von KNX.

Bei den genannten Punkten ist es aber auch klar, dass der Preis nicht mehr so ausfällt, wie zuvor oben gerechnet. Die Auswahl und Möglichkeiten von KNX macht das System dann wieder teuer ;-)

Dieses Beispielprojekt soll Euch zeigen, wo die Reise hingehen kann – alle Komponenten können über smartkram bezogen werden – auch wenn Ihr individuelle Vorstellungen habt, können wir Euch hierbei gerne helfen – schreibt dazu einfach eine Mail an shop@smartkram.de

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6 Kommentare
  1. Mamai
    Mamai sagte:

    Danke für den ausführlichen Kostenvergleich! Ein Vergleich zwischen KNX Secure und Homematic IP (wired) wäre mMn noch interessanter. Der normale KNX ohne verschlüsselung ist nicht mal „heute“-sicher.

    Antworten
    • Sebastian
      Sebastian sagte:

      …ich verstehe die Diskussion nicht. Wo ist KNX nicht sicher? Der Bus ist im Haus – für die Außenlinie gibt es dann einen LK. Wenn man sich dann außen dran hängt kann man – wow: Die Außenlampe und den Bewegungsmelder steuern.

      Für Gewerbliche Objekte ist das natürlich ein anderer Ansatz – hier würde ich aber sowieso niemals auf Homematic setzen.

      Antworten
      • Mamai
        Mamai sagte:

        Anderseits, verstehe ich nicht warum man keine Verschlüsselung haben will. Vor allem, wenn es um kabelgebundenen nicht „low-power“ Geräte geht.
        Ich wollte auch keine Diskusion auslösen. Mein Punkt war, dass ein Kostenvergleich zwischen KNX Secure und Homematic IP viel interessanter wäre.

        Antworten
  2. Andreas
    Andreas sagte:

    Vielen Dank für den spannenden Vergleich! Was mich noch interessieren würden: Wie würden denn die Kosten aussehen, wenn ihr euch um die Installation, Programmierung usw. kümmert?

    Antworten
  3. Daniel
    Daniel sagte:

    oder man greift gleich noch zu sowas wie den EAE RCU2018 und kann dann 16A schalten, hat noch 18 Eingänge für Taster etc. dazu und noch weniger ausgegeben als für die Meanwell. Rolläden könnten die Teile wohl auch, hab ich selbst aber nicht genutzt. Homematic Wired ist bei mir aus der Planung rausgeflogen nachdem eben keine 16A auf allen Kanälen möglich waren. Für Rolläden kommen bei mir die FROLL + BROLL zum EInsatz, wobei ich die FROLL schon wieder was bereue… fast der gleiche Preis wie ide BROLL, brauchen aber noch Taster (die vorhandenen Schalter taugen ja auch wieder nicht) und haben keine Strommessung um automatisch die Fahrtdauer zu erlernen. Und manchmal heißt es ganz runter fahren bevor es wieder hoch geht weil sie die ganze Zeit denken sie wären noch oben. Der BROLL dagegen ist dann in der Integration ggf. wieder problemaitsch, denn man braucht eine Wippe mit Doppelpfeil, die es zumindest bei Gira 55 nicht gibt. Und die von Homematic ist dann wieder nicht glänzend (aber akzeptabel). Man spart sich aber im Bestand halt bei beiden das Ziehen der 5-adrigen Strippen, einmal Dauerstrom reicht.
    Heizung FALMOT-C12 weil da halt die Antriebe nicht die ganze Zeit Energie verbrauchen. Hat aber wohl auch so hier und da seine Bugs, die mich zum Glück nur nach dem Firmware-Update betroffen haben und durch Werksreset behoben werden konnten… verbunden halt mit dem Aufwand das Ding wieder komplett neu zu verknüpfen.

    Grundsätzlich wäre mein Tip also auch eher auf KNX zu setzen. Gerade mir „Vielfachaktoren“ wie dem RCU2018 kommt man sogar mit der ETS Free und ihren 5 Geräten schon sehr weit. Und für den Bastler gibts dann auch noch Selfbus.

    Antworten

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