Und wieder einmal ein Artikel, der eigentlich in die Kategorie „Kaufste billig, kaufste zweimal“, gehören könnte… Während meines Studiums habe ich sehr viel mit Elektronik gebastelt und daher auch recht viel gelötet. Damals hatte ich mir den Ersa C25 gekauft. Ein wirklich solides Gerät. Es hat über keinen Schnickschnack verfügt und konnte auch nicht in der Temperatur geregelt werden.

Diesen Lötkolben hätte ich wahrscheinlich heute noch, doch nachdem ich das Teil verliehen hatte, kam er nicht mehr zurück (@Jens: Wenn Du den Lötkolben noch hast, dann darfst Du ihn jetzt behalten).

Da ich längere Zeit nichts mehr gebastelt habe, konnte ich auch auf einen neuen Lötkolben verzichten. Doch mit dem Einstieg in die Homematic-Welt musste wieder ein neues Gerät her. Viele Komponenten wie z.B. das HM-Funkmodul sind aktuell nur als Bausatz verfügbar. Bei diesen müssen noch ein paar Komponenten zusammengelötet werden, damit das Gerät funktioniert. Beim nächsten Einkauf im Discounter fand ich dann ein Paket mit der Aufschrift „Profi-Lötstation“. Für unter 20€ gab es eine Lötstation, etwas Zinn und eine weitere Lötspitze. Die Regelung der Temperatur konnte über einen Poti verstellt werden. Das Aufheizen dauerte zwar etwas länger, doch nachdem die Spitze heiß war, konnte man damit gut löten.


Nach ein paar Wochen kam dann aber die Ernüchterung. Das Material, aus dem die Spitze hergestellt war, hat die hohe Temperatur auf Dauer nicht vertragen und fing an, sich aufzulösen. Das ist auch sehr „schön“ auf den Bildern zu sehen. Man darf meinen, dass die Spitze mehrere Jahre im Dauereinsatz gewesen sein müsste, das ist aber leider nicht der Fall gewesen. Anscheinend handelt es sich bei der Spitze um sehr billiges Metall, dass einfach für die Belastung nicht ausgelegt worden ist.

Auch wenn das Teil nur ca. 20€ gekostet hat, dürfte das meiner Meinung nach nicht so schnell passieren! Eine neue Spitze ist nicht ganz so einfach zu finden, da es sich hierbei um kein genormtes Maß handelt… Dadurch ist die „Profi-Lötstation“ so nach wenigen Wochen unbrauchbar und reif für die Mülltonne…Schade!

Zufrieden war ich mit der billigen Lötstation sowieso nicht, daher habe ich mich dazu entschlossen mir etwas vernünftiges anzuschaffen. Philipp nutzt ebenfalls eine Ersa Lötstation. Er hat die i-CON mit 80 Watt und ist damit sehr zufrieden.

Für mich ist allerdings der Griff vom Lötkolben selbst etwas zu klein, daher habe ich mich umgeschaut und habe die RDS 80 digital gefunden.

Die Lötstation besteht aus zwei Teilen, der eigentlichen Station, in der auch die komplette Elektronik mit Display untergebracht ist und ein zusätzliches Gestell für den Lötkolben. Die Haupteinheit hat ein großzügiges Display, auf dem die aktuelle Temperatur angezeigt wird. Rechts neben der Temperaturanzeige befindet sich ein Balkengraph, der die aktuelle Heizleistung wiederspiegelt. An diesem Balken kann man sehr schön erkennen, wie der Lötkolben die Temperatur einregelt.

Die RDS 80 digital benötigt etwas weniger als 1 Minute, um von Raumtemperatur auf 300°C zu heizen. Das ist wirklich sehr schnell und das Gerät ist dadurch fast sofort einsatzbereit.

Über die 3, unter dem Display angebrachte tasten, können die voreingestellten Temperaturen von 150°C, 300°C und 400°C direkt abgerufen werden. Die Temperatur kann aber auch in 1°C Schritten eingestellt werden. Das wird über die beiden anderen Taster, rechts neben dem Display realisiert.

Der Lötkolben liegt sehr gut in der Hand und ist zudem äußerst griffig. So hat man auch bei filigraneren Arbeiten immer eine gute Kontrolle über die Lötspitze.

Die Lötspitzen können sehr einfach gewechselt werden. Dazu muss einfach die Sicherung, die auch auf dem Bild zu sehen ist, entfernt werden. Die Spiralfeder hat am vorderen Ende einen Haken, der die Lötspitze sichert. Die neue Spitze wird dann anschließend auf das Heizelement geschoben und gesichert.

Zur Aufbewahrung der Lötspitzen sind in der Halterung Ausbuchtungen vorgesehen. Hier können die zusätzlichen Spitzen einsortiert werden. Im Lieferumfang ist eine mittelgroße Lötspitze vorhanden. Wer filigranere Lötarbeiten durchführt, kann sich zusätzliche Lötspitzen kaufen. Hier ist die Auswahl sehr groß. Es werden alle Ersa ERADUR Dauerlötspitzen mit einem Innendurchmesser von 6,6 mm unterstützt.


Ich persönlich finde die Lötstation technisch sehr gelungen, auch das Design ist ansprechend ausgelegt. Ein Nachteil ist mit allerdings aufgefallen. Das Kabel zum Lötkolben selbst ist sehr starr. Dadurch kommt es häufiger vor, dass man den Tisch, auf dem man arbeitet, damit leer fegt. Das ist gerade bei feiner Elektronik nicht so prickelnd, da man die kleinen Teile dann auf dem Fußboden wieder zusammensuchen darf. Da ist z.B. die i-CON Lötstation besser aufgestellt. Hier ist das Kabel viel flexibler und es passt sich den Bewegungen besser an.

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1 Antwort
  1. Daniel sagte:

    Ich habe mich auch, ich glaube vor ca. einem Jahr, für die Ersa i-CON PICO entschieden und bin auch sehr zufrieden damit.
    Vorher habe auch ich immer wieder mit günstigen Lötkoblben gearbeitet und mich dann irgendwann dazu entschieden auf eine halbwegs vernünftige Station zu wechseln.

    Für meinen Heimgebrauch ist die i-CON sehr gut geeignet, mit dem kleinen Griff komme ich sehr gut klar und ich hatte vorher auch viel gelesen und habe mich dann für die i-CON entschieden genau wegen des sehr flexiblen Kabels zum Griff.

    Insgesamt kann man aber sagen das man mit den ERSA Stationen nicht viel falsch machen kann und somit habe ich ebenfalls die Erfahrung gemacht, wer billig kauft der kauft zwei mal…

    Antworten

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