In meinem letzten Bericht habe ich euch über die Verlegung meiner elektrischen Fußbodenheizung informiert. Hierbei ging es vorwiegend um die Leistungsberechnung und die Verlegung des Untergrundes sowie der Heizmatten selbst.

In diesem Bericht möchte ich euch etwas mehr zu dem elektrischen Anschluß der Heizmatten berichten. Wie bereits mitgeteilt, habe ich den Raum auf insgesamt 5 „Bahnen“ aufgeteilt. Alle Bahnen haben dabei an den Seitenflächen jeweils eine durchgehende Kupferbahn, über die der Anschluß von N sowie L erfolgt. Die Kupferbahnen sind dabei natürlich einlaminiert und damit berührungssicher.

Damit ihr überhaupt an die Kupferbahn herankommt, um die entsprechende Leitung zu kontaktieren, müsst ihr die „Oberfläche“ bzw. Lamination entfernen. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen bieten die Verkäufer von IR-Heizmatten häufig eine Art Quetschverbinder an, die sich durch die laminierte Oberfläche „bohren“ und so den Kontakt zum Kupfer realisieren. Diese Quetschverbinder wiederum ermöglichen den Anschluß einer Verdrahtungsleitung.

Da mir die Kontaktierung über Quetschverbinder zu unsicher erschien, habe ich einfach die Lamination durch Hitze geschmolzen, bis ich auf dem Kupferstreifen angekommen bin. Hier habe ich mit ausreichend Lötzinn die elektrischen Zuleitungen direkt angelötet.

In beiden Fällen, egal ob Quetschverbinder oder Direktverlötet, muss in jedem Fall eine elektrische Isolierung der Kontaktstelle erfolgen. Hierfür bieten die Anbieter Vulkanisierungsband an, welches zweiseitig um die Kontaktierungsstellen gelegt wird und sich selbst miteinander verschweisst. Dieses könnt ihr auch bereits auf dem oben aufgeführten Bild mit den Zuleitungen erkennen.

Bodensensor

Vergesst in keinem Fall den mitgelieferten Bodensensor zu verlegen. Ich habe hierfür in die Bodenplatten aus OSB eine kleine Nut gefräst, in welcher in den Bodensensor eingelassen habe. Er sollte ungefähr mittig unter einer Heizbahn liegen, um die maximal wirkende Temperatur unter dem Bodenbelag zu ermitteln!

Auswahl des Leitungstyps

Da mir eine Verdrahtung der insgesamt 5 Heizmatten mit klassischem, flexiblen H07V-K durch eventuelle „Reibstellen“ am Boden zu unsicher erschien, bin ich auf ein doppelt isoliertes, feindrähtiges Anschlußkabel aufmerksam gemacht worden. Hier habt ihr gleich zwei Isolierungen übereinander bei 1,5mm2, was die Gefahr einer Beschädigung und damit Einschränkung im Berührungsschutz auf nahezu null reduziert. Leider ist der Preis mit ca. 90cent/Meter nicht ganz günstig.

Ich habe mir die Mühe gemacht und alle 5 Heizbahnen parallel in einen Obo Verteilerkasten geführt und mittels Wago Klemmen parallel angeschlossen.

Aufgrund der Dachkonstruktion (Dachschrägen mit Fußfetten derzeit noch OHNE Kniestock) entschloss ich mich dazu, das gesamte Wandthermostat vorübergehend einfach in die Verteilerbox einzulassen. Selbstverständlich wird dieses noch zukünftig mittels einer UP-Dose in den geplanten Kniestock eingelassen.

Ansteuerung

Die Ansteuerung der Heizmatten wird durch einen geeigneten Wandthermostaten übernommen. Hier gibt es zahlreiche Thermostate auf dem Markt, die für eine Schaltleistung von typischerweise max. 16A ausgelegt sind. Wer jetzt direkt auf die Idee kommt, einen Homematic Wandthermostaten in Kombination mit einem Schaltaktor zu verwenden, den muss ich leider enttäuschen. Doch warum? Die speziell für elektrische Fußbodenheizungen entwickelten Wandthermostaten besitzen alle einen Bodenfühler, der die maximale Temperatur unter dem Boden begrenzt. So begann auch ich zunächst mit der einfachen Installation eines Wandthermostaten von „OJ Microline“, mit dem Modellnamen OCD5.

Wie ihr bereits erkennen könnt, handelt es sich bei dem Gerät um ein normales „Unterputzgerät“ mit Touch-Display. Es besitzt die folgenden Anschlüsse:

1+2: Neutralleiter und Dauerphase mit 16A abgesichert

3+4: Anschluss der IR Heizmatten mit max. 16A Last (die parallel-angeschlossenen Heizbahnen)

5+6: Anschluss des mitgelieferten Bodensensors

Kurzfeedback zum Thermostaten:

Eigentlich bringt das Thermostat bereits alle Funktionen mit, die man benötigt. Von einem frei definierbaren Heizprofil, über einstellbare Bodenbeläge, der maximalen Bodentemperatur bis hin zu einer Energieverbrauchsermittlung ist alles dabei. Der Preis liegt bei ca. 100 Euro. Ebenso gibt es ähnliche Thermostate bereits mit integrierter WLAN Funktion, so dass ich vom Smartphone aus die Temperatur steuern könnt.

Kann ich es dennoch in Homematic integrieren?

Diese Frage kann ich schon einmal vorab mit „JA“ beantworten. Wie ich das ganze realisiert habe, erfahrt ihr im nächsten Teil dieser Reihe. Ebenso möchte ich euch aufzeigen, mit welchen Latenzen der Raum mit der IR Fußbodenheizung aufgeheizt wird und welcher Verbrauch dabei zu erwarten ist.

2 Kommentare
  1. Avatar
    Mike sagte:

    Hallo Michael,

    ich bin in deinem Artikel das erste mal über diese Art der Bodenheizung „gestolpert“. Sehr intressant, da mir die Latenz bei den herkömlichen Bodenheizungen zu hoch ist und diese mir doch sehr eigenwillig im Bezug auf Regelung vorkommen. Bin sehr gespannt auf den nächsten Artikel zu deinem Projekt. Danke fürs teilen!

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    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo Mike, ich sammel gerade fleissig Daten (Diagramme) bezüglich der Raumtemperaturänderung sowie aufzuwendenen elektrischen Energie! Nächste Woche mehr dazu!

      Gruß Michael

      Antworten

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