Teufel vs. Sonos: Multiroom-Audio im Praxistest 2025

Wenn du wie ich Musik nicht nur hörst, sondern lebst, dann kennst du das Dilemma: Du willst in jedem Raum denselben Song erleben – synchron, kraftvoll, mit Gänsehaut-Faktor. Genau hier kommt Multiroom-Audio ins Spiel. Ich habe in meinem Smart Home beide Systeme – Teufel und Sonos – parallel laufen lassen, um herauszufinden, welches 2025 die Nase vorn hat. Beide Hersteller versprechen kabellose Freiheit, intuitive Steuerung und raumfüllenden Klang. Doch in der Praxis offenbaren sich klare Unterschiede – nicht nur beim Klang, sondern auch bei Einrichtung, App-Erlebnis und technischer Offenheit. In diesem Artikel nehme ich dich mit in meinen Alltagstest und zeige, welches System wirklich überzeugt – und für wen sich der Wechsel lohnt.

Multiroom-Audio: Technik, Anspruch und Realität

Bevor wir in den Vergleich einsteigen, lohnt sich ein Blick auf die Grundlagen. Multiroom-Audio bedeutet, dass mehrere Lautsprecher über das gleiche Netzwerk miteinander verbunden sind und synchron Musik abspielen – egal, ob im Wohnzimmer, Bad oder Garten. Im Idealfall läuft die Musik absolut zeitgleich, ohne Echo oder Verzögerung. Technisch basiert das Ganze auf WLAN (2,4 oder 5 GHz). Während Sonos traditionell auf ein eigenes Mesh-Netzwerk (SonosNet) setzte, das über eine Bridge oder ein per Ethernet verbundenes Gerät aufgebaut wird, nutzt Teufel seine Home-App und – bei Sprachmodellen wie dem Holist – auch Alexa-Multiroom zur Synchronisation. Beide Systeme unterstützen AirPlay 2 und Spotify Connect, während Sonos zusätzlich Google Cast bietet. Was die Audioqualität betrifft, liefert Sonos Streams in CD-Qualität (44,1–48 kHz), während Teufel – speziell mit seinen neuen Home-Geräten – bis zu 32-Bit/384 kHz verarbeitet. Für audiophile Nutzer ist das ein starkes Argument. Klanglich ergänzen Funktionen wie Trueplay (Sonos, iOS) und Dynamore (Teufel) die Systeme durch automatische Raumoptimierung.

Einrichtung und Installation im Alltag

Ich habe beide Systeme frisch aufgesetzt – einmal ein Sonos-Setup mit zwei One und einem Era 100, und parallel ein Teufel-System mit zwei Motiv Home. Sonos: Die Installation läuft über die Sonos S2-App. Nach dem Anschluss an Strom und (optional) Ethernet erkennt die App neue Lautsprecher automatisch. Ein klarer Pluspunkt: Räume lassen sich intuitiv benennen und in Stereo-Paare zusammenfassen. Nach wenigen Minuten stand bei mir ein Wohnzimmer-Stereo mit einem zusätzlichen Lautsprecher in der Küche. Teufel: Bei Teufel erfolgt alles über die Teufel Home-App. Das Pairing ist einfach: Lautsprecher in den Setup-Modus bringen, WLAN-Daten eingeben, Raum zuordnen – fertig. Wer ältere Raumfeld-Geräte besitzt, nutzt allerdings eine andere App, was für gemischte Setups etwas unpraktisch ist. Neuere Modelle wie der Motiv Home laufen stabil und sind in wenigen Minuten einsatzbereit. In der Praxis hängt die Stabilität stark vom WLAN ab. Sonos gewinnt hier durch sein Mesh-Netzwerk leicht an Zuverlässigkeit. Teufel punktet dagegen mit Flexibilität: Es braucht keine Bridge, kein Kabel – nur WLAN. Beide Systeme lassen sich nach der Installation über Equalizer und Presets weiter anpassen.

Praxisbeispiel: Musik im ganzen Haus

Für meinen Alltagstest habe ich zwei typische Szenarien aufgebaut: 1. Wohnzimmer Multiroom mit Sonos

  1. Zwei Sonos One als Stereo-Paar im Wohnzimmer, ein weiterer One in der Küche.
  2. Ein Gerät per LAN-Kabel mit dem Router verbunden – das aktiviert SonosNet.
  3. Über die App Räume benannt und synchronisiert.
  4. Spotify als Quelle eingebunden, alle Räume gemeinsam abgespielt.

Das Ergebnis: perfekte Synchronität, kein Delay, keine Aussetzer. Besonders angenehm ist die Steuerung per AirPlay 2 – einfach von iPhone oder Mac streamen. 2. Multiroom-Setup mit Teufel Motiv Home

  1. Zwei Motiv Home eingerichtet, jeweils einem Raum zugeordnet.
  2. Alexa-Multiroom-Gruppe erstellt, um per Sprache beide anzusprechen.
  3. Spotify Connect aktiviert und Wiedergabe gestartet.

Hier fällt auf: Die Wiedergabe läuft ebenfalls sauber synchron, allerdings ist das Setup über Alexa etwas umständlicher. Der Vorteil liegt in der Mobilität – die Motiv Home spielen dank Akku bis zu 15 Stunden kabellos, ideal für Balkon oder Garten. In beiden Fällen ist die Bedienung über Smartphone-Apps oder Sprachsteuerung intuitiv, aber Sonos bietet die etwas konsistentere Nutzererfahrung.

Steuerung, Automatisierung und Alltagstauglichkeit

Im täglichen Betrieb kommt es auf die Bedienlogik an. Beide Systeme lassen sich über App oder Sprache steuern – bei Sonos zusätzlich über Sonos Voice Control, bei Teufel über Amazon Alexa. Die Multiroom-Logik ist ähnlich: Ein Lautsprecher fungiert als Master und verteilt die Musik synchron an alle anderen. Die Zeitstempel-Steuerung sorgt dafür, dass keine hörbaren Verzögerungen entstehen. Sonos ist hier traditionell minimal präziser, da das eigene Mesh-Netzwerk weniger anfällig für WLAN-Störungen ist. Im Smart-Home-Alltag ist Sonos etwas offener integrierbar – etwa über Home Assistant oder Apple HomeKit (via AirPlay 2). Teufel dagegen spielt seine Stärken aus, wenn man ohnehin auf Alexa setzt. In meinem Setup nutze ich Routinen wie: „Alexa, starte Abendmusik“ – und beide Teufel-Lautsprecher fahren synchron hoch. Schön: Beide Systeme merken sich Lautstärken und Playlists pro Raum.

Kosten, Klang und Systemgrenzen

Preislich liegen Sonos und Teufel dicht beieinander – aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Modell Preis (ca.) Besonderheit
Sonos One 200 € Alexa & AirPlay 2
Sonos Five 550 € High-End Klang
Teufel One M 300 € Starker Bass
Teufel Motiv Home 550 € Akku & portabel

Ein vollständiges Sonos-Setup mit drei Lautsprechern kostet also um 600 €, während man bei Teufel für ähnliches Geld ebenfalls drei hochwertige Speaker erhält. Wer Surround oder Subwoofer will, muss allerdings tiefer in die Tasche greifen – insbesondere bei Sonos. Klanglich bietet Sonos eine sehr neutrale, detailreiche Abstimmung mit präziser Räumlichkeit. Teufel klingt kräftiger, bassbetonter, etwas „deutscher“ im Charakter. Für Film und Party bevorzuge ich Teufel, für analytisches Musikhören Sonos. Beide Systeme können durch Raumkorrektur (Trueplay/Dynamore) noch optimiert werden.

Fehlerbehebung und Support-Erfahrungen

Kein Multiroom-System ist perfekt. Wichtig ist, wie gut sich Probleme lösen lassen. Verbindungsprobleme: Bei Sonos hilft oft ein kabelgebundener Lautsprecher oder eine Bridge, um das Mesh zu stabilisieren. Bei Teufel reicht meist ein Neustart oder ein Wechsel des WLAN-Bandes (2,4 ↔ 5 GHz). Beide Systeme profitieren von einem starken Router oder Repeater. App-Probleme: Sonos hatte 2024 mit seiner App-Überarbeitung einige Schwierigkeiten, die mittlerweile weitgehend behoben sind. Teufel liefert regelmäßig Updates für seine Home-App, um die Funktionsparität zwischen iOS und Android zu verbessern. Klangprobleme: Sonos-Nutzer sollten Trueplay-Kalibrierung durchführen, Teufel-Fans können in der Home-App Bass und Höhen anpassen oder Dynamore aktivieren. Beide Hersteller bieten schnelle Hilfe über Foren und Chat-Support.

Aktuelle Entwicklungen und Zukunftsausblick

2025 ist ein spannendes Jahr für Multiroom-Audio. Sonos hat mit der Era-Serie (100/300) Bluetooth ergänzt und arbeitet an Matter-Integration sowie einem eigenen Sprachassistenten. Die App wurde überarbeitet und läuft stabiler als zum Start des Redesigns. Teufel wiederum erweitert sein Portfolio mit der Stereo M2/L2-Serie und bereitet ebenfalls Matter-Support vor. Besonders gefällt mir, dass die Berliner Softwarepflege ernst nehmen und regelmäßig Updates liefern. Die Home-App ist inzwischen deutlich runder. Der Trend geht klar Richtung offene Systeme – AirPlay 2, Chromecast und Multiroom über Standardprotokolle. Damit nähern sich Sonos und Teufel funktional an, auch wenn Sonos im geschlossenen Ökosystem bleibt. In der Praxis heißt das: Wer Apple-Geräte nutzt, ist mit Sonos bestens bedient; wer Alexa bevorzugt, greift zu Teufel.

Nach mehreren Wochen im Parallelbetrieb steht für mich fest: Beide Systeme sind hervorragend – aber sie bedienen unterschiedliche Ansprüche. Sonos ist die Wahl für alle, die maximale Stabilität, intuitive Bedienung und fein abgestimmten Klang suchen. Teufel dagegen überzeugt durch Vielseitigkeit, Basskraft und Preis-Leistung – besonders mit den neuen Home-Modellen. Für mein Smart Home nutze ich inzwischen beides: Sonos im Studio für präzises Arbeiten, Teufel im Wohnbereich für entspanntes Hören. So spielt Musik bei mir tatsächlich im ganzen Haus – und das in bester Qualität.

Fazit für dich: Wenn du ein robustes, homogenes Multiroom-System suchst, bleib bei Sonos. Wenn du Flexibilität, kräftigen Klang und Alexa-Integration bevorzugst, ist Teufel 2025 eine echte Alternative.

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