Schritt-für-Schritt: Die richtige Verwendung von Crimpzangen – sichere Verbindungen für Einsteiger
Wer schon einmal versucht hat, feindrähtige Leitungen direkt in eine Schraubklemme zu stecken, kennt das Problem: einzelne Litzen biegen sich weg, der Kontakt wird unsauber und im schlimmsten Fall kann es später zu Wackelverbindungen kommen. Genau hier kommt die Crimpzange ins Spiel – ein unscheinbares, aber entscheidendes Werkzeug, das elektrische Verbindungen dauerhaft sicher macht. Ich erinnere mich noch an meine ersten Crimpversuche in der Werkstatt: zu wenig Druck, schiefe Hülse, alles wieder von vorn. Heute weiß ich, worauf es ankommt – und das möchte ich in diesem Artikel Schritt für Schritt zeigen. Egal ob du eine einfache Lüsterklemme anschließt oder ein Verlängerungskabel baust – mit der richtigen Technik und einer guten Crimpzange sparst du Zeit, Nerven und sorgst für professionelle Ergebnisse.
Was ist eine Crimpzange und wofür wird sie verwendet?
Eine Crimpzange ist ein spezielles Werkzeug, das dazu dient, Aderendhülsen oder andere Crimpverbinder dauerhaft und formschlüssig mit einem elektrischen Leiter zu verbinden. Das Ziel ist eine sichere, leitfähige und mechanisch stabile Verbindung zwischen Kupferlitze und Hülse. Im Gegensatz zum bloßen Zusammendrehen der Drähte sorgt der Crimp dafür, dass jede einzelne Litze fest in der Metallhülse sitzt. Dadurch entsteht ein optimaler Kontaktwiderstand und die Verbindung bleibt auch bei Vibrationen oder häufigem Stecken stabil. Hochwertige Modelle wie die Knipex 97 53 14📦 arbeiten selbst-einstellend – das heißt, sie passen sich automatisch dem Querschnitt der Hülse (bis 16 mm²) an. Eine eingebaute Ratsche sorgt dafür, dass der Crimpvorgang erst abgeschlossen ist, wenn der richtige Pressdruck erreicht wurde. So entsteht immer eine gleichbleibend hohe Crimpqualität – ganz ohne manuelles Nachjustieren. Typische Einsatzgebiete:
- Verdrahtung von Schaltschränken
- Montage von Steckverbindungen (z. B. Stecker, Kupplungen)
- Anschluss von Geräten oder Verteilerdosen
- Herstellung von Verlängerungskabeln oder Adapterleitungen
Schritt-für-Schritt: So verwendest du eine Crimpzange richtig
Damit das Crimpen sicher und fachgerecht gelingt, gehe immer systematisch vor. Hier ist mein bewährter Ablauf, den ich auch bei jeder Installation anwende:
- Spannungsfreiheit prüfen: Bevor du überhaupt ein Kabel in die Hand nimmst, prüfe mit einem geeigneten Spannungsprüfer, dass keine Spannung anliegt.
- Kabel vorbereiten: Schneide das Kabel mit einer Kabelschere (z. B. Knipex StepCut 95 16 160📦) sauber auf Länge. Für einzelne Drähte genügt ein VDE-Seitenschneider.
- Abisolieren: Entferne mit einer Abisolierzange (z. B. Knipex PreciStrip16📦) etwa 8–10 mm der Isolierung. Achte darauf, dass keine Litzen verletzt werden.
- Aderendhülse aufschieben: Schiebe die passende Hülse (nach Querschnitt) über das abisolierte Ende. Die Hülse sollte bündig an der Isolierung anliegen.
- Crimpen: Führe die Hülse in das Crimpnest der Zange ein. Drücke die Griffe gleichmäßig zusammen, bis die Ratsche hörbar einrastet. Bei der Knipex 97 53 14📦 ist nur geringer Kraftaufwand nötig, da die Mechanik optimal abgestimmt ist.
- Kontrolle: Prüfe das Ergebnis: Die Hülse muss fest sitzen, darf sich nicht verdrehen oder abziehen lassen. Das Crimpbild sollte gleichmäßig und ohne Risse sein.
Profi-Tipp: Wenn du häufig crimpen musst, lohnt sich eine selbsteinstellende Crimpzange – sie spart Zeit und verhindert Fehlcrimps, besonders bei wechselnden Querschnitten.
Die richtige Auswahl der Aderendhülse
Der beste Crimp nützt nichts, wenn die Hülse nicht passt. Deshalb ist es wichtig, die richtige Größe zu wählen. Aderendhülsen gibt es für Querschnitte von 0,25 bis 16 mm² – und sie müssen zum Kabel passen.
- 0,5 – 2,5 mm²: typischer Bereich für Hausinstallationen (z. B. Steckdosen, Schalter, Lampen)
- 4 – 6 mm²: für stärkere Verbraucher (z. B. Herdanschluss, Wallbox-Zuleitung)
- 10 – 16 mm²: für Hauptleitungen oder industrielle Anwendungen
Manche Crimpzangen (z. B. die Knipex 13 96 200📦 als Elektro-Installationszange) bieten zusätzlich integrierte Crimpnester, allerdings meist nur für kleinere Querschnitte (0,5–2,5 mm²). Für häufige Arbeiten und reproduzierbare Ergebnisse sind spezialisierte Crimpzangen die bessere Wahl. Wichtig: Achte darauf, dass die Hülse bündig auf der Isolierung sitzt und das Kupfer vollständig in der Hülse verschwindet. Zu kurze oder zu lange Abisolierung führen zu Kontaktproblemen.
Typische Fehler beim Crimpen – und wie du sie vermeidest
Selbst mit einer guten Crimpzange kann einiges schiefgehen. Hier sind die häufigsten Fehler, die mir in der Praxis begegnet sind – und wie du sie vermeidest:
- Falsche Hülse: Wenn die Hülse zu groß ist, sitzt sie locker; ist sie zu klein, lässt sie sich nicht sauber pressen. Immer den passenden Querschnitt verwenden.
- Zu weit abisoliert: Kupfer schaut aus der Hülse heraus – das ist nicht normgerecht und kann Kurzschlüsse begünstigen.
- Zu wenig abisoliert: Die Isolierung ragt in die Crimpzone – der Kontaktwiderstand steigt.
- Schräg verpresst: Achte darauf, dass die Hülse gerade in der Zange liegt. Ein schiefer Crimp kann die Litzen beschädigen.
- Ungeeignetes Werkzeug: Billige oder unkalibrierte Crimpzangen erzeugen ungleichmäßige Druckverteilung. Verwende geprüfte Markenwerkzeuge mit Ratschenmechanik.
Erfahrungswert: Wenn du beim Crimpen merkst, dass du viel Kraft brauchst, stimmt meist etwas nicht – entweder Hülse oder Werkzeug. Eine gut eingestellte Zange arbeitet fast mühelos.
Praxisbeispiel: Aderendhülsen crimpen beim Bau eines Verlängerungskabels
Ein klassisches Beispiel, bei dem du das Crimpen direkt anwenden kannst, ist der Bau eines Verlängerungskabels. Hier ist die Vorgehensweise:
- Kabel zuschneiden: Bestimme die gewünschte Länge und schneide das Kabel mit einer Kabelschere (z. B. Knipex StepCut📦) ab.
- Abmanteln: Entferne den Außenmantel vorsichtig mit einem Abmantelungswerkzeug oder einer Kombizange, ohne die Adern zu verletzen.
- Adern abisolieren: Etwa 8 mm Isolierung entfernen, sodass die Litzen frei liegen.
- Aderendhülsen aufschieben und crimpen: Passende Hülsen überziehen und mit der Crimpzange verpressen. Die Knipex 97 53 14📦 erledigt das in einem Zug – einfach, gleichmäßig, zuverlässig.
- Stecker montieren: Die gecrimpten Adern in die Klemmen des Steckers führen (Erde oben, L und N korrekt zuordnen), Schrauben festziehen und Gehäuse schließen.
- Test: Nach dem Zusammenbau mit einem Spannungsprüfer kontrollieren, ob alles korrekt funktioniert.
Dieses kleine Projekt ist ideal, um den Umgang mit der Crimpzange zu üben. Nach wenigen Durchgängen merkst du schnell, wie viel sauberer und sicherer die Verbindungen im Vergleich zu uncrimpten Litzen sind.
Werkzeug-Tipps und Investition in Qualität
Wenn du regelmäßig elektrische Verbindungen herstellst, lohnt sich die Investition in eine hochwertige Crimpzange. Eine selbst-einstellende Crimpzange wie die Knipex 97 53 14📦 liegt preislich zwischen 30 und 60 €, bietet aber enorme Vorteile:
- Automatische Anpassung an den Leiterquerschnitt
- Gleichmäßiger Pressdruck durch Ratschenmechanik
- Wartungsfreie Kalibrierung für dauerhaft präzise Ergebnisse
- Ergonomische Griffe für ermüdungsfreies Arbeiten
Auch Marken wie Wiha, Wera oder Bosch bieten VDE-geprüfte Werkzeuge für sicheres Arbeiten bis 1.000 V. Gerade bei Arbeiten im Schaltschrank oder an Steckdosen lohnt es sich, auf geprüfte Isolierung zu achten.
Mein Fazit nach vielen Jahren: Billigwerkzeug spart man nur einmal – gutes Werkzeug spart man täglich.
Sicherheitsaspekte beim Arbeiten mit Crimpzangen
Auch wenn das Crimpen selbst keine Hochspannung erfordert, gelten beim Umgang mit elektrischen Leitungen immer dieselben Grundregeln:
- Nur mit VDE-geprüften Werkzeugen arbeiten (geprüft bis 1.000 V nach IEC 60900).
- Vor Arbeitsbeginn immer Spannungsfreiheit prüfen.
- Beim Arbeiten an offenen Leitungen Handschuhe tragen und isolierte Griffe verwenden.
- Nach dem Crimpen die Verbindung auf mechanische Festigkeit und elektrische Leitfähigkeit prüfen.
Diese Punkte klingen selbstverständlich, werden aber gerade von Einsteigern oft übersehen. Dabei ist eine saubere und sichere Arbeitsweise das A und O – und sorgt langfristig für zuverlässige Installationen.
Das Crimpen gehört zu den Handgriffen, die jeder Elektriker und ambitionierte Heimwerker beherrschen sollte. Mit etwas Übung, der richtigen Technik und einem hochwertigen Werkzeug – beispielsweise einer Knipex 97 53 14📦 – gelingt jede Verbindung sicher, sauber und dauerhaft. Ob im Schaltschrank, bei der Lampenmontage oder beim Bau eines Verlängerungskabels: eine korrekt verpresste Aderendhülse ist die Grundlage für stabile elektrische Verbindungen. Mein Rat: Nimm dir die Zeit, die Grundlagen sauber zu lernen. Denn wer crimpt, verbindet nicht nur Kabel – sondern sorgt für Sicherheit und Qualität in jeder Installation.
Jetzt bist du dran: Schnapp dir ein paar Restkabel, Aderendhülsen und deine Crimpzange – und probiere es aus. Nach den ersten zehn Hülsen wirst du merken, wie viel Routine und Sicherheit du gewinnst.










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