Preis-Leistungs-Check: AVM vs. TP-Link vs. ASUS Mesh-Systeme – welches WLAN lohnt sich wirklich?

Wenn du in einem größeren Zuhause wohnst, kennst du das Problem: In der Küche top Empfang, aber im Schlafzimmer oder auf der Terrasse bricht das WLAN ständig ein. Genau das war bei mir lange der Fall – bis ich auf Mesh-Systeme umgestiegen bin. Drei Hersteller dominieren hier den Markt: AVM mit seinen Fritz!-Produkten, TP-Link mit der Deco-Serie und ASUS mit AiMesh. Alle versprechen flächendeckendes WLAN, aber die Preise unterscheiden sich deutlich. In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam an, welches System das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet – und wo du wirklich für Technik bezahlst, die sich lohnt.

Was ist ein Mesh-System überhaupt?

Ein Mesh-WLAN ist im Grunde ein Netzwerk aus mehreren Access Points – sogenannten Knoten –, die zusammen ein einziges großes WLAN bilden. Alle Geräte sind mit derselben SSID und demselben Passwort verbunden. Das System sorgt automatisch dafür, dass dein Smartphone oder Laptop immer mit dem Knoten verbunden ist, der das stärkste Signal liefert. Der Vorteil gegenüber klassischen Repeatern: Das Mesh verteilt die Daten effizient über eine sogenannte Backhaul-Verbindung. Diese kann kabelgebunden (Ethernet) oder drahtlos erfolgen. Hochpreisige Systeme nutzen sogar einen eigenen Funkkanal nur für die Kommunikation zwischen den Knoten – das erhöht den Durchsatz deutlich. Für dich als Nutzer bedeutet das: Kein manuelles Umschalten zwischen Netzwerken mehr, keine toten Zonen und stabile Verbindungen in jedem Raum. Moderne Mesh-Systeme unterstützen außerdem Standards wie 802.11k/v/r für nahtloses Roaming, sodass du dich frei bewegen kannst, ohne dass die Verbindung abreißt.

Kostenrahmen: Was muss man für ein gutes Mesh ausgeben?

Einsteigerfreundliche Zweier-Sets beginnen laut aktuellen Marktübersichten bei etwa 150 bis 200 €. Damit lässt sich bereits eine Wohnung oder ein kleines Haus gut abdecken. Die Mittelklasse – also Systeme mit drei bis vier Knoten – liegt preislich meist zwischen 200 € und 400 €. Diese Kits sind ideal, wenn du mehrere Etagen oder dicke Wände hast. Wer maximale Geschwindigkeit oder Zukunftssicherheit möchte, greift zu High-End-Systemen mit Wi-Fi 6E oder Wi-Fi 7. Hier können die Preise schnell auf über 1.000 € steigen. Diese Systeme bieten oft Tri-Band-Technik mit einem separaten Kanal für den Datenaustausch zwischen den Knoten (dedizierter Backhaul) und sind für anspruchsvolle Setups gedacht – etwa Smart Homes mit vielen Geräten oder Streaming- und Gaming-Haushalte. Zusätzlich solltest du mögliche Nebenkosten im Blick behalten: Ethernet-Kabel, PoE-Injektoren oder Wandmontage können das Budget leicht um 50–100 € erhöhen.

AVM Fritz!Mesh📦 – solide Technik aus Deutschland

Das AVM Fritz!Mesh📦 ist besonders für Einsteiger attraktiv, die bereits eine Fritz!Box besitzen. Denn viele Fritz!Repeater und Fritz!Powerline-Geräte lassen sich einfach per Knopfdruck in das Mesh einbinden. Die zentrale Verwaltung erfolgt über die bekannte Fritz!OS-Oberfläche, die auch Einsteiger schnell verstehen. Preislich liegt AVM im oberen Mittelfeld: Ein Zweier-Set aus Fritz!Repeater 1200 AX📦 oder 3000 AX kostet etwa 200–300 €. Dafür erhält man aber solide deutsche Hardware mit regelmäßigen Updates und einfacher Bedienung. Vorteile:

  • Nahtlose Integration mit vorhandenen Fritz!Boxen
  • Einsteigerfreundliche Einrichtung über die Weboberfläche
  • Regelmäßige Firmware-Updates und gute Sicherheit

Nachteile:

  • Etwas teurer pro Knoten im Vergleich zu TP-Link
  • Kein dedizierter Backhaul bei den günstigeren Modellen
  • Design und Größe wirken teilweise altmodisch

In puncto Preis-Leistung ist AVM ideal, wenn du bereits eine Fritz!Box nutzt und Wert auf Stabilität und Datenschutz legst. Für größere Häuser oder besonders hohe Geschwindigkeiten wird es aber schnell kostspielig.

TP-Link Deco – starke Leistung zum fairen Preis

TP-Link hat mit der Deco-Serie eine ganze Palette an Mesh-Systemen im Programm – von günstigen Wi-Fi 5-Modellen bis hin zu modernen Wi-Fi 7-Kits. Besonders für Einsteiger sind die Sets interessant, weil sie sich innerhalb weniger Minuten über die Smartphone-App einrichten lassen. Kosten: Ein Zweier-Set der Deco X20 oder X50 liegt meist um die 180–220 €, ein Dreier-Set zwischen 250 € und 350 €. Damit ist TP-Link preislich oft günstiger als AVM oder ASUS bei vergleichbarer Abdeckung. Vorteile:

  • Sehr einfache Einrichtung per App
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Solide Performance und Stabilität

Nachteile:

  • Cloud-Konto für Einrichtung erforderlich
  • Weniger tiefgehende Konfigurationsoptionen
  • Backhaul nur bei teureren Modellen dediziert

In meinem eigenen Test-Setup hat sich ein Deco X50-Dreierpack als absolut ausreichend erwiesen, um ein 160 m²-Haus zuverlässig zu versorgen – inklusive Keller. Für den Preis ist das kaum zu schlagen.

ASUS AiMesh📦 – flexibel, aber teuer

ASUS geht mit seinem AiMesh-System einen etwas anderen Weg: Hier kannst du verschiedene ASUS-Router miteinander zu einem Mesh kombinieren. Das ist besonders spannend, wenn du bereits einen ASUS-Router besitzt – du musst dann nur zusätzliche kompatible Modelle hinzufügen. Preislich spielt ASUS eher im oberen Segment. Ein gutes Dreier-Set mit Wi-Fi 6 oder 6E liegt schnell bei 400–600 €, High-End-Modelle mit Wi-Fi 7 noch deutlich darüber. Vorteile:

  • Extrem flexibel – funktioniert mit vielen ASUS-Routern
  • Viele Konfigurationsmöglichkeiten (QoS, VLAN, Gastnetz etc.)
  • Sehr hohe Geschwindigkeit bei kabelgebundenem Backhaul

Nachteile:

  • Teurer als AVM und TP-Link
  • Einrichtung etwas technischer
  • Teilweise größerer Stromverbrauch

Wer Freude am Feintuning hat und das Maximum aus seinem WLAN holen möchte, wird bei ASUS glücklich. Für Einsteiger ist die Komplexität jedoch oft überdimensioniert – und der Preis nicht ganz ohne.

Direkter Preis-Leistungs-Vergleich

Um die Unterschiede greifbar zu machen, habe ich die drei Systeme anhand von drei typischen Nutzungsszenarien gegenübergestellt:

Kriterium AVM Fritz!Mesh📦 TP-Link Deco ASUS AiMesh📦
Einsteigerfreundlichkeit Sehr hoch Sehr hoch Mittel
Preisniveau (2er-Set) 200–300 € 180–220 € 400 €+
Technische Flexibilität Mittel Niedrig Sehr hoch
Backhaul-Option Optional, kein dedizierter Kanal Optional, dediziert bei teuren Modellen Dediziert oder kabelgebunden
Software & Updates Sehr gut (Fritz!OS) Gut (App-basiert) Sehr gut (ASUSWRT)
Empfohlene Zielgruppe Einsteiger, Fritz!Box-Nutzer Preisbewusste Anwender Technikaffine Nutzer

Wenn man das Preis-Leistungs-Verhältnis nüchtern betrachtet, bietet TP-Link aktuell den besten Kompromiss zwischen Preis, Leistung und einfacher Einrichtung. AVM punktet mit Stabilität und Support, während ASUS für Technik-Enthusiasten die größte Kontrolle und Performance bietet – allerdings zu einem höheren Preis.

Wann lohnt sich welches System?

AVM Fritz!Mesh📦 lohnt sich besonders, wenn du bereits eine Fritz!Box besitzt und Wert auf Datenschutz, Zuverlässigkeit und deutsche Software legst. Du zahlst hier ein bisschen mehr, bekommst aber ein durchdachtes System mit langer Update-Versorgung. TP-Link Deco ist die Preis-Leistungs-Wahl für Einsteiger. Es ist unkompliziert, günstig und liefert solide Ergebnisse für Wohnungen oder mittelgroße Häuser. Wer einfach nur stabiles WLAN ohne viel Basteln möchte, ist hier richtig. ASUS AiMesh📦 dagegen spielt seine Stärke aus, wenn du ein technisches Setup aufbauen willst – etwa mit kabelgebundenem Backhaul oder mehreren VLANs. Das System ist skalierbar und enorm leistungsfähig, aber auch teurer und komplexer in der Einrichtung. Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Wenn du planst, dein Smart Home (z. B. Home Assistant oder Homematic) mit vielen Geräten zu betreiben, lohnt sich ein kabelgebundenes Backhaul. Das sorgt für maximale Stabilität – unabhängig vom Hersteller.

Unterm Strich hängt die Wahl des richtigen Mesh-Systems stark von deinem Budget und deinem technischen Anspruch ab. Wer einfach nur zuverlässiges WLAN ohne Frust möchte, bekommt mit TP-Link Deco das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. AVM überzeugt durch Stabilität und Datenschutz, während ASUS für Power-User die größte Flexibilität bietet – allerdings zum höheren Preis. Ich selbst nutze derzeit ein TP-Link-Setup, weil es in meinem Smart Home mit Home Assistant zuverlässig läuft und sich problemlos erweitern lässt. Wenn du also planst, dein Zuhause smarter zu machen, ist ein gutes Mesh-WLAN die Basis – und mit etwas Planung kannst du viel Geld sparen, ohne auf Qualität zu verzichten.

Hast du bereits ein Mesh-System im Einsatz oder planst du den Umstieg? Teile deine Erfahrungen und Fragen gern in den Kommentaren – ich freue mich auf den Austausch!

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