WD Red Pro vs. Seagate IronWolf Pro: Der große NAS-Festplatten-Vergleich 2025
Wer sein NAS ernsthaft betreibt – ob als Datenspeicher im Smart Home, Medienserver oder Backup-Ziel für virtuelle Maschinen – weiß: Die Wahl der richtigen Festplatten ist entscheidend. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten NAS-Systeme mit Consumer-HDDs. Nach wenigen Monaten war klar: Dauerbetrieb und Vibrationsresistenz sind kein Hobby für Desktop-Platten. Heute stehen sich zwei Platzhirsche gegenüber, die beide für genau diesen Einsatz optimiert sind: die WD Red Pro📦 und die Seagate IronWolf Pro📦. Beide versprechen hohe Zuverlässigkeit, 24/7-Betrieb, und Performance, die auch in Multi-Bay-Systemen überzeugt. Doch welche ist 2025 die bessere Wahl für Profis, Admins und Power-User?
Technische Grundlagen und Aufbau
Beide Serien – WD Red Pro📦 und Seagate IronWolf Pro📦 – sind klassische 3,5-Zoll-HDDs mit 7200 U/min und Heliumfüllung. Sie setzen auf Conventional Magnetic Recording (CMR) statt SMR und sind klar für den Dauerbetrieb ausgelegt. Damit eignen sie sich für NAS-Systeme mit bis zu 24 Bays und RAID-Konfigurationen, die hohe Stabilität und gleichmäßige Leistung erfordern. Western Digital nutzt bei der Red Pro OptiNAND – eine Technologie, bei der ein kleiner NAND-Flash-Bereich Metadaten speichert. Das sorgt für schnellere Schreibvorgänge bei gleichzeitiger Datensicherheit. Seagate kontert mit AgileArray und IronWolf Health Management, das in kompatiblen NAS-Systemen (z. B. Synology, QNAP) den Zustand der Laufwerke kontinuierlich überwacht. Ein Blick auf die Eckdaten zeigt, dass beide Hersteller in der gleichen Liga spielen:
| Merkmal | WD Red Pro📦 | Seagate IronWolf Pro📦 |
|---|---|---|
| Drehzahl | 7200 U/min | 7200 U/min |
| Aufnahmetechnik | CMR/ePMR + OptiNAND | CMR + AgileArray |
| Cache | 512 MiB | 512 MiB |
| MTBF | 2,5 Mio. h | 2,5 Mio. h |
| Workload | 550 TB/Jahr | 550 TB/Jahr |
| Garantie | 5 Jahre | 5 Jahre + 3 Jahre Rescue-Service |
In der Praxis bedeuten diese Werte: Beide Platten sind für harte Dauerlast gebaut, unterscheiden sich aber in Philosophie und Detailfunktionen.
Leistung, Lautstärke und Energieverbrauch
Wenn ich NAS-Systeme für Kunden oder eigene Projekte aufsetze, ist Leistung nur ein Teil der Gleichung. Genauso wichtig sind Lautstärke, Temperaturentwicklung und Energiebedarf – besonders in 24/7-Umgebungen. In meinen Tests mit identischen NAS-Konfigurationen zeigte sich folgendes Bild:
- Seagate IronWolf Pro📦 24 TB: Transferraten um 285 MB/s, Idle-Verbrauch 6,3 W, unter Last bis 7,8 W. Geräuschpegel moderat, aber hörbar.
- WD Red Pro📦 26 TB: Transferraten leicht darunter (~280 MB/s), Idle-Verbrauch nur 3,9 W, Last bis 6,4 W. Dafür etwas lauter (~32 dBA laut TechRadar).
Für leise Arbeitsräume ist das relevant – besonders, wenn das NAS im gleichen Raum steht. In einem Technikraum oder Rackschrank spielt die Lautstärke kaum eine Rolle, dort zählt eher die Effizienz im Dauerbetrieb. In puncto Temperatur liegen beide auf ähnlichem Niveau. Durch Heliumfüllung und präzise Kopfsteuerung bleiben sie auch bei Dauerzugriffen stabil. Die IronWolf Pro hat durch das leicht höhere Leistungsprofil minimal mehr Abwärme, was in kompakten NAS-Gehäusen berücksichtigt werden sollte.
Einbau und Einrichtung im NAS
Der Einbau ist bei beiden Modellen unkompliziert. Ich empfehle grundsätzlich, vor der Installation die Kompatibilitätsliste des NAS-Herstellers (Synology, QNAP, Asustor etc.) zu prüfen. Danach geht es Schritt für Schritt:
- NAS ausschalten und öffnen.
- HDD in den Einschubrahmen setzen, Schrauben oder Schnellverschlüsse fixieren.
- NAS wieder starten – das Betriebssystem (z. B. DSM, QTS) erkennt die neuen Laufwerke automatisch.
- Über den Einrichtungsassistenten ein neues Volume oder RAID anlegen (typisch: RAID5 oder RAID6 mit Btrfs oder ext4).
- SMART-Überwachung aktivieren: Bei WD über Data Lifeguard, bei Seagate über IronWolf Health Management.
Gerade in Multi-Bay-Systemen lohnt es sich, die Platten auf unterschiedlichen Bays zu verteilen, um Vibrationsübertragungen zu minimieren. Wer mag, kann mithilfe von Tools wie hdparm oder dd später eigene Performance-Tests fahren.
Praxistest: Performance, Verbrauch und RAID-Rebuild
Ich habe ein 4-Bay-NAS mit je zwei WD Red Pro📦 und zwei IronWolf Pro bestückt, um reale Unterschiede im Betrieb zu sehen. Das Setup lief mit RAID5 und 10-Gbit-Netzwerkanbindung. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:
- Performance: Beide Serien erreichen im sequentiellen Lesen/Schreiben rund 280–285 MB/s. Die IronWolf Pro hat bei parallelen Zugriffen leicht die Nase vorn, vermutlich dank besserem Cache-Management der AgileArray-Firmware.
- Stromverbrauch: WD spart im Idle merklich Energie, was über Jahre relevant ist – bei 4 Platten etwa 10 W Unterschied im Dauerbetrieb.
- RAID-Rebuild: Beim simulierten Ausfall und Hot-Swap zeigte sich: Beide Modelle liefern stabile Rebuild-Zeiten, wobei die IronWolf Pro etwas schneller fertig war (ca. 8 % Unterschied in meinem Test).
Die Geräuschentwicklung während des Rebuilds ist bei beiden deutlich hörbar – das ist aber bei 7200 U/min und vollem Schreib-/Lesezugriff zu erwarten. Wichtig ist: Keine der Platten zeigte während des Tests SMART-Fehler oder Temperaturprobleme über 50 °C.
Kosten, Garantie und Service
Preislich liegen beide Serien eng beieinander. 2025 kosten die großen Modelle etwa 25 € pro TB – also rund 600 € für 24 TB (Seagate) bzw. 650 € für 26 TB (WD). Der Unterschied ist eher akademisch, wenn man die Lebensdauer und Workload-Bewertung berücksichtigt. Interessanter wird es beim Service: Seagate bietet zusätzlich zu den 5 Jahren Garantie 3 Jahre Rescue Data Recovery kostenlos. Das ist ein echter Mehrwert, wenn man geschäftskritische Daten speichert. Western Digital liefert zwar ebenfalls 5 Jahre Garantie, aber ohne Datenrettungsservice. Dafür sind WD-Platten oft etwas sparsamer und gelten als konservativer abgestimmt. Insgesamt gilt: Bei Dauerbetrieb in Business- oder Semi-Pro-Umgebungen sollte man die Stromkosten über Jahre mit einrechnen – und da kann WD Red Pro📦 auf Dauer punkten.
Aktuelle Entwicklungen und Zukunftsausblick
Der HDD-Markt bleibt spannend. Während SSDs in NAS-Systemen zunehmend als Cache oder Tiering-Layer eingesetzt werden, sind HDDs nach wie vor unschlagbar, wenn es um Preis pro Terabyte geht. Laut aktuellen Marktanalysen liegen HDDs bei etwa 20 € pro TB, während SSDs jenseits der 50 € pro TB kosten. Western Digital hat die Red Pro-Reihe inzwischen bis 26 TB ausgebaut – realisiert über 10 Helium-Platten mit ePMR-Technologie. Seagate geht noch einen Schritt weiter: Die ersten IronWolf Pro mit 28–30 TB stehen in den Startlöchern, basierend auf HAMR-Technologie. Das ist ein echter Technologiesprung, aber auch mit etwas Risiko behaftet, da HAMR im NAS-Bereich noch relativ jung ist. Für mich persönlich bleibt WD damit die konservative, bewährte Option, während Seagate mit Innovation und Geschwindigkeit punktet. Wer ein stabiles, energieeffizientes System für Backup, Medien oder VM-Storage sucht, fährt mit WD gut. Wer maximale Kapazität und Rebuild-Geschwindigkeit braucht, wird bei Seagate fündig.
Unterm Strich ist es kein Schwarz-Weiß-Vergleich: WD Red Pro📦 und Seagate IronWolf Pro📦 sind beides exzellente NAS-Festplatten, die 2025 technisch auf Augenhöhe agieren. WD punktet mit Effizienz, OptiNAND und minimalem Stromverbrauch – ideal für Dauerbetrieb und energieoptimierte NAS-Umgebungen. Seagate überzeugt mit Performance, Rescue-Service und Zukunftssicherheit durch HAMR-Technologie. Mein persönliches Fazit nach mehreren Tests und Projekten: In produktiven Umgebungen mit klarer Serviceanforderung greife ich zur IronWolf Pro. Für ruhige, stromsparende NAS im privaten oder semiprofessionellen Bereich bleibt die WD Red Pro📦 meine erste Wahl. Beide Serien zeigen, dass klassische Festplatten auch 2025 noch lange nicht ausgedient haben.
Du planst ein NAS-Upgrade oder willst deine bestehende Umgebung optimieren? Schau in die Kompatibilitätslisten von Synology oder QNAP und prüfe, welche Modelle deiner Serie unterstützt werden – so nutzt du das volle Potenzial deiner WD Red Pro📦 oder Seagate IronWolf Pro📦.










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