Schritt-für-Schritt Anleitung: Akkusysteme von Makita und Bosch Professional richtig nutzen
Wenn du wie ich tagtäglich mit Akkuwerkzeugen arbeitest, weißt du: Ein durchdachtes Akkusystem ist das Rückgrat jeder professionellen Werkzeugausstattung. Es entscheidet, ob du effizient durch den Arbeitstag kommst oder ständig mit leeren Akkus und Ladezeiten kämpfst. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen – und die Systeme von Makita und Bosch Professional gehören zu den besten am Markt. In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du beide Akkusysteme optimal nutzt, um das Maximum an Laufzeit, Leistung und Kompatibilität herauszuholen. Egal ob du im Schaltschrankbau, auf der Baustelle oder bei Installationen arbeitest – mit ein paar Praxis-Tricks kannst du deine Akku-Tools deutlich effizienter einsetzen.
1. Grundlagen der Akkusysteme von Makita und Bosch Professional
Makita und Bosch Professional setzen beide auf Lithium-Ionen-Technologie – das ist der Standard im Profi-Bereich. Sie bieten hohe Energiedichte, geringe Selbstentladung und kurze Ladezeiten. Trotzdem unterscheiden sich die Systeme deutlich in Aufbau, Kompatibilität und Leistung. Makita arbeitet mit drei Spannungslinien:
- 12V CXT – kompakte Geräte für Feinarbeiten und enge Räume
- 18V LXT – das umfangreichste System mit über 300 Geräten, ideal für den Elektro- und Installationsbereich
- 40V XGT – für Heavy-Duty-Anwendungen, bei denen maximale Leistung zählt
Die Akkus sind mit Kapazitäten zwischen 1,5 und 8,0 Ah verfügbar. Besonders clever: Das Star Protection System kommuniziert über zusätzliche Kontakte zwischen Akku und Werkzeug, um Überlastung oder Überhitzung zu verhindern – ein echtes Sicherheitsplus im Dauereinsatz. Bosch Professional konzentriert sich auf drei Spannungsebenen:
- 12V Compact – ideal für Montage und Serviceeinsätze
- 18V Professional – das Herzstück, mit ProCORE18V-Akkus und AMPShare-Allianz
- 36V – für besonders leistungsstarke Geräte wie große Winkelschleifer
Die ProCORE18V-Akkus nutzen moderne 21700-Zellen (Tabless-Bauweise) und die COOLPACK 2.0-Technologie, die die Wärme besser ableitet und so die Lebensdauer um bis zu 135 % verlängert. Seit 2008 sind alle Bosch Professional 18V-Akkus untereinander kompatibel – und durch die AMPShare-Allianz auch mit Werkzeugen anderer Marken wie Fein oder Steinel nutzbar.
2. Schritt-für-Schritt: Einrichtung und Inbetriebnahme
Damit dein Akkusystem zuverlässig läuft, kommt es auf die richtige Inbetriebnahme an. Ich sehe es immer wieder auf der Baustelle: Viele Probleme entstehen durch falsches Laden oder verschmutzte Kontakte. Dabei ist der Ablauf ganz simpel.
- Erstladen: Neue Akkus immer vollständig laden, bevor du sie das erste Mal nutzt. Verwende ausschließlich Original-Ladegeräte – sie erkennen den Akku-Typ und regeln die Ladeströme optimal. Ein 5,0 Ah Akku ist meist in 30–60 Minuten voll.
- Montage: Akku in das Werkzeug einsetzen, bis das Klickgeräusch hörbar ist. Achte bei Makita auf die gelbe Sternmarkierung – nur Werkzeuge mit Sternsymbol sind für das Star Protection System geeignet. Bosch-Akkus werden flacher eingeschoben und rasten mit einem klaren Druckpunkt ein.
- Funktionstest: Werkzeug einschalten, Drehzahl prüfen, Laufrichtung (Rechts-/Linkslauf) kontrollieren. Bei bürstenlosen Geräten hörst du sofort den weichen Anlauf.
- Sicherheit: Akkus nie bei extremer Kälte oder Hitze laden. Ideal ist Raumtemperatur. Nach dem Einsatz Akkus abkühlen lassen, bevor du sie lädst. Für längere Lagerung: halbgeladen an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren.
Ein Tipp aus der Praxis: Halte deine Akkuschienen sauber. Ein kleiner Staubrest kann schon für Kontaktprobleme sorgen – das gilt besonders, wenn du regelmäßig auf staubigen Baustellen arbeitest.
3. Akkusysteme im Alltag: Anwendungsszenarien für Elektriker
In der Praxis zeigt sich, wie gut ein Akkusystem wirklich funktioniert. Ich nutze sowohl Bosch als auch Makita täglich in unterschiedlichen Szenarien – vom Neubau bis zur Fehlersuche.
Neubau und Installationsarbeiten
Bei größeren Projekten, wo Leistung zählt, greife ich gerne zu Makita 18V LXT📦. Ein DHR171-Bohrhammer mit 5,0 Ah Akku bohrt zuverlässig in Beton, während der Bosch GSR 18V📦 die Feinarbeiten übernimmt. Durch den schnellen Akkuwechsel bleibt der Workflow konstant.
Altbau und Sanierung
Hier sind kompakte Geräte gefragt. Der Bosch 12V GSR📦 oder ein Makita CXT-Schrauber ist ideal für enge Schaltschränke und Deckenmontagen. Wenn es härter zur Sache geht – etwa beim Kürzen von Trägern – kommt die Makita XGT-Säbelsäge📦 oder eine Bosch Akku-Stichsäge📦 zum Einsatz.
Schaltschrank- und Verteilerbau
Für Schienen, Adern und Gehäuseverschraubungen nutze ich 18V-Schlagschrauber. Bosch ProCORE mit 8 Ah liefert ordentlich Dauerstrom, Makita punktet mit robustem Gehäuse und Drehmomentstufen. Wichtig ist ein Reserveakku im Wechsel – so vermeidest du Leerlaufzeiten.
Außenbereich und Gartenbeleuchtung
Wenn kein Netzstrom verfügbar ist, sind Akku-Lampen wie Bosch GLI 18V📦 oder Makita LED-Taschenlampen📦 Gold wert. AMPShare-kompatible Akkus kannst du sogar in Kompressoren oder Pumpen anderer Marken einsetzen – praktisch, wenn du unterwegs mehrere Aufgaben hast.
Mobile Einsätze und Notdienste
Mit Makita Power Source Kits📦 oder Bosch USB-Adaptern lassen sich Handys, Diagnosegeräte oder Laptops direkt über 18V-Akkus laden. Gerade bei längeren Außeneinsätzen ist das ein echter Vorteil.
4. Akkustrategie: Auswahl, Wechsel und Wirtschaftlichkeit
Ein durchdachtes Akkumanagement spart Zeit und Geld. Ich empfehle, deine Akkustrategie nach Einsatzdauer und Umgebung zu planen.
1. Akkuauswahl
- Für kurze Arbeiten: 2–3 Ah Akkus (leichter, schneller zu laden)
- Für Dauerbetrieb: 5–6 Ah Akkus (mehr Laufzeit, etwas schwerer)
- Für Heavy-Duty oder Geräte mit hohem Strombedarf: 8 Ah ProCORE oder 40V XGT
2. Lade- und Wechselstrategie
- Immer Reserveakkus bereithalten – im Wechsel laden statt warten
- Bei LED-Warnung sofort Akku wechseln, um Tiefentladung zu vermeiden
- Große Ladegeräte wie Bosch GAL 18V-40📦 oder Makita DC18RD📦 nutzen, die zwei Akkus parallel laden
3. Wirtschaftlichkeits-Check
Original-Akkus kosten zwar mehr (60–80 € pro 5 Ah Akku), halten aber meist 3–5 Jahre und überstehen 300–500 Ladezyklen. Günstige Nachbauten lohnen selten, da sie oft keine Kommunikation mit dem Werkzeug unterstützen – Star Protection oder BMS fehlen. Tipp: Nutze Aktionsangebote wie Bosch PRODeals oder Makita-Sets mit Gratisakku.
5. Troubleshooting: Wenn der Akku nicht will
Auch mit den besten Systemen kann mal was haken. Hier die häufigsten Probleme und wie du sie schnell behebst:
- Akku lädt nicht: Prüfe die LED des Ladegeräts. Kontakte reinigen – Staub oder Metallspäne sind oft die Ursache. Teste mit anderem Akku oder Ladegerät.
- Überhitzung: Wenn das Gerät abschaltet, greift der Überhitzungsschutz (Star Protection oder BMS). Akku abkühlen lassen, dann weiterarbeiten.
- Leistungsabfall: Alte Akkus verlieren Kapazität. Bei starkem Laufzeitverlust Zellen prüfen oder Akku ersetzen.
- Werkzeugfehler: Blinkcodes beachten – bei Bosch Professional stehen sie im Handbuch. Im Zweifel Service kontaktieren.
Beide Hersteller bieten europaweite Servicepartner und zwei Jahre Garantie. Ersatzteile, Ladegeräte und Akkus bekommst du problemlos über den Fachhandel.
6. Aktuelle Entwicklungen und Zukunft der Akkutechnik
Die Akkutechnik entwickelt sich rasant weiter. Bosch hat mit ProCORE18V+ neue Maßstäbe gesetzt – bis zu 71 % längere Laufzeit, optimierte Wärmeabfuhr durch COOLPACK 2.0 und höhere Dauerströme dank 21700-Zellen. Makita wiederum erweitert das XGT-System mit neuen 8 Ah Akkus und digitalen Ladegeräten (z. B. DC40RA mit 310W Leistung). Spannend ist auch die Vernetzung: Bosch arbeitet an Tool Connect und AMPShare wächst stetig – über 30 Marken und 350+ Werkzeuge teilen sich inzwischen die Plattform. Makita zieht mit smarter Akku-Identifikation und IoT-Features nach. Für uns Handwerker bedeutet das: kürzere Ladezeiten, längere Lebensdauer und mehr Möglichkeiten, Geräte herstellerübergreifend zu kombinieren. Mein persönliches Fazit: Wer bereits tief im Makita-Ökosystem steckt, bleibt dabei – die Vielfalt ist unschlagbar. Wer mehr Flexibilität will, greift zu Bosch Professional und profitiert vom AMPShare-Verbund. Beide Systeme sind technisch top – entscheidend ist, dass du sie bewusst einsetzt und deine Akkulogistik im Griff hast.
Am Ende zählt auf der Baustelle nur eines: kontinuierlich arbeiten zu können, ohne Energieverlust. Ob du auf Makita oder Bosch Professional setzt, hängt von deinem Einsatzgebiet und vorhandener Ausstattung ab. Wichtig ist, dass du die Systeme verstehst, richtig einsetzt und pflegst – dann halten die Akkus viele Jahre und bringen konstant Leistung. Ich persönlich habe in meinem Smart Home und meiner Werkstatt beide Systeme im Einsatz – Bosch für flexible Allianzen, Makita für rohe Kraft. Und genau das ist der Schlüssel: das Beste aus beiden Welten gezielt nutzen.
Hast du bereits Erfahrungen mit Makita oder Bosch Professional Akkus gemacht? Teile deine Tipps und Setups unten in den Kommentaren – lass uns gemeinsam die besten Praxislösungen finden!










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