Airfryer im Test: Philips vs. Ninja im direkten Vergleich
Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als mein alter Backofen mitten im Familienalltag den Geist aufgab – genau an dem Tag, an dem ich für den Kindergeburtstag Pommes und Chicken Nuggets für acht hungrige Mäuler zubereiten wollte. Zum Glück hatte ich damals schon einen Airfryer von Philips im Haus. Seitdem ist das Thema Heißluftfritteusen für mich mehr als nur ein Trend. Inzwischen habe ich auch die Geräte von Ninja ausführlich getestet und kann sagen: Zwischen beiden Marken liegen Welten – und doch sind sie sich in vielem erstaunlich ähnlich. In diesem Artikel vergleiche ich die beiden Platzhirsche im Airfryer-Segment anhand von Technik, Bedienung, Leistung, Alltagstauglichkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis – mit echtem Praxisbezug aus meiner Küche.
Technischer Vergleich: Aufbau, Leistung und Kapazität
Philips hat mit dem Begriff „Airfryer“ die Geräteklasse quasi erfunden – und das merkt man an der technischen Reife. Die Modelle wie der Philips Airfryer XXL oder die neue 4000er Serie setzen auf ein starkes Heizelement und einen sehr gleichmäßigen Luftstrom. Temperaturen bis 200 °C sind Standard, und dank der Smart Sensing-Technologie passen einige Modelle Garzeit und Temperatur automatisch an. Das spart Zeit und reduziert Fehlversuche. Ninja hingegen punktet mit einem ganz anderen Konzept: Das DualZone-System bietet zwei unabhängige Frittierkammern à etwa 3,8 Liter (insgesamt 7,6 l). Damit lassen sich zwei Gerichte gleichzeitig zubereiten – zum Beispiel Pommes und Hähnchen – ohne dass sich Aromen vermischen. Besonders praktisch ist die Sync-Funktion, die beide Kammern so steuert, dass alles gleichzeitig fertig wird. In Sachen Leistung liegen beide Hersteller dicht beieinander: Philips arbeitet meist mit 1.700–2.000 Watt, Ninja in ähnlichen Bereichen. Wo Philips mit präziser Sensorik überzeugt, punktet Ninja mit Volumen und Flexibilität.
| Merkmal | Philips Airfryer XXL | Ninja DualZone Airfryer |
|---|---|---|
| Leistung | ~2000 W | ~1700–2000 W |
| Kapazität | 5–10 Liter (modellabhängig) | 2×3,8 Liter |
| Besonderheit | Smart Sensing, App-Steuerung | DualZone-Technologie |
| Garraum | Ein großer Korb | Zwei getrennte Körbe |
Bedienkomfort und Konnektivität
Bei der täglichen Nutzung zeigen sich deutliche Unterschiede in der Philosophie. Philips setzt stark auf smarte Features. Über die HomeID- oder NutriU-App lassen sich Rezepte auswählen und direkt an den Airfryer senden. Die WLAN-Konnektivität funktioniert über 2,4 GHz, und manche Modelle unterstützen sogar Sprachsteuerung via Alexa oder Google Assistant. Das ist besonders praktisch, wenn man während des Kochens die Hände voll hat – etwa beim Marinieren von Hähnchen oder dem Schneiden von Gemüse. Bei Ninja läuft vieles direkter und haptischer. Die Bedienung erfolgt über ein klares Touchpanel, das sich intuitiv nutzen lässt. Die Ninja ProConnect-App ermöglicht optional ebenfalls eine Fernsteuerung, ist aber in der Praxis weniger zentral als bei Philips. Dafür sind die Geräte von Ninja oft schneller startklar – kein Firmware-Update beim Einschalten, keine Netzwerkkonfiguration. Wer auf App-Steuerung verzichten kann, wird hier glücklich. Was mir im Alltag auffiel: Die Schüttelerinnerung (bei Philips automatisch integriert) fehlt bei Ninja in manchen Modellen. Dafür kann man bei Ninja die Körbe während des Betriebs öffnen, umrühren und weitermachen – ohne dass das Gerät komplett neu startet. Ein kleiner, aber feiner Vorteil bei hektischen Kochsessions.
Kochergebnisse und Alltagstauglichkeit
In der Praxis trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Ich habe beide Geräte parallel laufen lassen – Pommes, Hähnchenflügel, Gemüsechips und sogar kleine Muffins. Philips liefert sehr gleichmäßige Bräunung, besonders beim Ein-Korb-System. Durch den kräftigen Ventilator und die intelligente Temperatursteuerung wird das Ergebnis außen knusprig und innen saftig. Besonders die Smart Sensing-Technologie macht hier einen Unterschied – das Gerät erkennt, wann das Gargut fertig ist, und beendet automatisch den Vorgang. Der Ninja DualZone dagegen ist ein echtes Familienarbeitstier. Zwei Gerichte gleichzeitig zu garen, ist Gold wert, wenn man unter der Woche schnell ein komplettes Essen auf den Tisch bringen möchte. Die gleichmäßige Hitzeverteilung ist solide, wenn auch nicht ganz so präzise wie bei Philips. Dafür beeindruckt die Geschwindigkeit: Laut Hersteller bis zu 75 % schneller als ein normaler Backofen – und das kann ich aus meinen Tests bestätigen. Was die Reinigung betrifft: Beide Geräte haben antihaftbeschichtete Körbe, die sich leicht per Hand oder in der Spülmaschine reinigen lassen. Ninja hat hier durch die kleineren, leichteren Körbe einen praktischen Vorteil, während Philips mit stabileren Materialien punktet.
Design, Verarbeitung und Zukunftstrends
Optisch sind beide Marken unterschiedlich aufgestellt. Philips setzt auf ein eher klassisches, rundes Design mit glänzenden Oberflächen und klarer Bedienfront. Neuere Modelle wie die 4000er Serie gehen jedoch in Richtung moderner, vertikal gestapelter Doppelkörbe mit Sichtfenstern und Innenbeleuchtung – perfekt für große Haushalte. Dieses Konzept spart Platz und erlaubt trotzdem paralleles Garen. Ninja hingegen ist robuster, kantiger und wirkt fast professionell – ein bisschen wie ein Mini-Gastrogerät. Das French Door Premier-Modell mit großen Doppeltüren erinnert stark an einen Kompaktbackofen und bietet deutlich mehr Volumen. Der Crispi Pro Airfryer bringt zudem mit Glasfront und neuen Farben frischen Wind in die Küche. Spannend ist, dass beide Hersteller inzwischen auf nachhaltige Materialien und PFOA-freie Antihaftbeschichtungen setzen. Auch die Kombination von Heißluft und Dampf (bei zukünftigen Modellen) wird ein Thema bleiben – für noch saftigere Ergebnisse ohne zusätzliches Fett.
Preis-Leistung und Wirtschaftlichkeit
Preislich bewegen sich beide Hersteller im oberen Mittelfeld. Ein Philips Airfryer der 5000er-Serie mit 4,1 l kostet etwa 90 €, größere Modelle bis 200 €. Der Ninja DualZone mit zwei Körben liegt ab etwa 130 €. Stromverbrauchstechnisch nehmen sich beide wenig: rund 1,5–2 kW Leistung, was etwa 0,45–0,60 € pro Stunde entspricht (bei 0,30 €/kWh). In der Praxis ist ein Airfryer aber meist schneller fertig als der Backofen – damit relativiert sich der Verbrauch. Beim Zubehör ist Philips etwas teurer, bietet aber eine größere Auswahl (Backformen, Grillroste, Einsätze). Ninja ist hier pragmatischer, die Körbe sind meist universell nutzbar. Wartungskosten entstehen kaum – wichtig ist regelmäßiges Reinigen, um Rauchbildung zu vermeiden. In puncto Langzeitnutzen sehe ich Philips leicht vorn: Die Ersatzteilversorgung ist besser, und die App-Anbindung erlaubt Software-Updates. Ninja punktet dagegen mit schlichter Robustheit und größerem Fassungsvermögen – ideal für Familien oder Meal-Prep-Fans.
Fazit: Welcher Airfryer passt zu wem?
Nach vielen Wochen im Praxiseinsatz ziehe ich ein klares Fazit: Beide Marken sind hervorragend, aber sie bedienen unterschiedliche Bedürfnisse.
- Philips ist die richtige Wahl für alle, die Wert auf automatisierte Prozesse, smarte Steuerung und gleichmäßige Ergebnisse legen. Die Geräte sind ideal für Technikliebhaber und Perfektionisten, die gerne experimentieren – etwa mit Backen, Grillen und neuen Rezeptideen aus der App.
- Ninja hingegen spielt seine Stärke im Familienalltag aus: Zwei Körbe, schnelle Ergebnisse und unkomplizierte Bedienung machen ihn zum perfekten Alltagshelfer. Wer oft parallel kocht oder größere Mengen zubereitet, wird hier glücklich.
Langfristig werden sich beide Hersteller weiterentwickeln – Philips mit Fokus auf Smart-Home-Integration, Ninja mit innovativen Bauformen und größerer Kapazität. Mein persönlicher Favorit im Alltag bleibt der Ninja DualZone, einfach weil ich damit in einem Durchgang ein komplettes Familienessen zubereiten kann. Für Feinschmecker und Technikfans ist der Philips Airfryer XXL aber nach wie vor ein kleines Meisterwerk.
Heißluftfritteusen sind längst mehr als ein Trend – sie sind eine echte Alltagserleichterung. Ob Philips oder Ninja, beide Systeme sparen Zeit, Fett und Energie. Die Wahl hängt letztlich davon ab, wie du kochst: lieber präzise und digital geführt (Philips) oder flexibel und pragmatisch (Ninja). Für mich als Mutter mit wenig Zeit und hohem Anspruch an gutes Essen sind beide Geräte nicht mehr aus der Küche wegzudenken – sie haben den klassischen Backofen fast komplett ersetzt.
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