Der ultimative Vergleich: Die besten BLE-Gateways für Home Assistant

In meinem Smart Home laufen mittlerweile unzählige Sensoren – von Temperatur und Luftfeuchtigkeit über Bewegung bis hin zu Anwesenheitserkennung. Viele davon funken über Bluetooth Low Energy (BLE). Damit Home Assistant all diese Daten zuverlässig empfängt, braucht es ein zentrales Gateway, das die Signale einsammelt und an den MQTT-Broker weitergibt. Ich habe in den letzten Monaten verschiedene BLE-Gateways im Einsatz gehabt – vom Raspberry Pi bis zur Theengs Bridge📦 – und dabei spannende Unterschiede festgestellt. In diesem Artikel vergleiche ich die besten Optionen, erkläre ihre Stärken, Schwächen und Einsatzszenarien und zeige, welches Setup sich in der Praxis am meisten bewährt hat.

Was macht ein BLE-Gateway für Home Assistant eigentlich?

Ein Bluetooth Low Energy (BLE)-Gateway dient als Brücke zwischen deinen drahtlosen Sensoren und Home Assistant. Es empfängt die Werbepakete (Advertisements) der Sensoren, dekodiert sie und überträgt die Daten meist per MQTT an den Home Assistant Server. So werden Temperatur-, Feuchtigkeits- oder Bewegungsdaten automatisch als Entitäten erkannt. Im Prinzip kann jedes Gerät mit Bluetooth-Chip und Netzwerkzugang als Gateway dienen – vom Raspberry Pi über einen ESP32 bis hin zu spezialisierten Geräten wie der Theengs Bridge📦. Home Assistant nutzt dafür eine integrierte Bluetooth-Integration oder externe Tools wie OpenMQTTGateway und TheengsGateway.

Die Testkandidaten im Überblick

Ich habe vier typische Setups getestet, die in der Home-Assistant-Community besonders beliebt sind:

Gateway Hardware-Basis Kommunikation Besonderheiten
Raspberry Pi 4🛒 Broadcom Bluetooth 5.0 MQTT / integrierte Bluetooth-Integration Hohe Leistung, aber abhängig vom Linux-Stack
Raspberry Pi Zero 2 W🛒 Bluetooth 4.2 MQTT via TheengsGateway Kompakt, energiesparend, ideal als Remote-Gateway
Theengs Bridge📦 ESP32 mit externer Antenne BLE → MQTT (OpenMQTTGateway) Fertige Lösung, unterstützt ca. 90 Sensoren
ESP32-Bluetooth-Proxy ESP32 Mikrocontroller BLE → WLAN → Home Assistant Kostengünstig, erweiterbare Reichweite

Alle Varianten lassen sich in Home Assistant integrieren, unterscheiden sich aber deutlich in Leistung, Reichweite und Stabilität.

Raspberry Pi als BLE-Gateway

Der Raspberry Pi ist oft der erste Kandidat, wenn es um ein universelles Smart-Home-Gateway geht. Modelle wie der Pi 3B+ oder Pi 4 bringen bereits integriertes Bluetooth mit und können direkt als BLE-Gateway fungieren. Über TheengsGateway oder OpenMQTTGateway lassen sich Sensoren einfach anbinden. In meinem Test mit einem Pi 4 und Raspbian Lite funktionierte die Installation problemlos: Python-Umgebung anlegen, TheengsGateway installieren und die Verbindung zum MQTT-Broker herstellen. Home Assistant erkennt die Sensoren automatisch – vorausgesetzt, der bluetoothd-Dienst läuft stabil. Ein Vorteil des Raspberry Pi ist seine Vielseitigkeit: Er kann mehrere Rollen gleichzeitig übernehmen – z.B. als MQTT-Broker, Home Assistant Core oder zusätzliches Gateway für Zigbee und Z-Wave. Allerdings zeigte sich in der Praxis auch ein Nachteil: Bluetooth unter Linux ist empfindlich gegenüber Kernel-Updates. Nach Systemupdates musste ich gelegentlich den Bluetooth-Dienst neu starten oder Treiber nachinstallieren. Wer maximale Stabilität will, sollte daher überlegen, den Pi ausschließlich als dediziertes BLE-Gateway zu nutzen oder auf Home Assistant OS zu setzen, wo Bluetooth bereits optimiert ist.

Theengs Bridge📦 – das spezialisierte BLE-Gateway

Die Theengs Bridge📦 ist ein speziell entwickeltes BLE-zu-MQTT-Gateway auf Basis eines ESP32. Im Gegensatz zum Raspberry Pi kommt sie als Plug-and-Play-Gerät – kein Installieren von Betriebssystemen, keine Treiberprobleme. Sie scannt bis zu rund 90 verschiedene BLE-Geräte und sendet deren Daten direkt an Home Assistant, OpenHAB oder Node-RED. In meinem Test überzeugte vor allem die Stabilität. Selbst nach Tagen im Dauerbetrieb verlor die Bridge keine Verbindung. Durch die externe Antenne erreicht sie eine deutlich größere Reichweite als ein Pi im Standardgehäuse. Für größere Wohnungen oder Häuser ist das ein echter Vorteil. Die Einrichtung ist simpel: MQTT-Zugangsdaten in der Weboberfläche eintragen, speichern, fertig. Danach erscheinen die Sensoren automatisch in Home Assistant. Besonders praktisch: Die Bridge arbeitet komplett lokal – keine Cloud-Abhängigkeit. Mit einem Preis von rund 52 € ist sie teurer als ein DIY-ESP32, aber die Zeitersparnis und Zuverlässigkeit rechtfertigen das für viele Anwender. Ich sehe sie als professionelle Lösung für alle, die BLE-Sensoren produktiv betreiben wollen.

ESP32 als Bluetooth-Proxy – der günstige Reichweiten-Booster

Der ESP32 ist die heimliche Wunderwaffe in der Home-Assistant-Welt. Für wenige Euro bekommt man ein Modul, das als Bluetooth-Proxy fungieren kann. Es empfängt BLE-Signale und leitet sie über WLAN direkt an Home Assistant weiter. In meinem Setup habe ich mehrere ESP32 verteilt – einen im Keller, einen im Obergeschoss. Dadurch konnte ich die Reichweite meiner BLE-Sensoren massiv erweitern. Besonders bei Außensensoren (z.B. Xiaomi oder SwitchBot Thermometer) machte das den Unterschied zwischen „keine Verbindung“ und „stabile Werte im 5-Minuten-Takt“. Heise beschreibt diesen Ansatz als besonders kosteneffizient: Ein 5-€-ESP32 kann die Reichweite eines Bluetooth-Netzes enorm steigern. Home Assistant erkennt solche Proxies automatisch, und dank des neuen Bluetooth Connection Graph (seit Version 2025.6) lässt sich die gesamte Signalstruktur grafisch darstellen – inklusive der Verbindungen über Proxies. Für Bastler mit WLAN-Abdeckung ist das meiner Meinung nach der Sweet Spot zwischen Preis, Flexibilität und Reichweite.

Raspberry Pi Zero 2 W🛒 – das kompakte Remote-Gateway

Eine interessante Zwischenlösung ist der Raspberry Pi Zero 2 W🛒. Er ist klein, stromsparend (unter 5 Watt) und lässt sich mit TheengsGateway ebenfalls als BLE-Gateway nutzen. In meinem Test nutzte ich ihn als Remote-Bluetooth-Adapter im Flur, verbunden über WLAN. Das Setup war unkompliziert: TheengsGateway installiert, MQTT konfiguriert – fertig. Sensoren im Eingangsbereich und Bad, die vorher zu weit vom Haupt-Pi entfernt waren, wurden zuverlässig erkannt. Damit eignet sich der Zero 2 W hervorragend als Erweiterung, wenn man kein ESP32 nutzen möchte, aber bei Raspberry-Hardware bleiben will. Im Dauerbetrieb läuft er stabil, benötigt aber eine gute WLAN-Verbindung. Für große Installationen lohnt sich die Kombination mehrerer solcher Minis, um die Funkabdeckung zu erhöhen.

Vergleich: Leistung, Reichweite und Stabilität

Nach mehreren Wochen Testbetrieb habe ich die wichtigsten Kriterien gegenübergestellt:

Kriterium Raspberry Pi 4🛒 Pi Zero 2 W Theengs Bridge📦 ESP32 Proxy
Reichweite Mittel Begrenzt Hoch (externe Antenne) Sehr hoch (verteilbar)
Stabilität Gut, aber Linux-abhängig Gut Sehr stabil Sehr stabil
Einrichtungsaufwand Mittel Einfach Sehr einfach Einfach
Preis ca. 60 € ca. 25 € ca. 52 € ca. 5 €
Stromverbrauch 5–7 W ~4 W <2 W <1 W
Skalierbarkeit Hoch Mittel Begrenzt Sehr hoch

Man sieht: Es gibt kein „perfektes“ Gateway, sondern das passende hängt stark vom Einsatzzweck ab. Während der Pi 4 für komplexe Installationen ideal ist, punktet der ESP32 durch seine Flexibilität und Kostenstruktur. Die Theengs Bridge📦 wiederum überzeugt als stabile All-in-One-Lösung.

Praktische Integration in Home Assistant

Egal welches Gateway du nutzt – die Integration in Home Assistant folgt einem ähnlichen Muster:

  1. MQTT-Broker einrichten – z.B. Mosquitto Add-on in Home Assistant.
  2. Gateway konfigurieren – MQTT-Host, Benutzer und Passwort angeben.
  3. Sensoren koppeln – BLE-Geräte aktivieren und in Reichweite bringen.
  4. Erkennung prüfen – Im Home Assistant Dashboard sollten neue Entitäten erscheinen.

Mit Tools wie dem Advertisement Monitor kann man prüfen, welche Geräte empfangen werden. Besonders hilfreich ist das, wenn man mehrere Gateways betreibt – so lässt sich die Signalverteilung leicht nachvollziehen. Dank der neuen Bluetooth-Graph-Ansicht (ab Version 2025.6) erkennt man auch, über welchen Proxy ein Gerät angebunden ist. Ein Tipp aus der Praxis: Wenn du mehrere Gateways nutzt, gib ihnen klare MQTT-Namen (z.B. home/theengs_flur, home/esp32_keller), um die Zuordnung in Automationen zu vereinfachen.

Fazit: Welches BLE-Gateway ist das richtige für dich?

Nach zahlreichen Tests würde ich das Fazit so ziehen:

  • Raspberry Pi 4🛒: Ideal, wenn du ohnehin Home Assistant Core darauf betreibst und eine stabile Bluetooth-Verbindung hast. Gute Allround-Lösung.
  • Raspberry Pi Zero 2 W🛒: Perfekt als kleines Remote-Gateway, z.B. für entfernte Räume.
  • Theengs Bridge📦: Für alle, die eine wartungsarme, stabile Lösung suchen. Besonders geeignet für produktive Installationen.
  • ESP32 Proxy: Die günstigste und gleichzeitig flexibelste Variante – perfekt zum Erweitern der Reichweite und Experimentieren.

Ich selbst nutze mittlerweile eine Kombination: Die Theengs Bridge📦 als zentrales Gateway und zwei ESP32-Proxies für die Außenbereiche. Das System läuft stabil, deckt mein gesamtes Haus ab und liefert zuverlässig Daten – ganz ohne Cloud oder Funklöcher. Egal für welche Lösung du dich entscheidest: Ein gut konfiguriertes BLE-Gateway ist die Grundlage für ein reaktionsschnelles, lokales Smart Home. Und mit den aktuellen Entwicklungen in Home Assistant wird die Integration von Bluetooth-Geräten immer komfortabler.

Ein stabiles BLE-Gateway ist das Rückgrat jeder Bluetooth-basierten Smart-Home-Installation. Während der Raspberry Pi durch seine Vielseitigkeit überzeugt, bietet die Theengs Bridge📦 die beste Out-of-the-Box-Erfahrung. Der ESP32 bleibt mein persönlicher Favorit, wenn es um Preis-Leistung und Reichweite geht. Wichtig ist, das Setup an die eigene Infrastruktur anzupassen – und auf eine saubere MQTT-Integration zu achten. Mit den neuen Bluetooth-Features in Home Assistant 2025 ist das Monitoring und Troubleshooting einfacher denn je. Wer heute in BLE-Gateways investiert, legt den Grundstein für ein zukunftssicheres, lokales und zuverlässiges Smart Home.

Hast du bereits ein BLE-Gateway im Einsatz oder planst du, deine Sensoren zu erweitern? Teile deine Erfahrungen und Setups gern in den Kommentaren – ich freue mich auf den Austausch mit anderen Smart-Home-Enthusiasten!

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