Praxis-Tutorial: Perfektes Volumenstyling mit der Heißluftbürste
Kennst du dieses Gefühl, wenn du dein Haar föhnst und es trotzdem platt herunterhängt – egal, wie viel Schaumfestiger du vorher verwendet hast? Ich hatte das ewig! Bis ich die Heißluftbürste für mich entdeckt habe. Sie vereint Föhn und Rundbürste in einem Schritt und sorgt für das, was ein klassischer Föhn oft nicht schafft: echtes, langanhaltendes Volumen. In diesem Praxis-Tutorial zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du mit der richtigen Technik, Temperatur und Bürstenführung ein professionelles Volumenstyling erzielst – ganz ohne Frizz oder Hitzeschäden. Das Ganze basiert auf meiner täglichen Routine und den besten Tipps, die ich über die Jahre mit Geräten von Babyliss, Dyson und Philips gesammelt habe.
Die Technik hinter der Heißluftbürste verstehen
Bevor wir ins eigentliche Styling einsteigen, lohnt sich ein kurzer technischer Blick auf die Funktionsweise einer Heißluftbürste. Anders als ein klassischer Föhn kombiniert sie Luftstrom und Wärme direkt am Bürstenkopf. Der zylindrische, meist keramisch beschichtete Bürstenkörper verteilt die Wärme gleichmäßig und vermeidet punktuelle Hitzeschäden. Gleichzeitig sorgt der integrierte Lüfter dafür, dass feuchte Haare schonend getrocknet werden, während du sie formst. Viele moderne Modelle – etwa von Babyliss, Philips oder Remington – arbeiten mit Ionentechnologie. Negative Ionen neutralisieren die elektrische Aufladung der Haare, was Frizz reduziert und den Glanz verbessert. Gerade bei feinem Haar ist das ein echter Gamechanger, da es durch die glättende Wirkung der Ionen weniger fliegt und sich leichter in Form bringen lässt. Einige Geräte besitzen zudem rotierende Bürstenaufsätze oder austauschbare Köpfe in verschiedenen Größen. Damit kannst du je nach gewünschtem Look entweder mehr Ansatzvolumen oder sanfte Wellen erzeugen. Ich selbst nutze gern eine 40-mm-Bürste für den Ansatz und eine 32-mm-Bürste für die Spitzen – das ergibt ein besonders natürliches Finish.
Vorbereitung: Die Basis für ein perfektes Volumenfinish
Ein gelungenes Volumenstyling beginnt bereits vor dem Einschalten der Heißluftbürste. Die richtige Vorbereitung entscheidet darüber, ob dein Haar später luftig fällt oder beschwert wirkt.
- Haare waschen und vorbereiten: Verwende ein leichtes Volumenshampoo und spüle gründlich aus. Verzichte auf zu reichhaltige Conditioner, da sie das Haar beschweren können.
- Handtuchtrocknen: Drücke überschüssiges Wasser sanft aus – nicht rubbeln! Das Haar sollte nur noch leicht feucht sein.
- Hitzeschutz: Trage ein Hitzeschutzspray gleichmäßig auf, um die Struktur zu schützen. Besonders bei feinem Haar empfehle ich ein leichtes Spray ohne Silikone.
- Abteilen: Teile dein Haar in mehrere Sektionen: Unterkopf, Seiten, Oberkopf. Fixiere jede Partie mit Klammern.
Dieser Schritt ist essenziell, um gleichmäßig zu arbeiten und Volumen gezielt aufzubauen – vor allem am Oberkopf, wo es am meisten auffällt.
Styling-Schritte: Vom Ansatz bis zur Spitze
Jetzt geht’s ans Eingemachte: das eigentliche Volumenstyling mit der Heißluftbürste. Wichtig ist, dass du mit einer mittleren Temperatur und einem moderaten Luftstrom arbeitest. Zu viel Hitze trocknet das Haar zu schnell aus und erschwert das Formen.
- Untere Partie: Beginne im Nacken. Setze die Bürste am Haaransatz an, ziehe sie langsam nach unten und drehe sie leicht ein. Hebe dabei leicht an, um Stand am Ansatz zu erzeugen.
- Seitenpartien: Arbeite dich nach oben vor. Für mehr Volumen an den Seiten kannst du die Bürste nach außen drehen – das öffnet den Look und lässt das Gesicht weicher wirken.
- Oberkopf: Hier entsteht das meiste Volumen. Setze die Bürste direkt am Ansatz an, ziehe sie senkrecht nach oben und halte kurz inne, bevor du sie ausrollst. So fixierst du den Schwung und verhinderst, dass das Haar flach fällt.
- Spitzen stylen: Drehe die Bürste leicht nach innen oder außen – je nach gewünschtem Look. Für einen modernen Blowout-Effekt kannst du einzelne Strähnen abwechselnd eindrehen.
Tipp aus meiner Routine: Ich lasse die Bürste nach jeder Strähne kurz auf der kalten Stufe laufen. Das schließt die Schuppenschicht und fixiert das Volumen.
Feinschliff: Glanz und Halt, ohne zu beschweren
Nach dem Föhnen ist vor dem Finish. Damit das Volumen den ganzen Tag hält, kommt es auf die richtigen Abschlussprodukte an. Ich persönlich schwöre auf eine Kombination aus leichtem Volumenspray und Glanzfluid.
- Volumenspray: Direkt am Ansatz aufgetragen, sorgt es für zusätzlichen Lift – besonders, wenn du feines Haar hast. Achte darauf, kein Haarspray mit zu starkem Halt zu verwenden, um das luftige Ergebnis nicht zu zerstören.
- Glanzfluid oder Serum: Verreibe eine winzige Menge in den Handflächen und streiche sanft über die Längen. So betonst du die Geschmeidigkeit und den Glanz, den die Ionentechnologie bereits unterstützt hat.
Für besondere Anlässe kannst du die Frisur mit einer großen Rundbürste nochmals leicht überarbeiten. Das sorgt für ein Finish wie frisch aus dem Salon.
Fehlerquellen und Troubleshooting beim Volumenstyling
Selbst mit der besten Technik kann beim Volumenstyling mal etwas schiefgehen. Hier die häufigsten Probleme und wie du sie schnell behebst:
- Haare hängen platt herunter: Meist liegt das an zu viel Pflegeprodukt oder zu feuchtem Haar. Achte darauf, dass die Haare nur handtuchtrocken sind und vermeide schwere Conditioner.
- Frizz trotz Ionentechnologie: Hier hilft es, die Temperatur leicht zu senken und den Luftstrom zu reduzieren. Zu starker Luftzug kann die Haaroberfläche aufrauen.
- Verhedderte Strähnen: Entwirre das Haar vor dem Styling gründlich. Bei rotierenden Bürsten immer auf niedriger Stufe beginnen und keine zu dicken Strähnen nehmen.
- Wenig Halt: Wenn das Volumen schnell zusammenfällt, liegt das oft an fehlender Fixierung. Ein leichtes Ansatzspray oder Trockenshampoo nach dem Styling kann Wunder wirken.
Sollte dein Gerät einmal nicht mehr gleichmäßig heizen oder sich abschalten, kann das an einer Thermosicherung liegen. Lass die Bürste abkühlen und prüfe, ob die Lüftungsschlitze frei sind. Danach funktioniert sie meist wieder einwandfrei.
Technik-Upgrade: Moderne Innovationen für dein Styling
Wenn du dein Styling auf das nächste Level heben willst, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen am Markt. Geräte wie der Dyson Airwrap arbeiten mit Coanda-Luftströmung, die das Haar automatisch um den Aufsatz legt und so ganz ohne extreme Hitze formt. Perfekt für feines Haar, das zu Hitzeschäden neigt. Auch andere Marken wie Bellissima oder L’Oréal setzen auf innovative Technologien: Bellissima integriert beispielsweise eine Steam Active Care™-Funktion, die feinen Dampf nutzt, um das Haar mit Feuchtigkeit zu versorgen. So bleibt es geschmeidig und glänzend, selbst bei regelmäßigem Styling. Für Technikliebhaberinnen unter uns gibt es sogar Sensorsteuerungen, die die Temperatur automatisch an die Feuchtigkeit des Haars anpassen. Das sorgt für gleichmäßige Ergebnisse – und weniger Risiko für überhitzte Strähnen. Solche Features sind zwar eher in der Premiumklasse zu finden, aber sie machen sich langfristig bezahlt, wenn du häufig stylst.
Ein perfektes Volumenstyling mit der Heißluftbürste ist kein Hexenwerk – es ist vielmehr eine Kombination aus guter Vorbereitung, der richtigen Technik und etwas Geduld. Mit moderater Hitze, gezielter Bürstenführung und Ionentechnologie zauberst du Volumen, das den ganzen Tag hält, ohne dein Haar zu strapazieren. Besonders feines oder plattes Haar profitiert enorm von dieser Methode, da es sichtbar voller und lebendiger wirkt. Mein Fazit nach vielen Jahren täglicher Anwendung: Eine hochwertige Heißluftbürste ersetzt locker Föhn und Rundbürste – und spart dabei nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Wenn du das Prinzip einmal verinnerlicht hast, wirst du nie wieder anders föhnen wollen.
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