Rasenroboter im Vergleich: Husqvarna vs. Bosch Indego vs. Worx Landroid

Ich erinnere mich noch gut an den Sommer, als ich meinen ersten Rasenroboter installiert habe – ein Husqvarna Automower 310. Damals war ich fasziniert, wie präzise das kleine Gerät den Rasen pflegte, während ich entspannt auf der Terrasse saß. Heute, einige Jahre und viele Testgeräte später, hat sich der Markt stark verändert. Systeme wie der Bosch Indego mit seiner LogiCut-Navigation oder der Worx Landroid Vision mit KI-Kamera zeigen, wie unterschiedlich Hersteller an die gleiche Aufgabe herangehen: den perfekten Rasen ohne Mühe. In diesem Artikel vergleiche ich drei beliebte Systeme aus der Praxis – Husqvarna, Bosch und Worx – und zeige, worauf es bei Auswahl, Einrichtung und Betrieb wirklich ankommt.

Technische Grundlagen moderner Rasenroboter

Ein moderner Rasenroboter ist mehr als nur ein automatischer Mäher – er ist ein komplexes Zusammenspiel aus Sensorik, Software und Mechanik. Im Kern arbeiten alle Geräte ähnlich: Ein bürstenloser Elektromotor treibt rotierende Messer an, die das Gras in feine Stücke schneiden. Dieses Schnittgut bleibt als Mulch liegen und dient als natürlicher Dünger. Studien, etwa der Universität Hohenheim, zeigen, dass diese Art der Pflege sogar die Biodiversität im Rasen fördern kann. Zur Orientierung nutzen die meisten Modelle ein Begrenzungskabel, das den Arbeitsbereich absteckt. Neuere Varianten wie der Worx Landroid Vision oder die Husqvarna EPOS-Serie kommen bereits ohne Kabel aus und arbeiten mit Kamera- oder GPS-Navigation. Die Verbindung zum Smart Home erfolgt per WLAN oder Bluetooth – so lassen sich Mähpläne bequem in der App anpassen oder Sprachbefehle über Alexa und Google Assistant ausführen. Während Husqvarna auf maximale Robustheit und Zuverlässigkeit zielt, setzt Bosch auf systematische Navigation und Worx auf modulare Erweiterbarkeit. Genau diese Unterschiede machen den Vergleich spannend.

Husqvarna Automower – Premiumklasse für große Flächen

Wer große oder unebene Gärten besitzt, landet früher oder später bei Husqvarna. Die Automower-Serie gilt als Benchmark in puncto Qualität und Flächenleistung. Modelle wie der Automower 430X oder 450X schaffen mehrere tausend Quadratmeter und Steigungen bis zu 45 %. Das ist besonders für Hanglagen interessant, wo viele günstigere Geräte schlicht scheitern. Die Einrichtung erfolgt klassisch über ein Begrenzungskabel, das um die Fläche geführt wird. Bei den neueren EPOS-Modellen entfällt dieser Schritt dank GPS-gestützter Navigation vollständig – hier werden virtuelle Grenzen per App definiert. Über die Automower Connect App lassen sich Mähzeiten, Schnitthöhe und Zonen präzise einstellen. Zudem unterstützt Husqvarna Alexa, Google Home und IFTTT, was tiefe Integration ins Smart Home ermöglicht. Ein Punkt, der mir in der Praxis immer wieder positiv auffällt: die Laufruhe. Selbst bei Nacht arbeitet der Automower so leise, dass man ihn kaum bemerkt. Der Preis ist allerdings entsprechend hoch – Premium-Modelle liegen schnell bei mehreren Tausend Euro. Dafür bekommt man aber auch ein System, das jahrelang zuverlässig läuft und nur minimale Wartung erfordert.

Bosch Indego – systematisches Mähen mit LogiCut

Der Bosch Indego verfolgt einen völlig anderen Ansatz als Husqvarna. Statt Zufallsmuster setzt Bosch auf das LogiCut-System: Nach einer Lernfahrt erstellt der Roboter eine Karte des Gartens und mäht anschließend in parallelen Bahnen. Das Ergebnis ist ein gleichmäßigeres Schnittbild, und die Mähdauer reduziert sich deutlich, da keine Flächen doppelt befahren werden. Die Indego-Modelle sind besonders für mittlere Gärten bis etwa 700 m² geeignet. In meinem Testgarten mit 500 m² kam der Indego M+ 700 hervorragend zurecht. Die Integration ins Smart Home ist vorbildlich: Über die Bosch Smart Gardening App kann man Zeitpläne verwalten, Firmware-Updates durchführen und den Roboter sogar per Alexa oder IFTTT steuern. Eine typische Routine bei mir lautet: „Alexa, starte den Mähroboter“ – und schon rollt der Indego los. Kleine Schwächen gibt es bei unregelmäßigen Flächen oder sehr weichem Boden, wo die Navigation etwas ins Stocken geraten kann. Auch ist der Indego im Vergleich zu Husqvarna leicht hörbar. Dafür überzeugt er durch Effizienz, Zuverlässigkeit und eine besonders einfache Einrichtung.

Worx Landroid – cleverer Allrounder mit modularem Konzept

Die Worx Landroid-Reihe ist besonders bei preisbewussten Gartenbesitzern beliebt. Sie deckt Flächen von rund 300 bis 1500 m² ab und bietet ein interessantes Baukastensystem: Zusatzmodule wie der FindMyLandroid-Tracker, ein Sprachmodul oder virtuelle Begrenzungen können einfach nachgerüstet werden. Die neueren Landroid Vision-Modelle verzichten komplett auf Begrenzungskabel. Stattdessen erkennt eine Kamera die Rasenkante und Hindernisse. Im Test zeigte sich diese Technik allerdings noch nicht perfekt – bei diffusen Grenzen oder Schatten kann der Roboter gelegentlich aus der Spur geraten. Dennoch ist das Konzept zukunftsweisend, denn die Einrichtung ist in wenigen Minuten erledigt, ganz ohne Kabelverlegen. Die Steuerung erfolgt über die Landroid App, die einfache Zeitpläne und Statusabfragen erlaubt. Besonders für kleine bis mittlere Gärten mit klaren Grenzen ist Worx eine attraktive Option. Für komplexe Flächen oder sehr unregelmäßige Gärten würde ich jedoch (noch) auf kabelbasierte Systeme setzen.

Einrichtung und Optimierung in der Praxis

Ganz gleich, ob Husqvarna, Bosch oder Worx – eine sorgfältige Installation ist entscheidend für ein gutes Mähergebnis. Vor dem ersten Einsatz sollte der Rasen von Ästen, Spielzeug und Steinen befreit und einmal kurz gemäht werden. Die Ladestation steht idealerweise an einem schattigen, ebenen Ort mit Stromanschluss. Beim Verlegen des Begrenzungskabels (sofern nötig) achte ich darauf, die Ecken großzügig zu schleifen und Beete mit Schleifen auszuschließen. Anschließend wird der Roboter aufgeladen, in der App angemeldet und ein Mähplan erstellt. Beim Bosch Indego folgt automatisch eine Lernfahrt, beim Husqvarna kann man die Mähzonen manuell konfigurieren. Ein Tipp aus der Praxis: Nutzt die Automatisierungslogik eurer Smart-Home-Plattform. Über IFTTT oder ähnliche Dienste lassen sich einfache Regeln erstellen – etwa: Wenn Regen erkannt, dann Pause. So vermeidet ihr nasse Schnittreste und unnötige Belastung des Geräts.

Kosten, Wartung und Support

Preislich liegen die drei Marken in unterschiedlichen Segmenten: Worx startet bei etwa 500–800 €, Bosch bei rund 1000–1500 €, und Husqvarna kann mit Zubehör leicht mehrere Tausend Euro kosten. Dafür sind die Unterschiede in Leistung, Ausstattung und Haltbarkeit deutlich spürbar. Die laufenden Kosten sind überschaubar: Ersatzmesser (einige Euro pro Satz) und gelegentliche Akkuwechsel alle vier bis sechs Jahre. Stromkosten fallen kaum ins Gewicht – die Geräte verbrauchen nur wenige Watt im Betrieb. Beim Support zeigt sich der Premiumanspruch von Husqvarna und Bosch: Beide bieten deutschsprachigen Kundendienst, Ersatzteilversorgung und Firmware-Updates. Worx punktet mit günstigen Ersatzteilen, hat aber ein weniger dichtes Servicenetz. Für alle Modelle gilt: Regelmäßige Reinigung und Messerwechsel sind Pflicht, um dauerhaft gute Ergebnisse zu erzielen.

Zukunftstrends bei Rasenrobotern

Der Markt bewegt sich klar in Richtung kabelloser Navigation und künstlicher Intelligenz. Husqvarna treibt mit dem EPOS-System GPS-/RTK-basierte Lösungen voran, während Worx und Einhell auf Kameras und Bildverarbeitung setzen. Parallel wächst die Integration ins Smart Home: Sprachsteuerung, Wetterdaten und Automatisierungen werden zum Standard. Auch die Sensorik entwickelt sich weiter – Ultraschall und Lidar helfen, Hindernisse frühzeitig zu erkennen. In Kombination mit immer effizienteren Akkus verlängert das die Laufzeiten und reduziert Wartungsaufwand. Für uns Gartenfreunde bedeutet das: weniger manuelle Eingriffe und ein noch gleichmäßiger gepflegter Rasen. Ich persönlich bin gespannt, wann die Kombination aus GPS und KI soweit ist, dass kein Draht und keine Kalibrierung mehr nötig sind – ein echter Meilenstein für alle, die ihren Garten smart pflegen wollen.

Alle drei Hersteller haben ihren eigenen Charakter: Husqvarna steht für robuste Premiumtechnik und eignet sich für große, anspruchsvolle Flächen. Bosch überzeugt durch systematisches, effizientes Mähen und smarte Integration – ideal für mittlere Gärten. Worx bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und viel Flexibilität für kleinere Rasenflächen. In meinem eigenen Garten setze ich mittlerweile eine Kombination aus Husqvarna (für die Hauptfläche) und Worx (für den Vorgarten) ein – eine Lösung, die zeigt, dass Technik und Natur wunderbar harmonieren können, wenn man sie richtig kombiniert.

Wenn du überlegst, deinen Garten zu automatisieren, starte klein – vielleicht mit einem Worx oder Bosch – und taste dich heran. Der Unterschied zu manuellem Mähen ist enorm, nicht nur in der Zeitersparnis, sondern auch in der gleichbleibenden Rasenqualität.

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