Vielen ist der Name XBMC (XBox Media Center) geläufig, diese Software war ursprünglich durch die XBox als Mediacentererweiterung bekannt geworden. Microsoft stelle aber 2010 den Support für das System ein. Durch den durchdachten Aufbau und die gute Funktionalität, entwickelte sich eine sehr großes open Source (GPL) Projekt, das durch die ständig wachsende Community entwickelt wird. XBMC ist völlig plattformunabhängig und läuft unter Linux, Mac OS X, Windows, iOS sowie Android-Systemen. Aus XBMC wurde in der Version 14 Kodi.

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Kodi kann so gut wie jedes Dateiformat verarbeiten, ermöglicht das streamen ins Netzwerk, auf mobile-Geräte wie iPhones, Android-Systemen oder über das Internet. So ist es möglich, eine schnelle Internetverbindung vorausgesetzt, von überall auf seine Mediathek zugreifen zu können. Der größte Vorteil von diesem System ist die Verwaltung der hinzugefügten Medien. Hier können beispielsweise DVD-Cover, Filmplakate, Titelmusik und Trailer (Metadaten) automatisch heruntergeladen werden. Auch weiterführende Informationen wie Schauspieler, Inhaltsangaben und weitere Hintergrundinformationen können aus Quelle wie z.B. IMDb automatisch hinzugefügt werden. Diese Funktionalität macht es besonders interessant für Nutzer, die Ihre alten VHS-Kassetten digitalisiert oder die vorhandene DVD oder Blu-Ray Sammlung eingelesen haben. Die Dateien werden zentral abgelegt und automatisch durch das System erfasst und optisch als Mediathek präsentiert. Es sind im Netz sehr viele Addons und Plugins, wie z.B. YouTube oder Mediatheken (ARD, ZDF usw.) verfügbar.

Plex ist eine Erweiterung bzw. baut auf das Kodi System auf. Der Dienst ist, wie ich finde, optisch am ansprechendsten gestaltet, auch das Einpflegen der Medien und Dateien ist sehr intuitiv. Es beschränkt sich auf das Wesentliche und macht die Bedienung daher sehr komfortabel. Die Einrichtung des Servers ist in wenigen Minuten bewerkstelligt. Wie ist das Client–Server System aufgebaut? Zuerst muss man wissen, dass das Plex einen Server im Heimnetzwerk benötigt. Dieser Server kann ein normaler PC, ein Notebook oder eine NAS mit Hardwareencoder sein. Dieser Encoder ist bei einer NAS erforderlich, um auch Formate zur Verfügung zu stellen, die vom Client nicht verarbeitet werden könne. Als Plex-Client finden Smart-TVs, Apple TVs, normale Rechner oder Mini-Computer Verwendung.




Bitte nicht verunsichern lassen, auch wenn ich hier von Clients und Servern spreche, ist die Installation dennoch kinderleicht!

Plex auf dem PC als Server installieren:
Um den Plex-Server auf einen normalen PC zu betreiben, sollte Plex in der neusten Version auf der offiziellen Seite heruntergeladen werden. Aktuell ist Plex in mehreren Sprachen verfügbar. Nach der Installation ist ein kleines Plex Symbol in der Taskleiste zu finden. Wenn ihr auf diesem Symbol drück gelangt ihr auf die Konfigurations-Seite eures neuen Plex-Servers. Über das +-Zeichen am rechten Rand können verschiedene Bibliotheken für Filme, Serien, Musik, Fotos und Home Videos aufgebaut werden.

Die Dateien sollten vorsortiert in Ordner abgelegt sein, die einen eindeutigen Namen tragen, der z.B. in der IMDb wiedergefunden werden kann. Auch sollte man darauf achten, dass Serien getrennt von Filmen und Musik abgelegt worden sind. Der Name der Datei muss hier nicht einzeln abgeändert werden. Ausreichend sind eindeutige Ordner-Namen.

Nachdem die unterschiedlichen Bibliotheken ausgewählt worden sind, nimmt sich euer Plex-Server etwas Zeit und sammelt Informationen und Metadaten zu den Dateien. Je nachdem wie groß eure Mediathek, ist kann dieser Vorgang etwas Zeit in Anspruch nehmen. Das Warten lohnt sich aber, denn danach habt ihr eine klasse Übersicht eurer Dateien.

Nachteil eines Plex-Servers auf dem PC:
Ich habe selber mit einem Plex-Server auf meinem Notebook angefangen, dieser befindet sich im LAN und greift auf eine externe Festplatte zu. Hier lagen bisher meine Filme, Serien und Musik. Der große Nachteil ist, dass der PC immer dann aus ist, wenn man gemütlich vorm TV sitzt und seine Lieblings-Serie sehen möchte. Hier ist das Vorgehen da so: schnell hochlaufen, Notebook starten, auf Windows warten, auf dem Plex Dienst warten und der Freundin erzählen, dass das normal immer schneller funktioniert als ausgerechnet heute. Dann die Frage beantworten, wie Sie diese Schritte denn alleine machen soll, wenn man mal außer Haus ist und Sex and the City geschaut werden soll.




Ich denke ihr versteht mich sehr gut wenn ich hier von einem zwar schnellem Server aber nicht ganz praktikablen Vorgehen spreche. Ich würde diesen Artikel aber nicht schreiben, wenn es hierfür nicht eine passende Lösung gibt!

Ich habe mich entschieden, meinen Plex-Server auf eine Synology DS214play NAS zu verlegen. Diese besitzt den schon oben erwähnten Hardwareencoder. Die NAS kann so alle Formate in Echtzeit umrechnen und den Clients das benötigte Format liefern. Für mich eine tolle Lösung, da die NAS ständig verfügbar ist. Auch sind die Daten hier zentral abgelegt und der Wartungsaufwand fällt sehr gering aus. Mein nächster Artikel wird sich ausführlich um dieses Gerät und die Funktion als Plex-Server drehen.

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18 Kommentare
  1. Kurt Goedel sagte:

    Hallo Stefan,

    ein schöner Beitrag, aber leider hilft er mir nicht wirklich weiter.
    Ich habe mir vor kurzem (ziehmlich blauäugig) eine kleine Synology 115j gekauft und dort unter anderem Plex installiert. Vorher hatte ich bereits Plex auf meinem Macbook laufen.
    Die Situation ist jetzt wie folgt:
    Mit allen meinen Plex-Clients (Apple TV4, Android-Tablet, Macbook) kann ich mich problemlos mit dem Server auf der Synology verbinden und durch die Bibliothek browsen.
    Abspielen allerdings klappt nur auf dem Android-Tablet.
    Der Fernseher (Apple TV4) rödelt ewig und nichts passiert, es gibt auch keinerlei Fehlermeldungen.
    Der Client auf dem Macbook bringt hingegen eine Fehlermeldung „Dieser Server ist nicht leistungsfähig genug, um Videos konvertieren zu können“.
    Ich begreife nicht, warum ich Filme und Videos (alle in H.264) auf dem schwächsten Client abspielen kann, während auf den wesentlich potenteren Clients offenbar der Plex-Server auf der Synology „konvertieren“ muss/möchte.
    Was kann ich probieren???

    Antworten
  2. Tobi sagte:

    Hallo Sebastian,

    ich habe Plex auf meinem Server laufen gehabt. Dieser wird mit openmediavault betrieben.
    Dort ist auch die Plex Erweiterung installiert.
    Soweit lief auch alles super.
    Jetzt mein Problem.
    Meine Festplatte im Server auf der nur openmediavault läuft ist abgeraucht.
    Habe dann alles auf eine Neue aufgesetzt.
    Jetzt möchte ich natürlich auch meine Mediathek die ich mühevoll bearbeitet habe wieder benutzen.
    Ist es möglich diese wieder einzubinden?
    Ich kann im Moment immer nur eine komplett Neue anlegen…

    Gruß Tobi

    Antworten
    • Sebastian
      Sebastian sagte:

      Hallo Tobi,
      das hört sich sehr ärgerlich an, hoffentlich hast Du ein Backup. Ich habe hier einen Bericht über das sichern und wiederherstellen von einer Plex Mediathek geschrieben, ich hoffe das hilft hier.

      Antworten
      • Tobi sagte:

        Hi Sebastian,
        danke für deine Antwort. Ich bin am Verzweifeln. Ich habe den Speicherort von Plex gefunden und denke auch das dort noch die ganzen Datenbankdateien drauf sind.
        Nur ist das Problem wie sage ich Plex jetzt das er darauf wieder zugreift.
        Ich habe Plex ja ganz neu über openmediavault installiert und mich dann mit meinen Zugangsdaten angemeldet.
        Jetzt erscheint aber ein neuer Server den ich auswählen kann und der Alte ist nicht mehr anwählbar.
        Bei dem Neuen müsste ich von Null anfangen und wie ich den Alten wieder aktiviere weiß ich nicht.
        Habe bei openmediavault die selbe Platte für Plex ausgewählt.
        Vielleicht hast du noch eine Idee.
        Im Plex-Forum finde ich nichts darüber ….

        Antworten
  3. Stefan sagte:

    Hallo Sabastian
    Bei mir erscheint nach der Installation auf der 214play unter der URL eine quickconnect Adresse. Link leider nicht zu öffnen. Kannst du helfen? LG

    Antworten
  4. Gabi sagte:

    Hallo,

    wenn ich auf dem Fernseher auf den Plex Media Server zugreife, sehe ich alle Ordner, die ich eingerichtet habe – mittlerweile 37 Ordner, womit das Scrollen, will ich z.B. vom Ordner „Dexter“ zu „Sport“, ziemlich nervt.

    Ich würde gern z.B. alle Doku-Ordner in einem „Ober“-Ordner unterbringen, der DOKUS heißt. Ist die Einrichtung von Unterordnern überhaupt möglich?

    Antworten
  5. Carlos sagte:

    Hallo Sebastian,

    ich habe da eine Frage: Filme einfügen die auf lokalen oder USB Festplatten liegen ist kein Problem, aber wenn ich die Filme auf LAN-Speichermedien/Platten liegend habe kann ich mit dem Explorer von Plex nicht finden. Wie kann ich diese Dateien auch einfügen?

    Danke

    Carlos

    Antworten
  6. Macom Müller sagte:

    Hallo,
    seit ich bei mir Plex installiert habe, wird andauernd die Festplatte aufgeweckt. Ich habe schon einige Einstellungen im Plex-Server versucht, aber bisher ohne Erfolg.
    Hat jemand noch eine Idee?

    Gruß
    Macom

    Antworten
        • Sebastian
          Sebastian sagte:

          Ich habe gerade bei mir nachgeschaut, unter Mediathek gibt es den Punkt „Meine Mediathek regelmäßig aktualisieren“ diesen habe ich ausgeschaltet. Auch unter Allgemein die „Anonyme Nutungsstatisiken an Plex senden“ und „Automatisch nach Updates suchen“. Bei mir greift der Plex Server nur auf die Festplatten zu, wenn ich einen Film bzw. eine Serie starte.

          Bist Du sicher, dass die Zugriffe von Plex kommen? Bei mir laufen auch noch andere Dienste wie z.B. BitTorrent Sync im Hintergrund.

          Antworten
      • Macom Müller sagte:

        Vielen Dank für die Tips, aber bisher habe ich noch keine Lösung. Plex läuft unter Openmediavault. Wenn ich Plex ausschalte, bleiben auch die Platten auf Standby. Statistik, Update, aktualisierung Mediathek, Erneuerung Metadaten und DLNA sind schon deaktiviert. Das einzige was noch an ist, ist die wöchentliche Wartung und die Sicherheitskopie der Datenbank alle drei Tage.

        Antworten
        • Macom Müller sagte:

          Noch mal vielen Dank für die Tips. Ich habe eine Lösung gefunden. Ich habe die Datenbank von Plex auf die Systemplatte von OMV umgezogen, die läuft eh die ganze Zeit (und solllte eine SSD sein). Jetzt scheint das Raid im Standby zu bleiben. Um die Datenbank auf der Systemplatte anlegen zu können, muß man die Partition verkleinern und im freigewordenen Bereich eine neue Partition anlegen. Das kann man mit einer Live Linus Distribution machen, die vom USB Stick läuft.

          Antworten
  7. Sebastian
    Sebastian sagte:

    Hallo Horst,

    für die WD NAS-Systeme ist Plex mittlerweile auch verfügbar. Hier kannst du das Paket herunterladen: https://plex.tv/downloads

    Für ein Hardware-encoding ist die CPU allerdings etwas zu langsam. Dafür benötigt man min. eine Intel CPU mit 1,7 Ghz. Du kannst das System aber mit einen FireTV Stick betreiber, dieser übernimmt dann das encoding.

    Antworten
  8. Horst Welger sagte:

    Hallo,
    eine Frage an Sebastian:

    Von der Firma WD Western Digital ist mir die NAS WD My Cloud Mirror aufgefallen.
    Ist mit dieser NAS auch der Aufbau eines Plex-Servers möglich? (Hardware-Encoder)
    Gruß Horst

    Antworten

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