Was gehört dazu, wenn man ein bislang nur nationales Unternehmen auf einmal international ausrichten möchte? Was machen Großkonzerne vielleicht anders als App-Startups mit einem noch kleinen Produkt? Zwei interessante Fragen, die auf die Unterschiede und Gestaltungsweisen multinationaler Unternehmen eingehen. Eine Einschätzung der Antworten liefert dieser Artikel.

Globalisierung kurz zusammengefasst

Man könnte meinen, dass die Globalisierung ein eher neues Phänomen sei, weil sie erst seit ein paar Jahren wirklich verstärkt von der Medienlandschaft aufgenommen und thematisch verarbeitet wird. Tatsächlich ist es aber so, dass die Globalisierung schon viel früher präsent war. Schon in den 1960er Jahren soll man den Begriff erstmals verwendet haben. Unternehmen haben schon damals begonnen, Produktionsschritte auszulagern und sich multinational auszurichten. Da das aber noch in einem kleinen Rahmen passierte, ist es verständlich, dass die damalige Globalisierung eher ein untergeordnetes Thema war. Jetzt, da ihre Entwicklung durch immer weitere technische Fortschritte rasant zunimmt, wird auch das Medieninteresse stärker. Auch die Medien haben selbst haben eine Weiterentwicklung erlebt und gehen heute anders an Themen heran als vielleicht vor 40 Jahren. Das könnte eine zusätzliche Erklärung für das „plötzliche“ Phänomen mit dem Namen Globalisierung sein.

Zu einem globalen Unternehmen gehört dazu, dass es auf die verschiedenen Anforderungen und Wünsche der aktiven Länder gezielt und speziell eingeht. Es handelt sich demnach nicht um ein beispielsweise in Deutschland aufgestelltes Unternehmen, das lediglich mehrsprachige Inhalte, wie etwa Gebrauchsanweisungen oder Webseiteninhalte, anbietet und ein einziges Produkt mit derselben Strategie weltweit verkauft. Sondern es handelt sich um Konzerne, die in den einzelnen Ländern eigene Betriebs- und Vertriebsstätten besitzen und sich voll und ganz auf diesen anderen nationalen Markt ausrichten. Outsourcing ist ebenfalls ein wichtiger Begriff im Kontext der Globalisierung. Wie viele große und bekannte Unternehmen ihre Produkte in fernen Ländern produzieren lassen, zeigen Berichte immer wieder. Das spart Kosten und Ressourcen.

Übersetzung ist nur eine Sache von vielen

Bevor man sich als so ein globales Unternehmen bezeichnen kann – selbst als einfach internationales Unternehmen – braucht es also mehr als etwaige Übersetzungen sämtlicher Firmendokumente. Hierfür gibt es allerdings spezialisierte Unternehmen, welche technische Übersetzungen anbieten und ausarbeiten, wodurch der professionelle Auftritt gewahrt bleibt. Es bedarf auch ganz neugedachte Vertriebs- und Organisationsstrategien, um erfolgreich neue Märkte erobern zu können. Ein App-Startup kann dabei ganz es selbst bleiben. Es gibt genau ein Produkt, eventuell einzelne neue Features, die im entsprechenden Land gefragt sind. Es muss nur übersetzt werden. Ein technischer Konzern muss dagegen auf viel größere Probleme eingehen. Ein sehr gutes Beispiel zeigt die Automobilindustrie. Autos, die in Deutschland gefragt sind, haben in Amerika nicht unbedingt eine Chance. Genauso sieht es umgekehrt aus.

Eine Anforderung an globalisierte Unternehmen ist also, dass ganze Produkte neuerfunden und anders ausgerichtet werden müssen. Es handelt sich nicht mehr um ein einzelnes Unternehmen, welches einen zentralen Standort hat und in die Welt hinaus verkauft, sondern es handelt sich um dutzende verschiedene Firmen, die nach einem gemeinsamen Vorsatz streben und unter einem gemeinsamen Markendach handeln, aber doch verschieden sind und meist autonom agieren. Dabei werden unternehmensinterne, wie auch globale Trends aufgegriffen, wie etwa das Thema Sprachsteuerung. Technische Lösungen werden ständig weiterentwickelt. Dadurch entwickelt sich wiederum die globalisierte Welt weiter und wir finden uns in einer Art Spirale wieder, die aus aktueller Sicht kein so schnelles Ende zeigt.

Bild 1: ©istock.com/Prasit Rodphan Bild 2: ©istock.com/Rawpixel Ltd

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