Wer gerne etwas mehr über den Zustand seiner Fahrzeugelektronik erfahren möchte, wird sich bestimmt schon mit dem Auslesen von DTCs (Fehlercodes) beschäftigt haben. In einem vergangenen Artikel habe ich bereits ein paar Grundlagen über DTCs erläutert. Heute möchte ich ein praktisches Gerät zum Auslesen von DTCs vorstellen.

In meinem alten Artikel verweise ich auf einen Bluetooth Dongle. Die Erfahrung zeigt aber, dass gerade die Bluetoothverbindung häufig Probleme macht. Ich gehöre jedenfalls zu den Menschen, die gelegentlich ihr Smartphone zurücksetzen um z.B. inoffizielle Android Versionen zu flashen. Das führt dann dazu, dass ich jedes mal den Dongle pairen muss, wenn ich einen Fehlercode auslesen oder löschen will. Daher steige ich jetzt um auf eine Kabelgebundene Lösung um. Leider benötige ich das bei meinem Auto immer mal…

Konkret habe ich mir das Autophix OM126 ausgesucht. Es kommt von einem Chinesischen Hersteller macht aber einen sehr guten Eindruck. Kabel und OBD Stecker machen einen robusten Eindruck, so dass es nicht nur für den heimischen Gebrauch zu verwenden ist. Bedient wird des über die fünf Tasten, was aber kein Problem darstellt. Entgegen meiner Erwartung lässt sich das Gerät sogar sehr intuitiv bedienen. An einer Stelle werden Tastenkombinationen benötigt, diese werden aber an entsprechender Stelle beschrieben.

Die Energie bekommt das Gerät direkt vom Fahrzeug über den OBD-II Port oder beim Firmware Update über micro USB. Somit ist das Gerät immer Einsatzbereit und es ist nicht im entschiedenen Moment die Batterie leer.




Über einen automatischen Suchlauf, versucht das Gerät sich mit dem Fahrzeug zu verbinden. Dabei durchläuft es alle gängigen Diagnoseprotokolle (CAN, J1850 PWM, J1850 VPW, ISO9141 und KWP2000) und probiert die gängigen Geschwindigkeiten.

Ausgelesen wird durch Betätigen des Knopfes I/M. Bei meinem BMW war nach ca. 5 Sekunden die Verbindung hergestellt und alle relevanten Daten waren bereits aus der Motorsteuerung ausgelesen. Das sah dann so aus:

Rechts oben erkennt man dass aktuell keine DTC aktiv sind, es aber zwei historische DTC (Pending) gibt.

Weitere Details gibt es dann im Hauptmenü unter Diagnostic -> Read Codes. Anschließend wird noch gefragt ob aktive oder alte (Pending) DTCs ausgelesen werden sollen. Über Erase Codes können die DTCs dann gelöscht werden. Mein DTC im Zustand Pending sieht dann z.B. so aus:

Über eine integrierte Datenbank wird der vom Fahrzeug gelieferte Fehlercode im HEX Format dann in einen sinnvollen Text übersetzt. In diesem Fall ist es „System Too Rich Bank 1„. Die integrierte Datenbank lässt sich im Rahmen eines Firmwareupdates über die Herstellerwebseite aktualisieren. Bei mir war übrigens direkt nach der Anschaffung ein Update verfügbar.

Über Erase DTC können dann alle DTCs gelöscht werden. Einzelne DTCs lassen sich nicht löschen, da die Diagnoseprotokolle das nicht vorsehen.

Die ausgelesenen DTCs werden zusammen mit der VIN (Fahrgestellnummer) im Gerät gespeichert. Somit ist es möglich, später noch einmal auf die DTCs zuzugreifen. Auch ein Übersetzen von Fehlercodes in den lesbaren Text ist möglich. Es wird dabei einfach der Fehlercode eingegeben und die Übersetzung wird angezeigt. Darüber kann auch durch andere Codes geblättert werden.


Wer seinen OBD2 Port nicht findet, sucht am besten im Fahrerfußraum nach einer Klappe, die in etwa die Größe des Steckers hat. Gelegentlich ist er auch einfach unten hinter der Plastikverkleidung oder hinter irgendwelchen Fächern versteckt. Wer den Port wirklich nicht findet, googelt am besten nach seinem Modell und OBD Port. Also z.B. „OBD2 Position E89“. Teilweise sind die Ports sehr gut versteckt ;) Bei mir ist er sehr gut zugänglich neben dem Türschanier angebracht.

Zusammengefasst bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät. Die Bedienung ist angenehm und die Menüstruktur ist sehr übersichtlich aufgebaut. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, somit ist das Tool nicht nur für private Nutzung geeignet sondern auch für halbwegs professionellen Einsatz bei z.B. kleineren Händlern oder KFZ Gutachtern geeignet. Als richtige Werkstatt würde ich natürlich auf professionelle Werkstatttester setzen.

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