Bei einer Homematic-Installation gibt es zwei unterschiedlichen Arten, wie Geräte miteinander verknüpft werden können. Zum einen ist es möglich, Geräte mittels Direktverknüpfung zu verbinden. Die zweite Methode ist die Verknüpfung über die Zentrale (CCU2). Da die Frage nach den Unterschieden doch sehr häufig gestellt wird, will ich Euch etwas mehr darüber erzählen.

Wie schon erwähnt können zwei unterschiedliche Methoden zu Kopplung genutzt werden. Die eine schließt die andere Methode aber nicht grundsätzlich aus. Fangen wir mit der Direktverknüpfung an. Eine direkte Verknüpfung bedeutet, dass zwei Homematic-Teilnehmer direkt miteinander kommunizieren. Dieser Weg klappt auch ohne die CCU2. Um das Ganze zu verdeutlichen will ich Euch diese Art der Verknüpfung anhand eines Beispiels erklären.

Wenn Ihr eine konventionelle Wechselschaltung bei Euch im Haus „smart“ machen wollt, dann müssen beide Schalter durch intelligente Geräte ersetzt werden. Das ist notwendig, damit jeder Aktor den Schaltzustand kennt. Ihr könnt so verschiedene Aktoren kombinieren. Bei mir habe ich z.B. mehrere Wechselschaltungen mit einem Dimmer ausgestattet. Es muss aber immer nur ein Dimmer in jeder Schaltung eingebaut werden. Der 2. oder 3. Taster (Kreuzschaltung) kann dann durch z.B. eine UP-Tasterschnittstelle ersetzt werden. Diese beiden Geräte werden dann direkt miteinander verknüpft.

Verwendete Komponenten in diesem Tutorial:

Bezeichnung Amazon ELV-Shop ELV-Bausatz
CCU2 Link Link Bausatz
Funk-Schaltaktor 2fach Link Link nicht verfügbar
UP-Tasterschnittstelle Link Link nicht verfügbar
Funk-Schaltaktor 1fach Link Link Bausatz

So kann dann beim Tastendruck der UP-Schnittstelle der Dimmer direkt ohne Umweg über die CCU2 angesprochen werden.

Auch, wenn die CCU2 ausfällt ist diese Funktionalität immer noch verfügbar. Hier ein kleines Übersichtsbild:

Auf diesem Bild seht Ihr den schematischen Aufbau einer Treppenschaltung. Im Obergeschoss findet ein UP-Dimmer Verwendung. Der untere Taster wurde mittels UP-Tasterschnittstelle „smart“ gemacht. Sobald der Taster unten gedrückt wird, wird ein Signal über 868 Mhz zum UP-Dimmer gesendet. Dieser schaltet nun das Licht an. Wenn der Taster länger gedrückt wird, kann das Licht entsprechend gedimmt werden. Die Kommunikation findet ohne die CCU2 statt. Das komplette „Programm“ läuft innerhalb der beiden HM-Geräte ab. Es kann natürlich zusätzlich eine Kopplung zur CCU2 erfolgen, damit der Status des Lichts auch der Zentrale bekannt ist. Dies ist für die reine Funktion des Treppenlichts aber nicht erforderlich.

Ich nutze diese Direktverknüpfung von Aktoren z.B. bei Lichtschalter in Neubauten. Dort ist in der Regel noch keine CCU2 vorhanden, die Wechsel- oder Kreuzschaltungen sollen aber vorab schon funktionieren.

Eine Verknüpfung zur CCU2 kann im Nachgang jederzeit zusätzlich angelegt werden. Dazu muss der Sensor oder Aktor erneut in den Anlern-Modus gebracht werden und kann dann über die Oberfläche der CCU2 hinzugefügt werden.

Wie kann eine Direktverknüpfung hergestellt werden?

Dazu müssen beide Geräte in den Anlern-Modus versetzt werden. Zuerst sollte der Aktor aktiviert werden. bei den UP-Blöcken muss der angeschlossene Taster (230V) für mindestens 4 Sekunden gedrückt werden. Dann fängt die orange LED an zu blinken. Anschließend wird der UP-Puck über den kleinen Taster in den Anlern-Modus versetzt. Nun wird der benötigte Kanal (farbige Adern) mit dem schwarzen Draht (Com) kurz verbunden. Im Anschluss sind beide Geräte über eine Direktverknüpfung verbunden. Wird nun der an den UP-Puck angeschlossene Taster gedrückt, dann schaltet der UP-Dimmer das gewünschte Licht ein.

So einfach können Wechselschaltungen bereits auf der Baustelle aktiviert werden, damit diese im vollen Umfang genutzt werden können.

Wie funktionieren nun Verknüpfungen über die Zentrale?

Die CCU2 dient als Zentrale. Jedes Gerät, was an der Zentrale angelernt worden ist, kann über diese bedient und eingesehen werden. In der CCU2 können Programme angelegt werden, die dann Werte von Sensoren einlesen und bei einem bestimmten Ereignis mit einer Aktion z.B. das Schalten eines Aktor reagieren kann. Wenn Homematic-Geräte nur über die CCU2 verbunden sind, dann spricht man hier nicht von einer Direktverknüpfung, sondern von einer Verknüpfung über die Zentrale.

Das macht Sinn, wenn die Funktionen, die ausgeführt werden sollen, komplexer werden. Wenn z.B. zeitgesteuert das Licht eingeschaltet werden soll oder auf verschiedene Ereignisse gleichzeitig reagiert werden muss, dann ist dies mit einer Direktverknüpfung nicht mehr möglich. Diese Funktionen werden in Programmen hinterlegt und laufen immer in der CCU2 ab.

Nur rudimentäre Funktionen, die das Gerät direkt ausführen kann, wie z.B. Dimmen und Schalten, können als Direktverknüpfung angelegt werden.

Ich habe Euch im oberen Abschnitt bereits kurz beschrieben, wie Ihr Direktverknüpfungen ohne die Hilfe der CCu2 anlegen könnt. Es ist aber auch möglich Direktverknüpfungen über die Zentrale anzulegen. So können Geräte, die bereits an die Zentrale angelernt worden sind zusätzlich direkt verknüpft werden. Warum das sinnvoll ist, erkläre ich im nächsten Abschnitt.

Vorteile / Nachteile von Verknüpfungen über die Zentrale – Was ist besser?

Prinzipiell gibt es kein besser oder schlechter. Direktverknüpfungen sind immer dann nützlich, wenn Geräte direkt miteinander in Aktion treten sollen. Das klassische Beispiel ist hier das oben beschriebene Treppenlicht. Die Funktion soll komplett autark laufen. Es soll später nur der Zustand wie z.B. Licht an oder Licht aus an die Zentrale übermittelt werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass alle Geräte, die in einer direkten Verbindung stehen wie Schalter –> Lampenaktor immer direkt verknüpft werden sollen. Dadurch sind alle grundlegenden Funktionen wie Toggle, Dimmen usw.. direkt vorhanden. Auch bei einem Ausfall des Netzwerks oder der CCU2 funktionieren die Aktionen weiterhin.

Laufzeit: Auch das ist entscheidend. Direktverknüpfungen haben eine sehr kurze Laufzeit, da diese nicht erst in der CCU2 berechnet werden müssen. Das kann bei komplexeren Programmen und bei einer hohen Last in der Zentrale schon mal auffallen, wenn das Licht mit einer kleinen Verzögerung reagiert.

Ihr solltet außerdem wissen, dass eine direkte Verknüpfung eine Verknüpfung über die Zentrale nicht ausschließt. So kann ein Taster, der mit einem Aktor verbunden ist natürlich gleichzeitig auch mit der zentrale verbunden sein und dort Programme oder Skripte auslösen.

Daher wichtig zu merken: Die direkte Verknüpfung ist immer vorzuziehen. Die Geräte werden, um den Status zu erhalten, auch an die CCU2 angelernt. Wenn komplexere Aktionen ausgeführt werden sollen, dann wird auf Verknüpfungen über die Zentrale zurückgegriffen.

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2 Kommentare
  1. Christian sagte:

    Hallo Sebastian
    Habe gerade Probleme, meine erste Direktverknüpfung hinzukriegen. Kann es sein, dass die nur innerhalb von Homematic oder Homematic IP Produkten klappt, aber nicht wenn die Produkte gemischt sind?
    lg Christian

    Antworten
    • Werner
      Werner sagte:

      Hallo Christian,

      du hast die Ursache in deinem Kommentar schon selbst gefunden.

      Es ist in der Tat nur möglich, Aktoren der jeweiligen Produktlinie (HomeMatic oder HomeMatic IP) direkt zu verknüpfen. Ein Mischbetrieb ist leider definitiv nicht möglich und laut meinen Informationen von eQ-3 auch nicht geplant, da technische Umsetzung nicht möglich ist (Protokolle).

      Gruss
      Werner

      Antworten

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