Nachdem es bereits viele Berichte zur Umrüstung klassischer Heizkörperthermostate durch Homematic IP Heizkörperthermostate gibt, möchte ich euch hier eine kleine Anleitung zur Um- bzw. Ersteinrichtung einer Fußbodenheizung an die Hand geben. Hierfür habe ich für euch die Szenarien Umrüstung eines „ungeregelten„, eines „geregelten“ Heizkreisverteilers sowie einer Fußbodenheizung mit Bimetall-Raumthermostaten näher beleuchtet.

1.  Fußbodenheizung mit Homematic IP

Bei einer anstehenden Umrüstung sollte zunächst einmal geklärt werden, wie „smart“ eure derzeitig verwendete Fußbodenheizung überhaupt bereits ist…

Hier hilft in der Regel zunächst ein Blick auf den vor Ort installierten Heizkreisverteiler. Dieser befindet sich typischerweise in der Nähe der Heizungstherme. Solltet ihr euch unsicher sein, wie ein solcher Heizkreisverteiler für die Fußbodenheizung aussieht, so habe ich euch im Folgenden ein Beispielbild dargestellt.

Bildquelle: Wikipedia

Schaut nun bitte zunächst einmal nach, ob bereits auf dem Heizkreisverteiler themoelektrische Stellventile verbaut sind. Diese sind relativ leicht durch ihre Form und das herausgeführte Kabel erkennbar. Auch hierzu habe ich für euch ein Beispielbild:

Sofern keine Stellventile verbaut sind, fahrt ihr mit Kapitel 1.1 „Ungeregelte Fußbodenheizung“ fort.

Sollten bereits Stellventile vorhanden und die jeweiligen Räume im Haus mit einzelnen Raumthermostaten ausgestattet sein, so könnt ihr direkt zu Kapitel 2.1 „Geregelte Fußbodenheizung“ übergehen.

Wenn noch gar keine Fußbodenheizung verbaut ist, aber eine Einrüstung stattfinden soll, so solltet ihr die gesamte Anleitung zur Umrüstung lesen.

1.1.Umrüsten einer „ungeregelten“ Fußbodenheizung

Solltet ihr einen Heizkreisverteiler ohne Stellventile vorfinden, so habt es mit einer einfachen, ungeregelten Fußbodenheizung zu tun. Hierbei wird der Vor- bzw. Rücklauf im entsprechenden Heizkreis fest auf einen bestimmten Wert und damit Durchfluss eingestellt. Eine „Regelung“ erfolgt lediglich durch die witterungsabhängige Vorlauftemperatur der Heizungstherme, sofern überhaupt von der Heiztherme unterstützt. In Neubauten ist diese Art der Fußbodenheizungseinrüstung heutzutage nicht mehr zulässig. Da keine echte Regelung, und damit Austausch zwischen Raumtemperatur und Durchfluss am Heizkreis, erfolgt, ist die Temperatur im jeweiligen Raum nicht durchweg konstant und damit angenehm.

In einem solchen Fall müsstet ihr typischerweise (ohne Homematic IP) den Heizkreisverteiler mit thermoelektrischen Stellventilen nachrüsten und die Zuleitungen der jeweiligen Ventile mit Wandthermostaten in den entsprechenden Räumen verbinden. Dieses ist in den wenigsten Fällen zumutbar, da es mit dem Aufstemmen beinahe aller Wände sowie Leitungsverlegung einhergeht.

1.1.1.   Einbau des Fußbodenheizungsaktors sowie der Stellventile

Hier kommt Homematic IP ins Spiel. Um eine solche Fußbodenheizung smart zu machen, benötigt ihr zunächst einmal thermoelektrische Stellventile, die es ebenfalls bei eQ-3 als Zubehörartikel zu kaufen gibt. Alternativ werden diese Stellventile auch von vielen anderen namhaften Herstellern angeboten. Typischerweise gibt es diese Ventile in den folgenden Varianten:

Spannung Typ Abkürzung
24V Normally Open NO
24V Normally Closed NC
230V Normally Open NO
230V Normally Closed NC

Grundsätzlich ist es egal, für welche Stellventile ihr euch entscheidet, wichtig ist jedoch, dass alle zum selben Typ zählen. Normally Open bzw. Normally Closed steht hierbei für das Verhalten des Ventils im spannungslosen Zustand. NO Ventile erzeugen also ohne Spannungsversorgung einen voll geöffneten Durchfluss zum jeweiligen Heizkreis, NC Ventile hingegen ein geschlossenes Ventil.

Die Stellventile werden nun auf den Heizkreisverteiler und damit jeden einzelnen Heizkreis montiert. Der Anschluss selbiger erfolgt jedoch nicht direkt auf Bimetall-Wandthermostaten, sondern auf den Homematic IP Fußbodenheizungsaktor.

Der Homematic IP Fußbodenheizungsaktor ist in vier unterschiedlichen Varianten erhältlich.

Spannung Typbezeichnung Anschlußmöglichkeiten
24V HmIP FAL24-C6 6 Ventile (NO/NC)
24V HmIP FAL24-C10 10 Ventile (NO/NC)
230V HmIP FAL230-C6 6 Ventile (NO/NC)
230V HmIP FAL230-C10 10 Ventile (NO/NC)

Wählt den Fußbodenheizungsaktor in Abhängigkeit eurer Stellventile sowie der Anzahl an unabhängigen Heizkreise im Haus aus. Berücksichtigt dabei, dass jeder zweite Ausgang an einem Fußbodenheizungsaktor doppelt belegt werden kann (bspw. für zwei Heizschleifen in einem Raum). Ob NO oder NC Ventile angeschlossen werden, könnt ihr später in der Konfiguration entscheiden; Unterstützt werden beide Typen von allen Fußbodenheizungsaktoren. Neben der Spannungsversorgung gibt es noch einen weiteren erwähnenswerten, technischen Unterschied zwischen der 230V sowie 24V Variante. Sofern ihr euch für eine der 24V FAL entscheidet, habt ihr es mit Schaltausgängen in Halbleitertechnik zu tun! Diese arbeiten im Gegensatz zu Relais-Ausgängen absolut geräuschlos.

Die Verkabelung der einzelnen Stellventile erfolgt wie auf dem Bild dargestellt. Für den weiteren Verlauf stellen wir uns vor, dass an Ausgang 2 sowie 3 jeweils ein Heizkreis des Wohnzimmers angeschlossen ist.

Ebenfalls muss der Fußbodenheizungsaktor mit Spannung versorgt werden. Dieses erfolgt abhängig von dem gewählten Gerät über 24V (an zusätzliches Netzteil denken!) oder 230V.

Damit ist die Arbeit am Heizkreisverteiler bereits abgeschlossen und wir können zu den einzelnen Räumen übergehen.

1.1.2.    Platzierung von Funk-Wandthermostaten

Hier platziert ihr jeweils raumweise Funk-Wandthermostate HmIP-WTH-2 (Batteriebetrieben oder über 230V Netzteil) aus dem Homematic IP Programm. Diese Wandthermostate kommunizieren im weiteren Verlauf via Funk mit dem Fußbodenheizungsaktor und veranlassen diesen bspw. bei zu niedrig gemessener Temperatur im Raum zum Öffnen des jeweiligen Heizkreises. Nachfolgend habe ich euch ein kleines Prinzipbild zur Kommunikation dargestellt.

Prinzipbild für Anschluß der Stellventile sowie Kommunikation zwischen Wandthermostat und Fußbodenheizungsaktor

1.1.3.    Anlernen der HmIP-FAL sowie des HmIP-WTH an einen HmIP-Access Point

Damit die Kommunikation der beiden Geräte reibungslos funktioniert, werden diese nun über einen Homematic IP Access Point und der jeweiligen Homematic IP App angelernt. Ihr findet die entsprechenden Infos hierzu unter „Erste Schritte mit Homematic IP„.

Das Wandthermostat fügt ihr, wie auf den nachfolgenden Screenshots sichtbar, einfach einen beliebigen Raum zu, hier bspw. dem Wohnzimmer.

Beim Anlernen des Fußbodenheizungsaktors sind ein paar mehr Einstellungen zu treffen. Zunächst einmal fügt ihr das Gerät ebenfalls einem Raum hinzu (bspw. Technikraum) und gebt ihm einen Namen.

Nachfolgend werden nun die einzelnen Heizkreise zugewiesen. Wir gehen in diesem Tutorial davon aus, dass am Ausgang 2 sowie 3 des Fußbodenheizungsaktor jeweils ein Heizkreis des Wohnzimmers angeschlossen ist. Da wir bereits dem Wohnzimmer innerhalb der Homematic IP App einen Wandthermostaten zugewiesen haben, können wir nun auch die Heizkreiszuordnung für Ausgang 2 sowie 3 dem Raum Wohnzimmer zuweisen.

Solltet ihr weitere Wandthermostate in den anderen Räumen installiert und die Heizkreise entsprechend an dem Fußbodenheizungsaktor angeschlossen haben, so könnt ihr bereits die gesamte Zuordnung vornehmen. Solltet ihr erst später die weiteren Kreisläufe zuweisen wollen, so könnt ihr dieses durchführen, in dem ihr in der HmIP App in der Geräteübersicht den Fußbodenheizungsaktor anklickt und die Zuweisung erneut startet.

1.1.4.   Einstellen des HmIP-FAL

Nachdem wir die Raumzuweisung abgeschlossen haben, müssen wir am Fußbodenheizungsaktor ein paar weitere Einstellungen vornehmen. Beispielsweise müssen wir dem Aktor mitteilen, ob es sich um NO oder NC Ventile (siehe oben) handelt, damit die Ansteuerung entsprechend korrekt funktioniert.

Dieses wird in der Geräteübersicht im Gerät Fußbodenheizungsaktor konfiguriert. Hier findet ihr, wie im nachfolgenden Screenshot dargestellt, die entsprechenden Einstellungen für die Ventile. Stellt den Aktor unter Antriebstyp auf euren Ventiltyp ein. Ebenfalls lässt sich im Aktor eine Wärmebedarfsregelung aktivieren (lok. Pumpensteuerung). Sofern aktiviert, wird der Ausgang 1 des Fußbodenheizungsaktor für eine Heizkreispumpe „reserviert“. Sollte kein Raum Wärme fordern (Ist-Wert > Soll-Wert), so wird die Spannungsversorgung zur Pumpe (angeschlossen an Ausgang 1) abgeschaltet. Sobald ein Heizkreis wieder Wärme anfordert (Ist-Wert < Soll-Wert), wird die Spannungsversorgung zur Pumpe erneut aktiviert. Die Pumpenansteuerung kann nur über Ausgang 1 erfolgen, deswegen solltet ihr hier in der Regel keinen Heizkreis anschließen.

WICHTIG: Solltet ihr über Ausgang 1 eine Pumpe ansteuern wollen, so muss zwingend auch ein Raum für diesen Kanal zugewiesen werden (siehe 1.1.3.). Warum das so ist, kann ich euch leider nicht sagen, aber es steht im Anwenderhandbuch und wurde mir von eQ-3 bestätigt.

Ebenso könnt ihr in diesem Dialog festlegen, was bei Ausfall des Wandthermostaten mit den jeweiligen Heizkreisen geschehen soll. Hierfür sind die Einstellungen Notbetrieb Kühlen und Notbetrieb Heizen vorgesehen. Sofern das Wandthermostat in diesem Beispiel ausfallen sollte (bspw. Batterie leer), wird der Heizkreis weiterhin mit einem Durchfluss von 25% gefahren, um ein Auskühlen des Raumes zu verhindern.

1.1.5.   Optimierung des HmIP-FAL

Neben den zuvor gezeigten, grundlegenden Einstellungen des Fußbodenheizungsaktors gibt noch Optimierungsmöglichkeiten; je nachdem, welche örtlichen Gegebenheit vorgefunden werden. Hierfür könnt ihr den entsprechenden Raum in der App öffnen, auf Bearbeiten klicken und den Dialog „Raumkonfiguration“ auswählen.

Hier findet ihr u.a. unter Heizsystem die Einstellung für den Typ der Fußbodenheizung. Eine Änderung selbiger Einstellung reguliert das Einregelverhalten des entsprechenden Heizkreises. Wählt hierbei den für euch passenden Typ der Heizung aus.

Tipp: Grundsätzlich handelt es sich um ein selbstlernendes System, so dass auch eine „falsche“ Einstellung nach geraumer Zeit zur gleichen Regelung führt. Der „Startpunkt“ wird lediglich verschoben. Gebt dem System generell eine gute Woche Zeit, um sich einzuregeln. Hierfür sollte man möglichst wenig Temperaturänderungen vornehmen.

1.1.6.   Test des Heizsystems in Kombination HmIP-FAL sowie HmIP-WTH

Zur Funktionsprobe der getätigten Einstellungen könnt ihr nun ganz einfach einmal an dem Wandthermostaten die Soll-Temperatur auf einen relativ hohen Wert einstellen. Innerhalb kurzer Zeit sollten die entsprechenden Ausgänge, die zu dem Wandthermostat zugeordneten Raum gehören, am Fußbodenheizugsaktor eingeschaltet (bei NC-Ventilen) bzw. ausgeschaltet (bei NO-Ventilen) werden.

1.2. Umrüsten einer „geregelten“ Fußbodenheizung

Sofern euer Heizkreisverteiler schon mit Stellventilen ausgestattet ist und die einzelnen Räume bereits Bimetall-Raumthermostate besitzen, ist die Umrüstung auf eine „smarte“ Fußbodenheizung sehr einfach.

Prüft hier zunächst den Antriebstyp, der auf eurem Heizkreisverteiler sitzt. Uns interessiert hierbei lediglich, ob es sich um 230V oder 24V Stellventile handelt.

1.2.1.   Einbau eines Wandthermostats mit Schaltausgang

Im nächsten Schritt tauscht ihr die derzeit installierten Wandthermostate gegen HmIP Wandthermostate mit Schaltausgang aus.

Berücksichtigt dabei, dass die Wandthermostate in zwei unterschiedlichen Varianten angeboten werden:

Spannung Typbezeichnung Ventiltyp
24V HmIP-BWTH24 NO/NC (siehe 1.1.1)
230V HmIP-BWTH NO/NC (siehe 1.1.1)

Da die Wandthermostate in einem 55er Standardmaß gefertigt sind, können Sie in der Regel in die meisten Schalterserien integriert werden.

Die an eurem derzeitigen Thermostat angeschlossenen Leitung werden nun auf die Klemmen L und 1 aufgelegt, sofern ihr Stellventile mit 230V Spannungsversorgung im Einsatz habt.

Achtung: Neben dem Außenleiter (L) wird am Wandthermostat mit Schaltausgang zudem auch ein Neutralleiter (N) angeschlossen. Solltet ihr euch in irgendeiner Weise unsicher sein, wendet euch unbedingt an einen Elektroinstallateur!

1.2.2.   Anlernen des HmIP-BWTH an einen HmIP Access Point

Sofern Ihr noch nicht mit Homematic IP und dem Access Point gearbeitet habt, findet ihr wertvolle Tipps zur ersten Einrichtung und dem Anlernen von Geräten unter „Erste Schritte mit Homematic IP„.

Das Wandthermostat HmIP-BWTH wird klassisch an den Access Point angelernt. Hierbei wird es zunächst einem Raum zugewiesen (in dem das Wandthermostat platziert ist) sowie ein Name vergeben.

1.2.3.   Einstellen des HmIP-BWTH

Nachdem wir die Raumzuweisung abgeschlossen haben, müssen wir am HmIP-BWTH einige weitere Einstellungen vornehmen. Beispielsweise müssen wir dem Aktor mitteilen, ob es sich um NO oder NC Ventile (siehe 1.1.1) handelt, damit die Ansteuerung entsprechend korrekt funktioniert.

Dieses wird in der Geräteübersicht im Gerät Wandthermostat mit Schaltausgang konfiguriert. Hier findet ihr, wie im nachfolgenden Screenshot dargestellt, die entsprechenden Einstellungen für die Ventile. Stellt den Aktor unter Antriebstyp auf euren Ventiltyp (NC/NO) ein.

Ebenso könnt ihr in diesem Dialog festlegen, ob der interne Schaltausgang überhaupt aktiviert werden soll. Sofern abgestellt, könnt ihr ein solches HmIP-BWTH als normales Funk-Wandthermostat mit Festspannungsversorgung in Kombination mit Funk-Heizkörperthermostaten betreiben. Auch eine Ventilschutzfunktion, die bspw. im Sommer die Stellventile alle X-Tage einmal ansteuert, findet ihr hier.

1.2.4.   Optimierung des HmIP-BWTH

Neben den zuvor gezeigten, grundlegenden Einstellungen des HmIP-BWTH gibt noch Optimierungsmöglichkeiten je nach Gegebenheit vor Ort. Hierfür könnt ihr den entsprechenden Raum in der App öffnen, auf Bearbeiten klicken und den Dialog „Konfiguration“ auswählen.

Hier findet ihr u.a. unter Heizsystem die Einstellung für den Typ der Fußbodenheizung. Eine Änderung selbiger Einstellung reguliert das Einregelverhalten des entsprechenden Heizkreises. Wählt hierbei den für euch passenden Typ der Heizung aus.

Tipp: Grundsätzlich handelt es sich um ein selbstlernendes System, so dass auch eine „falsche“ Einstellung nach geraumer Zeit zur gleichen Regelung führt. Der „Startpunkt“ wird lediglich verschoben. Gebt dem System generell eine gute Woche Zeit, um sich einzuregeln. Hierfür sollte man möglichst wenig Temperaturänderungen vornehmen.

1.2.5.   Test des Heizsystems mit einem HmIP-BWTH

Zur Funktionsprobe der getätigten Einstellungen könnt ihr nun ganz einfach einmal an dem Wandthermostaten HmIP-BWTH die Soll-Temperatur auf einen relativ hohen Wert einstellen. Innerhalb kurzer Zeit sollten die entsprechenden Stellventile, die an diesem Wandthermostaten angeschlossen sind, eingeschaltet (bei NC-Ventilen) bzw. ausgeschaltet (bei NO-Ventilen) werden.

1.3.   Einrüstung eines Neubaus

Sofern ihr noch gar keine Fußbodenheizung bzw. einen Heizkreisverteiler installiert habt, stehen euch beide Lösungen zur Wahl (1.1 sowie 1.2). Da es hier zu unterschiedlichen Kosten und Aufwänden bei der Installation kommt, möchte ich euch hier die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden vorab dargestellten Lösungen mitteilen:

 

HmIP-FAL m. HmIP-WTH HmIP-BWTH
 

Pumpenansteuerung

 

 

Ja

 

Nein

 

Verkabelung zwischen Wandthermostat und Heizkreis notwendig?

 

 

 

Nein

 

 

Ja

 

Wandthermostat Batterie-/Netzbetrieb

 

 

Batterie

 

Netzspannung

 

Kosten für bspw. 10 Heizkreise

 

1x FAL230-C10 190 Euro

10x HmIP-WTH-2 500 Euro

10x Stellventil ca. 100 Euro

 

Optional:

10x HmIP-BPS     300 Euro

 

 

10x HmIP-BWTH 800 Euro

10x Stellventil ca. 100 Euro

 

Verkabelung nach Aufwand

 

Wie ihr erkennen könnt, gibt es hier preislich in beiden Varianten kaum einen Unterschied.

Die Lösung mit HmIP-FAL und einzelnen Funk-Wandthermostaten HmIP-WTH-2 hat den Vorteil, dass ihr absolut flexibel seid, da keine Leitungen zwischen Wandthermostat und Stellventilen gelegt werden müssen. Ebenso ist in dieser Variante eine Ansteuerung der Heizpumpe möglich, da die Wärmebedarfssteuerung direkt in der HmIP-FAL integriert ist. Solltet ihr auf netzspannungsversorgte Thermostate setzen, so müsstet ihr noch einmal ca. 30 Euro pro Thermostat für das Unterputznetzteil HmIP-BPS zusätzlich einkalkulieren. Zudem hat diese Variante den Vorteil, dass die Schaltgeräusche der Relais (bei Bimetall-Thermostaten hört man ein Klicken!) nicht im Wohnraum/Schlafraum, sondern am „unbewohnten“ Heizkreisverteiler hat.

Die Lösung mit HmIP-BWTH hat den Vorteil, dass hier neben den Stellventilen kein weiterer Eingriff am Heizkreisverteiler erfolgt und dementsprechend auch kein Platz für die HmIP-FAL vorgesehen werden muss. Die Thermostate sind zudem direkt netzspannungsversorgt. Dafür müsst ihr in dieser Variante mit einer fehlenden Wärmebedarfssteuerung sowie einem erhöhten Installationsaufwand, durch das Verlegen von Leitungen zwischen Wandthermostaten sowie Stellventilen, rechnen.

1.4.  Einstellen eines Heizprofils und Optimum-Start-Funktion

Neben den grundlegenden Einstellungen zur Fußbodenheizung ist abschließend noch ein Heizprofil für die entsprechenden Räume festzulegen.

Hierfür könnt ihr in der Homematic IP auf den Unterpunkt „Heizprofile“ im Bereich Raumklima wechseln, den entsprechenden Raum auswählen und wie nachfolgend dargestellt euren Wärmebedürfnissen anpassen.

Wenn ihr einen Tag entsprechend eingestellt habt, könnt ihr das Profil auf die anderen Tage kopieren. Hierfür wischt ihr bei iOS Geräten auf dem zu kopierenden Tag von „rechts nach links“ rüber. Bei Android Geräten drückt ihr bitte lange auf das zu kopierende Objekt.

Ihr solltet zudem berücksichtigen, dass es sich bei der Fußbodenheizung um ein sehr träges Heizsystem handelt. Senkt die Temperaturen dementsprechend nicht zu sehr ab, da ansonsten viel Energie in das Wiederaufheizen verloren geht. Ebenso dauert es mehrere Stunden, bis der Raum wieder auf Wunschtemperatur eingeregelt ist.

Neben den Heizprofilen solltet ihr in der App noch die „optimale Startzeitpunkt-Ermittlung“ aktivieren. Dabei wird über mehrere Tage das Aufheizverhalten des Raumes durch Homematic IP ausgewertet (wie lange benötigt der Raum für eine Temperaturänderung von x° Celsius). Nach ungefähr einer Woche hat das System das Heizverhalten soweit analysiert, dass die im Heizprofil eingestellte Soll-Temperatur auch wirklich zur eingestellten Uhrzeit bereits im Raum herrscht (allerdings auch zum Ende hin in gleicher Weise). Ohne Aktivierung dieser Einstellung wird die Heizung erst zur Änderungszeit im Heizprofil hochgefahren. Ihr findet die „optimale Startzeitpunkt-Ermittlung“ im Hauptmenü im Bereich Raumklima unter „Raumklima-Konfiguration“.

 

Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Umrüsten :)

Euer Michael

10 Kommentare
  1. Avatar
    Peter sagte:

    hi, ich habe 2018 neu gebaut und nun meine Bimetall Aktoren in den jeweiligen Räumen duruch die von Homematic IP ersetzt.
    Wie kann ich nun erkennen, welche Einstellung ich vornehmen muss? Normally open NO oder normally closed NC.
    Kann ich das irgendwo erkennen? Ich habe kein Handbuch zu meiner Fußbodenheizung erhalten.

    Antworten
  2. Avatar
    Sebastian sagte:

    Hallo Michael,

    vielen Dank für den tollen Artikel.

    Eine Frage hätte ich zu:
    „Ihr solltet zudem berücksichtigen, dass es sich bei der Fußbodenheizung um ein sehr träges Heizsystem handelt. Senkt die Temperaturen dementsprechend nicht zu sehr ab, da ansonsten viel Energie in das Wiederaufheizen verloren geht. “

    Macht es Sinn einen Raum morgens von 06:00 – 7:45, 12:00 – 13:00, sowie 15:00 – 23:00 auf 21° zu heizen, Basis Temperatur 17,5°.
    Oder sollte man ihn gleich durchgängig heizen?

    Ich versuche meine Heizkosten zu reduzieren und möchte es auf keinen Fall verschlechtern.

    Grüße,
    Sebastian

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  3. Avatar
    Stefan sagte:

    Hallo,

    was mir nicht ganz klar ist:

    Wie lange darf die Zuleitung in cm oder m zu den HmIP FAL230-Cx Stellantrieben sein?

    Hintergrund ist: ich habe zwei Verteiler im gleichen Haus und überlege ob ich zwei 6 fach oder einen Zehnfach HmIP FAL230-Cx benötige.

    Außerdem habe ich uralte Regler (ohne Elektrik) welche auch noch nach vorne schauen.

    Wenn ich die gegen die neuen elektrischen austausche geht vermutlich der Deckel nicht mehr zu weil die elektrischen länger sind, was dann leider unmöglich aussieht.

    Benötige offenbar unbedingt einen Heizungsbauer welcher mir die Regler austauscht :-(

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    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo Stefan,

      also die Ausgänge der FAL liefern 253 Watt pro Kanal (ausgenommen Kanal 1, der kann deutlich mehr zur Pumpenansteuerung). Ein „klassischer“ Stellantrieb benötigt um die 2-5 Watt… Jetzt müsste man jedoch noch wissen, bei welcher Spannung die Stellantriebe noch sauber arbeiten und dann den Kabelverlust berechnen…

      Ich vermute aber, dass die Kabellänge problemlos auch 10-20 Meter betragen kann. Normale Wandthermostaten arbeiten ja über ähnliche Entfernungen, indem das Schaltsignal des Wandthermostaten aus dem Raum an die Stellantriebe übertragen wird.

      Bezüglich deiner Stellantriebe kann ich dir leider nicht helfen… Vielleicht lädst du uns mal ein Foto hoch?

      Gruß Michael

      Antworten
  4. Avatar
    Vlad sagte:

    Herzlichen Dank für die Anleitung. Ich interessiere mich sehr für exact dieses Thema. Mich hat jedoch die folgende Disskussion bisher von einem Kauf der Elemente abgehalten.
    Ich möchte meine bestehenden BI-Metal Thermostate durch HomematicIP ersetzen. Laut der Disskusion bei elv würde das bei mir nicht funktionieren. Wie ist ihre Meinung hierzu?

    https://www.elv.de/topic/pwm-schaltdauer-zu-kurz-fuer-fbh-stellmotoren.html?zanpid=11447_1548863159_6cae7c409f695709544c029c73903819&awc=11447_1548863159_6cae7c409f695709544c029c73903819&refid=zanox&utm_source=affiliate_zx&utm_medium=text&utm_content=deeplink&dt_dynco=CD73A16EA87CA629E040CB7CCBFA0371

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    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo Vlad,

      mittlerweile gibt es im Freundes- und Bekanntenkreis einige Nutzer der HmIP-BWTH Thermostate. Keiner klagte bisher, alle haben aber auch der Adaptierung ausreichend Zeit gegeben. Ich bin grundsätzlich auch kein Freund davon, sofort nach Inbetriebnahme das Verhalten per Diagramm zu analysieren. Eine Fußbodenheizung ist immer ein komplexes Regelsystem, welches genügend Zeit zum „Einregeln“ benötigt. Das gleiche habe ich auch bereits einmal bei der Optimum Start Stop Funktion kommuniziert.

      Empfehlen würde ich Ihnen, einfach ein Thermostat testweise zu tauschen. Bitte dabei dem Gerät mindestens eine Woche Zeit zum Einregeln geben, bestenfalls mit einer festen Temperatureinstellung. Sollte es nicht zum gewünschten Erfolg führen, einfach zurückschicken…

      Gruß
      Michael

      Antworten
  5. Avatar
    René sagte:

    Hallo Michael,
    Zunächst mal ein großes Lob für deine detaillierte Beschreibung!

    Ich habe bei meiner HomematicIP Fußbodenheizungssteuerung folgendes Problem.
    Wenn ich über die Wandthermostate meine gewünschte Raumtemperatur einstelle, und diese dann nach einigen Stunden erreicht ist, dann wird dieser Heizkreis wieder komplett geschlossen und zwar so lange, bis ein bestimmter Schwellwert unterschritten wurde. Das führt dazu, dass der Fliesenboden unter Umständen einige Tage kalt bleibt in manchen Räumen, da zum Teil der eine Raum vom anderen mit geheizt wird.

    Zur Info: Ich nutze folgende Komponenten…
    https://amzn.to/2TkSmkg
    https://amzn.to/2UgP7dE
    https://amzn.to/2HBPTAA

    und die CCU2 als Schnittstelle.

    Hast du einen Tipp welche Einstellung ich vornehmen kann, damit der Fliesenboden nicht ganz auskühlt?

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    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo René,

      generell arbeitet der Fußbodenheizungsaktor mit einer PWM Regelung und damit anders, als es ein Zweipunktregler tut. Ein Zweipunktregler schaltet mit einer zuvor definierten Hysterese, bspw. 0,5 Grad, zwischen der Solltemperatur hin- und her. Also beispielsweise immer zwischen 19,75 – 20,25 °C. Dieses Regelverhalten ist für eine Fußbodenheizung eher weniger gut geeignet. Eine PWM Regelung kennt grundsätzlich auch erstmal nur AN und AUS. Die Pulslänge kann aber variiert werden. Für deine 20 °C Solltemperatur könnte das bedeuten: 15 Minuten einschalten, 5 Minuten ausschalten. Normalerweise „lernt“ der Fußbodenheizungsaktor dieses PWM Verhältnis über mehrere Tage für dein System.

      Warum es jetzt bei dir nicht so richtig klappen will, ist mir nicht ganz klar. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Zu niedrige/hohe Vorlauftemperatur, Schleifen ungünstig gelegt (wie bei dir anscheinend der Fall), …

      Vielleicht kannst du dein Verhalten noch etwas genauer beschreiben.

      Gruß
      Michael

      Antworten

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