Wir haben Euch vor wenigen Tagen bereits eine smarte Türklingel von DoorBird vorgestellt. Bei der D2101V lassen sich über den eingebauten RFID-Leser Relais ansteuern, um so Türen zu öffnen oder andere Stromkreise zu schalten. Das komplette System von DoorBird beruht dabei aber auf einer Cloud-Lösung. Die komplette Kommunikation hängt von einer bestehenden Internetverbindung ab. Sollte diese ausfallen, kann die Klingel nicht genutzt und die Tür auch nicht elektrisch geöffnet werden. Diesen Umstand finden einige von Euch nicht unbedingt praktisch, daher will ich Euch heute ein stand-alone System von Siedle vorstellen, dass sowohl für Fingerprint als auch für Codemodule und RFID-Karten genutzt werden kann. Wir habe bei einem unserer letzten Projekte mit smartfabrik diese Lösung verbaut und wollen Euch hier darüber berichten.

Das System arbeitet unabhängig von In-Home-Bus und ist auch nicht ans Internet angebunden. Daher ist dieses System sehr sicher und kann nicht manipuliert werden. Das System, das ich Euch hier vorstelle besteht auf einem Controller (Siedle EC 602-03), indem die Codes, RFID-Karten oder Fingerprints gespeichert und verwaltet werden. Als Spannungsversorgung wird ein Trafo 230V AC auf 12V AC benötigt. Dieser trägt die Bezeichnung Siedle TR 602-01. An den Controller können bis zu 8 Lesegeräte jeden Typs (Summe 24 Teilnehmer) angeschlossen werden. Das System arbeitet mit einem Bus und es werden 4 Adern zu jedem Teilnehmer geführt. 2 Adern für die Kommunikation (Da,Db) und 2 Adern für die 12V AC Spannungsversorgung (cv,bv).

Controller

Der Controller bietet 2 Relais (Öffner, Schließer) an. Die potentialfreien Kontakte können direkt dafür genutzt werden um z.B. elektronische Türschlösser zu steuern. Der Controller bietet zudem 2 weitere Eingänge an, die für Taster genutzt werden können. Auch kann über die Eingänge eine Sperre der Relais vorgenommen werden. So kann z.B. über einen Ausgang vom SmartHome-System zu gewissen Uhrzeiten oder Szenarien ein Code gesperrt werden. Auch dies geschieht potentialfrei.

Lesegeräte

Wie schon beschrieben gibt es drei Arten von Lesegeräten. Das klassische Codeschloss mit Tastenfeld (COM611-xx), ein RFID-Lesegerät für RFID-Tags (ELM611-xx) und ein Fingerprint-Modul (FPM611-xx). Die Geräte gibt es in unterschiedlichen Lackierungen. Auf der Rückseite der Lesegeräte befindet sich ein Poti (1-8) hier wird die Adresse der einzelnen Geräte eingestellt. Für jedes Gerät (Typ) muss ein eine eigene Adresse festgelegt werden, die nicht doppelt im System vorkommen darf. Sobald die Spannung am Codeschloss anliegt, wird dieses auch beleuchtet, sodass eine Eingabe auch bei Dunkelheit möglich ist.

Relais-Erweiterung

Wem die 2 vorhandenen Relais nicht genügen, kann ein zusätzliches Erweiterungsmodul einsetzen, dieses besitzt 6 weitere Relais, die als Schleißer fungieren. Das Gerät heißt Siedle ECE 602-0. Das Erweiterungsmodul wird über ein Flachbandkabel, welches sich an der Rückseite des Gerätes befindet, mit dem Controller verbunden.

Aufbau

Das komplette System (ohne Erweiterung) besteht somit aus mindestens 3 Geräten. 1x Lesegerät, 1x Netzteil und 1x Controller. Das Netzteil und der Controller sind für den Einbau im Schaltschrank vorgesehen und werden auf einer Hutschine montiert. Die Lesegeräte müssen in einen Einbaurahmen gesetzt werden.

Diese gibt es für die Aufputz- und Unterputzmontage. Die Lesegeräte können auch mit anderen Siedle Vario Modulen kombiniert werden, so kann z.B. eine Türstation mit einer Kamera, einem Lautsprecher, einem Klingelmodul und dem Codeschloss in einen 4-fach Rahmen untergebracht werden. Wie oben schon beschrieben arbeitet das Codeschloss aber unabhängig vom In-Home-Bus. Daher besteht keine Verbindung (bis auf die Spannungsversorgung) zwischen den Codeschloss und den restlichen Komponenten.

Fazit

Ich habe bei den letzten Projekten, die wir umsetzt haben Erfahrung mit DoorBird und mit Siedle gemacht. Klar, DoorBird spielt in einer komplett anderen Liga als eine komplexe Siedle Installation. Ich persönlich bin sehr von der Verarbeitung und der durchdachten Systemgestaltung bei Siedle überrascht. Wer eine hochwertige Klingelanlage sucht, die mehr als eine Tür öffnen soll, landet zwangsläufig beim Platzhirsch Siedle.

Für unser aktuelles Projekt haben wir zudem das SmartGateway eingebaut, auch hierzu will ich Euch in den kommenden Wochen ein paar Artikel schreiben, da dies sehr viele interessante Funktionen bietet. Also abschließend ist zu sagen: Siedle ist teuer, aber sein Geld wert. Wer sich so eine Klingelanlage leisten möchte, macht definitiv nichts falsch. Für alle preisbewussteren Anwender gibt es neben DoorBird auch weitere Hersteller, die smarte Klingelanlagen herstellen. ich werde auch hierüber versuchen weiter zu berichten um Euch alternative vorzustellen, die kein großes Loch in den Geldbeutel reißen.

1 Antwort
  1. Avatar
    Ted sagte:

    Hallo Sebastian,
    toller Artikel. Freue mich schon auf die Artikel zum Smart Gateway. Bin von den Siedle Produkten ebenfalls begeistert.

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