Preis-Leistungs-Vergleich von NAS-Gehäusen: ICY Box vs. Synology vs. QNAP

Wer sich heute ein NAS ins Heimnetzwerk stellt, steht schnell vor der Gretchenfrage: Selbst bauen oder fertig kaufen? Ich erinnere mich noch gut, als ich mein erstes ICY Box NAS📦 von RaidSonic in Betrieb nahm – damals war es eine günstige Alternative zu Synology und QNAP. Der Reiz: volle Kontrolle, niedriger Preis, aber eben auch mehr Eigenleistung. Heute, 2025, hat sich der Markt verändert. Synology verlangt teils eigene Festplatten, QNAP bietet High-End-Features – und ICY Box bleibt die bodenständige Lösung für Bastler und Preisbewusste. In diesem Artikel analysiere ich nüchtern die Gesamtkosten und das Preis-Leistungs-Verhältnis der drei Systeme. Dabei geht es nicht um reine Specs, sondern um das, was am Ende wirklich zählt: Wie viel NAS bekomme ich pro investiertem Euro?

Grundlagen: Was bestimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis bei NAS-Systemen?

Ein NAS (Network Attached Storage) ist im Kern nichts anderes als ein kleiner Server mit Netzwerkanschluss, optimiert für Datenspeicherung, Backups und Streaming. Der Preis eines NAS ergibt sich aus drei Hauptfaktoren:

  • Hardwarekosten – Gehäuse, CPU, RAM und Anschlüsse
  • Speichermedien – meist HDDs oder SSDs, die separat gekauft werden
  • Software und Support – Betriebssystem, Apps, Updates und Garantie

Je nach Hersteller verteilt sich das Budget unterschiedlich. Während Synology und QNAP ihre Margen über Software und Ökosystem rechtfertigen, setzt ICY Box auf günstige Hardware und offene Systeme. Wer also sparen will, bekommt bei ICY Box viel Metall fürs Geld, aber weniger Komfortfunktionen. Ein Beispiel: Ein ICY Box 2-Bay NAS📦 kostet um 150 €, während eine vergleichbare Synology DiskStation DS220j🛒 rund 190–220 € kostet – ohne Festplatten wohlgemerkt. QNAP liegt meist im ähnlichen Preisbereich wie Synology, bietet dafür aber oft stärkere Hardware (z.B. leistungsfähigere CPUs oder 2,5-Gbit-Ethernet).

Kostenaufstellung: ICY Box vs. Synology vs. QNAP im Zahlenvergleich

Um die Kosten objektiv zu vergleichen, habe ich typische Setups für Heimanwender durchgerechnet – jeweils mit 2 Bays und zwei 4-TB-Festplatten (WD Red NAS, ca. 80 € pro Stück). Hier die beispielhafte Kalkulation:

System Gehäusepreis Festplatten (2×4 TB) Gesamtkosten
ICY Box IB-NAS902📦 150 € 160 € 310 €
Synology DS220j 200 € 160 € 360 €
QNAP TS-230🛒 220 € 160 € 380 €

Der Unterschied scheint auf den ersten Blick gering, summiert sich aber bei größeren Modellen. Ein 4-Bay-NAS von ICY Box liegt bei etwa 250 €, während Synology und QNAP hier schnell 400–600 € verlangen. Dazu kommen laufende Betriebskosten: Stromverbrauch, Wartung, mögliche Ersatzteile. Ein ICY Box NAS📦 mit 15 W Dauerlast verbraucht etwa 130 kWh im Jahr – bei 0,30 € pro kWh also rund 40 € jährlich. Synology und QNAP liegen meist ähnlich, teils leicht höher, da stärkere Hardware mehr Energie zieht. Über drei Jahre gerechnet ergibt sich also ein realistisches Gesamtbudget von ca.:

  • ICY Box: 310 € + 120 € Strom = 430 €
  • Synology: 360 € + 130 € Strom = 490 €
  • QNAP: 380 € + 140 € Strom = 520 €

Das klingt nach kleinen Differenzen – aber in der Praxis entscheidet die Software, ob sich der Aufpreis lohnt.

Software-Mehrwert und Support: Warum Synology und QNAP teurer sind

Synology und QNAP verkaufen nicht nur Hardware, sondern ein ganzes Ökosystem. Das spürt man spätestens bei der Einrichtung. Synology DSM (DiskStation Manager) bietet eine durchdachte Weboberfläche, automatische Backups, Apps für Smartphone und PC sowie Cloud-Synchronisation. Diese Softwarepflege kostet natürlich Geld – und ist Teil des Produktpreises. Der Vorteil: Auch Jahre nach dem Kauf gibt es Sicherheitsupdates, neue Features und Support. QNAP QTS geht technisch noch einen Schritt weiter: Container, Virtualisierung, 10-Gbit-Unterstützung und eine tiefe Integration für professionelle Anwendungen. Dafür ist die Lernkurve steiler, und der Energiebedarf höher. ICY Box dagegen liefert solide Basisfunktionen: SMB/CIFS, FTP, RAID 0/1, DLNA-Streaming. Wer mehr will, muss selbst Hand anlegen – etwa mit OpenMediaVault oder TrueNAS. Das spart Geld, setzt aber Know-how voraus. Ich habe mein ICY Box NAS📦 beispielsweise mit einer kleinen Debian-Distribution aufgerüstet, um TimeMachine-Backups zu ermöglichen. Das funktioniert großartig, aber ist nichts für jedermann. Im Klartext: Synology und QNAP rechtfertigen ihren Preis über Softwarekomfort und Supportdauer, ICY Box über Hardwareeffizienz und Offenheit.

Langzeitkosten und Energieeffizienz im 24/7-Betrieb

NAS-Systeme laufen in der Regel rund um die Uhr. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Betriebskosten über mehrere Jahre. Ein ICY Box NAS📦 zieht je nach Modell zwischen 10 und 20 W. Bei 24/7-Betrieb summiert sich das auf 100–150 kWh jährlich, also etwa 30–45 € Stromkosten. Synology liegt mit 15–25 W etwas darüber, QNAP mit stärkeren CPUs bei 20–30 W. Das ergibt über fünf Jahre:

Hersteller Leistungsaufnahme (Ø) Stromkosten 5 Jahre* Bemerkung
ICY Box 15 W ~200 € Einfach, sparsam, kaum Lüfterlast
Synology 20 W ~260 € Mehr Komfortdienste aktiv
QNAP 25 W ~320 € Stärkere CPUs, mehr Features

*Berechnet mit 0,30 €/kWh und 24/7-Betrieb Interessant ist, dass die Stromkosten über die Jahre fast so stark ins Gewicht fallen wie die Anschaffung selbst. Wer also ohnehin ein älteres Gerät weiterverwendet oder ein ICY Box Gehäuse passiv kühlt, kann hier bares Geld sparen. Für Firmen oder Medienserver, die Dauerleistung benötigen, relativiert sich dieser Vorteil allerdings wieder.

Wirtschaftliche Lebensdauer und Wartungskosten

Ein oft unterschätzter Faktor: Wie lange hält ein NAS, bevor es ersetzt werden muss? Hier punkten Synology und QNAP mit längerer Firmwarepflege. Selbst fünf Jahre alte Modelle erhalten noch Updates, was die Lebensdauer wirtschaftlich verlängert. Bei ICY Box ist die Firmwarepflege begrenzt – oft endet der Support nach zwei bis drei Jahren. Danach läuft das System zwar weiter, aber ohne neue Sicherheitsfunktionen. Wer technisch versiert ist, kann sich mit Open-Source-Systemen behelfen, muss jedoch Zeit investieren. Hinzu kommen Wartungskosten: Austausch defekter Festplatten (ca. 80 € pro Stück), eventuell Lüfter oder Netzteil. Diese Kosten sind bei allen Herstellern ähnlich. Der Unterschied liegt eher im Handling: Synology und QNAP bieten Hot-Swap-Bays, ICY Box meist nicht – ein kleiner, aber praktischer Unterschied, wenn man Platten im laufenden Betrieb tauschen möchte. Rechnet man alle Faktoren zusammen, ergibt sich folgende grobe Gesamtkostenprognose über fünf Jahre (inkl. Strom, Wartung, Hardware):

  • ICY Box: ca. 600 €
  • Synology: ca. 750 €
  • QNAP: ca. 800 €

Der Unterschied ist also real – aber hängt stark vom Nutzungsszenario ab. Für reine Datenspeicherung ist ICY Box unschlagbar günstig, für Cloud-Integration und Komfort punkten Synology und QNAP.

Fazit: Wann sich welches System wirklich lohnt

Wenn man das Ganze nüchtern betrachtet, dann zahlt man bei Synology und QNAP nicht nur für Hardware, sondern für ein Rundum-sorglos-Paket. Wer Wert auf Plug-and-Play, Apps und langfristige Updates legt, macht hier nichts falsch. Ich selbst nutze Synology im Smart-Home-Umfeld für Kamera-Backups und QNAP im Labor für schnelle Testumgebungen – einfach, weil die Systeme stabil laufen. Für Bastler, Admins und Preisbewusste bleibt ICY Box jedoch die charmanteste Lösung. Die Hardware ist robust, offen, und günstig. Wer bereit ist, selbst ein paar Stunden in Einrichtung und Optimierung zu investieren, bekommt für 300 € ein System, das mühelos mit doppelt so teuren Geräten mithalten kann – zumindest, wenn man auf Komfortfeatures verzichten kann. Am Ende entscheidet also nicht nur das Budget, sondern die eigene Bereitschaft, sich mit der Technik zu beschäftigen. Wer lieber klickt als konfiguriert, wird bei Synology glücklich. Wer lieber schraubt als zahlt, greift zur ICY Box.

Der Preis-Leistungs-Vergleich zeigt klar: ICY Box liefert die günstigste Lösung für erfahrene Nutzer, die ihre Systeme selbst administrieren. Synology punktet mit Benutzerfreundlichkeit und Support, während QNAP sich an Power-User richtet, die maximale Leistung wollen. Unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist ICY Box unschlagbar – unter Komfortaspekten aber nur zweite Wahl. Für mich persönlich ist das Fazit eindeutig: Wer langfristig Kosten senken will und kein Problem mit Eigeninitiative hat, bekommt bei ICY Box das meiste NAS pro Euro.

Du planst dein eigenes NAS-Projekt oder willst dein bestehendes System optimieren? Schau dir unsere weiteren Artikel zu Festplattenwahl und NAS-Optimierung auf technikkram.net an – dort findest du praxisnahe Tipps und detaillierte Tests.

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