Schritt-für-Schritt: Homematic IP in Home Assistant integrieren – so gelingt die perfekte Verbindung

Wer ein bestehendes Homematic IP-System besitzt und zunehmend auf Home Assistant setzt, steht früher oder später vor derselben Frage: Wie bringe ich beide Welten reibungslos zusammen? Genau das habe ich in meinem eigenen Smart Home umgesetzt. Mein Ziel war klar: Die Zuverlässigkeit und Reichweite von Homematic IP mit der Flexibilität und Automatisierungskraft von Home Assistant zu kombinieren – und das komplett lokal, ohne Cloud-Zwang. In diesem Praxis-Tutorial zeige ich Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Homematic IP-System🛒 in Home Assistant integrieren, welche Hardware nötig ist, welche Stolperfallen lauern und wie Sie die ersten Automationen zwischen Homematic- und Matter-Geräten umsetzen. Dieses Setup ist ideal für fortgeschrittene Smart-Home-Enthusiasten, die ihr System auf das nächste Level heben möchten.

Systemüberblick: Homematic IP und Home Assistant verstehen

Bevor wir direkt in die Integration einsteigen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Grundlagen. Homematic IP ist ein deutsches Smart-Home-System von eQ-3, das über ein verschlüsseltes 868‑MHz‑Funkprotokoll kommuniziert. Die Geräte – von Heizkörperthermostaten über Fensterkontakte bis hin zu Präsenzmeldern – sind bidirektional, also senden und empfangen Statusinformationen. Die Kommunikation läuft lokal, anonymisiert und VDE-zertifiziert. Besonders schätze ich an Homematic IP die hohe Zuverlässigkeit, gerade in Gebäuden mit dicken Wänden oder mehreren Etagen. Im Gegensatz dazu basiert Home Assistant auf offenen Standards und dient als zentrale Steuerungsplattform für verschiedenste Systeme. Es läuft z. B. auf einem Raspberry Pi 4🛒 oder einer dedizierten Home Assistant Box und unterstützt unzählige Integrationen – von Zigbee über Z‑Wave bis zu Matter. Die Verbindung zu Homematic IP erfolgt über eine Zentrale (CCU3, RaspberryMatic oder HmIP‑RF‑USB‑Stick). Diese Schnittstelle ermöglicht Home Assistant den Zugriff auf alle Homematic‑Geräte, ohne die Cloud zu verwenden. Das Ziel dieser Kombination: Alle Geräte – egal ob Homematic, Zigbee oder Matter – in einer Oberfläche zusammenzuführen und übergreifende Automationen zu erstellen.

Benötigte Hardware und Vorbereitung

Für die Integration benötigen Sie einige Komponenten, die gemeinsam das Fundament bilden:

  • Home Assistant‑Host: Ein Raspberry Pi 4🛒 (mind. 2 GB RAM) mit Home Assistant OS, alternativ ein NUC oder ein bestehender Server.
  • Homematic‑Zentrale: Entweder eine CCU3, eine RaspberryMatic‑Installation oder ein HmIP‑RF‑USB‑Stick (ca. 30 €) direkt im Pi.
  • Homematic‑Geräte: Z. B. Heizkörperthermostate (ca. 60 €), Fensterkontakte (20–30 €) oder Bewegungsmelder (~ 50 €).
  • Netzwerkzugang: Home Assistant und Homematic‑Zentrale müssen im selben LAN erreichbar sein.
  • Optional: Ein Matter‑ oder Thread‑Stick (z. B. SkyConnect) zur späteren Integration von Matter‑Geräten.

Ich empfehle, vor Beginn alle Komponenten auf aktuelle Firmware zu bringen. Prüfen Sie zudem, ob Ihre CCU3 oder RaspberryMatic die XML‑RPC‑Schnittstellen aktiviert hat – diese benötigt Home Assistant für die Kommunikation. Ein kurzer Netzwerk‑Ping zwischen Home Assistant und der CCU hilft, eventuelle Firewall‑Probleme frühzeitig zu erkennen.

Installation von Home Assistant und RaspberryMatic

Der einfachste Weg führt über das RaspberryMatic‑Add‑on direkt in Home Assistant. Dieses Add‑on bringt die komplette CCU‑Funktionalität in Ihr System und macht eine separate Zentrale überflüssig.

  1. Home Assistant OS installieren: Laden Sie das aktuelle Image von der offiziellen Seite herunter und flashen Sie es auf eine microSD‑Karte. Nach dem ersten Start richten Sie Home Assistant im Browser ein.
  2. RaspberryMatic‑Add‑on hinzufügen: Öffnen Sie im Menü Einstellungen → Add‑ons → Add‑on‑Store und suchen Sie nach „RaspberryMatic“. Installieren und starten Sie das Add‑on.
  3. Homematic‑Funk aktivieren: Stecken Sie den HmIP‑RF‑USB‑Stick ein. In der RaspberryMatic‑Konfiguration wählen Sie /dev/raw-uart als Schnittstelle. Nach einem Neustart ist die Funkverbindung aktiv.
  4. Geräte anlernen: Öffnen Sie die RaspberryMatic‑Weboberfläche und fügen Sie Ihre Homematic‑Geräte wie gewohnt hinzu. Sie erscheinen anschließend auch in Home Assistant.

Falls Sie bereits eine CCU3 betreiben, können Sie alternativ deren IP‑Adresse in der Home Assistant‑Integration angeben. Wichtig ist, dass der Zugriff über XML‑RPC erlaubt ist (unter Einstellungen → Firewall in der CCU3).

Die Integration von Homematic IP in Home Assistant ist kein Hexenwerk, aber sie erfordert technisches Verständnis und sauberes Vorgehen. Wer die Schritte sorgfältig umsetzt, erhält eine äußerst stabile, erweiterbare und vollständig lokale Smart‑Home‑Lösung. Besonders reizvoll ist die Möglichkeit, Homematic‑Sensoren und Matter‑Geräte über Home Assistant zu kombinieren – etwa für komplexe Automationen oder energieoptimierte Szenarien. Für mich persönlich war diese Kombination der entscheidende Schritt, um mein Smart Home wirklich herstellerunabhängig zu machen. Und das Beste: Man bleibt flexibel für die Zukunft, ohne auf die bewährte Homematic‑Technik verzichten zu müssen.

Wenn Sie Ihr Smart Home ebenfalls auf die nächste Stufe heben möchten, probieren Sie die Integration selbst aus – Ihr bestehendes Homematic‑System lässt sich in wenigen Schritten mit Home Assistant verbinden. Teilen Sie Ihre Erfahrungen gern in den Kommentaren auf technikkram.net!

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