Die besten NAS-Systeme 2026 für KMU im Vergleich

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes NAS im Büro – ein klobiges 2-Bay-Gerät, das mehr Lärm als Nutzen brachte. Heute, knapp 15 Jahre und viele Modelle später, sind Network Attached Storages (NAS) erwachsen geworden: Sie sind Server, Backup-System, Cloud und manchmal sogar der Herzschlag des Unternehmensnetzwerks. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist 2026 das Jahr, in dem ein NAS längst kein Luxus mehr ist, sondern ein Muss für Datensicherheit, Teamarbeit und Compliance. Doch welches System lohnt sich wirklich? Synology, QNAP, WD oder vielleicht ein Nischenhersteller? In diesem Vergleich zeige ich, welche Modelle für KMU den besten Mix aus Leistung, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit bieten – basierend auf den aktuellen Entwicklungen und meinen Erfahrungen aus dem täglichen Einsatz.

Was macht ein gutes NAS für KMU aus?

Ein gutes NAS für kleine und mittlere Unternehmen muss drei Dinge vereinen: Performance, Datensicherheit und Verwaltbarkeit. Es geht längst nicht mehr nur darum, Dateien zentral abzulegen. Moderne NAS-Systeme übernehmen Aufgaben, die früher dedizierte Server erledigten – von der Benutzerverwaltung über Backup-Automatisierung bis hin zum Hosting von Applikationen. Die Hardware bildet dabei die Basis: x86-Prozessoren mit 4–8 Kernen, 8–32 GB RAM und mindestens 2,5-GbE-LAN sind heute Standard. NVMe-Caching und SSD-Unterstützung beschleunigen Zugriffe auf Datenbanken oder virtuelle Maschinen. RAID-Level 5 oder 6 sorgt für Ausfallsicherheit, während Dateisysteme wie Btrfs Snapshots und Selbstheilung bieten. Aus meiner Praxis: Ein KMU mit 20 Mitarbeitern profitiert enorm von einem NAS, das Active Directory-Integration, Cloud-Sync und granularen Backup-Schutz bietet. Das reduziert nicht nur die IT-Kosten, sondern auch die Abhängigkeit von externen Cloud-Diensten.

Synology DiskStation – Effizienz durch DSM und Btrfs

Synology ist für viele KMU der Goldstandard, wenn es um Stabilität und Bedienkomfort geht. Das hauseigene Betriebssystem DSM (DiskStation Manager) bietet eine klar strukturierte Weboberfläche, mit der sich Benutzer, Freigaben und Backup-Jobs intuitiv verwalten lassen. Besonders stark: die Integration von Active Directory, Snapshots und Cloud-Synchronisation. Ich habe im letzten Jahr mehrere Synology-Systeme wie die DS923+ und DS1823xs+ in KMU-Umgebungen implementiert. Was mich überzeugt: Btrfs als Dateisystem, das Snapshots und Integritätsprüfungen automatisch erledigt. Kombiniert mit Active Backup for Business lassen sich komplette PCs, Server und VMs sichern – zentral, versioniert und mit Deduplizierung. Ein weiterer Pluspunkt ist die Hybrid-Cloud-Strategie: Mit Synology C2 oder Amazon S3 lässt sich eine 3-2-1-Backup-Strategie umsetzen – also lokale Sicherung, zweite Kopie auf separatem Medium und dritte Offsite-Kopie in der Cloud. Gerade für Ransomware-resiliente Backups ist das 2026 unverzichtbar. In der Praxis liefern Synology-NAS eine beeindruckende Balance aus Benutzerfreundlichkeit und Enterprise-Funktionen. KI-basierte Anomalieerkennung (z. B. ungewöhnliche Dateiaktivitäten) und automatisierte Wiederherstellungsoptionen sind seit DSM 8 fester Bestandteil. Das spart Zeit und Nerven im Ernstfall.

QNAP – Leistung und Flexibilität für Power-User

QNAP hat sich in den letzten Jahren stark auf Performance und Virtualisierung fokussiert. Das Betriebssystem QTS und die ZFS-basierte Variante QuTS hero bieten enorme Flexibilität, etwa bei Snapshots, Deduplizierung und Kompression. Besonders für IT-affine KMU, die virtuelle Maschinen oder Container betreiben, ist QNAP oft die bessere Wahl. Ein Beispiel: Das QNAP TVS-h1288X📦 mit Intel Xeon CPU, 10-GbE-Ports und NVMe-Slots ist ein echtes Arbeitstier. In Kombination mit der Hybrid Backup Sync-Suite lassen sich lokale, Cloud- und Remote-Backups nahtlos kombinieren. QNAPs Dual-Node-Cluster (High Availability) sorgt zudem für unterbrechungsfreien Betrieb – ein Feature, das früher nur in Rechenzentren zu finden war. Mir gefällt besonders die Offenheit des Systems: Docker, LXC, iSCSI, NFS, SMB, rsync – alles ist parallel nutzbar. Wer seine IT-Landschaft modular denkt, kann mit QNAP NAS-Clusterlösungen aufbauen, die skalierbar bis in den Petabyte-Bereich wachsen. Für KMU mit wachsendem Datenvolumen ist das ein echter Zukunftsvorteil.

Western Digital My Cloud OS – Einfachheit für kleine Teams

Western Digital (WD) positioniert sich klar als Anbieter für kleinere Teams und Start-ups, die eine unkomplizierte Lösung suchen. Das My Cloud OS richtet sich an Anwender, die Daten zentral speichern und gemeinsam bearbeiten möchten, ohne tief in Netzwerkkonfigurationen einzutauchen. Die WD My Cloud Pro Serie bietet Hot-Swap-Bays, einfache RAID-Optionen und eine intuitive Weboberfläche. Die Integration von Cloud-Diensten (z. B. Dropbox, Amazon S3) ist nahtlos, was für hybride Arbeitsumgebungen ideal ist. In meinem Testlabor nutze ich ein WD Pro PR4100 als Medien- und Backup-Server – es läuft stabil, ist leise und genügt für Büros bis etwa 10 Mitarbeiter. Die WD Red NAS-Festplatten📦 mit NASware-Firmware sorgen für 24/7-Zuverlässigkeit, niedrige Temperaturen und leisen Betrieb. Wer also eine unkomplizierte, wartungsarme Lösung sucht, wird hier fündig – wenngleich WD im Vergleich zu Synology oder QNAP weniger Enterprise-Funktionen bietet.

Hardware-Vergleich: Synology vs. QNAP vs. WD

Merkmal Synology QNAP Western Digital
OS DSM (Btrfs) QTS / QuTS hero (ZFS) My Cloud OS
CPU AMD Ryzen / Intel Xeon Intel Xeon / AMD Ryzen Intel Celeron
LAN 2,5–10 GbE 2,5–10 GbE 1–2,5 GbE
Virtualisierung Docker, VM Manager Docker, VM Station, LXC Keine
Backup Active Backup, Hyper Backup Hybrid Backup Sync, QuDedup WD Backup
Cloud-Integration Synology C2, S3, Dropbox S3, Azure, Google Cloud Dropbox, S3
Preisbereich (4-Bay) 400–800 € 450–900 € 350–600 €

Für KMU mit Virtualisierungsbedarf oder anspruchsvollen Workloads ist QNAP vorne. Synology punktet mit Benutzerfreundlichkeit und Datensicherheit, während WD für kleine Teams mit kleinem Budget attraktiv bleibt.

Trends 2026: KI, NVMe und Hybrid-Cloud

Die NAS-Welt entwickelt sich rasant weiter. Drei Trends prägen das Jahr 2026:

  • KI-basierte Sicherheit: NAS-Systeme analysieren automatisch Dateiaktivitäten und erkennen verdächtige Muster, um Ransomware frühzeitig zu stoppen. Synology und QNAP haben entsprechende Module bereits integriert.
  • NVMe-Caching und SSD-Speicher: Durch NVMe-Slots werden Datenbank- und VM-Zugriffe massiv beschleunigt. HDDs mit bis zu 30 TB Kapazität bleiben für Archivierung relevant.
  • Hybrid-Cloud-Backups: Lokale NAS-Backups kombiniert mit Offsite-Kopien (z. B. AWS, Synology C2) sind der neue Standard. Immutable Snapshots und Air-Gap-Backups schützen zusätzlich vor Manipulation.

Diese Entwicklungen machen NAS-Systeme endgültig zu zentralen Bausteinen moderner IT-Infrastrukturen – nicht nur für KMU, sondern auch für Managed Service Provider und größere Organisationen.

Praxis-Tipp: Backup-Strategie für KMU

Ein NAS ist nur so gut wie seine Backup-Strategie. Ich empfehle die klassische 3-2-1-Regel: Drei Kopien der Daten, auf zwei unterschiedlichen Medien, davon eine außerhalb des Standorts. Synology und QNAP machen das einfach umsetzbar. Ein Beispiel aus meinem Alltag: Ein Kunde sichert täglich seine Daten auf das lokale NAS (RAID 5), wöchentlich auf ein zweites NAS in der Außenstelle via rsync und monatlich in die Cloud. Mit Snapshots und Deduplizierung bleiben die Daten versionssicher und platzsparend archiviert. Wichtig: RAID ersetzt kein Backup. Auch wenn ein RAID-Verbund vor Hardwareausfall schützt, sind Offsite-Kopien Pflicht. Für sensible Daten empfehle ich zusätzlich verschlüsselte Cloud-Backups mit AES-256 und Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Wenn ich 2026 ein NAS für ein KMU auswählen müsste, würde ich nach dem Einsatzzweck entscheiden: Synology für administrative Einfachheit und Datensicherheit, QNAP für Performance und Virtualisierung, WD für kleine Teams mit Fokus auf Einfachheit. Die gute Nachricht: Alle drei Hersteller liefern solide Lösungen, die sich mit NAS-optimierten HDDs wie Seagate IronWolf📦 oder WD Red zu zuverlässigen, skalierbaren Speichersystemen ausbauen lassen. Wer seine Backup-Strategie durchdacht umsetzt und aktuelle Technologien wie NVMe und Hybrid-Cloud nutzt, hat auch in Zukunft ein performantes, sicheres Fundament für die Unternehmensdaten. Und das – aus meiner Sicht – ist unbezahlbar.

Welche NAS-Lösung nutzt ihr aktuell im Unternehmen? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren oder auf technikkram.net – ich bin gespannt auf eure Setups!

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