Home Assistant Automationen mit Sonnenaufgang und Sonnenuntergang – Dynamik in deinem Smart Home
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Winter mit Home Assistant. Jeden Morgen ging ich im Dunkeln in die Küche, und erst wenn der Kaffee fertig war, wurde es draußen langsam hell. Also dachte ich mir: Warum soll nicht mein Haus schon wissen, wann es hell oder dunkel wird? Seitdem nutze ich Automationen auf Basis von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang – und das macht den Alltag deutlich komfortabler. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du mit Home Assistant und Geräten wie Shelly oder Homematic IP dein Zuhause nach dem Sonnenstand steuern kannst – vom sanften Wecklicht bis zur automatischen Abendstimmung. Dabei gehe ich detailliert auf Einrichtung, Praxisbeispiele und Optimierungen für Fortgeschrittene ein.
Grundlagen: Wie Home Assistant den Sonnenstand nutzt
Home Assistant bringt eine integrierte Sonnen-Integration mit, die automatisch anhand des Standorts deines Hauses die exakten Zeiten für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang berechnet. Diese Daten werden direkt aus den eingestellten GPS-Koordinaten und der Zeitzone unter Einstellungen > System abgeleitet. Das Spannende daran: Du kannst diese Ereignisse als Trigger für Automationen verwenden. Das bedeutet, du kannst Aktionen wie Licht einschalten, Rollläden öffnen oder Szenen aktivieren automatisch zum Sonnenaufgang oder -untergang ausführen lassen. Über sogenannte Offsets lässt sich das sogar feinjustieren – zum Beispiel 15 Minuten vor Sonnenaufgang, damit das Licht etwas früher angeht. Ein typischer YAML-Trigger in Home Assistant sieht so aus: trigger: - platform: sun event: sunrise offset: "-00:15:00" Seit Version 2025.12 gibt es zusätzlich die neuen zweckbezogenen Auslöser. Diese vereinfachen die Einrichtung erheblich: Statt technischer Sensorwerte oder manueller YAML-Konfiguration kannst du direkt „Sonnenaufgang“ oder „Sonnenuntergang“ als Auslöser auswählen. Das sorgt für mehr Übersichtlichkeit, besonders wenn du viele Automationen verwaltest.
Einrichtung und Integration der Geräte
Bevor du mit Automationen loslegst, solltest du sicherstellen, dass dein Home Assistant korrekt eingerichtet ist. Der Ablauf ist im Prinzip immer gleich:
- System vorbereiten: Stelle sicher, dass dein Standort und deine Zeitzone unter Einstellungen > System korrekt eingetragen sind. Nur so kann Home Assistant die Sonnenzeiten exakt berechnen.
- Geräte einbinden: Für smarte Lampen und Rollläden bieten sich Geräte von Shelly oder Homematic IP an.
- Shelly: Über WLAN oder MQTT direkt in Home Assistant integrierbar. Besonders beliebt ist der Shelly 1 Mini Gen3📦 (ab ca. 9,29 €) oder der Shelly Pro 1PM🛒 (ab ca. 44,99 €) für Hutschienenmontage.
- Homematic IP: Integration erfolgt über die CCU3 oder Homegear. Rollladenaktoren liegen preislich bei etwa 50–70 € pro Kanal.
- Szenen anlegen: Über Automationen & Szenen > Szenen kannst du definierte Zustände wie Lichtfarben oder Rollladenpositionen speichern – praktisch, um ganze Stimmungen auf Knopfdruck oder automatisch zu aktivieren.
- Automation erstellen: Wähle unter Automationen & Szenen > Automationen den Auslöser „Sonne > Sonnenaufgang/Sonnenuntergang“ und definiere deine gewünschte Aktion. Beispiel: `light.turn_on` für Licht oder `cover.open_cover` für Rollläden.
Ein Beispiel für eine einfache Automation wäre: trigger: - platform: sun event: sunset condition: [] action: - service: light.turn_on target: entity_id: light.wohnzimmer data: brightness_pct: 60 Damit schaltet sich dein Wohnzimmerlicht automatisch bei Sonnenuntergang auf 60 % Helligkeit ein – ganz ohne Zeitschaltuhr.
Praxisbeispiele: Automationen mit Sonnenaufgang und Sonnenuntergang
Hier kommen ein paar meiner liebsten Automationen, die ich selbst im Einsatz habe – ideal, um die Möglichkeiten der Sonnensteuerung in Home Assistant auszuschöpfen.
Morgendliches Wecklicht
Ein Klassiker: Kurz vor Sonnenaufgang schaltet sich ein sanftes Licht im Schlafzimmer ein. Dafür nutze ich einen Shelly 1 Mini im Nachttisch. In Home Assistant habe ich eine Szene „Morgendämmerung“ erstellt, in der das Licht auf 40 % Helligkeit und warmweiß eingestellt ist. Die Automation löst 15 Minuten vor Sonnenaufgang aus – aber nur, wenn es nach 6 Uhr ist. trigger: - platform: sun event: sunrise offset: "-00:15:00" condition: - condition: time after: "06:00:00" action: - service: scene.turn_on target: entity_id: scene.morgendaemmerung Das Ergebnis: Ich wache durch natürliches, sanftes Licht auf, statt durch einen schrillen Wecker. Gerade im Winter ein echter Komfortgewinn.
Automatische Rolladensteuerung
In meinem Arbeitszimmer fahren die Homematic IP Rollläden bei Sonnenaufgang hoch und bei Sonnenuntergang wieder herunter. Damit bleibt der Raum tagsüber hell und abends gut isoliert. Optional lässt sich das mit einer Anwesenheitsbedingung kombinieren, damit sich die Rollläden nur bewegen, wenn jemand zuhause ist. trigger: - platform: sun event: sunset action: - service: cover.close_cover target: entity_id: cover.arbeitszimmer_rollo Diese einfache Logik spart Energie und sorgt für mehr Sicherheit – insbesondere, wenn du abends unterwegs bist.
Abendbeleuchtung im Garten
Ich habe meine Gartenbeleuchtung ebenfalls an den Sonnenuntergang gekoppelt. Dabei verwende ich Shelly Pro 1PM🛒 Module, die über WLAN mit Home Assistant verbunden sind. Eine Automation schaltet die Außenbeleuchtung bei Sonnenuntergang ein und nach Mitternacht automatisch wieder aus. Das spart Energie und sorgt für ein stimmiges Ambiente, sobald es draußen dunkel wird.
Optimierungen und Best Practices
Fortgeschrittene Home-Assistant-Nutzer können die Sonnenautomationen noch weiter verfeinern. Hier ein paar bewährte Tipps aus meiner Praxis:
- Offsets gezielt einsetzen: Nutze negative Offsets (z.B. -00:15:00), um Aktionen vor dem Sonnenaufgang zu starten – ideal für Wecklichter. Positive Offsets eignen sich, wenn du Aktionen verzögert nach Sonnenuntergang auslösen möchtest, etwa für Gartenbeleuchtung.
- Kombiniere Bedingungen: Mit Bedingungen wie `time`, `state` oder `sun` kannst du komplexe Logiken abbilden. Beispiel: Licht nur einschalten, wenn jemand zuhause ist oder wenn es wirklich dunkel ist.
- Szenen statt Einzelaktionen: Mit dem neuen Szeneneditor (ab Version 2024.12) kannst du ganze Lichtstimmungen speichern und automatisiert abrufen. Das macht die Automationen übersichtlicher und wartungsfreundlicher.
- Testen über Entwickler-Tools: Simuliere Sonnenereignisse unter Entwicklerwerkzeuge > Ereignisse, um sicherzugehen, dass deine Automationen korrekt auslösen.
Ein Beispiel für eine komplexere Automation wäre: trigger: - platform: sun event: sunrise offset: "-00:30:00" condition: - condition: time after: "07:00:00" - condition: state entity_id: person.tim state: "home" action: - service: light.turn_on target: entity_id: light.kueche data: brightness_pct: 50 Diese Automation schaltet 30 Minuten vor Sonnenaufgang das Küchenlicht ein – aber nur, wenn ich zuhause bin und es nicht vor 7 Uhr ist.
Fehlerbehebung und Troubleshooting
Gerade bei Sonnenautomationen gibt es typische Stolperfallen – hier ein paar Tipps, um Fehler schnell zu finden und zu beheben:
- Standort prüfen: Wenn die Automationen nicht zur erwarteten Zeit auslösen, stimmt oft der Standort oder die Zeitzone nicht. Kontrolliere die Einstellungen unter System.
- Entity-IDs kontrollieren: Schreibfehler in der
entity_idsind ein Klassiker. Prüfe die exakte Schreibweise in Einstellungen > Geräte & Dienste. - Trigger simulieren: Unter Entwicklerwerkzeuge > Ereignisse kannst du `sunrise` oder `sunset` auslösen, um zu testen, ob deine Automationen funktionieren.
- Service-Tests: Teste deine Dienste wie `light.turn_on` direkt, um sicherzugehen, dass das Gerät erreichbar ist. Bei Shelly hilft ein Blick ins Webinterface, bei Homematic sollte die CCU online sein.
- Logs lesen: Fehlermeldungen findest du im Server-Log. Gerade bei YAML-Fehlern oder falschen Bedingungen ist das der schnellste Weg zur Diagnose.
Wenn du nicht weiterkommst, lohnt sich ein Blick in die Home Assistant Community oder Smarthome-Foren – dort gibt es fast immer jemanden, der ähnliche Probleme schon gelöst hat.
Kosten und Nutzen im Überblick
Home Assistant selbst ist kostenlos – du brauchst lediglich eine geeignete Hardwareplattform, z.B. einen Raspberry Pi🛒 (rund 50 €) oder einen kleinen Mini-PC. Die eigentlichen Kosten entstehen durch die Aktoren und Lampen.
| Komponente | Typ | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| Shelly 1 Mini Gen3📦 | WLAN-Unterputzaktor | 9,29 € |
| Shelly Pro 1PM🛒 | Hutschienenaktor | 44,99 € |
| Homematic IP Rollladenaktor🛒 | Funk/Wired | 50–70 € |
| Smart-Lampen (ZigBee/WLAN) | Lichtsteuerung | 10–20 € |
Für eine typische Raumautomation (Licht + Rollladen) liegst du bei etwa 100–200 € Materialkosten. Dafür bekommst du aber echten Komfort: Dein Zuhause reagiert dynamisch auf den Tagesverlauf, spart Energie und sorgt für ein natürliches Wohngefühl.
Aktuelle Entwicklungen und Zukunftsaussichten
Home Assistant entwickelt sich stetig weiter. Besonders spannend sind die jüngsten Neuerungen:
- Zweckbezogene Auslöser (seit 2025.12): Damit kannst du Automationen wie „beim Sonnenaufgang“ direkt definieren, ohne YAML schreiben zu müssen – ideal für komplexe, aber übersichtliche Setups.
- Verbesserter Szeneneditor (2024.12): Der neue Editor macht es deutlich einfacher, Licht- und Gerätezustände als Szenen zu speichern und wiederzuverwenden.
- Works with Home Assistant: Seit 2025 ist Shelly offiziell Teil des Programms, was die Integration noch stabiler macht.
- Matter-Kompatibilität: Immer mehr Gerätehersteller setzen auf den neuen Standard, der langfristig viele Integrationen vereinheitlichen wird.
Damit werden Automationen auf Basis des Sonnenstands künftig noch einfacher und flexibler. Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, diese mit Sprachbefehlen zu kombinieren – etwa: „Guten Morgen“ aktiviert automatisch die Sonnenaufgangs-Szene und startet den Tag perfekt abgestimmt.
Automationen mit Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gehören für mich zu den natürlichsten und gleichzeitig effektivsten Funktionen in Home Assistant. Sie verbinden Komfort, Energieeffizienz und ein Stück Magie im Alltag – das Haus reagiert, als wüsste es selbst, was zu tun ist. Ob du mit einem sanften Wecklicht startest oder deine Rollläden automatisch schließen lässt: Diese Automationen sind schnell umgesetzt und bieten einen echten Mehrwert. Mit den neuen zweckbezogenen Auslösern und dem verbesserten Szeneneditor ist der Einstieg noch einfacher geworden – und wer tiefer einsteigt, kann fast unbegrenzte Szenarien abbilden. Mein Fazit: Wenn du dein Smart Home natürlicher und dynamischer gestalten willst, kommst du an Sonnenautomationen in Home Assistant nicht vorbei.
Wenn du bereits Automationen mit Sonnenaufgang oder -untergang nutzt, teile gern deine Erfahrungen und Setups in den Kommentaren – mich interessiert, welche Kombinationen bei dir im Alltag am besten funktionieren!










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