Smarter Kräutergarten in der Küche: Xiaomi Smart Garden und Parrot Pot📦 im Vergleich

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Versuche, Basilikum auf der Fensterbank zu ziehen – trotz täglichem Gießen und viel Sonnenschein war das Ergebnis eher traurig. Seit ich aber smarte Pflanzsysteme nutze, hat sich mein Küchengarten komplett verändert. Statt ständig daran zu denken, wann ich gießen oder düngen muss, übernimmt die Technik die Arbeit. Und das Beste: Ich habe das ganze Jahr über frische Kräuter direkt griffbereit. In diesem Artikel vergleiche ich zwei Systeme, die ich persönlich getestet habe – den Xiaomi Smart Garden SP-SG60📦 und den Parrot Pot📦. Beide verfolgen unterschiedliche Ansätze, aber das Ziel ist dasselbe: frische Kräuter, minimaler Aufwand. Ich zeige euch, wie sie funktionieren, wo ihre Stärken liegen und welches System sich für euren Alltag besser eignet.

Was ist ein smarter Kräutergarten?

Ein smarter Kräutergarten ist im Grunde ein automatisiertes Indoor-Pflanzsystem, das die wichtigsten Wachstumsbedingungen selbstständig reguliert. Sensoren messen Bodenfeuchte, Lichtintensität und Temperatur, während Aktoren wie Pumpen und LED-Leuchten die optimale Umgebung schaffen. So wachsen Kräuter, Salate oder kleine Gemüsepflanzen das ganze Jahr über – unabhängig von Wetter oder Fensterlage. Im Gegensatz zu klassischen Blumentöpfen bieten diese Systeme eine Kombination aus Hydroponik (wasserbasierte Pflanzenzucht ohne Erde) oder klassischem Substrat mit automatischer Bewässerung. Ziel ist es, den Pflegeaufwand zu minimieren und gleichzeitig konstante Ergebnisse zu erzielen. Besonders für Küchen oder kleine Stadtwohnungen ist das eine saubere und platzsparende Lösung. Ich selbst habe in den letzten Jahren einige Systeme ausprobiert – von Click & Grow bis Bosch Smart Grow – und muss sagen: Die Technologie ist inzwischen erstaunlich ausgereift. Heute schauen wir uns zwei Vertreter an, die unterschiedlicher kaum sein könnten: den Xiaomi Smart Garden SP-SG60📦 und den Parrot Pot📦.

Xiaomi Smart Garden SP-SG60📦 im Detail

Der Xiaomi Smart Garden ist ein vollwertiges hydroponisches System für bis zu 21 Pflanzen. Das Gerät arbeitet mit einer 36-Watt-LED-Leiste, deren Höhe sich von 18 bis 63 cm anpassen lässt. Damit wachsen selbst hochgewachsene Kräuter wie Basilikum oder Petersilie gleichmäßig und kompakt. Ein 4,8″ Touch-Display an der Front erlaubt die Steuerung direkt am Gerät – alternativ lässt sich alles bequem über die Mi Home– oder Tuya-App bedienen. Das System verfügt über einen 7,5-Liter-Tank mit integrierter Pumpe, die Wasser und Nährlösung automatisch zirkulieren lässt. Dadurch entfällt das klassische Gießen vollständig. Die App zeigt in Echtzeit an, wann Wasser oder Dünger nachgefüllt werden müssen. Besonders praktisch finde ich, dass der Smart Garden bei WLAN-Verbindung auch Smart-Home-Kommandos versteht – beispielsweise über Alexa. So kann ich mit einem Sprachbefehl das Licht ein- oder ausschalten. Die Installation ist denkbar einfach: Gerät aufstellen, LED-Leiste montieren, Wassertank füllen, Samen in die mitgelieferten Kapseln geben und das Pflanzprogramm starten. Danach läuft alles automatisch. Die LED-Beleuchtung simuliert Tageslicht mit einem ausgewogenen Spektrum für die Photosynthese. Bei mir haben Basilikum, Dill und Koriander in weniger als zwei Wochen erste kräftige Blätter gebildet.

Parrot Pot📦 – smarter Blumentopf mit Sensorik

Der Parrot Pot📦 ist ein ganz anderer Ansatz: Statt Hydroponik setzt er auf klassische Erde, kombiniert mit intelligenter Sensorik. Der Topf hat einen Durchmesser von rund 14 cm und ist für eine einzelne Pflanze ausgelegt – ideal für Basilikum, Minze oder Thymian. Im Inneren misst er Bodenfeuchtigkeit, Nährstoffgehalt, Lichtintensität und Temperatur. Eine kleine Pumpe zieht Wasser aus dem integrierten Tank, sobald die Erde zu trocken wird. Die Stromversorgung erfolgt über vier AA-Batterien, die mehrere Monate halten. Der Pot verbindet sich per Bluetooth Low Energy mit der Parrot-Flower-App. WLAN oder Cloud-Funktionen gibt es nicht, was den Einsatz auf den lokalen Bereich beschränkt. Die App zeigt alle Sensorwerte an und steuert die Bewässerung automatisch anhand der gespeicherten Pflanzenprofile. Die Einrichtung ist unkompliziert: Batterien einlegen, Erde einfüllen, Pflanze einsetzen, Tank mit etwa zwei Litern Wasser füllen und per App koppeln. Danach kalibriert sich der Pot selbst. Ich habe meinen Parrot Pot📦 mit Thymian getestet – nach wenigen Tagen konnte ich in der App sehen, wie sich die Feuchtigkeit und Lichtwerte im Tagesverlauf verändern. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch spannend zu beobachten.

Automatisierungslogik und Smart-Home-Aspekte

Beide Systeme nutzen eine Wenn-Dann-Logik, wie man sie aus der Smart-Home-Welt kennt. Beim Parrot Pot📦 lautet sie beispielsweise: Wenn die Bodenfeuchte unter den Sollwert fällt, dann startet die Wasserpumpe, bis der Sollwert wieder erreicht ist. Der Xiaomi Smart Garden arbeitet ähnlich, allerdings mit deutlich mehr Parametern – etwa Lichtzyklen, Nährstoffdosierung und Wasserstand. Praktisch ist, dass der Xiaomi Smart Garden via WLAN und App vollständig in ein bestehendes Smart-Home integriert werden kann. Ich habe ihn in mein Alexa-System eingebunden, um Lichtzeiten per Sprachbefehl zu steuern. Der Parrot Pot📦 bleibt dagegen autark – er funktioniert ausschließlich über Bluetooth und ist damit eher ein Stand-alone-Gerät. Die Beleuchtung im Xiaomi-System folgt voreingestellten Tagesphasen. Nach zwölf Stunden Beleuchtung schaltet sie automatisch ab – so wird der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus simuliert. Die Helligkeit lässt sich über das Display oder die App anpassen, was besonders bei lichtempfindlichen Kräutern hilfreich ist. Die Nährstoffgabe erfolgt automatisch in Intervallen oder per Erinnerung über die App.

Installation und Pflege im Alltag

In der Praxis ist die Installation beider Systeme schnell erledigt. Beim Xiaomi Smart Garden dauert der Aufbau etwa 30 bis 60 Minuten. Ich empfehle, das Gerät in der Küche oder einem hellen Raum zu platzieren, da die Wärmeableitung der LEDs dort unproblematisch ist. Nach dem Befüllen des Tanks mit Wasser und Nährlösung übernimmt das System alles Weitere. Über die App sehe ich jederzeit, wie viel Wasser noch vorhanden ist. Beim Parrot Pot📦 ist die Einrichtung sogar noch einfacher. Batterien einlegen, Erde und Pflanze einsetzen, Wasser auffüllen und über Bluetooth koppeln – fertig. Wichtig ist, dass die Erde fest angedrückt wird, damit die Sensoren korrekten Kontakt haben. Der Pot arbeitet dann eigenständig und zeigt über eine LED an, wenn Wasser fehlt. Pflegeleicht sind beide Systeme, aber der Xiaomi erfordert gelegentliches Nachfüllen der Nährlösung und eine Reinigung des Tanks. Beim Parrot Pot📦 müssen die Batterien alle paar Monate gewechselt werden. Da Parrot die Cloud-Funktion eingestellt hat, läuft die App lokal weiter, aber ohne Online-Sync.

Mini-Projekte für den Einstieg

Ich habe mit beiden Geräten kleine Projekte umgesetzt, um ihre Praxistauglichkeit zu testen: Küchenkräuter mit Xiaomi Smart Garden (60 Min)

  1. Gerät aufbauen, LED-Leiste montieren und Höhe einstellen.
  2. Samen in die Kapseln geben und in die Pflanzlöcher einsetzen.
  3. Wassertank mit Wasser und Nährlösung befüllen.
  4. Mi Home App öffnen, Pflanzprogramm (z.B. Basilikum) auswählen und Beleuchtungsdauer einstellen.
  5. App-Daten (Feuchtigkeit, Wasserstand) überwachen und erste Wachstumsanzeichen prüfen.

Kräuterzucht mit Parrot Pot📦 (60 Min)

  1. Batterien einsetzen, Technikmodul auf Tank setzen und in Tropfschale stellen.
  2. Erde einfüllen, Pflanze einsetzen und Erde andrücken.
  3. Wassertank mit etwa 2 Litern Wasser befüllen.
  4. App starten, Pot koppeln und Pflanzensorte auswählen.
  5. Feuchtigkeitsziel einstellen und Bewässerung prüfen.

Beide Systeme arbeiten zuverlässig, aber der Xiaomi bietet durch seine App-Anbindung und Hydroponik-Technik mehr Kontrolle und Effizienz.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Preislich liegen beide Systeme in unterschiedlichen Klassen. Der Xiaomi Smart Garden kostet etwa 150 bis 200 Euro, während der Parrot Pot📦 meist zwischen 50 und 100 Euro erhältlich ist. Letzterer ist allerdings offiziell eingestellt, weshalb Ersatzteile und Support nur noch über Restbestände oder Communitys verfügbar sind. Bei den laufenden Kosten sollte man Nährlösung (bei Xiaomi) und Batterien (bei Parrot) einplanen. Stromkosten fallen beim Xiaomi nur gering an – die 36-Watt-LEDs und die kleine Pumpe verbrauchen im Jahr nur wenige Euro. Dafür liefert das System kontinuierlich frische Kräuter, was sich langfristig durchaus rechnet, wenn man bedenkt, wie oft man sonst frische Bundware kauft.

Vor- und Nachteile im Überblick

Kriterium Xiaomi Smart Garden Parrot Pot📦
Systemart Hydroponik (wasserbasiert) Erde mit Sensorik
Pflanzkapazität Bis zu 21 Pflanzen 1 Pflanze
Steuerung App, Touchscreen, Alexa Bluetooth-App (lokal)
Automatisierung Bewässerung, Licht, Nährstoffe Bewässerung
Pflegeaufwand Sehr gering Gering
Preis 150–200 € 50–100 €

In meiner Praxis überzeugt der Xiaomi durch Stabilität, Funktionsumfang und Smart-Home-Integration. Der Parrot Pot📦 ist eher etwas für Minimalisten oder Einsteiger, die eine einzelne Pflanze optimal versorgen möchten.

Aktuelle Trends im Smart Gardening

Der Markt für smarte Indoor-Gartensysteme wächst rasant – 2024 lag das Marktvolumen bei rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Urbanisierung, Nachhaltigkeit und Smart-Home-Trends treiben die Nachfrage an. Neue Systeme nutzen inzwischen KI-gestützte Sensorik zur Anpassung von Bewässerungs- und Düngungszyklen. Auch Sprachsteuerung über Alexa oder Google Assistant ist inzwischen Standard. Ich beobachte zudem, dass sich viele DIY-Communities mit Open-Source-Lösungen beschäftigen. Wer etwas technisches Geschick mitbringt, kann sich seinen Smart Garden mit Arduino oder Raspberry Pi selbst bauen. Dennoch: Für den Alltag sind Systeme wie der Xiaomi Smart Garden eine bequeme, zuverlässige und optisch ansprechende Lösung für die Küche.

Beide Systeme zeigen, wie weit die smarte Pflanzenpflege inzwischen ist. Der Parrot Pot📦 punktet mit Einfachheit und geringem Preis, während der Xiaomi Smart Garden durch Automatisierung, Kapazität und App-Integration überzeugt. Für mich ist der Xiaomi die nachhaltigere Wahl, vor allem wenn man regelmäßig frische Kräuter braucht und Spaß an Technik hat. Wer nur eine einzelne Pflanze pflegen möchte oder ein günstiges Einstiegsmodell sucht, kann mit dem Parrot Pot📦 ebenfalls glücklich werden – auch wenn er technisch nicht mehr weiterentwickelt wird. Unterm Strich gilt: Beide Systeme bringen frisches Grün und Duft in die Küche – und das mit minimalem Aufwand.

Tipp: Wenn ihr euer Smart Home bereits mit Tuya oder Alexa betreibt, lohnt sich der Xiaomi Smart Garden besonders. Er fügt sich nahtlos in bestehende Automationen ein und sorgt ganzjährig für frische Kräuter – direkt auf Knopfdruck oder per Sprachbefehl.

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