Der ultimative Vergleich: Bosch Indego vs. GARDENA SILENO
Wenn der Frühling naht, wird es für mich jedes Jahr aufs Neue spannend: Der Rasen ruft! Zwischen Familie, Arbeit und Gartenprojekten ist es aber gar nicht so einfach, den Rasen regelmäßig zu mähen. Genau deshalb habe ich mich schon früh mit smarten Rasenrobotern beschäftigt. Seit einigen Jahren laufen bei mir zwei Systeme parallel: der Bosch Indego📦 und der GARDENA SILENO📦. Beide gelten als Spitzenmodelle im Bereich Smart Gardening, doch sie verfolgen unterschiedliche technische Ansätze. In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen und ziehe einen praxisnahen Vergleich – von der Einrichtung über die Steuerung bis hin zu Wartung und Automatisierung. Ziel ist, euch eine fundierte Entscheidungshilfe zu geben, welches System besser zu eurem Garten passt.
Technische Grundlagen und Systemarchitektur
Beide Hersteller – Bosch und GARDENA – setzen auf smarte, vernetzte Gartenpflege. Der Bosch Indego📦 nutzt den LogiCut-Algorithmus, um den Rasen systematisch in parallelen Bahnen zu mähen. Dadurch entstehen keine unschönen Fahrspuren, und die Effizienz ist spürbar höher als bei zufälligen Mähmustern. Die Steuerung erfolgt über die Bosch Smart Gardening App📦, die zusätzlich Sprachbefehle via Alexa und Automationen über IFTTT unterstützt. Der GARDENA SILENO📦 geht einen Schritt weiter: Mit der LONA™-Intelligenz kombiniert GARDENA Satelliten- und Kameradaten, um den Garten virtuell zu kartieren. Damit entfällt bei neueren Modellen sogar der Begrenzungsdraht. Das System lässt sich vollständig über die GARDENA smart App📦 steuern und integriert sich nahtlos in das gesamte Smart System mit Sensoren, Ventilen und Bewässerungssteuerungen. In Sachen Kommunikation unterscheiden sich die Systeme deutlich: GARDENA nutzt das 868-MHz-Funkband zur Verbindung zwischen Sensoren, Gateway und Steuerung, während Bosch beim Indego Connect auf ein Mobilfunkmodul setzt. Beide Systeme sind cloudbasiert und benötigen eine stabile Internetverbindung für Fernzugriff und Smart-Home-Integrationen.
Installation und Inbetriebnahme im Praxistest
Die Einrichtung ist für viele Gartenfreunde der erste große Härtetest. Beim Bosch Indego📦 läuft die Installation klassisch ab: Akku laden, Ladestation aufstellen, Begrenzungsdraht verlegen (20–30 cm Abstand zum Rand) und in der App die Mähzeiten konfigurieren. Das System führt anschließend einen Kartierungslauf durch und erstellt eine virtuelle Karte des Rasens. In meinem 400-m²-Garten war die Erstinstallation in etwa zwei Stunden erledigt. Beim GARDENA SILENO📦 war die Einrichtung – je nach Modell – teils einfacher. Ältere Modelle benötigen ebenfalls einen Begrenzungsdraht, während die neuen Varianten mit LONA™-Navigation den Garten selbstständig kartieren. Besonders angenehm ist die Integration mit anderen GARDENA-Komponenten: Über das Smart Gateway und die App lassen sich Mähzonen, Sensoren und sogar Bewässerungsventile kombinieren. Damit kann man zum Beispiel verhindern, dass während des Mähens bewässert wird – ein echter Komfortgewinn im Alltag. Mein Tipp: Wer bereits ein GARDENA Smart System📦 im Einsatz hat, sollte den SILENO wählen, um Synergien mit vorhandenen Sensoren und Bewässerungssteuerungen zu nutzen. Bosch punktet dagegen bei Nutzern, die eine autarke Lösung ohne zusätzliche Gateways bevorzugen.
Mähstrategie und Navigation im Vergleich
Hier zeigt sich der größte Unterschied im Konzept. Der Bosch Indego📦 arbeitet mit einem systematischen Mähprinzip. Dank LogiCut analysiert er die Rasenfläche, teilt sie in Rechtecke ein und mäht Bahn für Bahn – ähnlich wie ein Staubsaugerroboter im Haus. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiges Schnittbild und eine sehr effiziente Flächenabdeckung. Besonders praktisch ist die MultiArea-Funktion, mit der sich bis zu drei getrennte Rasenflächen pflegen lassen. Der GARDENA SILENO📦 hingegen setzt auf eine intelligente, adaptive Navigation. Mit der neuen LONA™-Technologie werden Hindernisse erkannt, und der Roboter passt seine Route dynamisch an. In Kombination mit dem Smart Sensor, der Bodenfeuchte und Temperatur misst, kann das System sogar Mähzeiten auf das tatsächliche Wachstum abstimmen. Diese datengetriebene Pflege folgt dem Trend des sogenannten Precision Gardening – also einer ressourcenschonenden, datenbasierten Gartenbewirtschaftung. In der Praxis liefert der Bosch etwas schnellere Mähzyklen, der GARDENA dagegen das feinere Schnittbild, insbesondere bei komplexeren Gärten mit verwinkelten Flächen.
Integration ins Smart Home
Beide Systeme sind heute mehr als reine Mähroboter – sie sind Teil eines intelligenten Ökosystems. Der Bosch Indego📦 Connect lässt sich via Alexa steuern („Alexa, starte den Rasenmäher“) oder über IFTTT automatisieren. Ich habe beispielsweise eine Routine erstellt, die den Indego pausiert, wenn Regen vorhergesagt ist. Diese SmartMowing-Funktion nutzt Wetterdaten, um automatisch passende Mähzeiten zu wählen. Das GARDENA Smart System📦 bietet noch tiefere Integrationsmöglichkeiten. Über das Smart Gateway werden Sensoren, Bewässerungssteuerung und Roboter zentral verknüpft. Ein Beispiel aus meinem Garten: Wenn der Bodenfeuchtesensor unter 20 % fällt und kein Regen angesagt ist, startet die Bewässerung. Gleichzeitig prüft das System, ob der SILENO im Einsatz ist – dann wird die Bewässerung verschoben. Diese Automatisierungslogik funktioniert zuverlässig und spart Wasser wie auch Nerven. Für Smart-Home-Enthusiasten, die mehrere Gartenkomponenten vernetzen wollen, ist GARDENA klar im Vorteil. Bosch hingegen überzeugt durch seine einfache, stabile und unabhängige Lösung ohne separate Gateways.
Betrieb, Wartung und Zuverlässigkeit
Im Dauerbetrieb zeigt sich, wie robust die Systeme wirklich sind. Der Bosch Indego📦 ist bekannt für seinen geringen Energieverbrauch und die präzise Navigation. Dennoch benötigt er eine klare Begrenzung, und bei sehr unebenen Flächen kann er gelegentlich hängen bleiben. Wartung bedeutet hier: Messer regelmäßig reinigen und einmal pro Saison austauschen, Software-Updates über die App durchführen. Der GARDENA SILENO📦 ist etwas leiser im Betrieb und kommt mit unregelmäßigem Gelände besser zurecht. Dank der wetterfesten Konstruktion und der intelligenten Sensorsteuerung konnte ich ihn auch bei leichtem Regen bedenkenlos laufen lassen. Wichtig ist, dass der Smart Sensor regelmäßig kalibriert wird, um korrekte Feuchtigkeitswerte zu liefern. Beide Systeme melden Wartungsbedarf oder Fehler über die App – bei Bosch sogar mit Push-Benachrichtigung. In puncto Zuverlässigkeit haben beide Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht. Bei Netzwerkausfällen reagiert Bosch mit automatischen Neustarts, während GARDENA über das Gateway Statusmeldungen puffert. Dennoch sollte man ein stabiles WLAN bzw. Mobilfunksignal sicherstellen.
Kosten, Wirtschaftlichkeit und Erweiterbarkeit
Preislich liegen beide Systeme im oberen Mittelfeld. Ein Bosch Indego📦 Connect kostet je nach Arbeitsfläche zwischen 700 und 1000 Euro. Der GARDENA SILENO📦 bewegt sich in ähnlichen Preisregionen, allerdings kommen bei der Smart-Version noch Gateway (~90 €), Sensor (~55 €) und ggf. Bewässerungssteuerung (~210 €) hinzu. Wer das komplette Smart System aufbauen möchte, landet schnell bei rund 1000 Euro Gesamtinvestition. Langfristig kann sich die Investition lohnen: Durch die intelligente Steuerung wird Wasser gespart, der Rasen gleichmäßiger gepflegt und der Zeitaufwand minimiert. Besonders bei GARDENA ist die Erweiterbarkeit ein Pluspunkt – von der Bewässerung bis zur Pumpensteuerung (z. B. Bosch GardenPump 18V📦) lässt sich nahezu alles integrieren. Bosch punktet mit geringerer Einstiegshürde und niedrigeren Folgekosten, da keine zusätzlichen Module erforderlich sind. Für Technikliebhaber, die gerne automatisieren und ausbauen, ist GARDENA das spannendere System. Wer dagegen einfach nur einen zuverlässigen Mähroboter sucht, findet im Indego einen robusten und preislich fairen Begleiter.
Zukunftsausblick und Innovationen
Der Smart-Gardening-Markt entwickelt sich rasant weiter. GARDENA hat für die Saison 2026 den SILENO sense angekündigt – einen KI-gesteuerten Mäher mit Kamera- und GPS-Navigation, der ganz ohne Begrenzungsdraht auskommt. Damit wird die Einrichtung noch einfacher und die Kartierung präziser. Auch Bosch arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen seiner LogiCut-Algorithmen und SmartMowing-Intelligenz, um Wetter- und Wachstumsdaten noch genauer einzubeziehen. Ein übergreifender Trend ist das sogenannte Precision Gardening: datenbasierte Pflege, die auf Sensorik und Wetterprognosen setzt, um Ressourcen zu schonen. In Kombination mit Sprachsteuerung und App-Automationen wird der Garten zunehmend Teil des Smart Homes. Für uns Gartenfreunde bedeutet das: weniger Routinearbeit, mehr Zeit zum Genießen – und ein Rasen, der immer top gepflegt aussieht.
Nach mehreren Saisons mit beiden Systemen ziehe ich ein klares Fazit: Bosch Indego📦 und GARDENA SILENO📦 sind beide hervorragende Mähroboter – aber mit unterschiedlicher Philosophie. Bosch steht für pragmatische Effizienz, einfache Einrichtung und stabile Performance. GARDENA bietet ein vernetztes, zukunftsfähiges System mit tiefgreifender Integration in das gesamte Gartenmanagement. Wer bereits Smart-Home- oder Bewässerungstechnik nutzt, wird mit GARDENA glücklicher. Wer dagegen einfach nur einen verlässlichen Roboter will, der sauber mäht und wenig Pflege braucht, ist mit dem Bosch bestens bedient. Am Ende zählt die individuelle Gartenstruktur: Für verwinkelte, strukturierte Flächen mit vielen Zonen ist der SILENO unschlagbar. Für klare, offene Flächen mit Fokus auf Effizienz und Einfachheit überzeugt der Indego. Beide Systeme haben ihren Platz – und beide zeigen, wie weit Smart Gardening inzwischen gekommen ist.
Mein Tipp: Prüft vor dem Kauf, welche Systeme ihr bereits nutzt. Wer Gardena-Sensoren oder Bewässerung einsetzt, bleibt besser im Ökosystem. Wer unabhängig bleiben will, ist mit Bosch gut beraten.










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