Kostenanalyse: Lohnt sich der Einsatz von Smart Plugs für Haushaltsgeräte?
Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich meine Waschmaschine zum ersten Mal mit einem Shelly Plug S📦 verbunden habe. Nicht etwa, weil ich zu faul war, den Waschgang im Blick zu behalten – sondern, weil ich wissen wollte, ob sich die Investition in smarte Steckdosen tatsächlich lohnt. Wie viel Energie verbraucht die Maschine wirklich? Und kann man mit der Verbrauchsmessung am Ende sogar Geld sparen? Genau diesen Fragen gehe ich in diesem Artikel auf den Grund – mit einem klaren Fokus auf den Kostenaspekt. Wir schauen uns an, welche Anschaffungskosten entstehen, welche Einsparpotenziale realistisch sind und wann sich der Einsatz von Smart Plugs wirtschaftlich tatsächlich rechnet. Denn am Ende geht es nicht nur um Komfort, sondern auch um eine nüchterne Kosten-Nutzen-Betrachtung.
Anschaffungskosten im Überblick
Bevor man über Einsparungen spricht, muss man natürlich erst einmal wissen, welche Investitionskosten überhaupt anfallen. Smarte Steckdosen mit Energie-Messfunktion gibt es in verschiedenen Ausführungen – von günstigen WLAN-Plugs bis hin zu funkgesteuerten Varianten aus dem Homematic-IP-Ökosystem. Ein Shelly Plug S📦 oder dessen Plus-Version liegt preislich bei etwa 20–25 Euro. Diese Geräte arbeiten über das heimische WLAN und benötigen keine zusätzliche Zentrale. Das macht sie für viele Nutzer besonders attraktiv, da keine Folgekosten oder Zusatzhardware anfallen. Die Steuerung erfolgt wahlweise über die Shelly-App oder – wie in meinem Fall – direkt über Home Assistant. Im Vergleich dazu kostet eine Homematic IP Schalt-Messsteckdose📦 rund 35–45 Euro. Hier kommt allerdings noch ein wichtiger Punkt hinzu: Für den Betrieb ist ein Homematic IP Access Point📦 oder eine CCU erforderlich. Diese Basisstation ist zwar für viele ohnehin vorhanden, wer aber neu einsteigt, sollte die Kosten (je nach Modell ca. 60–120 Euro) in die Kalkulation einbeziehen. Softwareseitig fallen keine weiteren Kosten an. Sowohl die Shelly-App als auch die Homematic IP App und Home Assistant sind in ihrer Basisversion kostenfrei nutzbar. Somit ergibt sich folgende grobe Kalkulation:
| Komponente | Einmalige Kosten |
|---|---|
| Shelly Plug S📦 | ca. 20–25 € |
| Homematic IP Schaltsteckdose | ca. 35–45 € |
| Homematic IP Access Point📦 (optional) | ca. 60–120 € |
Damit sind die Einstiegskosten klar umrissen. Entscheidend ist nun die Frage, ob sich diese Investition über Energieeinsparungen oder Komfortvorteile amortisieren kann.
Verbrauchsmessung und Einsparpotenzial
Der größte finanzielle Nutzen smarter Steckdosen liegt in der Transparenz des Energieverbrauchs. Viele Haushaltsgeräte – insbesondere ältere Waschmaschinen, Trockner oder Geschirrspüler – verbrauchen im Standby-Betrieb kontinuierlich Strom. Mit einem Smart Plug lässt sich dieser Verbrauch exakt messen und gegebenenfalls automatisiert abschalten. Ein Beispiel aus meinem eigenen Haushalt: Meine Waschmaschine zog im Standby dauerhaft rund 2 Watt. Klingt wenig, summiert sich aber auf etwa 17 kWh im Jahr. Bei einem Strompreis von 0,30 € pro kWh ergibt das rund 5 € jährlich – nur für den Standby-Betrieb. Der Shelly Plug S📦 selbst verbraucht im Betrieb etwa 1 Watt. Rechnet man das gegen, bleibt immer noch eine kleine Einsparung – und vor allem die Möglichkeit, das Gerät komplett abzuschalten, sobald kein Verbrauch mehr erkannt wird. Richtig spannend wird es, wenn man die gemessenen Verbrauchsdaten in Home Assistant nutzt, um Automatisierungen zu erstellen. So kann beispielsweise der Plug die Waschmaschine nach Programmende automatisch ausschalten oder eine Benachrichtigung senden. Dadurch spart man nicht nur Energie, sondern vermeidet auch unnötige Laufzeiten oder vergessene Geräte im Betrieb. In Summe lässt sich der jährliche Stromverbrauch durch konsequente Nutzung smarter Steckdosen um 3–10 % reduzieren – abhängig von Gerätebestand und Nutzungsverhalten. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 kWh (Haushalt mit zwei Personen) ergibt das ein Einsparpotenzial von rund 30–100 € pro Jahr.
Amortisationsrechnung: Wann lohnt sich der Smart Plug?
Um eine echte Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen, müssen Anschaffungskosten und Einsparungen ins Verhältnis gesetzt werden. Hier ein einfaches Beispiel für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eines Shelly Plug S📦:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Anschaffungskosten | 25 € |
| Eigener Stromverbrauch des Plugs | ~1 W (ca. 1 € / Jahr) |
| Jährliche Einsparung durch Standby-Abschaltung | 5 € / Jahr |
| Jährliche Einsparung durch optimierte Nutzung | 10 € / Jahr |
| Gesamteinsparung pro Jahr | ~15 € |
Damit würde sich der Plug nach gut 1,5–2 Jahren amortisieren. Bei Homematic IP liegt die Amortisationszeit etwas höher, da die Steckdosen teurer sind – etwa 3–4 Jahre bei vergleichbaren Einsparungen. Allerdings spielt hier die Systemintegration eine große Rolle: Wer bereits eine Homematic-IP-Infrastruktur betreibt, kann bestehende Gateways nutzen und spart die zusätzlichen Einstiegskosten. Interessant ist, dass sich die Kostenersparnis im Laufe der Zeit sogar steigern kann. Wenn man mehrere Geräte mit Smart Plugs ausstattet (z. B. Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler), summieren sich die Einsparungen entsprechend. Bei drei Geräten kann man realistisch mit 40–60 € jährlicher Ersparnis rechnen – und gleichzeitig mehr Komfort gewinnen.
Technische Zuverlässigkeit und laufende Kosten
Neben der Anschaffung stellt sich auch die Frage nach den laufenden Kosten und der Zuverlässigkeit im Betrieb. WLAN-basierte Geräte wie der Shelly Plug S📦 sind grundsätzlich günstig und flexibel, hängen aber vom heimischen Netzwerk ab. Fällt das WLAN aus, können Automatisierungen temporär nicht greifen. Das ist in der Praxis selten ein Problem, sollte aber in die Gesamtbewertung einfließen. Der Eigenverbrauch eines Smart Plugs liegt – je nach Modell – bei etwa 0,5–1,5 W. Aufs Jahr gerechnet sind das rund 1–3 € Stromkosten. Damit ist der Eigenverbrauch vernachlässigbar, solange der Plug sinnvolle Automatisierungen übernimmt. Wichtig ist, dass die Geräte lokal arbeiten können. Shelly-Plugs unterstützen den lokalen CoIoT/MQTT-Betrieb, wodurch keine Cloud-Abhängigkeit besteht. Das spart nicht nur Datenverkehr, sondern erhöht auch die Zuverlässigkeit. Homematic-IP-Geräte nutzen hingegen das 868 MHz-Funkprotokoll und sind dadurch weniger anfällig für WLAN-Störungen. Sie benötigen aber eine Zentrale, die dauerhaft läuft – was wiederum einen kleinen Eigenverbrauch (typisch 3–5 W) bedeutet. Auch hier gilt: Wenn das System ohnehin vorhanden ist, fällt dieser Punkt kaum ins Gewicht.
Zukunftssicherheit und technologische Entwicklungen
Bei einer Kostenanalyse sollte man auch immer den Faktor Zukunftssicherheit berücksichtigen. Gerade bei Smart Plugs entwickelt sich der Markt rasant. Shelly hat 2025 den Plug Gen4 vorgestellt, der neben WLAN auch Zigbee und Matter unterstützt. Das bedeutet: Die Geräte lassen sich künftig noch flexibler in unterschiedliche Smart-Home-Systeme integrieren. Wer also jetzt investiert, profitiert von einer hohen Kompatibilität auch in Zukunft. Homematic IP hat ebenfalls nachgelegt: Die neue Home Control Unit (2024) unterstützt EEBUS und kann so direkt mit Photovoltaik-Anlagen oder Energiespeichern kommunizieren. Damit wird das Thema Energiemanagement zunehmend spannend – und Smart Plugs könnten eine wichtige Rolle in der Laststeuerung spielen. Das ist nicht nur technisch interessant, sondern hat auch einen wirtschaftlichen Aspekt: Je besser sich Geräte in ein übergreifendes Energiemanagement einbinden lassen, desto höher das langfristige Einsparpotenzial – insbesondere bei steigenden Strompreisen.
Praxisbeispiel: Waschmaschinen-Alarm mit Verbrauchssteuerung
Ein klassisches Beispiel, das viele aus der Praxis kennen, ist der Waschmaschinen-Alarm. Mit einem Smart Plug lässt sich der Energieverbrauch der Maschine in Echtzeit messen. Sobald der Verbrauch unter einen bestimmten Wert fällt, erkennt das System automatisch: Waschgang beendet. In Home Assistant kann man daraufhin eine Benachrichtigung aufs Smartphone oder über den Sprachassistenten senden lassen. Der Clou: Das Ganze funktioniert vollkommen lokal, ohne Cloud-Dienste, und spart neben Zeit auch Energie. Denn wer die Maschine nach dem Waschgang komplett abschaltet, vermeidet unnötigen Standby-Verbrauch. In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich solche Automatisierungen mit einem Shelly Plug S📦 in wenigen Minuten umsetzen lassen. Der zusätzliche Nutzen ist enorm – und die Kosten dafür minimal. Im Homematic-IP-Umfeld lässt sich dasselbe Szenario ebenfalls umsetzen. Die Einrichtung erfolgt hier über die Homematic-Zentrale, die Messwerte an Home Assistant weitergibt. Zwar sind die Geräte teurer, dafür aber besonders zuverlässig. In beiden Fällen zeigt sich: Der finanzielle Aufwand ist überschaubar, der praktische Mehrwert dagegen hoch.
Wenn man die Zahlen nüchtern betrachtet, zeigt sich: Der Einsatz von Smart Plugs kann sich wirtschaftlich durchaus lohnen – vor allem, wenn man sie gezielt einsetzt. Ein einzelner Plug amortisiert sich in der Regel nach 1–3 Jahren, abhängig von Strompreis, Gerätetyp und Nutzungsverhalten. Wer mehrere Geräte ausstattet und die Messdaten aktiv nutzt, kann die Amortisationszeit weiter verkürzen. Aus meiner Sicht lohnt sich der Einsatz besonders dann, wenn man ohnehin ein bestehendes Smart-Home-System nutzt. Die Integration in Home Assistant oder Homematic IP bietet nicht nur Komfort, sondern auch echte Transparenz über den Energieverbrauch. So wird aus einer kleinen Investition ein langfristiger Beitrag zu einem effizienteren Haushalt. Mein Fazit nach mehreren Jahren praktischer Nutzung: Smart Plugs sind keine Spielerei, sondern ein ernstzunehmendes Werkzeug im Energiemanagement. Und wer sie klug einsetzt, spart nicht nur Strom – sondern versteht auch endlich, wo im eigenen Zuhause die echten Stromfresser lauern.
Wenn du wissen willst, wie du Smart Plugs in dein bestehendes System integrieren kannst, schau dir meine Projekte auf technikkram.net an – dort findest du Schritt-für-Schritt-Anleitungen und praktische Automatisierungsbeispiele.










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