Raspberry Pi 4 vs. Pi 5: Leistungssteigerung für Home Assistant im Profi-Einsatz
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als mein Home Assistant auf einem einzelnen Raspberry Pi 3 lief – charmant, aber bei mehreren Zigbee- und Homematic-Geräten schnell am Limit. Heute, im Jahr 2025, hat sich die Landschaft drastisch verändert. Mit dem Raspberry Pi 5🛒 ist die vierte Generation endgültig überholt. Für alle, die Home Assistant professionell oder hochverfügbar betreiben möchten, stellt sich die zentrale Frage: Lohnt sich der Umstieg auf den Pi 5 wirklich? In diesem Artikel vergleiche ich die beiden Modelle aus Sicht eines Smart-Home-Profis – mit Fokus auf Leistung, Stabilität, Clusterfähigkeit und Praxistauglichkeit im 24/7-Einsatz. Ich zeige, wo der Pi 5 seine Muskeln spielen lässt und wann der Pi 4 nach wie vor ein solides Fundament für dein Smart Home bleibt.
Hardware im Vergleich: Architektur, Leistung und Effizienz
Der Raspberry Pi 4🛒 war über Jahre der Goldstandard für Home Assistant-Installationen. Mit seinem Quad-Core-ARM-Cortex-A72-Prozessor und bis zu 8 GB RAM bot er ausreichend Leistung für die meisten Smart-Home-Setups. Doch mit dem Raspberry Pi 5🛒 hat die Foundation die Messlatte deutlich höher gelegt: Vier Cortex-A76-Kerne, bis zu 16 GB RAM und eine rund doppelt so hohe Rechenleistung bei gleichbleibend kompakter Bauweise. In der Praxis bedeutet das für uns Smart-Home-Nerds: Automationen reagieren schneller, die Oberfläche von Home Assistant lädt zügiger, und komplexe Integrationen – etwa mit Zigbee, Z-Wave oder Homematic IP – laufen flüssiger. Besonders in Cluster-Umgebungen, in denen mehrere Home Assistant-Instanzen parallel betrieben werden, spielt der Pi 5 seine Stärken aus.
| Merkmal | Raspberry Pi 4🛒 | Raspberry Pi 5🛒 |
|---|---|---|
| CPU | Quad-Core Cortex‑A72 (1,5 GHz) | Quad-Core Cortex‑A76 (2,4 GHz) |
| RAM | 2–8 GB LPDDR4 | 4–16 GB LPDDR4X |
| Leistung | Basis‑Setup ausreichend | Deutlich höhere System- und I/O‑Leistung |
| Preis (2025) | ~75 € (8 GB) | ~90 € (8 GB) / ~205 $ (16 GB) |
| Energiebedarf | 5–7 W | 7–9 W |
Die Kehrseite der Medaille: Der Pi 5 wird unter Last deutlich wärmer. Aktive Kühlung ist Pflicht – ein kleiner 30‑mm‑Lüfter oder ein Kühlgehäuse sind sinnvoll. Wer seinen Home Assistant 24/7 laufen lässt, sollte außerdem auf eine stabile Stromversorgung (z. B. per PoE‑HAT oder USV) achten.
Home Assistant im Cluster: Stabilität trifft Skalierbarkeit
Ein einzelner Raspberry Pi ist für viele Smart‑Home‑Setups ausreichend. Doch wer mehrere Dutzend Geräte, Automationen und Integrationen betreibt, weiß, dass Ausfallsicherheit Gold wert ist. Hier kommt das Konzept des Raspberry‑Pi‑Clusters ins Spiel. Ein Cluster besteht aus mehreren Pis, die über Ethernet vernetzt sind. Fällt ein Gerät aus, übernimmt automatisch ein anderer Knoten die Steuerung – Home Assistant bleibt erreichbar. In meinem Testaufbau mit zwei Pis (ein Pi 4 und ein Pi 5) zeigte sich schnell, dass der Pi 5 als Primärknoten spürbar flüssiger arbeitet, während der Pi 4 als Backup‑Node völlig ausreicht. Technisch läuft Home Assistant dabei in einem Docker‑Container, der auf jedem Pi identisch konfiguriert ist. Pacemaker und Corosync überwachen die Knoten, halten eine virtuelle IP aktiv und verschieben die Home‑Assistant‑Ressource bei Ausfall automatisch. Diese Architektur erlaubt sogar Rolling Updates – während ein Pi aktualisiert wird, bleibt der andere aktiv. Für Profis ist das ein echter Game‑Changer: Containerisierung und Hochverfügbarkeit ziehen damit endgültig in den Heimgebrauch ein. Alternativ lässt sich das Ganze auch mit Kubernetes realisieren – etwas komplexer, aber extrem flexibel, wenn man weitere Dienste (z. B. Grafana, Prometheus) integrieren möchte.
Einrichtung im Detail: Vom Bare‑Metal bis zur Hochverfügbarkeit
Der Aufbau eines Home‑Assistant‑Clusters mit Raspberry Pi 4🛒 oder 5 folgt einem klaren Schema. Hier die wichtigsten Schritte aus meiner Praxis:
- Hardware vorbereiten: Zwei Pis mit 4–8 GB RAM, Gigabit‑Switch, Netzteile (idealerweise PoE), Kühlung und SSD‑Speicher besorgen. Cluster‑Gehäuse sind optional, aber praktisch.
- Betriebssystem installieren: Raspberry Pi OS 64‑Bit oder Debian 11+ aufspielen, Updates durchführen (
sudo apt update && sudo apt upgrade -y) und SSH aktivieren. - Netzwerk festlegen: Feste IP‑Adressen vergeben, z. B.
192.168.1.101und192.168.1.102. Hostnamen wieha-node1undha-node2erleichtern die Übersicht. - Pacemaker und Corosync installieren:
sudo apt install -y pacemaker corosync pcsund Cluster‑Konfiguration anlegen. - Gemeinsamen Speicher einrichten: NFS‑Server auf einem Pi, Mount auf allen anderen. So teilen sich alle Knoten die Home‑Assistant‑Konfiguration.
- Home Assistant als Container starten:
docker run -d --name homeassistant --restart unless-stopped -v /srv/homeassistant:/config --network=host ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable. - Virtuelle IP und Ressource anlegen: Pacemaker‑Ressource definieren, die Home Assistant steuert und bei Ausfall automatisch umschaltet.
Das Ergebnis: Ein hochverfügbarer Home Assistant, der auch bei Hardwareausfall oder Update ohne Unterbrechung weiterläuft. Besonders spannend: Mit dem Pi 5 lassen sich nun deutlich mehr Automationen gleichzeitig abarbeiten – ideal für Setups mit vielen Sensoren, Kameras oder Cloud‑Integrationen.
Kosten, Energie und Wirtschaftlichkeit im Vergleich
Im Smart‑Home‑Umfeld zählen nicht nur Leistung und Stabilität, sondern auch Wirtschaftlichkeit. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Der Pi 4 ist nach wie vor das Preis‑Leistungs‑Wunder. Mit rund 75 € (8‑GB‑Version) ist er deutlich günstiger als der Pi 5, dessen 16‑GB‑Variante aktuell bei etwa 205 $ liegt. Wer also ein kleines, aber robustes Home‑Assistant‑Setup plant, ist mit zwei Pi 4 gut bedient. Für anspruchsvollere Anwendungen – etwa mit Video‑Streaming, Datenlogging oder vielen gleichzeitigen Integrationen – lohnt der Pi 5, auch wenn er etwas mehr Energie verbraucht (rund 7–9 W gegenüber 5–7 W beim Pi 4). Zusätzliche Kosten entstehen durch Zubehör: Gigabit‑Switch (30–50 €), PoE‑HATs (je 15–20 €), USV (50–100 €) und SSD‑Speicher (~30 €). Damit landet man für ein redundantes Setup mit zwei Pis bei etwa 300–400 €. Home Assistant selbst bleibt kostenlos – Open Source sei Dank.
Profi‑Automatisierungen und Ausfallsicherungslogik
Was bringt die zusätzliche Power des Pi 5 konkret im Alltag? Kurz gesagt: spürbare Reaktionsvorteile und mehr Sicherheit. Dank der höheren CPU‑Leistung können komplexe Automationen schneller ausgeführt werden. Ein Beispiel aus meinem Setup:
Wenn ein Homematic‑Fensterkontakt auf „offen“ schaltet, senkt Home Assistant in Echtzeit die Heizkörpertemperatur – auch dann, wenn der primäre Pi gerade ein Update durchführt. Der zweite Knoten übernimmt nahtlos.
Weitere Szenarien, die vom Pi 5 profitieren:
- Rolling Updates: Updates lassen sich ohne Downtime durchführen – wichtig für produktive Umgebungen.
- Video‑Verarbeitung: Eufy‑Kameras oder andere IP‑Streams laufen stabiler, da der Pi 5 mehr I/O‑Reserven hat.
- Monitoring: Tools wie Prometheus und Grafana zeigen in Echtzeit CPU‑Last, Temperaturen und Netzwerkauslastung – perfekt für die Optimierung.
- Notfall‑Automationen: Bei Stromausfall erkennt die USV den Spannungsabfall und aktiviert automatisch einen Notmodus, in dem nur kritische Automationen laufen.
Diese Logik macht den Unterschied zwischen einem Bastelprojekt und einer professionellen Smart‑Home‑Zentrale. Der Pi 5 liefert hier die nötigen Leistungsreserven, um selbst anspruchsvolle Setups stabil zu halten.
Troubleshooting und Best Practices für den Dauerbetrieb
Ein Cluster ist nur so stark wie seine schwächste Verbindung. Damit dein System im Alltag stabil läuft, solltest du auf ein paar Punkte achten:
- Netzwerk‑Stabilität: Feste IPs vergeben und sicherstellen, dass alle Pis im selben Subnetz laufen. IP‑Konflikte sind der häufigste Fehler.
- Zeitsynchronisation: NTP aktivieren, da Zeitabweichungen Pacemaker stören können.
- Speicherqualität: Hochwertige MicroSD‑Karten oder besser USB‑SSDs verwenden – sie sind langlebiger und resistenter gegen Schreibfehler.
- Kühlung: Dauerhafte CPU‑Temperaturen über 70 °C vermeiden. Aktive Kühlung hält die Systeme zuverlässig.
- Monitoring: Mit
htopoder Grafana regelmäßig die Systemlast prüfen. So erkennst du Engpässe frühzeitig. - Backups: Home‑Assistant‑Snapshots regelmäßig sichern (z. B. auf NAS oder Cloud), um bei Ausfall schnell wieder online zu sein.
Mit diesen Best Practices läuft dein Cluster stabil – ob mit Pi 4, Pi 5 oder einer Mischung aus beiden. Der Aufwand lohnt sich: Ich erreiche damit in meinem Smart Home eine Verfügbarkeit von über 99,9 %.
Fazit: Wann sich der Umstieg auf den Pi 5 lohnt
Der Raspberry Pi 5🛒 ist ohne Frage ein Meilenstein – vor allem für alle, die Home Assistant professionell oder im Cluster betreiben. Seine höhere Rechenleistung, der größere RAM und die verbesserte I/O‑Performance machen ihn zum idealen Primärknoten in hochverfügbaren Umgebungen. Aber: Der Pi 4 hat noch lange nicht ausgedient. Für kleinere Installationen mit begrenzter Gerätezahl oder als Backup‑Node bleibt er eine hervorragende Wahl. Wer ein robustes, ausfallsicheres Smart‑Home‑System aufbauen will, profitiert vom Zusammenspiel beider Generationen. Mein persönliches Fazit nach mehreren Monaten Parallelbetrieb: Der Pi 5 ist die Zukunft – aber der Pi 4 bleibt die solide Basis. In Kombination liefern sie die perfekte Balance aus Leistung, Stabilität und Wirtschaftlichkeit für anspruchsvolle Home‑Assistant‑Setups.
Ob du dich nun für den Pi 4 oder den Pi 5 entscheidest: Entscheidend ist, wie du die Hardware in dein Smart‑Home‑Ökosystem integrierst. Mit einem gut geplanten Cluster erreichst du eine Verfügbarkeit, die früher nur professionellen Serverumgebungen vorbehalten war. Für mich als Smart‑Home‑Enthusiast ist der Pi 5 der logische nächste Schritt – nicht nur wegen der Power, sondern weil er die Brücke zwischen DIY und Enterprise schlägt. Wer seine Home‑Automation ernst nimmt, wird an dieser Plattform in den kommenden Jahren kaum vorbeikommen.
Hast du deinen Home Assistant schon auf den Raspberry Pi 5🛒 migriert oder betreibst du einen gemischten Cluster? Teile deine Erfahrungen und Benchmarks gern in den Kommentaren – ich bin gespannt, wie du die Leistungssteigerung im Alltag erlebst!










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