Synology Drive ShareSync vs. QNAP Hybrid Backup Sync – Ein Vergleichstest aus der Praxis
Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal, als ich in einem mittelständischen Unternehmen zwei NAS-Systeme an unterschiedlichen Standorten synchronisieren sollte. Die Anforderung war klar: Datenabgleich in Echtzeit, kein Cloud-Dienst, maximale Sicherheit. Damals war die Wahl zwischen Synology Drive ShareSync🛒 und QNAP Hybrid Backup Sync🛒 gar nicht so einfach. Beide Hersteller versprechen eine zuverlässige Lösung, beide Systeme bieten Sync, Backup und Versionierung – aber die Ansätze sind grundverschieden. In diesem Artikel gehe ich als langjähriger NAS-Nutzer und technikkram.net-Autor der Frage auf den Grund, welche Lösung im Alltag wirklich überzeugt, wo die technischen Unterschiede liegen und welche Setups sich für welchen Einsatz eignen. Ich habe beide Systeme unter realen Bedingungen getestet – mit Gigabit- und 10GbE-Verbindungen, gemischten HDD/SSD-Setups und echten Unternehmensdaten.
Grundlagen und technisches Konzept
Bevor man die beiden Systeme gegeneinanderstellt, lohnt sich ein Blick auf das Grundprinzip. Synology Drive ShareSync🛒 ist Teil des Synology-Ökosystems und dient der bidirektionalen Dateisynchronisierung zwischen NAS-Servern. Es handelt sich um eine On-Premise-Lösung, die über HTTPS (Port 6690) verschlüsselt kommuniziert. Dateien werden dateibasiert übertragen – ideal für klassische File-Server-Strukturen. QNAP Hybrid Backup Sync🛒 (HBS) dagegen ist ein universelles Tool, das sowohl Backup als auch Synchronisation beherrscht. Es unterstützt nicht nur QNAP-zu-QNAP-Transfers, sondern auch Cloud-Dienste wie AWS, Azure oder Google Drive. Der Fokus liegt also auf einer hybriden Backup-Strategie – mit blockbasierten Transfers und optionaler Deduplizierung. Damit ergibt sich ein klarer Unterschied in der Philosophie: Synology setzt auf kontrollierte Dateisynchronisation innerhalb des eigenen Systems, während QNAP mit HBS ein Backup-First-Konzept verfolgt, das auch Synchronisation abbildet.
Einrichtung und Installation im Vergleich
Synology Drive ShareSync🛒
Die Einrichtung bei Synology ist angenehm geradlinig. Nach der Installation des Drive Server-Pakets wird auf dem Quell-NAS ein Freigabeordner als Team-Ordner aktiviert. Auf dem Ziel-NAS wählt man in der Drive Admin Console den Punkt „Drive ShareSync“ und verbindet sich über QuickConnect oder die IP-Adresse. Wichtig: Port 6690 muss erreichbar sein oder eine VPN-Verbindung bestehen. Danach wählt man die zu synchronisierenden Ordner aus, legt die Richtung fest (ein- oder bidirektional) und startet die Synchronisation. Versionierung und Konfliktmanagement sind direkt integriert. Der Prozess ist komplett über die DSM-Weboberfläche steuerbar – intuitiv, aber mit klarer Herstellerbindung. Wer bereits mit DSM arbeitet, findet sich sofort zurecht.
QNAP Hybrid Backup Sync🛒 (HBS)
Bei QNAP läuft die Einrichtung über die HBS-Oberfläche ähnlich komfortabel, aber mit deutlich mehr Optionen. Es lassen sich Jobs für Backup, Sync oder Restore anlegen. Für den NAS-zu-NAS-Sync nutzt QNAP das RTRR- oder Rsync-Protokoll. Hier kann man feingranular planen, z. B. Zeitpläne, Bandbreitenlimits und Verschlüsselung. Der initiale Setup ist etwas technischer, belohnt aber mit Flexibilität. Wer mehrere Zielsysteme oder Cloud-Dienste kombinieren will, wird bei QNAP glücklich – wer dagegen einfach nur zwei Synology-Systeme koppeln will, ist mit ShareSync schneller am Ziel.
Leistung, Stabilität und Datenfluss
In meinem Praxistest habe ich zwei Szenarien gefahren: einmal Gigabit-Ethernet über VPN (Standort A ↔ B) und einmal 10GbE im lokalen Netz. Die Testumgebung bestand aus einer Synology DiskStation DS920+ und einer QNAP TS-473A🛒, beide mit Seagate IronWolf HDDs📦 und SSD-Cache.
Synology Drive ShareSync🛒
Bei Synology erfolgt die Synchronisation dateibasiert. Änderungen werden über den Drive-Dienst erkannt und inkrementell übertragen. Die CPU-Last bleibt moderat (15–25 %), solange keine Verschlüsselung im DSM aktiv ist. Besonders positiv: Die Versionierung arbeitet effizient, ältere Versionen werden dedupliziert.
QNAP Hybrid Backup Sync🛒
QNAP überträgt optional blockbasiert, was bei großen Dateien (z. B. VM-Images oder Mediendaten) enorme Vorteile bringt. Die Übertragungsrate ist im LAN spürbar höher, im WAN hängt sie stark von der Kompression ab. Dafür ist die Datenbankpflege auf QNAP-Seite intensiver – HBS erzeugt regelmäßig Metadaten-Backups.
Stabilität
Beide Systeme liefen über zwei Wochen Dauertest stabil. Synology punktet mit einfacherer Fehlerbehandlung (z. B. bei Netzwerkabbrüchen). QNAP hat dafür detailliertere Logs und Benachrichtigungen. In puncto Zuverlässigkeit liegen beide auf Augenhöhe – je nach Setup hat aber Synology den Vorteil der geringeren Komplexität.
Praxisnahe Anwendungsfälle
Je nach Unternehmensstruktur oder privater Nutzung unterscheiden sich die Anforderungen deutlich. Hier spielt die jeweilige Architektur ihre Stärken aus.
Synology Drive ShareSync🛒 – ideal für verteilte Standorte
- Filialnetzwerke: Eine Zentrale pflegt Produktdaten, die automatisch auf NAS-Systeme in Filialen synchronisiert werden. Mitarbeiter greifen lokal auf aktuelle Dateien zu, ohne große Datenmengen über VPN zu ziehen.
- Projektteams: Architekturbüros oder Entwicklerteams an verschiedenen Standorten arbeiten auf denselben Dateien. Änderungen auf einem NAS erscheinen zeitnah auf dem anderen.
- Bidirektionales Arbeiten: Beide Seiten können Dateien ändern, was insbesondere bei gleichberechtigten Team-Strukturen hilfreich ist.
QNAP Hybrid Backup Sync🛒 – stark bei gemischten Umgebungen
- Hybrid Cloud: Kombination aus lokalem Backup und Cloud-Archivierung über AWS, Azure oder Google Drive.
- Unternehmens-Backups: Regelmäßige Offsite-Backups mit Zeitplan, Kompression und E-Mail-Reports.
- Multi-Ziel-Sicherung: Mehrere Zielsysteme (z. B. zweites NAS + Cloud) lassen sich parallel ansteuern.
Während Synology also den Fokus auf File Collaboration legt, zielt QNAP auf Backup-Redundanz und Multiplattform-Integration ab.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Aspekt | Synology Drive ShareSync🛒 | QNAP Hybrid Backup Sync🛒 |
|---|---|---|
| Einrichtung | Einfach, über DSM integriert | Etwas komplexer, aber flexibler |
| Synchronisationstyp | Dateibasiert | Blockbasiert (optional) |
| Richtung | Ein- oder bidirektional | Primär Backup, optional Sync |
| Versionierung | Bis zu 32 Versionen mit Deduplizierung | Versionierung über HBS-Job-Optionen |
| Cloud-Anbindung | Nur Synology C2 (optional) | Viele Cloud-Dienste integriert |
| Performance | Sehr gut bei kleinen/mittleren Dateien | Stark bei großen Dateien und VMs |
| Kompatibilität | Nur Synology NAS | QNAP + Drittanbieter via Rsync/RTRR |
| Kosten | Inklusive im DSM-Paket | Kostenlos, aber teils Zusatzdienste |
In Summe zeigt sich: Synology ist die einfachere, kontrollierte Lösung für homogene Umgebungen. QNAP bietet mehr Optionen und Integrationen, verlangt aber auch mehr Know-how.
Aktuelle Entwicklungen und Zukunftstrends
Synology hat mit Hybrid Share bereits eine Brücke zwischen On-Premise und Cloud geschlagen. Drive ShareSync bleibt aber weiterhin die bevorzugte Lösung, wenn Daten komplett intern bleiben sollen. Mit DSM 7.3 wurde die Anzahl paralleler Sync-Jobs auf 64 erhöht, und Performance-Optimierungen verbessern die Synchronisation großer Datenmengen. QNAP wiederum treibt die Integration in Multi-Cloud-Umgebungen voran. Der Trend geht klar zu hybriden Datenstrukturen – lokale NAS-Systeme als Edge-Speicher, kombiniert mit Cloud-Tiering. In beiden Lagern wird künftig stärker auf Deduplizierung, WAN-Optimierung und Datenintegrität gesetzt. Für Administratoren bedeutet das: Wer Datensouveränität und klare Kontrolle will, bleibt bei Synology. Wer Datendiversität und flexible Backup-Strategien sucht, findet bei QNAP das passendere Werkzeug.
Nach mehreren Wochen Praxistest ziehe ich ein klares Fazit: Synology Drive ShareSync🛒 glänzt durch Einfachheit, Stabilität und Integration – perfekt für Unternehmen mit mehreren Standorten, die im Synology-Ökosystem bleiben wollen. QNAP Hybrid Backup Sync🛒 dagegen ist der Allrounder für gemischte oder cloudorientierte Setups. Beide Systeme sind ausgereift, aber in unterschiedlichen Disziplinen stark. Ich persönlich setze in meinem Smart-Home-Lab weiterhin auf Synology für den Standortabgleich und QNAP für Offsite-Backups – eine Kombination, die in der Praxis bestens funktioniert. Wer also den richtigen Werkzeugkasten für sein NAS sucht, sollte nicht nur auf die Features, sondern auf den Einsatzzweck achten: Sync ist nicht gleich Backup – aber beides kann sich hervorragend ergänzen.
Hast du bereits Erfahrungen mit ShareSync oder Hybrid Backup Sync gemacht? Teile deine Setups und Tipps in den Kommentaren – ich bin gespannt, wie ihr eure NAS-Systeme synchron haltet!










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