NAS-Kosten im Blick: Wie rentabel ist die Synology DS124 wirklich?
Ich erinnere mich noch genau, als ich mein erstes NAS ins Smart Home eingebunden habe – damals war das mehr Spieltrieb als Notwendigkeit. Heute, Jahre später, steht Effizienz für mich im Vordergrund. Stromverbrauch, Wartungsaufwand, Anschaffungskosten – all das summiert sich schnell, wenn man mehrere Systeme parallel betreibt. Genau deshalb habe ich mir die Synology DS124 einmal aus der Perspektive der Rentabilität angesehen. Ein kompaktes 1-Bay-NAS, das laut Hersteller mit geringem Energieverbrauch und vollem DSM-Softwarepaket punkten soll – aber wie sieht die Kostenbilanz wirklich aus, wenn man Anschaffung, Betrieb und Nutzen ehrlich durchrechnet? In diesem Beitrag gehe ich genau dieser Frage nach und zeige, ob und wann sich die DS124 wirtschaftlich lohnt – nicht nur für Technikliebhaber, sondern auch für pragmatische Heimnetzwerker.
Anschaffungskosten: Einstieg in die NAS-Welt unter 200 Euro
Die Synology DS124 kostet als Leergehäuse rund 150 Euro. Das klingt zunächst günstig, doch ohne Festplatte ist das NAS nicht lauffähig. Wer eine zuverlässige und NAS-optimierte HDD einsetzt, landet schnell bei einem Gesamtpreis um die 250–270 Euro. Für diesen Betrag erhält man ein vollständiges Einsteiger-NAS mit allen Grundfunktionen des DSM-Ökosystems. Für die Speichermedien bieten sich Modelle wie die WD Red oder Seagate IronWolf an – beide sind auf Dauerbetrieb ausgelegt und kosten etwa 50–80 Euro pro Terabyte. Eine 4-TB-HDD liegt damit im Bereich von 100–120 Euro. Alternativ kann man eine 2,5″-SSD per Adapter verbauen, was leiser und schneller ist, aber die Kosten pro Gigabyte deutlich erhöht. Interessant ist, dass Synology mit der HAT3300-Serie mittlerweile eigene NAS-HDDs anbietet. Diese sind technisch solide, preislich aber meist etwas über den gängigen WD- und Seagate-Modellen. Wer auf bewährte Laufwerke setzt, spart also direkt bei der Anschaffung.
Rechnet man NAS-Gehäuse und Festplatte zusammen, liegt der Einstiegspreis also bei etwa 250 Euro – ein überschaubarer Betrag für ein zentrales Datendrehkreuz im Heimnetzwerk.
Stromverbrauch: Dauerbetrieb mit minimalen Folgekosten
Ein zentraler Faktor für die Rentabilität eines NAS ist der laufende Energieverbrauch. Die Synology DS124 ist mit einem sparsamen Realtek RTD1619B ARM-Prozessor ausgestattet und verbraucht laut Hersteller nur etwa 10,7 Watt im Betrieb und 3,4 Watt im Ruhezustand. Für ein 24/7-Gerät ist das beeindruckend niedrig. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde ergibt das:
| Betriebszustand | Leistungsaufnahme | Jährliche Kosten (24/7) |
|---|---|---|
| Betrieb | 10,7 W | ~28 Euro |
| Ruhezustand | 3,4 W | ~9 Euro |
Selbst wenn man konservativ rechnet und das NAS nicht permanent in den Ruhezustand geht, bleiben die jährlichen Stromkosten bei rund 30 Euro. Verglichen mit einem Desktop-PC oder einem alten Server, der locker das Zehnfache zieht, ist das ein massiver Vorteil. Für den Dauerbetrieb in einem Smart Home oder kleinen Büro bedeutet das: Die DS124 kann permanent laufen, ohne dass die Stromrechnung explodiert. Damit amortisiert sich der Anschaffungspreis über die Jahre teilweise durch die Energieeffizienz.
Softwarewert: DSM als unsichtbarer Kostenfaktor – oder Mehrwert?
Was bei der Kostenanalyse oft übersehen wird: Die Software. Synology liefert mit dem DiskStation Manager (DSM) ein Betriebssystem, das viele Funktionen ab Werk integriert, für die man bei anderen Lösungen Zusatzsoftware oder Cloud-Abos bräuchte. Für typische Privatanwender bedeutet das: keine monatlichen Kosten für Cloud-Speicher, kein separater Medienserver, kein Drittanbieter-Backup-Tool. Das spart auf Dauer bares Geld. Ein paar Beispiele, die direkt in DSM enthalten sind:
- Synology Drive – Private Cloud und Dateisynchronisation zwischen Geräten
- Hyper Backup – Automatische Sicherungen auf externe Laufwerke oder Cloud-Ziele
- Video Station – Medienserver für TV, Smartphone und DLNA-Geräte
- QuickConnect – Fernzugriff ohne Portfreigaben oder VPN
Natürlich gibt es optionale Dienste wie Synology C2 Backup oder C2 Storage, die kostenpflichtig sind. Diese schlagen jedoch nur mit ein paar Cent pro Gigabyte zu Buche und sind rein optional. Für die reine Heimnutzung reicht die lokale Datensicherung völlig aus.
Wer die DSM-Funktionen aktiv nutzt, spart auf Dauer teure Cloud- oder Lizenzkosten – ein klarer Pluspunkt in der Rentabilitätsrechnung.
Langzeitkosten und Wartung: Wie teuer ist die Ruhe im System?
Ein NAS ist kein Wegwerfprodukt – viele Modelle laufen fünf bis zehn Jahre im Dauerbetrieb. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die langfristigen Kosten. Neben dem Stromverbrauch sind hier vor allem Wartung und Ersatzteile entscheidend. Da die DS124 nur eine einzelne Festplatte nutzt, entfällt der Aufwand für RAID-Überwachung oder Platten-Synchronisierung. Dafür steigt das Risiko: Fällt die HDD aus, sind die Daten weg. Wer das Risiko minimieren will, sollte also regelmäßig ein Backup auf eine externe USB-Festplatte oder ein zweites NAS (per Hyper Backup) durchführen. Eine 4-TB-Backup-HDD kostet um die 100 Euro – das sollte man in die Gesamtkalkulation einbeziehen. Wartungskosten im klassischen Sinn entstehen kaum. Der 60-mm-Lüfter ist leise und langlebig, und durch die niedrige Abwärme bleibt das System auch nach Jahren stabil. Updates für DSM gibt es kostenlos – ein Punkt, den viele Hersteller bei ihren Smart-Home-Produkten leider nicht selbstverständlich anbieten. Rechnet man also über fünf Jahre Nutzung:
- Stromkosten: ca. 150 Euro
- Backup-HDD: ca. 100 Euro
- Gesamtkosten inkl. Anschaffung: ca. 500 Euro
Für ein System, das dauerhaft läuft, Daten zentralisiert und Cloud-Dienste ersetzt, ist das wirtschaftlich absolut vertretbar.
Vergleich: NAS vs. Cloud-Speicher und externe HDDs
Um die Wirtschaftlichkeit der DS124 einzuordnen, lohnt sich der Vergleich mit Alternativen. Die beiden häufigsten sind: Cloud-Speicher und externe Festplatten.
| Kriterium | Synology DS124 | Cloud-Speicher | Externe HDD |
|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | ~250 € | 0 € (monatlich ab 2–10 €) | ~80 € |
| Laufende Kosten | ~30 €/Jahr Strom | ~100 €/Jahr (1 TB @ 8 €/Monat) | Keine |
| Datenschutz | Volle Kontrolle | Drittanbieter | Volle Kontrolle |
| Automatisierung | DSM integriert | Teilweise | Manuell |
| Lebensdauer | 5–10 Jahre | Unbegrenzt (Abo) | 3–5 Jahre |
Nach drei Jahren Nutzung ist die DS124 in der Regel günstiger als ein Cloud-Abo mit vergleichbarer Speichermenge. Außerdem behält man die volle Datenhoheit – ein Punkt, der für viele Nutzer zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die externe HDD bleibt kurzfristig die billigste Lösung, ist aber unflexibel: kein Fernzugriff, keine Automatisierung, kein Mehrbenutzerbetrieb. Wer mehr als einfache Datensicherung will, kommt am NAS kaum vorbei.
Versteckte Kosten: Performancegrenzen und Aufrüstbarkeit
Ein Punkt, der in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung oft übersehen wird, ist die Leistungsreserve. Die DS124 hat nur 1 GB RAM und keinen Hardware-Support für 4K-Transcoding. Für einfache Datei- und Backup-Aufgaben reicht das völlig, aber bei KI-Funktionen wie der automatischen Bilderkennung in Synology Photos stößt das System an seine Grenzen. Das bedeutet: Wer mehr aus DSM herausholen möchte – etwa Virtualisierung, Docker oder aufwendige Medienverarbeitung – müsste auf ein leistungsfähigeres Modell wie die DS224+ umsteigen. Diese kostet mit rund 300 Euro zwar mehr, bietet aber auch deutlich mehr RAM und Rechenleistung. Daher gilt: Die DS124 ist wirtschaftlich, solange sie im vorgesehenen Einsatzbereich bleibt – als private Cloud, Backup-Zentrale und Medienserver für das Heimnetz. Sobald man versucht, sie über diesen Rahmen hinaus zu nutzen, steigen indirekt die Kosten durch Zeitaufwand, Performanceeinbußen oder notwendige Upgrades.
Wenn man alle Faktoren zusammennimmt – Anschaffung, Strom, Wartung und Software – zeigt sich: Die Synology DS124 ist ein erstaunlich wirtschaftliches NAS-System für Einsteiger und kleine Haushalte. Sie kostet in der Basis rund 250 Euro, verbraucht kaum Strom und läuft mit minimalem Wartungsaufwand. Wer DSM konsequent nutzt, spart langfristig Cloud-Kosten und behält volle Datenkontrolle. Natürlich gibt es Grenzen: kein RAID, wenig RAM, keine 4K-Transcodierung. Aber innerhalb ihres Rahmens liefert die DS124 ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für alle, die ihre Daten lokal, sicher und effizient verwalten wollen, ist sie eine der sinnvollsten Investitionen im Heimnetzbereich. Oder, um es aus meiner Praxis zu sagen: Wenn ein NAS nach fünf Jahren Dauerbetrieb immer noch leise, sparsam und zuverlässig läuft, dann hat sich jeder Euro gelohnt.
Fazit von Heiko: Wenn du deine private Cloud aufbauen oder alte Backup-Routinen modernisieren willst, lohnt sich ein Blick auf die DS124 – nicht wegen der Leistung, sondern wegen der Effizienz. Und genau darum geht’s im Smart Home: maximale Funktion bei minimalem Aufwand.










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