Shelly Plug S Automationen: Energie sparen mit cleveren Zeitplänen

In meinem eigenen Smart Home hat sich über die Jahre einiges angesammelt – Fernseher, Router, Ladegeräte, Lampen, Kaffeemaschine – all das hängt an der Steckdose und zieht Strom, oft auch dann, wenn es gar nicht nötig ist. Genau hier kommt der Shelly Plug S ins Spiel: ein kleiner WLAN-Zwischenstecker, der nicht nur misst, wie viel Energie deine Geräte tatsächlich verbrauchen, sondern sie auch automatisch ein- und ausschalten kann. Besonders spannend wird es, wenn man ihn in Home Assistant einbindet und mit cleveren Automationen versieht. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du mit einfachen Zeitplänen und Verbrauchsregeln bares Geld sparen und gleichzeitig dein Smart Home effizienter gestalten kannst.

Shelly Plug S im Überblick

Der Shelly Plug S ist ein kompakter WLAN-Zwischenstecker, der jedes Gerät in wenigen Minuten smart macht. Du steckst ihn einfach in eine Steckdose, verbindest ihn über die Shelly-App mit deinem WLAN (2,4 GHz), und schon kannst du den angeschlossenen Verbraucher schalten, messen und automatisieren – ganz ohne zusätzliche Zentrale. Die technischen Eckdaten sind für den Alltag mehr als ausreichend: Er schaltet bis zu 2500 W (ca. 10–12 A), hat einen Eigenverbrauch von unter 1 W und misst den Energieverbrauch erstaunlich präzise. Besonders interessant ist die Unterstützung offener Protokolle wie MQTT, CoAP oder HTTP. Damit lässt er sich problemlos in Systeme wie Home Assistant integrieren. Ein großer Vorteil von Shelly-Geräten: Sie funktionieren auch komplett ohne Cloud. Wer Wert auf Datenschutz legt, kann sie lokal betreiben und per Weboberfläche oder App steuern. Für alle, die Sprachsteuerung bevorzugen, stehen Alexa und Google Assistant optional bereit. Neuere Generationen (Gen3/Gen4) sind sogar Matter-kompatibel – das macht die Integration in verschiedene Smart-Home-Systeme noch einfacher.

Integration in Home Assistant

Damit der Shelly Plug S sein volles Potenzial entfalten kann, empfiehlt sich die Integration in Home Assistant. So lassen sich Automationen und Zeitpläne zentral steuern und der Energieverbrauch über das Energy Dashboard auswerten.

  1. Home Assistant vorbereiten: Stelle sicher, dass dein Home Assistant (z. B. auf einem Raspberry Pi) läuft und mit deinem Heimnetz verbunden ist.
  2. Plug einbinden: Stecke den Shelly Plug S in eine Steckdose und verbinde ihn per App mit deinem WLAN (nur 2,4 GHz).
  3. Integration hinzufügen: In Home Assistant unter Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen nach „Shelly“ suchen und hinzufügen.
  4. Gerät bestätigen: Home Assistant erkennt den Plug automatisch. Nach Bestätigung erscheinen Schalter und Sensoren (Leistung, Energieverbrauch) im Dashboard.
  5. Energie-Dashboard konfigurieren: Unter Einstellungen → Energie kannst du den Shelly als Verbrauchsquelle hinzufügen. So hast du deinen Energieverbrauch jederzeit im Blick.

Nach der Einrichtung kannst du den Plug direkt über Home Assistant steuern oder in Automationen verwenden. Besonders spannend: Die Verbrauchsdaten werden automatisch protokolliert – perfekt für langfristige Optimierung.

Automationen zum Energie sparen

Das eigentliche Potenzial des Shelly Plug S liegt in der Automatisierung. Mit Home Assistant kannst du Abläufe definieren, die Geräte zu bestimmten Zeiten oder bei bestimmten Bedingungen ein- oder ausschalten. Hier ein paar meiner bewährten Szenarien aus dem Alltag:

1. Nächtliche Abschaltung

Viele Geräte laufen nachts unnötig weiter – Fernseher, Router, Ladegeräte. Mit einer einfachen Zeitsteuerung kannst du sie automatisch abschalten:

  1. Erstelle in Home Assistant eine neue Automatisierung.
  2. Als Auslöser wählst du „Zeit“ und legst z. B. 23:00 Uhr fest.
  3. Als Aktion wählst du „Gerät ausschalten“ und den entsprechenden Shelly Plug S.

So sparst du Standby-Verbrauch und schonst gleichzeitig die Geräte.

2. Automatische Lichtsteuerung

Eine meiner Lieblingsanwendungen: Eine Lampe am Shelly Plug S wird bei Sonnenuntergang automatisch eingeschaltet und um 23:00 Uhr wieder ausgeschaltet. Dafür nutzt du in Home Assistant den Sunset-Trigger (mit optionalem Offset). Das sorgt nicht nur für Komfort, sondern spart auch Strom, wenn du das Licht regelmäßig vergisst.

3. Standby-Erkennung

Ein häufig übersehener Stromfresser ist der Standby-Modus. Der Shelly Plug S kann den aktuellen Verbrauch messen – und wenn dieser über längere Zeit leicht erhöht bleibt (z. B. 5 W über 10 Minuten), lässt sich das Gerät automatisch ausschalten. In Home Assistant definierst du dafür eine Bedingung auf Basis des Leistungssensors.

4. Überlastschutz und Benachrichtigung

Wenn du Geräte mit hoher Last betreibst (z. B. Heizlüfter oder Wasserkocher), kannst du einen Grenzwert definieren – etwa 2000 W. Wird dieser überschritten, schaltet der Plug automatisch ab oder sendet dir eine Benachrichtigung. Das schützt nicht nur vor Überhitzung, sondern auch die Sicherung.

Energieoptimierung durch Zeitpläne und Verbrauchssteuerung

Neben den klassischen Zeit-Automationen kannst du mit Home Assistant und dem Shelly Plug S auch verbrauchsoptimierte Strategien umsetzen.

Solaroptimierung

Wenn du eine Photovoltaikanlage hast, kannst du den Plug so konfigurieren, dass er Geräte nur dann einschaltet, wenn Überschussstrom vorhanden ist. Das steigert den Eigenverbrauch und senkt die Einspeisung ins Netz. Der Trigger kann dabei über einen Sensor für PV-Leistung oder Netzbezug erfolgen.

Dynamische Stromtarife

Immer mehr Energieversorger bieten Tarife mit variablen Preisen an. Über Home Assistant kannst du den aktuellen Tarifwert abfragen und Geräte automatisch nur dann betreiben, wenn der Preis niedrig ist. So lassen sich Waschmaschine oder Geschirrspüler intelligent steuern.

Lastmanagement

Wenn du mehrere Shelly Plugs im Einsatz hast, kannst du sie vernetzen: Läuft z. B. der Wäschetrockner, wird der Heizlüfter automatisch deaktiviert, um Lastspitzen zu vermeiden. Das ist besonders interessant bei begrenzter Netzkapazität oder PV-Betrieb.

Kosten, Einsparungen und Wirtschaftlichkeit

Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Wirtschaftlichkeit. Der Shelly Plug S kostet etwa 20–25 €, dazu kommt ggf. ein Raspberry Pi für Home Assistant (30–60 €). Softwareseitig ist alles kostenlos. Der Eigenverbrauch des Plug liegt bei rund 1 W – das entspricht etwa 1 € pro Jahr. Durch das Abschalten von Standby-Verbrauchern (z. B. Fernseher, Waschmaschine, Ladegeräte) lassen sich pro Gerät rund 5–15 € jährlich einsparen. Bei mehreren Geräten summiert sich das schnell auf 30–100 € pro Jahr. Damit amortisiert sich der Plug in etwa 1,5 bis 2 Jahren. Neben der direkten Kostenersparnis erhältst du wertvolle Daten über deinen Stromverbrauch und kannst dein Smart Home gezielt optimieren. Das ist gerade in Zeiten steigender Energiepreise ein echter Mehrwert.

Vor- und Nachteile des Shelly Plug S

Vorteile:

  • Keine Zentrale nötig – läuft direkt über WLAN
  • Präzise Verbrauchsmessung bei sehr geringem Eigenverbrauch
  • Kompatibel mit Home Assistant, Alexa, Google Assistant
  • Lokaler Betrieb ohne Cloud möglich (Datenschutz)
  • Offene Schnittstellen (MQTT, CoAP, HTTP)

Nachteile:

  • Nur 2,4 GHz WLAN – kein 5 GHz
  • Sehr kleine Verbräuche (< 2 W) werden nicht zuverlässig erfasst
  • Abhängigkeit von Stromversorgung (kein Notbetrieb)
  • WLAN kann störanfälliger sein als dedizierte Funklösungen wie Homematic IP

Trotz der kleinen Schwächen ist der Shelly Plug S ein hervorragendes Werkzeug für die Energieoptimierung im Smart Home – besonders, wenn man ihn in ein größeres Automatisierungssystem integriert.

Troubleshooting und Tipps aus der Praxis

Auch bei mir lief nicht immer alles auf Anhieb rund – hier ein paar praktische Tipps aus dem Alltag:

  • Verbindungsprobleme: Achte darauf, dass der Plug im gleichen 2,4 GHz-WLAN wie Home Assistant eingebunden ist. Ein Neustart des Routers oder Plugs hilft oft.
  • Keine Verbrauchswerte? Prüfe, ob der richtige Sensor (Momentanleistung oder Zähler) in Home Assistant aktiv ist.
  • MQTT/CoIoT aktivieren: In der Shelly-Weboberfläche lässt sich der Peer manuell setzen – das verbessert die Zuverlässigkeit der Kommunikation.
  • Energy Dashboard: Der Energiezähler muss als Verbrauchsquelle eingetragen sein, sonst erscheinen keine Werte.
  • Firmware-Updates: Halte den Plug aktuell – neue Versionen bringen oft Stabilitätsverbesserungen und Matter-Support.

Wenn gar nichts mehr hilft, lohnt sich ein Blick in die Shelly-Community oder das Home-Assistant-Forum – dort findet man fast immer eine Lösung.

Zukunftsausblick: Matter, PV-Integration und dynamische Tarife

Die Entwicklung bei Shelly und Home Assistant bleibt spannend. Neue Plug-Generationen (Gen4) unterstützen Matter und teils sogar ZigBee, was die Integration in unterschiedlichste Systeme erleichtert. Home Assistant selbst wird zunehmend zum Energie-Management-Hub mit erweiterten Funktionen im Energy Dashboard – etwa für PV-Anlagen, Tarife und Lastmanagement. Auch andere Systeme wie Homematic IP ziehen nach: Die neueste Zentrale unterstützt EEBUS für PV- und Netzkommunikation. In Zukunft wird es also noch einfacher, Verbraucher nach Energieverfügbarkeit oder Strompreis zu steuern. Fazit: Wer heute mit Shelly Plug S und Home Assistant startet, legt die Basis für ein zukunftssicheres, energieeffizientes Smart Home.

Mit dem Shelly Plug S lässt sich auf einfache Weise Energie sparen – und das ganz ohne Komfortverlust. In Verbindung mit Home Assistant eröffnen sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten: Von der nächtlichen Abschaltung über Verbrauchsüberwachung bis hin zur dynamischen Steuerung nach Stromtarif oder PV-Ertrag. Die Einrichtung ist schnell erledigt, die Kosten überschaubar, und der Nutzen langfristig spürbar. Für mich ist der Shelly Plug S eines der effizientesten Werkzeuge, um Energieverbrauch transparent zu machen und Stromkosten intelligent zu senken – ein echter Baustein für das smarte Zuhause von morgen.

Wenn du bereits Home Assistant nutzt, probiere doch aus, wie viel du mit wenigen Automationen sparen kannst. Teile deine Ergebnisse und Ideen gern in den Kommentaren – ich bin gespannt, welche Szenarien bei dir am meisten Wirkung zeigen!

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