Die besten NAS-Systeme für Einsteiger: Ein ausführlicher Produktvergleich
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten NAS – ein Synology DS214 aus dem Jahr 2014. Damals war das Einrichten eines Netzwerkspeichers noch eine kleine Wissenschaft: IP-Adresse manuell eintragen, RAID konfigurieren, Benutzerrechte setzen. Heute ist das deutlich einfacher geworden. Trotzdem bleibt die Frage: Welches NAS-System eignet sich wirklich für Einsteiger? Und lohnt sich der Aufpreis gegenüber einer simplen externen Festplatte überhaupt? In diesem Artikel vergleiche ich aktuelle Einsteiger-NAS-Systeme von Synology, QNAP, WD, TerraMaster und UGREEN. Ich zeige, worauf es bei der Auswahl ankommt, welche Funktionen wirklich wichtig sind und wie sich die Systeme in Preis, Leistung und Bedienkomfort unterscheiden. Dabei fließen meine persönlichen Erfahrungen aus über 20 Jahren mit Netzwerkspeichern ein – von klassischen HDD-Setups bis zu modernen SSD-basierten NAS mit 2,5-Gbit-Anbindung.
Was ist ein NAS und warum ist es sinnvoll für Einsteiger?
Ein Network Attached Storage (NAS) ist im Grunde ein kleiner Server, der zentralen Speicherplatz im Heimnetzwerk bereitstellt. Im Gegensatz zu einer externen Festplatte wird das NAS nicht per USB direkt an einen Rechner angeschlossen, sondern über das Netzwerk (meist per LAN-Kabel) eingebunden. Dadurch können mehrere Geräte gleichzeitig auf dieselben Daten zugreifen – egal ob PC, Laptop, Smartphone oder Smart-TV. Einsteiger-NAS-Systeme bieten heute eine erstaunlich einfache Einrichtung. Viele Hersteller wie Synology oder QNAP liefern webbasierte Assistenten, die durch die Grundkonfiguration führen: Festplatten einbauen, RAID-Typ wählen, Benutzer anlegen und schon läuft das System. Der große Vorteil gegenüber einer externen Festplatte ist die ständige Verfügbarkeit und der Schutz vor Datenverlust durch RAID-Spiegelung. Fällt eine Festplatte aus, bleiben die Daten auf der zweiten erhalten – ein Feature, das gerade für Familienfotos, Projektdaten oder Backups Gold wert ist. Einsteiger profitieren zudem von der Vielseitigkeit moderner NAS-Systeme: Sie dienen nicht nur als Datenspeicher, sondern auch als Medienserver, Backup-Ziel, Cloud-Ersatz oder Überwachungszentrale im Smart Home.
Vergleich der besten Einsteiger-NAS-Systeme 2025
Um den Überblick zu behalten, habe ich die aktuellen Modelle aus der Einsteigerklasse gegenübergestellt. Wichtig waren mir dabei: Preis, Leistungsfähigkeit, Bedienkomfort und Erweiterbarkeit.
| Hersteller | Modellreihe | Preis (ca.) | Netzwerk | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Synology | DS224+ | ab 180 € | 1x 1 Gbit/s | DSM, einfache Einrichtung, QuickConnect |
| QNAP | TS-233 | ab 190 € | 1x 2,5 Gbit/s | ARM-CPU, App-Store, Multimedia-Funktionen |
| WD | My Cloud EX2 Ultra | ab 200 € | 1x 1 Gbit/s | Plug & Play, vorkonfiguriert |
| TerraMaster | F2-223 | ca. 220 € | 2x 2,5 Gbit/s | Intel Celeron, Metallgehäuse |
| UGREEN | NASync DH4300 Plus | ca. 230 € | 2,5 Gbit/s | ARM-basiert, stromsparend, USB 3.2 |
Auffällig ist, dass 2,5-Gbit/s-LAN inzwischen selbst in der Einstiegsklasse angekommen ist. Besonders UGREEN und TerraMaster setzen hier auf moderne Schnittstellen und gleichzeitig stromsparende Hardware. Synology bleibt mit 1-Gbit/s-LAN etwas konservativer, punktet aber mit dem ausgereiften DSM-Betriebssystem und einem exzellenten App-Ökosystem. WDs My Cloud EX2 Ultra ist für absolute NAS-Neulinge interessant, da sie fertig vorkonfiguriert ausgeliefert wird. Dafür ist sie weniger flexibel und bietet keine RAID-Erweiterungen über zwei Laufwerke hinaus. QNAP positioniert sich dazwischen – mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche und solider Performance für Medien-Streaming und Backups.
Einrichtung und Bedienkomfort im Vergleich
Einsteiger sollen nicht erst stundenlang Handbücher wälzen müssen. Deshalb ist die Ersteinrichtung ein zentrales Kriterium. Hier hat Synology mit DSM (DiskStation Manager) die Nase vorn: Der Assistent führt Schritt für Schritt durch den Prozess, legt Benutzerkonten an, konfiguriert RAID und erstellt automatisch Freigabeordner. QNAP QTS ist ähnlich intuitiv, bietet aber mehr Optionen für Power-User – was Einsteiger anfangs überfordern kann. WD My Cloud ist dagegen bewusst minimalistisch gehalten und richtet sich an Nutzer, die einfach nur zentralen Speicher wollen, ohne sich um Netzwerktechnik zu kümmern.
- Synology: Web-Assistent, QuickConnect, klar strukturierte Oberfläche.
- QNAP: App-basiert, viele Zusatzdienste, flexibler Aufbau.
- WD: Plug & Play, kaum Konfigurationsaufwand, eingeschränkte Anpassung.
- TerraMaster: Klassische Oberfläche, solide Dokumentation.
- UGREEN: Modernes Web-Interface, noch junges Ökosystem.
Wer sich in der IT etwas auskennt, wird bei QNAP und TerraMaster mehr Freiheiten finden. Für alle anderen bleibt Synology die sicherste Wahl – vor allem wegen der hervorragenden Backup- und Benutzerverwaltung.
Leistung, Lautstärke und Stromverbrauch
Ein NAS läuft 24/7 – und das merkt man spätestens auf der Stromrechnung oder im Wohnzimmerregal. Deshalb lohnt sich der Blick auf Leistungsaufnahme und Geräuschpegel. ARM-basierte Systeme wie das UGREEN DH4300 Plus oder QNAP TS-233 sind deutlich sparsamer als Intel-basierte Modelle. Sie verbrauchen im Leerlauf oft unter 15 Watt und bleiben dabei nahezu lautlos. Das macht sie ideal für Wohnzimmer oder kleine Büros. Synology und TerraMaster setzen dagegen häufig auf Intel-Prozessoren, die mehr Rechenleistung für Virtualisierung oder Medien-Transkodierung bieten, aber auch mehr Energie ziehen. Bei Dauerbetrieb summiert sich das schnell auf 30–40 € Stromkosten im Jahr. Ein zusätzlicher Faktor ist die Festplattenwahl: WD Red oder Seagate IronWolf sind speziell für NAS-Betrieb ausgelegt, mit vibrationsarmen Lagern und optimierter Firmware. SSDs bieten kürzere Zugriffszeiten und sind lautlos, kosten aber mehr pro Terabyte. Einige moderne NAS unterstützen SSD-Caching über M.2-Slots – das beschleunigt häufig genutzte Daten deutlich.
Praxiseinsatz: Medienserver, Backup und Cloud-Ersatz
Im Alltag zeigt sich schnell, warum ein NAS mehr ist als nur ein Speicherort. Besonders beliebt ist der Einsatz als Medienserver: Filme, Musik oder Fotos werden zentral abgelegt und per DLNA oder SMB im Heimnetz gestreamt. Smart-TVs, Tablets oder Konsolen greifen direkt darauf zu. Auch als Backup-Ziel spielt das NAS seine Stärken aus. Viele Systeme unterstützen Time Machine (macOS) oder Windows-Dateiversionsverlauf. Mit automatisierten Backup-Jobs lassen sich PCs und Laptops regelmäßig sichern – ganz ohne manuelles Eingreifen. Darüber hinaus bietet ein NAS den Komfort einer persönlichen Cloud: Über Dienste wie Synology QuickConnect oder QNAP myQNAPcloud ist der Zugriff von unterwegs möglich – ohne komplizierte Routerkonfiguration. Damit spart man sich monatliche Gebühren für kommerzielle Cloud-Dienste und behält die volle Datenhoheit.
Preis-Leistung und Betriebskosten
Ein Einsteiger-NAS ist keine Billiglösung, aber eine langfristige Investition. Während eine externe 4-TB-HDD oft unter 100 € kostet, liegt ein leeres NAS-Gehäuse bei rund 180–230 €. Dazu kommen passende Laufwerke – etwa zwei WD Red mit je 4 TB für rund 160–200 €. Das ergibt Gesamtkosten von 350–450 €, was zunächst happig klingt. Dafür erhält man jedoch Datensicherheit, Netzwerkzugriff und flexible Nutzung. Die Betriebskosten halten sich in Grenzen: Ein sparsames ARM-NAS benötigt im Schnitt 10–15 Watt, also rund 25 € Stromkosten pro Jahr. Bei Intel-Systemen sind es eher 30–40 €. Für viele Anwender lohnt sich der Aufpreis, wenn man bedenkt, dass das NAS gleichzeitig Medienserver, Backup-Ziel und Cloud-Ersatz ist.
Fazit: Welches NAS ist das beste für Einsteiger?
Wer maximale Einfachheit sucht, greift zu WD My Cloud EX2 Ultra – anschließen, anmelden, fertig. Für ambitionierte Nutzer mit etwas Technikaffinität ist Synology DS224+ die ideale Wahl: starkes Betriebssystem, zuverlässige Performance und umfangreiche Erweiterbarkeit. Wer hingegen auf moderne Schnittstellen und Effizienz achtet, sollte sich das UGREEN DH4300 Plus ansehen – 2,5-Gbit-LAN und ARM-Architektur machen es zum zukunftssicheren Einsteigergerät. Unterm Strich gilt: Ein NAS lohnt sich immer dann, wenn mehrere Geräte gleichzeitig auf Daten zugreifen sollen oder wenn Datensicherheit im Vordergrund steht. Wer dagegen nur gelegentlich Backups erstellt, ist mit einer externen Festplatte weiterhin gut bedient. Ich selbst nutze mittlerweile zwei Systeme parallel – ein Synology für meine Arbeitsdaten und ein stromsparendes UGREEN für Medien-Streaming. So habe ich das Beste aus beiden Welten.
Einsteiger-NAS-Systeme sind heute leistungsfähiger, benutzerfreundlicher und günstiger als je zuvor. Der Schritt vom USB-Laufwerk zum eigenen Netzwerkspeicher lohnt sich vor allem für alle, die ihre Daten zentral, sicher und dauerhaft verfügbar halten möchten. Synology überzeugt mit seinem durchdachten Ökosystem, QNAP mit Funktionsvielfalt, und UGREEN mit moderner Technik und Effizienz. Am Ende entscheidet der Einsatzzweck: Für einfache Backups reicht ein günstiges NAS, wer jedoch Medien streamen oder mehrere Geräte gleichzeitig bedienen will, sollte auf 2,5-Gbit-LAN und SSD-Caching achten. So wird das NAS zum Herzstück des digitalen Zuhauses – und das ganz ohne komplizierte Serverkenntnisse.
Wenn du überlegst, dein erstes NAS-System anzuschaffen, starte klein – aber plane groß. Achte auf erweiterbare Bays, solide Netzwerkschnittstellen und gute Softwareunterstützung. Und vor allem: Vergiss das Backup nicht – denn auch das beste NAS ist nur so sicher wie seine Datensicherung.










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