Kostenanalyse von NAS-Cloud-Backups: Welcher Anbieter lohnt sich wirklich?
Ich erinnere mich noch gut an die Nacht, in der mein erstes NAS einen Festplattenausfall hatte. Zum Glück hatte ich damals schon ein Cloud-Backup eingerichtet – sonst wären mehrere Terabyte an Kundenprojekten und privaten Aufnahmen verloren gewesen. Seitdem beschäftige ich mich intensiv mit der Frage, was ein sicheres und zugleich kosteneffizientes Cloud-Backup für das eigene NAS kostet. Denn: Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind enorm – sowohl beim Preis als auch bei den Zusatzfunktionen. In diesem Artikel werfen wir einen präzisen Blick auf die tatsächlichen Kosten, vergleichen gängige Anbieter und kalkulieren, wann sich welche Lösung lohnt – von Hetzner Storage Box bis Synology C2.
Grundlagen: Warum Cloud-Backups für NAS unverzichtbar sind
Ein NAS (Network Attached Storage) ist längst mehr als nur ein Datenspeicher – es ist das Rückgrat vieler Smart Homes und Homeoffices. Doch ein RAID ersetzt kein Backup. Selbst wenn ein NAS mit mehreren Festplatten läuft, schützt das nur vor Hardwareausfällen, nicht aber vor Brand, Diebstahl oder Ransomware. Hier kommt das Cloud-Backup ins Spiel. Die Idee: Eine zusätzliche, externe Kopie der Daten wird verschlüsselt in der Cloud gespeichert. Damit erfüllt man die 3-2-1-Regel der Datensicherung – drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine davon außerhalb des Hauses. Moderne NAS-Systeme wie Synology oder QNAP bieten dafür integrierte Apps wie Hyper Backup oder Hybrid Backup Sync, die Cloud-Dienste direkt ansprechen und Versionierungen automatisch verwalten. Neben der Datensicherheit spielt aber auch der finanzielle Aspekt eine zentrale Rolle. Denn während ein USB-Backup einmalig bezahlt wird, verursachen Cloud-Dienste laufende Kosten – und diese summieren sich schnell, wenn man mehrere Terabyte sichern möchte.
Kostenfaktoren im Überblick: Hardware, Cloud und Betrieb
Bevor wir auf die Anbieter eingehen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Gesamtkostenstruktur eines Cloud-Backups. Denn die monatlichen Gebühren sind nur ein Teil des Bildes. 1. NAS-Hardware: Ein solides 2-Bay-NAS wie eine Synology DS220+ kostet rund 200–300 €. Wer mehr Leistung oder 4 Bays benötigt, landet schnell bei 500–800 € – ohne Festplatten. Hinzu kommen die Laufwerke selbst: ca. 50–100 € pro TB, je nach Kapazität und Modell. 2. Cloud-Speicher: Der laufende Posten. Je nach Anbieter und Datenvolumen liegt man zwischen 10 und 35 € pro Monat für 5 TB. Während einige Anbieter wie Hetzner oder Backblaze mit günstigen Tarifen punkten, verlangen Premium-Clouds wie Synology C2 oder Google Drive deutlich mehr. 3. Betriebskosten: NAS-Geräte sind stromsparend, aber nicht kostenlos im Betrieb. Rechne mit 10–30 € Stromkosten pro Jahr, abhängig vom Modell und Laufzeit. Eine kleine USV für Netzstabilität (ca. 100 €) kann sich ebenfalls lohnen. Wer also ein langfristiges Backup plant, sollte alle drei Kostenkomponenten – Hardware, Cloud und Betrieb – in die Gesamtrechnung einbeziehen.
Anbietervergleich: Was kostet 5 TB Cloud-Backup wirklich?
Hier kommt der entscheidende Punkt: Wie unterscheiden sich die laufenden Kosten zwischen den Cloud-Anbietern? Ich habe mir die beliebtesten Optionen für NAS-Cloud-Backups angesehen und die monatlichen Preise für 5 TB Speicherplatz verglichen.
| Anbieter | Preis / Monat (ca.) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Hetzner Storage Box | 11,78 € | Sehr günstig, deutsche Server, volle Kompatibilität mit Synology Hyper Backup |
| Google Drive | 24,99 € | Einfach integriert, aber kein echtes Backup-System (keine Versionierung) |
| Synology C2 Backup | 34,95 € | DSGVO-konform, deutsche Server, tiefe Integration in DSM |
| Amazon S3 | ~20 €/TB | Skalierbar, aber komplexe Preisstruktur, eher für Power-User |
| Backblaze B2 | ~0,005 $/GB | Günstig, S3-kompatibel, sehr beliebt bei QNAP-Usern |
Analyse: Hetzner ist der klare Preis-Leistungs-Sieger für Heimanwender. Für unter 12 € im Monat bekommt man 5 TB Speicher mit deutscher Infrastruktur – ideal für Nutzer, die Wert auf Datenschutz und Kompatibilität legen. Synology C2 ist teurer, bietet dafür aber nahtlose Integration, automatische Verschlüsselung und Standortvorteile (z. B. Frankfurt). Google Drive ist zwar bequem, aber technisch kein echtes Backup-System. Wer maximale Flexibilität sucht, greift zu Amazon S3 oder Backblaze B2 – hier zahlt man aber für Traffic und Requests zusätzlich.
Rechenbeispiel: Gesamtkosten über drei Jahre
Um die Unterschiede greifbarer zu machen, schauen wir uns ein praxisnahes Beispiel an. Angenommen, du nutzt ein 2-Bay-NAS (z. B. Synology DS220+) mit zwei 6-TB-Festplatten im RAID 1 (also effektiv 6 TB nutzbar) und sicherst 5 TB davon in die Cloud.
| Komponente | Kosten |
|---|---|
| NAS (Hardware) | 300 € |
| Festplatten (2 × 6 TB) | 2 × 120 € = 240 € |
| USV (optional) | 100 € |
| Stromkosten (3 Jahre) | ~75 € |
| Cloud-Backup (Hetzner, 11,78 €/Monat) | 11,78 € × 36 = 424 € |
| Gesamt (3 Jahre) | ~1139 € |
Zum Vergleich: Mit Synology C2 läge der Cloud-Posten bei 34,95 € × 36 = 1258 €. Das ergibt Gesamtkosten von über 2000 € in drei Jahren – also fast das Doppelte. Auf der anderen Seite bietet C2 eben auch Komfort, Sicherheit und Support aus einer Hand. Das zeigt: Wer Kosten optimieren will, muss abwägen, wie viel Integration und Komfort ihm wert sind.
Versteckte Kosten und Fallstricke
Neben den offensichtlichen Monatsgebühren gibt es einige Punkte, die in der Kalkulation oft übersehen werden:
- Traffic-Kosten: Einige Anbieter (z. B. Amazon S3) berechnen zusätzlich für Datenabfragen oder Downloads. Das fällt ins Gewicht, wenn du häufig Daten wiederherstellst.
- Initialer Upload: Das erste Backup kann bei großen Datenmengen mehrere Tage dauern – je nach Uploadrate deines Internetanschlusses. Manche Anbieter (wie Synology C2 Express) bieten hierfür physische Transferlösungen an, die aber extra kosten.
- Versionierung: Wenn du viele Versionen aufbewahrst, steigt der effektive Speicherbedarf in der Cloud. Plane daher 10–20 % Puffer ein.
- Wechselkosten: Der Wechsel zwischen Anbietern ist selten kostenlos, da der gesamte Datenbestand neu hochgeladen werden muss.
Diese Faktoren sind gerade bei langfristiger Nutzung entscheidend. Wer seine Backup-Strategie plant, sollte also nicht nur auf den nominellen Preis pro TB schauen, sondern das gesamte Nutzungsszenario berücksichtigen.
Fazit: Welche Lösung lohnt sich für wen?
Preisbewusste Nutzer fahren mit der Hetzner Storage Box aktuell am besten. Sie bietet ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis, DSGVO-konforme Serverstandorte in Deutschland und volle Kompatibilität mit Synology Hyper Backup. Komfortorientierte Anwender greifen zu Synology C2. Die Lösung ist zwar teurer, bietet aber nahtlose Integration, automatische Verschlüsselung und hohen Bedienkomfort – ideal, wenn man ein Synology-System nutzt und keine Lust auf manuelle Konfiguration hat. Power-User und Bastler finden in Backblaze B2 oder Amazon S3 flexible Alternativen mit granularer Kontrolle über Kosten und Performance. Hier zahlt man, was man nutzt – und kann dafür sehr feingliedrige Backup-Strategien umsetzen. Insgesamt zeigt die Analyse: Cloud-Backups sind kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Datensicherheit. Die Kosten sind überschaubar, wenn man sie bewusst plant – und im Ernstfall ist jedes investierte Euro in die Datensicherheit Gold wert.
Ein Cloud-Backup ist die Lebensversicherung für dein NAS – und die Kostenfrage entscheidet, ob du langfristig dabei bleibst. Wer sich die Mühe macht, Preise und Features genau zu vergleichen, spart nicht nur bares Geld, sondern gewinnt vor allem Sicherheit und Gelassenheit. Für mich persönlich hat sich die Kombination aus lokalem NAS und günstigem Cloud-Speicher (Hetzner) als perfekte Balance aus Kosten, Komfort und Sicherheit erwiesen. Und das Beste: Einmal sauber eingerichtet, läuft das Backup völlig automatisch – und du kannst ruhig schlafen, selbst wenn die Festplatte irgendwann den Geist aufgibt.
Wenn du dein NAS-Backup optimieren möchtest, lies auch meinen Praxis-Guide zur Einrichtung von Synology Hyper Backup – dort zeige ich Schritt für Schritt, wie du dein Cloud-Ziel sicher und effizient einbindest.










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