Einen guten und genauen Fitness-Tracker mit mehr oder weniger sinnvollen Smartwatch-Features zu finden ist gar nicht so einfach. Anfang diesen Jahres wagte Garmin mit der vívoactive diesen Schritt und nach einigen dringend notwendigen Firmwareupdates kann ich jetzt hier eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Viele Monate hatte mich die schicke Asus VivoWatch am Handgelenk begleitet (Test) und diese wurde jetzt endgültig durch die Garmin vívoactive (Link) abgelöst und was mich überzeugt hat, dass erfahrt Ihr in diesem Testbericht.

Überzeugen konnte mich besonders bei der vívoactive die große Ausstattung und die Verarbeitung, sowie der Tragekomfort. Sie trägt mit ihren 43,8 mm x 38,5 mm x 8 mm auch nicht zu dick auf und bringt lediglich 38 Gramm auf meine Küchenwaage.


Die Bedienung ist einfach

Diese erfolgt über das farbige und beleuchtete LCD-Touchscreen, mit einer Auflösung von 205 x 148 Pixel per Wischgesten oder über eine der zwei Tasten. Vom nennen wir in mal Startbildschirm aus, erreicht man per Wischen die sogenannten Widgets. Hier sind Benachrichtigungen, Kalender, Music-Player und Wetter sind bereits vorinstalliert.

Die anzuzeigenden Daten kommen vom Smartphone und somit ist etwa der Kalender nicht eine einfach Zahlenansicht, sondern zeigt die Kalendereinträge und Nachrichten mit Details bzw. Inhalten an. Bei der Asus VivoWatch war die Darstellung nicht so gut gelöst. Hier wurden alle Zeichen einfach ohne einen Zeilenumbruch aneinandergereiht und eine Kalenderübersicht oder Apps und Widgets gab es nicht.

Das Display lässt sich in der Sonne gut ablesen und man kann es beleuchten. Nur bei etwas schummrigen Licht ist ohne Beleuchtung nicht viel zu erkennen, das war bei der VivoWatch ein kleines bisschen besser. Abhilfe kann hier ein Watch Face mit schwarzem Hintergrund und weisser Schrift und ohne viel Schnick Schnack sorgen.

Die Smartwatch-Funktionen sind von Haus aus schon absolut ausreichend und eine kleine Auswahl an Apps, Widgets und Watch Faces, lassen sich über den connect IQ Store kostenlos nachrüsten.

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Sehr genauer Fitness-Tracker mit vielen Funktionen

Bewegung steht bei der vívoactive im Vordergrund und so wird alles 24×7 an Aktivitäten erfasst und auch der Kalorienverbrauch aufzeichnet. Bei Garmin muss man nicht manuell ein Tagesziel angeben, sondern der Tracker lernt, wie aktiv man wirklich ist und passt dadurch automatisch die Tagesziele an realistische und somit auch erreichbare Werte an. Optional kann man natürlich in der App und im Web-Portal aber auch einmalig oder dauerhaft selbst ein Tagesziel festlegen.

Garmin Connect™
Preis: Kostenlos
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Was generell die Genauigkeit von Fitness-Trackern angeht, so wird man leider feststellen, dass es den perfekten Tracker leider nicht wirklich gibt. Viele interpretieren eine Bewegung des Armes häufig als Schritt und so kann man beim Zähne putzen schon mal ein paar ungültige Meter gutgeschrieben bekommen. Beim Fahrradfahren wird bei den meisten Herstellen erst gar kein Schritt und somit keine Bewegung gezählt, weil hier die Arm- und Körperbewegung ausbleibt.

Garmin bietet auf der vívoactive auch ein spezielles Programm für Radfahrer an. Hier wird für eine hohe Genauigkeit wird aber ein optionaler Geschwindigkeitssensor und Trittfrequenzsensor (Link) empfohlen. Wer gerne Schwimmen geht, kann sich auch im Wasser messen lassen. Nicht nur dank einer Wasserdichte bis 50m, sondern auch dank eines Programms für Schwimmer, bei dem der exakte SWOLF-Wert (Schwimm-Effizienz: Anzahl der Armzüge + Zeit in Sekunden) erfasst werden kann.


Damit die Messungen auch so gut wie möglich funktioniert, kann uns sollte man seine persönliche Schrittlänge erfassen und in der Garmin Connect App eingeben.

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Damit man sich oft genug bewegt, wird man nach einer Stunde Inaktivität durch ein kurzes vibrieren daran erinnert, sich mal wieder zu etwas zu bewegen. Ein paar Minuten herumgehen reichen dann schon aus, um die Bewegungsleiste zurückzusetzen. Auch hier ein Vorteil gegenüber der VivoWatch von Asus, denn auch die hat einen erinnert, aber das mit sehr langen und heftigen Vibrationen, welche auch hörbar waren.

Garmin ermöglicht es auch die Vibration in Stufen einzustellen und diese lauten Short, Normal, Long und Extra Long. Das ganze ist nicht nur deutlich leiser, sondern auch im vielen angenehmer und „Short“ reicht mir aus, um Benachrichtigungen usw. nicht zu verpassen, aber trotzdem nicht davon genervt zu sein.

Wie habe ich geschlafen ?

Ein automatischer Schlaf-Tracker für die Schlafanalyse ist ebenfalls mit dabei. Per Firmware wurde die automatische Erfassung nachgerüstet, vorher musste man vor dem Schlafengehen den Schlafmodus einschalten. Die generierten Schlafstatistiken sollen Aufschluss über die Gesamtzahl der Stunden im Schlaf, die Zeiten der Bewegung und die Zeiten des ruhigen Schlafs geben. Die automatische Erkennung der Einschlaf und Aufwachzeiten funktioniert recht genau.

Was ich mit den Ergebnissen meiner Schlafmessung anfangen soll, ist mir persönlich nicht so klar. Ich habe aber auch keine Schlafprobleme und wenn ich wieder lange am Rechner gesessen habe um Artikel zu schreiben, ja dann bin ich am nächsten Tag müder als sonst. Wer aber schlecht schläft, dem können die Daten evtl. helfen

Wo bin ich noch gleich langgelaufen ?

Die vívoactive hat auch GPS und GLONASS mit an Bord. Unterstützte Sportarten sind das Laufen, Radfahren und Golf. Sobald man eine der Aktivitäten startet, aktiviert sich (wenn gewünscht) auch der GPS-Empfänger und bestimmt innerhalb von wenigen Sekunden den Standort. Nachdem man dann die Aktionstaste getätigt hat, beginnt die Aufzeichnung, welche dann später mit der Garmin Connect App synchronisiert wird und im Web dann Detailliert nach verfolgt werden kann.

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Sensoren liefern noch mehr Daten und warnen im „Notfall“

Radfahrer können über den optionalen Geschwindigkeitssensor und Trittfrequenzsensor ja genauere Daten an die vívoactive liefern. Weil man Training aber nicht völlig ins Schnaufen geraten sollte, sondern am besten in der optimalen Belastungszone trainiert, ist es sinnvoll den Herzschlag zu erfassen. Diesen kann man mit einem passenden ANT+ Brustgurt (Link) erfassen.

Die persönlichen Werte vom Ruhe- und Maximalpuls, werden in 5 verschiedene Bereiche ausgeteilt und man kann sich dann etwas beim laufen per Vibration alarmieren lassen, wenn einer der Bereiche unter oder überschritten wird. So trainiert man etwa nur in der Fettverbrennungszone, der Aerobe Zone, oder der Anaerobe Zone. Man kann also sein Tempo je nach körperlichem Zustand oder Trainingswunsch individuell anpassen.


Neue Sensoren werden im Einstellungsmenü einmalig mit der vívoactive gekoppelt und werden danach automatisch in die passende Aktivität eingebunden.

Immer alles mit den Trainingsseiten im Blick

Jeder hat andere Interessen und daher kann man sich 3 individuelle Trainingsseiten konfigurieren und auf jeder können dann wiederum 3 Datenfelder dargestellt werden. Zu den Feldern gehören zum Beispiel: Timer, Distanz, Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Kalorien, Runden und vieles mehr. So hat jeder genau die Informationen im Blick, die er für wichtig erachtet. Ein Tip auf das Display wechselt zur nächsten Seite und es gibt auch eine (langsam/mittel/schnell) einstellbare Auto-Seitenwechsel-Option.

Ausreichend Power dank gutem Akku

Unter einer Woche Akkulaufzeit kommt mir nicht mehr ins Haus. Garmin gibt zwar eine Akkulaufzeit von 3 Wochen an, aber dann darf man auch keine Benachrichtigungen empfangen und am besten nur die Urzeit ablesen. Also realistisch ist eine Laufzeit von 8-10 Tagen und einiges an Benachrichtigungen mit Vibration und Beleuchtung.

Nur GPS kratzt am Akku und nach 10 Stunden Dauerortung ist dann Schluss. Aber das kommt erstens so sicher sehr selten vor und in knapp 2 Stunden ist die vívoactive wieder voll aufgeladen. Die kleine beiliegende Ladestation ist übrigens magnetisch, was ich sehr angenehm finde. Keine große Frickelei, sondern Uhr drauflegen, Klack und sie lädt.

Nette Kleinigkeiten runden das Angebot ab 

Es gibt auch einen Vibrations-Weckalarm und der sorgt dafür, dass nur der Träger und nicht das gesamte Umfeld geweckt wird. Hier lassen sich 3 Alarme einstellen und auch auf Wunsch für etwa wiederkehrende Alarme die Tage individuell festlegen.

Mit dem Musikplayer-Widget kann die Music App auf dem Smartphone bedient werden. Songs können gestartet/gestoppt und vor- und zurück bewegt. Die Lautstärke kann man zumindest am iPhone nicht regulieren.

Fazit

Neben den sportlichen, überzeugten mich auch die Smartwatch-Features. Keine anderes Modell vereint die Funktionen einer Smartwatch mit denen einer GPS-Sportuhr. Anruf, Facebook, WhatsApp, SMS, E-Mail-Benachrichtigungen usw. in Verbindung mit einem Aktivitäts- und Schlaftracker und das alles wasserdicht und mit einer guten Akkulaufzeit.

Ich muss nicht auf einem kleinen Display SMS Nachrichten schreiben, oder spielen und sonst groß rumhantieren. Den Griff zum iPhone kann ich mir doch in vielen Fällen sparen, weil ich sehe ja jetzt mit einem Blick auf das Display recht schnell, ob eine Nachricht wichtig ist oder nicht.

Die kostenlose App ist zwar noch nicht auf die Displayauflösung von meinem iPhone 6 angepasst, aber das kommt (muss) noch. Das ebenfalls kostenlose Webportal Garmin Connect ist super mächtig wenn es darum geht, die eigenen Fitness-Daten zu erfassen und auszuwerten, aber lässt sich trotzdem gut bedienen und das Dashboard anpassen.

Wer übrigens  etwas Farbe ins Spiel bringen möchte, kann ein Armband in einer von fünf verschiedenen Farben nachkaufen. Etwas mehr Luxus bieten die Armbänder aus Leder in Schwarz und Weiß.

Es gibt die Uhr einzeln und auch gleich im Set mit dem Brustgurt und gerade sportliche Anfänger sollten für ein gesundes Training stets ihre Herzfrequenz im Auge behalten.

Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung !

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2 Kommentare
  1. Flo von Fitness Tracker Test sagte:

    Ein schöner Testbericht. Was mich ein wenig an der vivoactive stört ist das relativ langsame Reagieren der Uhr auf die Bedienung per Touch. Da hängt die Reaktion immer ein wenig hinterher. Das kann die Konkurrenz besser und Garmin eigentlich auch. Ein bisschen schade, dass es da nicht für eine Qualitätsstufe höher gereicht hat.

    Antworten

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