Vor drei Tagen ist die neue RaspberryMatic Version 2.27.8.20170615 bereitgestellt worden. Es sind auch dieses Mal einige wirklich interessante Features eingebaut worden. Eine davon ist die Möglichkeit RaspberryMatic von einem USB-Medium (Stick oder Festplatte) zu starten.

Diese Möglichkeit beschreibe ich in diesem Artikel. Über eine wichtige Einschränkung möchte ich bereits an dieser Stelle informieren. Aufgrund technischer Voraussetzungen funktioniert das nur mit der Raspberry PI3.

Anwendungsfall (Use Case)

Wie Sebastian bereits in seinem Artikel Homebridge – Raspberry Pi von SSD (SATA oder M.2) Festplatte starten beschrieben hat, ist der Hauptgrund das zu machen die immer wieder diskutierte Problematik mit SD-Karten und den möglichen Schreibzyklen. Ich selbst betreibe meine HomeMatic Zentrale seit Anfang 2017 über RaspberryMatic und nutze immer noch  die erste SD-Karte. Obwohl ich schon mehrere Disc Images aufgrund einer neuen Version von RaspberryMatic auf diese Karte geschrieben habe (natürlich mit vorherigem Formatieren), hatte ich noch keinerlei Ausfälle.

Mir ist aber durchaus bewusst, dass der ein oder andere User sehr wohl Probleme mit der SD-Karte hatte. Daher möchte ich hier die Möglichkeit beschreiben, eure RaspberryMatic von einem USB-Medium zu starten.

Nachfolgend nochmal ein paar Informationen wie man Probleme mit der SD Karte vermeiden kann oder eventuell auf Jahre hinaus verzögern kann.

Natürlich sind die Schreibzyklen einer SD-Karte begrenzt. Das bedeutet, dass Sektoren/Speicherstellen  nach einer bestimmten Zeit ausfallen. Die interne Elektronik der Speicherkarte kann das ausgleichen, indem diese Sektoren erkannt werden und dann einfach an eine andere Speicherstelle der Karte ausgelagert werden.

Gerade bei großen Karten ist ja genügend Reserve vorhanden. Eine RaspberryMatic Installation z.B. ist nur wenige MB groß. Wird eine 16 GB Karte verwendet, sind so viele Sektoren frei, auf die ausgelagert werden kann, sodass jahrelang kein Ausfall auftritt. Das Problem ist bei kleinen Karten viel akuter, da der Platz zum Auslagern einfach geringer ist. Daher sollten auch bei kleinen Image-Dateien möglichst große Karten verwendet werden. Das Ganze sollte natürlich immer in Relation stehen. Ich verwende genau wie Sebastian die folgende gute Karte von SanDisk mit 16 GB. Diese bietet aktuell das beste Preis-/Leistungsverhältnis.

Starten über USB Medium (Stick/Festplatte)

Wie oben bereits beschrieben ist es seit der RaspberryMatic Version 2.27.8.20170615 möglich das System auf einem USB Medium (Stick bzw. Festplatte) zu betreiben. Der Aufwand ist wirklich sehr gering und erfordert keinerlei Linus Kenntnisse. Es müssen keine Befehle über SSH eingegeben werden und auch keine Systemdateien manuell verändert werden.

Dazu muss lediglich das entsprechende Image mit der gewünschten RaspberryMatic Version auf das USB Medium installiert werden. Um dies umzusetzen könnt ihr dieselben Tools verwenden, mit denen das Image sonst auf die SD-Karte installiert wird.

Windows   –   Win32DiskImager

Mac            –   Apple Pi Baker

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein

  • Die Möglichkeit von USB zu starten besteht nur auf der Raspberry Pi3
  • Wenn der Raspberry Pi3 vorher noch NIE über USB gestartet wurde (Fabrikneu), ist es nötig die neueste Version von RaspberryMatic (ab 2.27.8.20170615) ein einziges Mal von der SD Karte zu starten. Bei diesem initialen Start wird die Raspberry Pi3 so umkonfiguriert, das die USB Start Funktion aktiviert wird.
  • Jetzt die HomeMatic Zentrale am besten über die entsprechende Funktion beenden.
  • Danach muss dann die SD-Karte entfernt werden und das USB Medium angeschlossen werden. (Nicht Beides drin lassen!)
  • Neustart der Raspberry – RaspberryMatic sollte dann vom USB Medium starten und auch funktionieren.

Wichtige Informationen bzw. Einschränkungen

  • Die USB Schnittstellen der Raspberry PI3 verfügen nur über den USB Standard 2.0. Daher ist die Schreib-/Lesegeschwindigkeit nicht mit der einer SD-Karte vergleichbar, sprich die USB Schnittstelle ist langsamer. Ich versuche in Kürze mal einen Performance Vergleich von RaspberryMatic mit und ohne USB durchzuführen und darüber zu berichten.
  • Aus meiner Sicht ist der Start von RaspberryMatic von einer Festplatte wenig sinnvoll, weil selbst bei einer sehr kleinen Festplatte immer noch sehr viel Speicherplatz ungenutzt bleibt. Ich zumindest plane aktuell nicht auf der gleichen Raspberry noch andere Software zu betreiben, was aktuell auch technisch nicht möglich ist. Ich habe es trotzdem mit einer USB Festplatte getestet und es funktioniert.
  • Auch bei einem USB Stick macht es für mich aus heutiger Sicht und den gleichen Gründen keinen Sinn einen sehr großen Stick zu verwenden. Genauso wenig wie einen USB 3.0 Stick. Vielleicht bietet die nächste Generation der Raspberry ja den USB 3.0 Standard. Dann sieht das wieder anders aus.
  • Ich habe es mit dem „SanDisk Cruzer Fit Z33 16GB USB-Stick, USB 2.0 schwarz“ getestet und es funktioniert ohne Probleme. Natürlich erst seit drei Tagen, weil solange ist es erst möglich. Sollte ich auf Schwierigkeiten stoßen, werde ich umgehend darüber berichten.

Zum Schluss bleibt mir nur noch euch viel Spaß und Erfolg bei Ausprobieren zu wünschen.

Hier könnt ihr  die aktuelle RaspberryMatic Version herunter laden.

 

Bezeichnung Amazon ELV-Shop ELV-Bausatz
16 GB SD-Karte Link nicht verfügbar nicht verfügbar
16 GB USB Stick Link nicht verfügbar nicht verfügbar
CCU2 Link Link Bausatz
Raspberry Pi2 Link Link nicht verfügbar
Raspberry Pi3 Link Link nicht verfügbar

 

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5 Kommentare
  1. Predi sagte:

    Boot von einem USB Stick ist der totale Quatsch. USB Sticks haben die gleiche Lebenserwartung wie eine Micro SD. Wenn man von USB booten will… SSD.

    Antworten
    • Mathias sagte:

      @Predi
      Das macht im Moment absolut keinen Sinn, bis man Raspberrymatic on the fly updaten kann.
      Wenn man eine neue Firmware über die WebUI einspielen kann, sieht das ganz anders aus.
      Im Moment arbeite ich mit 2 SD-Karten. Eine steckt im Raspberry, die andere wartet, bis eine neue Firmware kommt. Wie stellst Du Dir das ganze vor? Zwei SSD’s???

      Antworten
  2. Mathias sagte:

    Ich möchte darauf hinweisen, dass Jens Maus empfielt, Raspian Images NUR mit Etcher auf SD-Karten zu schreiben.
    Es hatte bisher den Vorteil, dass Etcher die geschriebenen Dateien auf der SD-Karte vertiziert. Gut, seit der Version 1.0 von Win32Imager geht das jetzt auch. Weiter muß die SD-Karte NICHT formatiert werden, wenn sie mit Etcher beschrieben wird.

    Antworten
  3. Mathias sagte:

    Ein schöner Ansatz, Raspberrymatic auf einer Festplatte zu installieren. ich werde das höchstwahrscheinlich tun.
    da ist große Probleme habe, CCU-Historian zu konfigurieren, werden die ganzen Daten im Moment auf der SD-Karte geschrieben, und über CuxD-Highcharts ausgelesen. Wie bereits von Dir erwähnt, haben SD-Karten aber eine befristete Lebensdauer. Da ich nicht alle paar Monate die SD-karte tauschen will, werde ich Raspberrymatic auf eine Festplatte auslagern. Ich denke, eine USB-Festplatte ist immer noch schneller als eine CCU2.
    Gruß,
    Mathias

    Antworten
    • Mathias sagte:

      Mathias nochmal.
      es ist unmöglich, CCU-Historian auf Raspian Stretch zu installieren!
      Es kommen da gefühlte 1000 Fehlermeldungen.
      Stattdessen habe ich die letzte Jessie-Version genommen, die CCU-Historian-Config angepasst und man glaubt es kaum, es läuft.
      Nun das Thema Raspberrymatic auf HDD ist für mich vom Tisch. Stattdessen arbeite ich mit 2 SD-Karten.
      Gruß,
      Mathias

      Antworten

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