Homematic: Bausatz Raumthermostat für Fussbodenheizung

In meiner neuen Wohnung ist eine Fußbodenheizung verbaut. Natürlich muss auch dieses Gewerk in mein Smart-Home integriert werden ;-) Ihr kennt das Problem sicher: Wenn dann alles! Daher habe ich mir zuerst zwei 230V 6-Fach Aktoren zugelegt, die meine Ventile für die Räume ansteuern können. Einen ausführlichen Artikel zum Aufbau der Fußbodenheizung unter Homematic habe ich bereits geschrieben. In diesem Artikel habe ich Euch auch gezeigt, welche unterschiedlichen Raumthermostate es gibt und welche für den einzelnen Anwendungsfall am besten geeignet sind.

Der Heizungsaktor ist aus der Homematic IP-Serie und kann daher leider nicht mit meinen alten Thermostaten kombiniert werden. Diese sind schon etwas älter und sind noch aus der „klassischen“ Homematic-Serie. Leider können diese beiden Gerätetypen nicht über Direktverknüpfungen verbunden werden. Kurz zur Erklärung: Eine Direktverknüpfung erzeugt eine Verbindung zwischen zwei Geräten z.B. Raumthermostat und Fussbodenheizungsaktor. Dieser stellt dann direkt die Temperatur ein, die vom Thermostat vorgegeben wird. Ein weiteres Beispiel ist der Fensterkontakt.

Durch eine Direktverknüpfung kann so das Ventil direkt geschlossen werden, wenn das Fenster offen steht. Diese Direktverknüpfungen können leider nur zwischen „sortenreinen“ Geräten erzeugt werden. Sprich zwischen „klassischen“ Homematic-Teilnehmern oder zwischen IP-Teilnehmern. Ein Vermischen ist leider nicht möglich.


Lange Rede kurzer Sinn… ich brauchte für meine Fußbodenheizung neue Thermostate. Hier gibt es nun die Qual der Wahl zwischen 3 Geräten und einem Bausatz. Die unterschiedlichen Geräte haben unterschiedliche Funktionsumfänge und sind daher auch unterschiedlich teuer, logisch ;-)

Übersicht der unterschiedlichen Thermostate

ELVAmazoneBay
Klimasensor mit DisplayLink / BausatzLinkLink
Klimasensor ohne DisplayLinkLinkLink
Wandthermostat mit StellradLinkLinkLink

Das „beste“ Thermostat mit dem größten Funktionsumfang hat ein Display und ein Stellrad über das die Raumthemperatur direkt geregelt werden kann. Dieses Gerät eignet sich aus meiner Sicht für Räume, die in der Temperatureinstellung sehr subjektiv geregelt werden sollen. Das beste Beispiel ist hierfür das Schlafzimmer. Wenn es zu kalt ist, dreht man schnell mal am Rädchen…

Natürlich kann man bei jedem Thermostat auch direkt über das Smarthome die Temperatur einstellen, doch evtl. ist der Lebenspartner nicht so „smart“ unterwegs wie ihr selbst und möchte zudem eine Möglichkeit haben die Temperatur klassisch über das Rädchen zu stellen.

Die etwas günstigere Version, die es sowohl als fertiges Gerät und als Bausatz gibt, stelle ich Euch heute hier vor. Das Gerät besitzt ein Display, auf dem die aktuelle Temperatur und Luftfeuchtigkeit angezeigt wird, es besteht aber keine Möglichkeit, die Solltemperatur über ein Rädchen einzustellen.

Eine Änderung kann nur über die Zentrale oder das Smartphone erfolgen. Was macht das Display für einen Sinn? Ich mag es einfach, die aktuelle Raumtemperatur über einen Blick auf das Display abzulesen. Der Preis für den Bausatz ist zudem recht überschaubar und der Aufbau gestaltet sich sehr einfach.

Auf dem ersten Bild (ganz oben) sehr Ihr alle Teile die zusammengesetzt werden müssen. Wir beginnen nun mit der Hauptplatine und dem Funkmodul.

Die beiden Komponenten werden über den 8 poligen Stecker miteinander verlötet. Da es immer etwas schwierig ist, die Steckerleisten zu fixieren habe ich hier einen kleinen Trick angewendet. Mit einem Stück Schaumstoff (Gehörschutz) kann die Sockelleiste spielend einfach an Ort und Stelle gehalten werden.

Der Lötkolben sollte nicht heißer als 300°C sein, damit die Bauteile keinen Schaden nehmen. Insgesamt müssen für die Sockelleiste 16 Lötpunkte gesetzt werden.

Wenn die beiden Module fertig verlötet sind, sieht das Ergebnis so aus wie auf dem unteren Bild. Bevor ih es vergesse, die Antenne sollte zuvor durch die Bohrung der großen Platine geführt werden. Im Nachgang ist das kaum mehr zu machen…

Die beiden gelöteten Module werden nun in das Kunstsoffgehäuse gesetzt. Ihr solltet darauf achten, dass die Richtung stimmt. Ihr könnt das an den beiden längeren Pins in den beiden Ecken erkennen. Diese müssen genau gegenüber der Antenne liegen (wie auf dem Foto zu sehen).

Die Antenne muss nun noch in die dafür vorgesehene Führung eingesetzt werden. Am besten fangt Ihr am unteren Ende an. Dann habt Ihr die genaue Länge, die noch in die Halterung geschoben werden muss. Am Ende wird eine kleine Schlaufe gezogen, die nach unten zeigt.

Im vorletzten Schritt muss nun das Display aufgesetzt werden. Hier solltet Ihr vorsichtig sein, da das Display über sehr dünne Stecker mit der Platine verbunden wird. Die Schutzfolie auf dem Display lässt sich leider etwas schwerer abziehen. Doch mit dem Fingernagel klappt es dann doch ganz gut.

Nun müssen noch Arbeitem an Kunststoffgehäuse vorgenommen werden. Das Klebeband auf der Vorderseite wird abgezogen, damit die durchsichtige Front auf das Gehäuse gesetzt werden kann. Mit einem kräftigem Druck rastet das Gehäuse zusammen und die Batterien können eingelegt werden.

Der Bausatz ist sehr einfach zu Realisierung und es kann gerade bei einer größeren Anzahl von Räumen viel Geld gesparrt werden. Ich habe mir die Mühe für 6 Räume gemacht um dort Thermostate unterzubringen.

Wie anfänglich schon berichtet, gibt es drei verschiedene Typen. Zwei von diesem Typen habe ich Euch bereits beschrieben. Den 2. Typ habt Ihr gerade kennengelernt. Diesen gibt es als Bausatz und als bereist fertig aufgebautes Gerät.

Wer noch günstiger wegkommen will, der kann das Raumthermostat ohne Anzeige und Bedienung verwenden. Dieses Modul eignet sich für Räume, die ausschließlich über das iPhone / Tablett oder die Zentrale eingestellt werden sollen. Das Thermostat kann dann auch an einer unauffälligen Stelle im Raum platziert werden.

Passende Beiträge


5 Kommentare

  • Frank

    31. Januar 2018

    Ich verstehe das richtig, dass das Raumthermostat dann das Signal (bsp. 22 Grad erreicht, Zu machen) an den 230V 6-Fach Aktor gibt und dieser dann meine Standart-Stellantriebe auf- bzw. zu macht?! Oder muss ich auch noch spezielle Stellantriebe nutzen?

    Antworten
    • Sebastian

      Sebastian

      31. Januar 2018

      Hallo Frank,
      Genau, das Raumthermostat funkt an den Aktor, der sich im Verteiler befindet. Der Verteiler steuert dann die Köpfe an. Diese müssen nicht getauscht werden sonder werden auf den Homematic-Aktor geklemmt, der sich im Verteiler befindet.

      Antworten
      • Frank

        31. Januar 2018

        Danke schön

        Antworten
  • Torsten

    31. Januar 2018

    Hi Sebastian,
    da ich nicht meine ganze Installation ändern wollte hatte ich mich für das Wandthermostat mit dem 230V Schaltausgang entschieden. Hast Du was gehört wann EQ3 die liefert? Die Bestellung läuft schon Monate.

    Antworten
    • Sebastian

      Sebastian

      31. Januar 2018

      Moin Thorsten,
      Ja, das kann ich verstehen! Hätte ich auch gemacht wenn bei mir bereits Wandthermostate (und das entsprechende Kabel) verbaut gewesen wären. Ich habe mir ebenfalls ein Testgerät bestellt um es hier der Community vorzustellen. Leider habe ich aktuell auch keine Ahnung wann es geliefert werden soll. Laut ELV-Seite sind es aktuell 7 Wochen für die 230V Version. Die 24V Version ist lagerhaltig.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.