Mit dem neuen ASUS Tinker Board S ist nun ein neuer Einplatinenrechner verfügbar, welcher eine Besonderheit zur Verfügung stellt. Neben der üblichen Möglichkeit das Betriebssystem oder in unserem Fall die Homematic Firmware über eine micro-SDCard zu laden, hat dieses Board eine eingebaute 16 GB eMMC. Unter bestimmten Konstellationen erscheint diese eMMC nicht mehr als USB Laufwerk auf dem PC. Hier beschreibe ich, die Ursache des Problems und die Lösung.

Wie ich euch bereits beschrieben habe, gibt es seit einiger Zeit eine neue Version des ASUS Tinkerboards mit der Erweiterung „S“. Auf diesem neuen Board funktionieren bereits die neuesten Version von piVCCU und Raspberrymatic.  Ich hatte jedoch beim Versuch ein Image auf die eMMC zu flashen das Problem, das diese nicht mehr als USB Laufwerk auf dem PC sichtbar war. Hier beschreibe ich euch was die Ursache für dieses Problem ist und wie ihr das Problem beheben könnt.

Grundlegende Informationen

Anforderungen

  • Netzteil mit Micro-USB-Anschluss (2.5A empfohlen)
  • Micro SD Karte (4GB +)
  • Monitor mit HDMI-Kabel
  • Tastatur und Maus

SD-Karte einrichten

Lade ein Betriebssystem Image herunter:

Offizielle ASUS TinkerOS – Download

(Android und andere Betriebssysteme sind ebenfalls verfügbar – siehe  Software)

Schreibe das Image auf eine SD-Karte mit Etcher unter Windows / Mac / Linux (http://etcher.io/) oder Win32DiskImager (http://sourceforge.net)

Einrichten des eMMC Laufwerks

!! Bitte daran denken, ein aktuelles Image zu verwenden, da ältere Images den eMMC-Speicher (UMS – U-Boot) nicht unterstützen. !! Die aktuellen Images von piVCCU und RaspberryMatic unterstützen ebenfalls (UMS – U-Boot).

Offizielle ASUS TinkerOS – Download

Ab Version v2.0.4 wird eMMC unterstützt

Boot Priorität

Einführung

Während des gesamten Boot-Vorgangs gibt es 2 Prüfpunkte:

  1. Eine ist die SoC Suche nach U-Boot und die andere ist U-Boot Suche nach dem Kernel.
  2. Sobald Tinker mit Kernel bootet, lädt der Kernel das rootfs, das sich im selben Speicher befindet wie der Kernel, wenn du den Boot-Parameter root=/dev/xxx nicht in der Kernel-Befehlszeile angegeben hast. Mit anderen Worten, du kannst den rootfs-Pfad nach Kernel cmdline in der Datei extlinux.conf zuweisen

Kontrollpunkte

  1. SoC sucht U-Boot zuerst auf der eMMC, dann erst auf SD-Karte. Das bedeutet eMMC > SD-Karte.
  2. U-Boot sucht den Kernel zuerst auf eMMC, dann erst auf SD-Karte. Das bedeutet eMMC > SD-Karte.

Wie die obigen 2 Punkte zeigen, ist die Boot-Priorität immer zuerst eMMC. Asus bietet eine Möglichkeit, die eMMC zu deaktivieren und das Tinker Board S zum Booten von der SD-Karte zu zwingen. Dazu setzt du den Jumper einfach wie folgt (MASKROM-Modus), dann deaktiviert die Hardware die eMMC.

Bitte überprüfen, wie die Maskrom-Jumper gesteckt sind:(Diese Jumper-Funktion ist nur für Tinker Board S vorhanden

Bitte überprüfen, wie die Maskrom-Jumper gesteckt sind: (Diese Jumper-Funktion ist nur für Tinker Board S vorhanden

Was ist dem UMS-Modus

Einführung

UMS bedeutet das USB-Massenspeicher, wie eMMC als Festplatte unter Windows oder als Blockgerät unter Linux simulieret werden können. Dann kann der Benutzer Tools wie Etcher oder WIN32DiskImager verwenden, um das Image auf die eMMC zu flashen.

So aktivierst du UMS

Die UMS-Funktion ist unter U-Boot implementiert. Während des U-Boot wird überprüft, ob Tinker Board S mit dem PC verbunden ist oder nicht. Wenn es an einen PC angeschlossen ist, wird es automatisch in den UMS-Modus wechseln. Wenn nicht, folgt das Tinker Board S der Boot-Priorität, um den Boot-Vorgang fortzusetzen.

Probleme mit UMS

Ursache

Solltet ihr aus Versehen oder absichtlich ein Image auf die eMMC flashen, welches (UMS – U-Boot) nicht unterstützt, wird dadurch die eMMC anschließend nicht mehr als USB-Laufwerk auf eurem PC erkannt und angezeigt.

Ist mir genauso so gegangen, weil ich aus Versehen ein falsches RaspberryMatic Image auf die eMMC geschrieben habe. Nachdem ich das gemerkt habe, weil die  HomeMatic Zentrale auf der Tinkerboard S nicht gestartet wurde, wollte ich das korrekte Image auf die eMMC schreiben.

Aber was vorher einfach möglich war, weil ich einfach das Board vie USB-Kabel verbunden habe, ging plötzlich nicht mehr. Der PC erkannte die eMMC nicht mehr als USB-Laufwerk und ich vermutete ein Problem auf der PC Seite. So etwas kommt ja bei Windows schonmal vor. Also USB Geräte und Treiber gelöscht und neu installiert. 

Ergebnis:  Unverändert, weil die eMMC von Windows immer noch nicht erkannt und angezeigt wurde.

Erst nach längerer Suche im Internet habe ich dann die Erklärung für das Problem gefunden. Durch das falsche Image wurde UMS (U-Boot) gelöscht bzw. zerstört und das Tinkerboard S versuchte hartnäckig von der SD-Karte zu booten. Diese war natürlich nicht drin, weil ich ja die schnellere eMMC nutzen wollte.

Problemlösung

UMS – U-Boot wieder herstellen

Standardmäßig hat ASUS bereits den Standard-Schreib-UMS-Boot in jedem Tinker Board S eMMC implementiert. Du kannst das Board über ein USB-Kabel anschließen und eine Verbindung zu deinem PC herstellen. Dann erscheint eine Festplatte (eMMC) auf deinem PC. Wie oben beschrieben ging das nicht mehr.

Lösung: UMS von SD-Karte

eMMCs U-Boot ist zerstört oder nicht mehr in der UMS-Funktion vorhanden (z.B. benutzerdefiniertes Image eines Drittanbieters).

Den UMS-Modus von der SD-Karte auslösen.

  1. Flashe das Image (mit dem U-Boot von UMS) auf die SD-Karte.
  2. Installiere diese SD-Karte auf Tinker Board S.
  3. Jumper in den Maskrom-Modus setzen. (damit zwingen wir das Board von SD zu booten und stellen die eMMC wieder her).
  4. Dann kannst du die eMMC wie gewohnt auf die alte Weise flashen.
  5. Das Tinker Board S mit einem Micro-USB-Kabel an den PC anschließen.
  6. Board bootet und die Partitionen werden wie ein USB-Laufwerk erstellt. (Bitte alle anderen Devices vom Board

Bitte überprüfen, wie die Maskrom-Jumper gesteckt sind:(Diese Jumper-Funktion ist nur für Tinker Board S vorhanden.

Beschreibung: Nachdem von der SD-Karte korrekt gebootet wurde (ohne PC Anbindung), das Tinkerboard System wieder beenden und die SD-Karte entfernen. Dann kann das Tinkerboard S wieder mittels USB-Kabel an den PC angeschlossen werden. Nun seht ihr wie nach dem Kauf wieder die eMMC als USB-Laufwerk. Das gewünschte und korrekte Image mit UMS (U-Boot) kann jetzt wieder auf die eMMC geschrieben werden.

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10 Kommentare
  1. Nosferanil sagte:

    Hallo zusammen,
    hab was interessantes gefunden. Noch nicht gemacht…

    So wie ich das verstehe muss man erst U-Boot auf einer SD schreiben (https://tinkerboarding.co.uk/wiki/index.php/Software#U-boot) unter „How to build Kernel/U-boot source code“.
    Dann (https://tinkerboarding.co.uk/wiki/index.php/Setup) unter „How to Recovery and Flash“ ausführen.
    Dort wird auch beschrieben, wie man in den UMS-Modus via SD-Karte gelangt.

    Hoffentlich probiert das jemand von euch aus und teilt seine Erfahrungen hier, sodass wir unser Tinker Board S wieder am PC anschließen und das eMMC beschreiben können.

    sg

    Antworten
  2. Paul sagte:

    Hallo,
    ich habe das Problem, das mein neues Tinkerboard S nur von SD Karte bootet.
    Ich habe auch gelesen, das die Boot Partion des eMMC defekt ist.
    Bekomme es nicht hin, die wieder zu aktivieren.
    Der eMMC wird nicht über USB am PC erkannt, in der Hardware steht unbekanntes Gerät
    und bleibt auch so nach Treibersuche.

    Habe das neuste 2.07 Image dann auf eine SD Karte mit Etcher geschrieben, den Jumper auf eMMC Recovery gestellt
    und der Tinker hat gebootet. Dachte jetzt wird der eMMC auch automatisch wieder hergestellt.
    Also runtergefahren, Jumper auf eMMC Recovery, SD Karte raus und mit dem Rechner verbunden, wieder das gleiche, kein eMMC Laufwerk zu finden. Dann eMMC Recovery auf Default und mit dem Rechner verbunden, wieder das gleiche, kein eMMC Laufwerk zu finden
    Was mache ich falsch, wer kann helfen.
    Beste Grüsse paul

    Antworten
  3. Der Wanderer sagte:

    Hallo zusammen, bei mir wurde – auf Linux – das neue Tinkerboard-S nicht überhaupt nicht erkannt. Ich bin nun zwar auf diese Anleitung gestoßen, da ich aber vorher U-Boot nicht zerschossen hatte, habe ich mal zunächst etwas Einfacheres versucht.
    Das Board war über einen USB2.0-Hub mit externer Stromversorgung angeschlossen. Dort wurde es nicht erkannt.
    An einem direkt mit dem Motherboard verbundenen USB3.0-Anschluss wurde es erkannt.
    Also, villeicht erst einmal das probieren!

    Nun habe ich auf dem Board zwei Partitionen:
    Die erste ist mit FAT32 formatiert und ist 64 MB groß.
    Die zweite hat den Partitionstyp Linux(83) und ist 2GB grroß.
    Freier Speicher sind noch 12,6 GB vorhanden.
    Außerdem gibt es noch den MBR und noch keine GPT.

    Wohin installiere ich nun die Raspberrymatic, ohne U-Boot zu überschreiben?

    Antworten
  4. Carsten sagte:

    Hallo Werner,
    danke erstmal für diese Anleitung, auch ich habe leider das falsche Image geflasht :-(
    jetzt habe ich das Problem das mir trotz dieser Anleitung das Laufwerk nicht angezeigt wird wenn das Tinker Baord S mit dem PC verbunden ist.
    Danke für jede Hilfe

    Antworten
    • Nosferanil sagte:

      Hallo Werner,

      zum Glück habe ich diese Webseite gefunden.
      Mir geht es ähnlich wie Carsten. Habe das Tinker Board S mit LibreELEC geflasht. Nun wird das Board nicht mehr von PC erkannt. Habe dann eine SD-Karte mit „20180622-tinker-board-linaro-stretch-alip-v2.0.7.img.zip“ geflasht. Jumper gesetzt und erfolgreich gebootet. TinkerOS heruntergefahren, Jumper in „default (parking)“ und das Board an den PC angeschlossen aber der PC erkennt kein Laufwerk.
      Bitte, brauche dringend hilfe.

      Antworten
      • Detlef sagte:

        Wichtig ist, dass die SD-Karte weiterhin im Tinker Board S verbleibt, nur dann wird das Laufwerk erkannt. Auch wichtig, dass das USB-Kabel auch für Daten geeignet ist, ein reines USB-Ladekabel geht nicht.

        Antworten
  5. Mathiss sagte:

    Nun möchte ich etwas „Werbung“ für einen neuen Adapter machen, den auch ich seit einiger Zeit nutze.
    Backitup macht vollautomatisch Backups des IObrokers und der CCU und legt diese auf der NAS ab.
    Ich denke das ist perfekt für das Tinkerboard und piVCCU. Es können minimale, komplette Backups, sowie Backups der CCU und der Datenbank angestoßen werden. Bei mir läuft jeden Tag ein minimales Backup und eines der CCU. Alte Backups werden nach 5 Tagen automatisch gelöscht.
    Ich kann jeden nur ans Herz legen, diese wichtige Instanz zu nutzen. Sollte etwas schief gehen, muß man wenigstens nicht von vorne beginnen, weil genügend Backups auf der NAS liegen.
    Gruß, Mathias

    Antworten
  6. Mathiss sagte:

    Wieder einmal vielen Dank für das Herzblut, das Du in diesen Blog gesteckt hast.
    Da ich mehrere piVCCU configurieren muß, weiß ich nun was zu tun ist.
    Ich hoffe nur, daß dieser Fall nicht eintritt.
    Nur eine Frage: man kann doch das Image für das Tinkerboard und für das Tinkerboard S nutzen?
    Gruß, Mathias

    Antworten
    • Werner
      Werner sagte:

      Hallo Mathias,

      ja das Image für Tinkerboard kannst du auch für das Tinkerboard S verwenden. Dies gilt sowohl für piVCCU als auch für RaspberryMatic.

      Gruss
      Werner

      Antworten
      • Alex sagte:

        Hi,

        die Aussage gilt aber nur für das Original piVCCU Image. Das All-In-One mit ioBroker unterstützt das Tinkerboard S noch nicht (genauer die eMMC, auf/mit SD Karte geht auch das, aber grade die eMMC ist ja das Interessante am S).

        Viele Grüße
        Alex

        Antworten

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