Vor einigen Wochen stellte ich fest, dass ich auf dem Dachboden einfach zu wenig Netzwerkports geplant hatte… Leider hatte ich dort, wo die Netzwerkleitung in den Dachboden mündet, auch keine Steckdose in der Nähe, so dass ein Einsatz eines Netzwerk-Switches lediglich mit einer Verlängerungsleitung möglich war. Ich begab mich also auf die Suche nach einer Alternativen…

Das Kürzel PoE (Power over Ethernet) dürfte vielen von euch vermutlich bereits bekannt sein. Bei einem PoE-Switch handelt es sich um Netzwerk-Switch, welcher über die angeschlossene Netzwerkleitung ein geeignetes Netzwerkgerät mit Spannung versorgen kann. Dabei gibt es verschiedene Standards wie 802.3af-2003, 802.3at-2009 oder 802.3bt-2018, die sich vereinfacht gesagt in der maximal abrufbaren Leistung unterscheiden.

So lassen sich beispielsweise Netzwerkkameras oder auch andere geeignete Netzwerkgeräte ohne zusätzliches Netzteil betreiben, in dem sie einfach über einen PoE-Switch per Netzwerkleitung gespeist werden.

Mein Szenario war jedoch etwas anders… Ich wollte nicht ein normales Netzwerkgerät ohne Netzteil betreiben, sondern einen Switch! Nach längerer Suche bin ich dabei auf einen Switch des Herstellers Netgear gestossen, welcher die Bezeichnung Netgear GS105PE-10000S trägt. Dieser Switch verfügt über 5 – LAN Ports, wobei einer dieser Ports als sogenannter PoE-PD-Port (Power Device) verwendet wird. Vereinfacht gesagt: Der Netzwerk-Switch selbst wird über eine Netzwerkleitung mit Spannung versorgt! Natürlich findet über den gleichen Anschluss aber auch die Datenübertragung statt. Ebenso handelt es sich um einen „Managed Switch“ mit Web-Oberfläche zur Administration.

Neben dem PoE-PD-Port stellt das Gerät zusätzlich 4 weitere Anschlüsse für eure Netzwerkgeräte bereit. Zwei dieser Ports sind ebenso wiederum PoE-Ports, können damit also auch andere Netzwerkgeräte mit einer maximal zulässigen Leistungsaufnahme von 19 Watt (im Notfall auch einen weiteren Netgear GS105PE, da dieser nur 8Watt benötigt!) speisen.

Auch die Kosten sind überschaubar… Bei Amazon könnt ihr das Gerät für um die 60 Euro kaufen, im Warehouse-Deal habe ich sogar unter 50 Euro für ein vermutlich lediglich zurückgeschicktes Gerät bezahlt.

Anschluss

Damit auf der zum Switch hinführenden Netzwerkleitung überhaupt eine Leistungsübertragung stattfinden kann, muss natürlich an anderer Stelle noch eine Einspeisung der Spannung erfolgen. Hierfür gibt es zwei Varianten:

  1. Ihr verwendet einfach einen PoE-Switch, dort wo die Netzwerkleitung startet
  2. Ihr setzt sogenannte PoE-Injektoren ein

Bei den PoE-Injektoren, wie beispielsweise dem Ubiquiti POE-48-24W-G, wird auf einer Seite euer Netzwerkkabel (welches zum Beispiel von der FritzBox kommt) angeschlossen. An der anderen Seite schließt ihr einfach die Netzwerkleitung zu eurem zu versorgenden Gerät an. Bei mir wäre dieses die Netzwerkleitung zum Dachboden.

Da meine Anschlüsse an der Fritzbox sowieso langsam zu Neige gingen, habe ich mich für einen zusätzlichen Switch direkt hinter der Fritzbox entschieden. Falls ihr Anregungen braucht: Ich habe den Netgear GS108LP erworben, der zugegebenermaßen ein sehr einfacher PoE-Switch ohne Administrationsoberfläche ist. Für meinen Einsatz aber völlig ausreichend…

Wer hingegen bspw. bei sich zu Hause für bestimmte Ports unterschiedliche Bandbreiten festlegen möchte, sollte sich für einen „Managed Switch“ entscheiden. Auch hier hat Netgear mit dem GS108PE-300EUS ein geeignetes und dennoch günstiges Gerät im Angebot.

Vielleicht habt auch ihr ein entsprechendes Szenario, in welchem ein solcher über Netzwerkleitung versorgter Switch, eine Alternative darstellt.

7 Kommentare
  1. Avatar
    Markus sagte:

    Ein zuverlässiger Switch kommt selten von Netgear. Nach ein paar Monaten oder Jahren, abhängig von der Umgebungstemperatur, wird sich zeigen, was der Switch für ein Eigenleben auf dem Weg in den Elektroniktod entwickelt.
    Ich würde mal schätzen, dass ich in den letzten 7 Jahren gute 50 Stück davon entsorgt habe. Und nun gebe ich Geld aus und werde dafür mit funktionierenden Netzen belohnt.
    CU Markus

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          Maekus sagte:

          Wenn es keinen PoE versorgten gibt, wird es wohl kein Ubnt-Produkt sein, oder?
          Hewlett Packard iat die Wahl für solche Projekte.

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            Markus sagte:

            Hallo Michael,
            das ist kein Vergleichsprodukt, das sind vollkommen andere Ligen. Der Netgear ist, mit Verlaub, billiger Plünkram, der gerne eskalierend aussteigt und dabei die lustigsten Netzwerkfehler produziert. Sowas würde ich niemals verbauen, wenn es um den Dauerbetrieb geht.
            Bei HP hingegen reden wir von verwalteten Switchen, die ein deutlich höheres Leistungsspektrum haben und auch deutlich länger halten. Mit POE versorgen lässt sich beispielsweise der HP-1820-8G. POE versorgen kann z.B. der HP-1820-8G-POE.
            CU Markus

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            Michael sagte:

            Hallo Markus,

            danke für die Produktbezeichnungen. Ich bleibe jetzt erstmal bei dieser Kombination. Die Bewertungen zu Netgear Switches, egal auf welchem Portal, sind jetzt auch definitiv nicht so schlecht, wie du es aus deinen Erfahrungen berichtest.

            Aber ich halte euch gerne auf dem Laufenden :)

            Gruß
            Michael

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