Vor wenigen Tagen habe ich einen Einführungsartikel zum Thema smarte Klingelanlage geschrieben. Heute will ich diese Serie fortsetzen und Euch die DoorBird DS2101V vorstellen. Diese smarte Klingel ist für ein Einfamilienhaus gedacht und wird an der Außenwand unterputz montiert. DIe DoorBird Anlage gibt es in verschiedenen Ausführungen. Auf den Fotos von mir sehr Ihr das V2A Gerät (Edelstahl gebürstet). Die gleiche Funktionalität, die ich Euch hier vorstelle bekommt Ihr auch in der Aufputz-Variante (DoorBird D101S und D101). Auch für Mehrfamilienhäuser kann die DoorBird eingesetzt werden. Für zwei Parteien kann auf die D2102V und für drei Parteien auf die D2103V zurück gegriffen werden. Für Mehrfamilienhäuser ist nur eine Unterputz-Variante verfügbar. Doch nun zur eigentlichen Funktion! Was kann so eine DoorBird-Anlage und wofür kann ich diese einsetzen? Ich will Euch hier zeigen, wie Ihr das Gerät sowohl bei einem Neubau, als auch bei einer Bestandsimmobilie einfach über die bestehende Verkabelung nachrüsten könnt!

Mit einer DoorBird-Klingelanlage habt Ihr eine smarte Klingelanlage, die eine konventionelle Klingel komplett ersetzt. Verbaut ist eine Kamera (inkl. Nachtsicht), eine Gegensprechfunktion, ein Klingeltaster und zusätzlich ein RFID-Leser, der für verschiedene Sachen genutzt werden kann. Die DoorBird benötigt zwingend einen Internet-Zugang. Es besteht über zudem die Möglichkeit, auch aus der Ferne (ohne komplizierte Einrichtung) auf die Funktionen zuzugreifen. Wird nur die Klingelanlage verbaut, wird ein Besucher per Push-Mitteilung auf dem Smartphone angekündigt.

Über die App kann dann auf das Videobild zugegriffen werden. Auch kann über einen weiteren Tastendruck der Lautsprecher aktiviert werden und es kann mit dem Besucher gesprochen werden. Die Kamera schaltet bei schlechten Lichtverhältnissen automatisch auf Nachtsicht um. Hierfür ist einen zusätzliche infrarot-LED verbaut. Wenn sich ein Besucher der Klingelanlage nähert, wird zusätzlich der Klingeltaster beleuchtet. Dieser kann individuell beschriftet werden.

Hinter der undurchsichtigen Kunststoffabdeckung befindet sich ein RFID-Leser, der z.B. ein elektronisches Schloss ansteuern kann. Auf der Rückseite befinden sich zusätzliche Anschlüsse um z.B. Relais zu schalten.

Auf die Relais gehe ich später noch im Detail ein. Die D2101V kann über zwei unterschiedliche Arten mit Energie versorgt werden.

Spannungsversorgung / Netzwerk

Dieser Punkt ist bei einer Bestandsimmobilie sehr wichtig, da meist der Aufwand für das Verlegen neuer Kabel viel zu hoch ist. DoorBird hat sich hier verschiedene Möglichkeiten einfallen lassen. Habt Ihr eine bestehende Installation laufen im Regelfall zwei Adern von der vorhandenen Klingel in Euren Schaltschrank. Sind nur zwei Adern verfügbar, könnt Ihr diese für die Spannungsversorgung nutzen. Dann wird das beiliegende Steckernetzteil einfach an die vorhandenen Kabel angeschlossen und Ihr könnt die DoorBird darüber mit Strom versorgen. Die Kommunikation mit dem Internet kann dann per WLAN geschehen.

Wollt Ihr Eure DoorBird lieber per LAN anbinden, es sind aber nur zwei Adern verbaut? Dann kann der DoorBird 2-Wire Ethernet PoE Converter eingesetzt werden. Dieser Adapter setzt das LAn-Signal auf zwei Adern um, die zeitgleich für die Spannungsversorgung der Anlage dienen. Es werden zwei Adapter benötigt, einer davon sitzt direkt an der Doorbird. Hier sollte dann ausreichend Platz vorhanden sein – entweder in einer Dose oder an einem anderen trockenen Ort. Der zweite Adapter sitzt dann in der nähe vom Switch und dem Netzteil.

Bei Neubauten würde ich an dieser Stelle auf eine PoE (Power over Ethernet) Versorgung setzen. Mit PoE wird die Versorgung und die Datenübertragung über ein Netzwerkkabel realisiert. Dazu wird ein voll belegtes Netzwerkkabel benötigt. Für die Einspeisung gibt es von DoorBird eigene PoE Injektoren, die Ihr einsetzen könnt. Diese lohnen sich aber nur, wenn Ihr ein einzelnes Gerät versorgen wollt. Wer zudem auch den Türgong nutzen will, sollte zu einem PoE Switch greifen. Diese Variante ist dann etwas günstiger.

Hier seht Ihr eine Installation mit dem DoorBird PoE Switch. Die kleine Box kombiniert Daten und Strom, sodass aum Ausgang des Injektors ein Netzwerkkabel inkl. PoE zur Türsprechanlage läuft.

Ihr könnt alle Arten der Spannungsversorgung immer mit WLAN oder einer Anbindung per Netzwerk kombinieren.

Einrichtung der smarten Klingel

Nachdem ich Euch die Technik soweit erklärt habe, will ich Euch zeigen, wie Ihr die smarte Klingel von DoorBird einrichten könnt. Das System kann, wie oben beschrieben entweder per WLAN oder per LAN angebunden werden. Für die Einrichtung benötigt Ihr die kostenlose App aus dem App-Store oder dem Play-Store. Sobald Ihr diese heruntergeladen habt, könnt Ihr loslegen. Am einfachsten ist das Setup via Netzwerkkabel. Das Gerät wird dann mit dem Netzwerk und Strom verbunden. Sobald das Gerät gestartet ist, und sich das Gerät mit dem Internet verbunden hat, ertönt eine kurze Ansage aus dem Lautsprecher der Türstation.

Wenn Ihr Eure Anlage direkt per WLAN betreiben wollt, solltet Ihr Euch vorab die kurzen Video-Tutorials von DoorBird ansehen. Hier wird sehr genau beschrieben, wie Ihr vorgehen müsst.

In diesem Tutorial zeige ich Euch, wie Ihr das Gerät direkt per LAN einrichten könnt. Sobald das Gerät Kontakt zum Internet hat, können wir mit den weiteren Schritte fortfahren. Dazu wählen wir in der App „Erstinstallation“ aus. Um die Türstation einzurichten, benötigen wir den Zettel aus der Verpackung, auf dem „Quickstart Anleitung steht“. Dort sind zwei QR-Codes zu finden. Ein Code ist für den Admin-Bereich und der andere für die Nutzung der Türklingel und das Hinzufügen von weiteren Benutzern. Wir benötigen für die Einrichtung zuerst den Admin-Code.

Nun müsst Ihr auf das kleine Symbol mit dem QR-Code klicken – die Kamera wird aktiviert und Ihr könnt den QR-Code vom Blatt scannen.

Nachdem die Anlage eingerichtet ist, kann diese über die Administation verwaltet werden. Hier habt Ihr zum einen die Möglichkeit, einen Account für den Cloud-Zugang von DoorBird (kostenpflichtig) zu hinterlegen, der es Euch ermöglicht, Aufnahmen in der DoorBird-Cloud zu speichern. Zudem Verfügt das Gerät über einen Speicher von den 50 letzen Besuchern, die bei Euch geklingelt haben. Dieser Service befindet sich ebenfalls in der Cloud und ist kostenlos.

Unter dem Menüpunkt Favoriten können http-Anrufe hinzugefügt werden. Ich nutze diese Funktion um das Kamerabild der DoorBird und auch die Signalisierung auf Fritz! Telefone zu bringen. So ist es möglich, dass bei einer Klingel-Aktion zeitgleich die Fritz! Telefone den Besucher ankündigen. Ihr könnt das mit dem Besucher sprechen und auch (optional) die Tür öffnen.

Unter Peripherie können z.B. der externe Türgong und der E/A Controller hinzugefügt werden. Das werde ich Euch aber in einem späteren Artikel genauer zeigen.

Relais für Licht / Zugangskontrolle

Die DoorBird bringt von Haus aus Relais mit, die per App angesteuert werden können. So ist es z.B. möglich per App ein elektronisches Türschloss, das Außenlicht oder auch das Garagentor anzusteuern. Die Relais können verschieden Programmiert werden, sodass eigentlich jeder Fall abgedeckt werden kann. Problematisch finde ich nur, wenn die Relais am gerät direkt für ein elektronisches Schloss verwendet werden. Da die eingebauten Relais sich direkt am Gerät selbst befinden, können diese sehr leicht manipuliert werden. Mit dem Schraubendreher von DoorBird lässt sich so die Anlage sehr einfach demontieren und das Relais kann betätigt werden.

Daher empfehle ich, wenn ein elektronisches Schloss angesteuert werden soll, auf den externen E/A Controller von DoorBird zu setzen, dieser befindet sich dann z.B. im Schaltschrank. Von hier aus können dann sicher die Relais angesteuert werden. So ist es auch möglich ein Fingerprint System von eKey mit einer DoorBird zu kombinieren. Bei der hier vorgestellten DS2101 ist zudem ein RFID-Leser im gerät verbaut. Über diesen könnte ebenfalls ein vorhandenes Relais angesteuert werden um so den Zugang zum Haus zu ermöglichen.

Da ich den Umfang dieses Artikel nicht sprengen will, werde ich Euch die Einbindung des E/A Controllers zur Ansteuerung eines elektronischen Schlosses in einem weiteren Artikel ausführlich beschrieben.

6 Kommentare
  1. Avatar
    Markus Stroink sagte:

    Verstehe ich das richtig? Kein Internet bedeutet keine Klingelfunktion?
    Und wie ist das mit dem Datenschutz, wenn alle Bilder gleich in die Cliud nach ??? geschossen werden? Dann muss vor der Doorbell ein Buch mit der Datenschutzerklärung liegen und der Besucher muss sein Einverständnis geben, sonst darf er nicht klingeln?
    Warum baut man sowas anstatt in der „private Zone“ zu bleiben?

    Markus

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    • Sebastian
      Sebastian sagte:

      Hallo Markus, bei DoorBird ist die Antwort ja. Kein Internet, keine Klingel. Wenn du auf was lokales setzen willst, dann gibt es ja auch andere Möglichkeiten. Ich werde in den nächsten Tagen mal zeigen wie das mit Siedle geht – ist dann etwas hochpreisiger

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  2. Avatar
    Andreas sagte:

    Hi!
    Bin gerade über diesen Artikel gestolpert. Hat sich irgend jemand von euch schon mal die alpha go (ALP 600) angeschaut? Ich finde die klingen sehr interessant, zumal sie ohne Registrierung bei irgendeinem Anbieter auskommt.

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    • Sebastian
      Sebastian sagte:

      Hey Andreas, kenne ich noch nicht, ist vom Design leider nicht ganz mein Fall aber das mit der cloudfree Anbindung ist schon ganz nett!

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    • Sebastian
      Sebastian sagte:

      …klar, müsstest dann das Relais der DoorBird auf einen Eingang bei Homematic verbinden. Dann können unterschiedliche Funktionen von der DoorBird ausgelöst werden z.B. auch die Alarmanlage

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