Gerne möchte ich euch in diesem Artikel einige Informationen zu dem neuen Homematic IP Dimmaktor für die Hutschienenmontage bringen. Das Gerät ist als Bausatz bei ELV verfügbar und hat, für einen Bausatz, einen relativ hohen Preis. Lohnt sich der Kauf dennoch?

Viele von uns kennen noch den alten Homematic Hutschienenaktor HM-LC-SW4-DR, welcher zuverlässig bis zu 4 Ausgänge über Relaiskontakte schaltet und für die Hutschienenmontage geeignet ist. Auch bei mir werkelt dieses unscheinbare Gerät noch immer und bereits seit Jahren in einer Unterverteilung und schaltet zuverlässig die angeschlossenen Verbraucher.

Bedauerlicherweise gibt es mehrere Mankos:

  • Das Gerät besitzt keine Eingänge und konnte damit nicht für Stromstoßschaltungen verwenden werden
  • Das Modul ist nicht für den mehrphasigen Betrieb zugelassen! Nur ein Außenleiter darf verwendet werden
  • Kein IP Gerät, damit keine Direktverknüpfungen zu den neuen Sendern möglich. Auch kein Betrieb über die HmIP App und den Access Point
  • Keine Dimmfunktion (klar, ist ein Schaltaktor… Aber nicht als Dimmer verfügbar)

Nun gibt es eine Reihe neuer Funk-Hutschienenaktoren (Bausätze) aus der Homematic IP Produktfamilie. Einen davon möchte ich euch hier genauer vorstellen.

Funk-Dimmaktor für die Hutschiene

Bei dem neuen Funk-Dimmaktor für die Hutschiene handelt es sich um einen 3-kanaligen Dimmer. Doch der Aktor bietet nicht nur Ausgänge, es sind auch drei entsprechende Eingänge am Gerät vorhanden, damit ihr bspw. bestehende Stromstoßschaltungen einfach und unkompliziert auf Homematic IP umsetzen könnt. Auch geeignete Bewegungsmelder mit Schaltausgang können damit direkt auf das Modul aufgelegt werden.

Es handelt sich dabei um einen Phasenabschnittdimmer mit einer maximalen Belastbarkeit von 200 Watt pro Kanal. Damit ist er funktionell identisch zum Homematic IP-Wired Produkt HmIPW-DRD3.

Was das genannte IP-Wired Produkt jedoch nicht bietet und wo sich beim Funk-Pendant ein Vorteil auftut, sind integrierte Eingangskanäle, die über jeweils 230V getastet oder auch geschaltet werden.

Ich habe euch nachfolgend einmal die Schaltbilder aus der Bedienungsanleitung angehängt. Nachfolgend zunächst einmal das Verdrahtungsbeispiel für die Ausgangskanäle 1-3.

Auf dem nachfolgenden Bild könnt ihr hingegen die Verdrahtung der einzelnen Eingänge 1-3 des Moduls nachvollziehen:

Besonderheiten beim Anschluß

Beachtet bitte, dass das Modul mehrere Neutralleiter- sowie Phasenanschlußklemmen besitzt. Man könnte nun vermuten, dass nur der Teil angeschlossen werden muss, der auch in Betrieb genommen wird (bspw. Ausgang 1). Ihr müsst jedoch alle Anschlüsse und damit jede N- aber auch L-Klemme verdrahten. Die Ausgangsseiten zum Verbraucher hin können hingegen frei bleiben. Sollten nicht alle Eingänge entsprechend beschaltet werden, so startet das Gerät mit einem Fehlercode.

Anlernen an einer CCU3

Wenn ihr den Dimmaktor HmIP-K-DRDI3 an einer CCU anlernt, so erwarten euch im Posteingang 16-Kanäle. Hierbei gilt wie üblich folgende Zuweisung:

Jeder Ausgang des Dimmaktors ist aus 4 Kanälen zusammengesetzt:

  • Statusmeldungskanal
  • Realkanal (Kanal 5, Kanal 9, Kanal 13)
  • Virtueller Kanal 1
  • Virtueller Kanal 2

Damit kommen wir bei 3 Ausgängen auf 12 Kanäle in der WebUI. Nun folgen noch 3 Eingangskanäle (Kanal 1, Kanal 2, Kanal 3) sowie ein Wochenprofilkanal (Kanal 16). Wollt ihr die Ausgänge mit den Verbrauchern ansprechen, so verwendet in der WebUI hierfür die Real-Kanäle 5, 9 sowie 13.

Interessanterweise sind die Eingänge bereits nach dem Anlernen mit den Ausgängen verknüpft. Das bedeutet, wenn ihr einen Taster an Eingang 1 anschließt, wird damit im Wechselbetrieb der Ausgang 1 ein- bzw. ausgeschaltet (hoch- oder heruntergedimmt bei langem Tastendruck).

Solltet ihr jedoch einen Schalterbetrieb (unwahrscheinlich beim Dimmervorsehen, so ist in den Geräteeinstellungen des Dimmaktors der Eingang entsprechend abzuändern:

Beachtet dabei, dass bei einer Umstellung von Taster auf Schalter zunächst die „interne Direktverknüpfung“ gelöscht und danach erneut erstellt werden muss.

Betrieb an einem Access Point

Auch der Betrieb an einem Access Point ist bereits möglich. Hierbei verhält sich der Dimmaktor ähnlich dem Modul HmIP-K-DRSI4, welches ich euch bereits in entsprechenden Bericht innerhalb der Homematic IP App dargestellt habe.

Fazit

Ich persönlich habe lange auf den Funk-Dimmaktor bzw. generell auf einen Nachfolger des HM-LC-SW4-DR gewartet. Nun sind die neuen Hutschienenmodule verfügbar und können prinzipiell wie die jeweiligen Homematic IP Wired – Vergleichsmodelle (DRS4 vs. DRSI4, DRBL4 vs. DRBLI4, DRD3 vs. DRDI3) verwendet werden. Der Vorteil liegt hier jedoch in der Flexibilität durch die Funk-Integration sowie den im Gerät integrierten Eingängen. Der Preis für den Dimmaktor ist mit 219 Euro (für einen Bausatz!) relativ hoch, aber natürlich ist hier technisch auch ein deutlich höherer Aufwand zu betreiben. Vergessen werden darf zudem nicht, dass das Modul 3 Eingänge bietet, die sonst mit einer weiteren Komponente (bspw. HmIP-FCI) abgedeckt werden müssten.

Noch ein Hinweis zur Funkübertragung in der Unterverteilung:

Die Funk-Kommunikation war trotz Installation in der Unterverteilung erwartungsgemäß gut, hier gab es jedoch auch nie Probleme mit dem „Vorgänger“ HM-LC-SW4-DR.

3 Kommentare
  1. Avatar
    Andreas sagte:

    Hallo,
    interessantes Gerät, aber wie funtioniert der Funkempfang im Schaltschrank?
    Ich habe zwei Hager-Schaltschränke, alle mit Blechtüren.

    Grüße Andreas

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  2. Avatar
    Florian Z. sagte:

    Hi,
    danke für deinen Bericht, er spiegelt genau meine Erfahrungen wieder.
    Ich verwende zwei dieser Komponenten in unserem Neubau.
    Ich habe nur das Problem das beim Dimmen die LED Spots zu flackern beginnen bzw. teilweise nicht ganz ausgehen sondern nachglimmen.
    Hast du hier vielleicht einen Tipp? Die LED Spots sind alle als „dimmbar“ gekennzeichnet.

    Viele Grüße aus München

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    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo Florian,

      hier kann ich dir eventuell den Einsatz eines Dimmer-Kompensators empfehlen. Gira bietet hierzu beispielsweise das LED-Kompensationsmodul 237500 an. Manchmal hat man Glück und das Flackern ist verschwunden. Versprechen kann ich dir allerdings nichts :)

      Gruß
      Michael

      Antworten

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