Was spricht für ein Smart Home mit KNX?

KNX ist kein eigener Hersteller, sondern ein Standard, auf den sich sehr viele verschiedene Hersteller verständigt haben. In der Dachorganisation der „KNX Association“ sind alle Mitglieder organisiert. Das können z.B. Gerätehersteller oder Softwarefirmen sein. Von dieser Organisation aus, werden die Standards festgelegt, an die sich jeder Hersteller zu halten hat, wenn er Geräte mit dem KNX / EIB Logo vertreiben will.

Dieser Standard hat den großen Vorteil, dass alle Geräte, die dieses Logo tragen, untereinander kompatibel sind. So kann Beispielweise ein ABB Aktor neben einem MDT Jalousienaktor eingebaut werden und beide Geräte können über einen KNX Taster von Jung angesteuert werden.

Diesen Vorteil wollen viele Bauherren nicht missen, da so z.B. die Auswahl der möglichen Aktoren / Sensoren / Schalter immens ist. Die Auswahl bei den Tastern reicht z.B. von Glastastern, die eingebaute Temperatur- / und Luftfeuchtigkeitsmesser haben bis hin zu Taster mit eingebautem Display. Der Vorteil hierbei ist, dass für jeden Geldbeutel etwas dabei ist.

Wieso habe ich mich für KNX in meinem Zuhause entschieden?

Jeder sollte sich bei einer Sanierung oder dem Neubau auch Gedanken über die Elektrik und den Komfort der einem Wichtig ist machen.

In meinem Fall ist mir als „Smarthomer“ die Automatisierung besonders wichtig und ich möchte alle Gewerke über die Taster, sowie auch über ein Tablet steuern können.

Bei vielen Überlegungen zu diesem Thema habe ich für mich den folgenden Fragenkatalog entwickelt:

  • Was möchte ich überhaupt automatisieren und warum:
    • Jalousien und Rollladen: Zentrale Steuerung in verschiedenen Gruppen, Zeitfunktionen und Abwesenheitssimulation
    • Beleuchtung innen und außen: Lichtszenen im Wohn- und Schlafzimmer, durchdachte Außenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern, Bewegungsmelder gesteuerte Flurbeleuchtung.
    • Fenster und Türüberwachung: In Abwesenheit und bei Nacht sollen Öffnungen gemeldet und ggf. ein Alarm ausgelöst werden, beim Verlassen des Hauses möchte ich auf offenen Fenster hingewiesen werden.
    • Gartensteuerung: Bewässerungssteuerung, Beleuchtungsszenen
    • Visualisierungs- und Funktionsserver: Alle Gewerke, wie auch Sensoren sollen angezeigt und Parametriert werden können.
    • Komfort: Alle Funktionen sollen über Taster, wie auch über die Visualisierung gesteuert werden können. Die Taster müssen so markiert sein das auch Besucher ohne Einweisung alles bedienen können.
    • Haltbarkeit und Herstellerabhängigkeit: mind. 10 – 20 Jahre, mind. 5 Anbieter für jeden eingebauten Aktor, wie auch Sensor, Bekannte Hersteller die schon lange auf dem Markt sind
    • Erweiterbarkeit und Schnittstellenoffenheit: Weitere Systeme wie zB. Zigbee sollen mit eingebunden werden können
    • Kosten: Die Zusatzkosten sollen maximal 30% der reinen Elektriker kosten nicht überschreiten

Die Auswertung:

Die Auswertung spiegelt nur meine persönliche Meinung wider die ich über die Jahre gesammelt habe. Es gibt mit Sicherheit noch Systeme, die ich übersehen oder nicht mit in meinen Vergleich einbezogen habe.

Es gibt viele verschiedene Systeme und Anbieter. Derzeit nutze ich zu Hause einen Raspberry Pi4 mit RaspberryMatic und diversen Homematic Sensoren, wie auch Aktoren. Für die Nachrüstung einer Immobilie führt meiner Meinung nach kein Weg an HomeMatic vorbei, da KNX derzeit in Funkübertragung noch viel zu wenig Alternativen hat und hier ohne große Kenntnisse oder spezielle kostenpflichtige Software das Projekt umgesetzt werden kann.

Sobald man jedoch auf keine bestehende Elektroplanung aufsetzen muss und hier noch die freie Wahl hat, fällt meine Empfehlung, wie auch Entscheidung, zu KNX. Der Vorteil ist hier das alle Taster, sowie auch Aktoren direkt mit dem Bus verbunden sind und so auch mit der nötigen Spannung versorgt werden. Der Aufwand der Leitungsverlegung ist ähnlich wie bei HomeMatic IP Wired, jedoch mit dem Unterschied das man auf eine sehr große Auswahl von Tastern und Sensoren zurückgreifen kann. Hier gibt es eine sehr große Auswahl von Tastern, die direkt die Temperatur mit ausgeben können, die Luftfeuchtigkeit messen oder auch nur auf das Tasten beschränkt sind.

Das Anlernen ist ein Kinderspiel und durch die Gruppenadressen kann man ohne viel Arbeit Zentralfunktionen einrichten. Zusätzlich ist das Ansprechverhalten (Die Zeit zwischen Betätigung und Schaltung) konstant schnell und liegt in der Regel bei 20ms Sekunden. Die Haltbarkeit der Sensoren und Aktoren ist in der Regel auf 20 Jahre ausgelegt und es herrschen strenge Vorgaben durch die KNX Association.

Fazit

Meiner Meinung nach ist KNX aus dem Winterschlaf erwacht und es gibt diverse Möglichkeiten auch verschiedene KNX unabhängige Hersteller und Anbieter von Unterhaltung, Beleuchtung und vielen weiteren Bereichen in das KNX System ein zu binden.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass ich es noch nie erlebt habe, dass man eine KNX Anlage Neustarten muss oder diese sich „aufgehängt“ hat. Die Probleme kennt man von vielen anderen Anbietern. Ich finde es nicht wirklich schlimm und man kann damit gut leben aber mir ist gerade die Zuverlässigkeit bei der Sanierung besonders wichtig. Ich hoffe ich kann mit diesem Artikel dem ein oder anderen die Entscheidung erleichtern.

Meine Empfehlung

Solltet ihr euch für KNX entscheiden empfehle ich euch den Elektriker oder Planer sorgsam auszuwählen. Lasst euch Referenzen zeigen und achtet besonders bei der Planung darauf, dass die Schalter und Sensoren logisch angeordnet werden. Einige Tipps und Möglichkeiten werde ich euch in den kommenden Beiträgen präsentieren.

Solltet ihr bei der Planung Hilfe von uns wünschen, könnt ihr euch gerne den Service von smartfabrik in Anspruch nehmen.

Ich wünsche euch viel Spaß bei der Planung und hoffe, ich kann euch mit meinen Artikeln KNX ein Stück näher bringen:)

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