Synology DS124 vs. Konkurrenz: Welches 1-Bay-NAS überzeugt 2025 wirklich?

Wer wie ich seit Jahren mit NAS-Systemen arbeitet, weiß: Die kleinen 1-Bay-Geräte sind oft unterschätzt. Für viele Privatanwender und kleine Büros sind sie die ideale Lösung, um Daten zentral zu speichern, zu sichern und zu streamen – ohne gleich ein RAID-System aufbauen zu müssen. Ich habe mir das aktuelle Synology DS124 genauer angesehen und es mit den gängigen Konkurrenten von Western Digital und QNAP verglichen. Ziel war es herauszufinden, welches 1-Bay-NAS 2025 wirklich den besten Mix aus Leistung, Effizienz und Alltagstauglichkeit bietet. Spoiler: Die Entscheidung hängt stark davon ab, was du mit deinem NAS vorhast.

Hardware und Design im Vergleich

Die Synology DS124 setzt auf bewährte ARM-Technik: ein Realtek RTD1619B mit vier Kernen bei 1,7 GHz, kombiniert mit 1 GB DDR4-RAM. Das klingt auf dem Papier unspektakulär, reicht aber für typische Aufgaben wie Datei-Hosting, Backups und Medien-Streaming vollkommen aus. Im kompakten Gehäuse findet eine einzelne 3,5″-HDD Platz – alternativ auch eine 2,5″-SSD per Adapter. QNAPs Pendant, etwa die QNAP TS-133, bietet zwar einen ähnlichen ARM-Prozessor, hat aber mit 2 GB RAM einen leichten Vorteil bei speicherhungrigen Anwendungen. Western Digital positioniert seine My Cloud Home wiederum deutlich einfacher – kein klassisches DSM-ähnliches System, sondern eher ein Cloud-Gateway mit eingeschränkten Konfigurationsmöglichkeiten. Beim Design hat Synology die Nase vorn: Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet, leise (nur 19 dB(A)) und energieeffizient mit rund 10,7 W im Betrieb. Der 60-mm-Lüfter arbeitet unauffällig, was das Gerät ideal für Wohnzimmer oder Arbeitszimmer macht. In puncto Anschlüsse stehen ein Gigabit-LAN-Port und zwei USB-3.2-Gen1-Ports bereit – genug für externe Backups oder eine USV-Anbindung.

Fazit Hardware: Synology liefert mit der DS124 solide, effiziente Technik in einem leisen, wartungsarmen Gehäuse – ideal für Dauerbetrieb im Heimnetz.

Software und Benutzererlebnis: DSM gegen den Rest der Welt

Was Synology seit Jahren auszeichnet, ist das Betriebssystem DSM (DiskStation Manager). Auch die DS124 läuft darauf – inklusive moderner Weboberfläche, App-Integration und Cloud-Funktionalität. DSM ist in puncto Benutzerfreundlichkeit und Stabilität kaum zu schlagen. Für Fortgeschrittene bietet DSM zahlreiche Module wie Synology Drive Server, Hyper Backup, Video Station und Surveillance Station. Damit lassen sich Projekte wie private Cloud-Backups, Medienserver oder automatisierte Sicherungen realisieren. Besonders praktisch: Die DS124 unterstützt das moderne Btrfs-Dateisystem, das Snapshots und Selbstheilung bei Datenfehlern ermöglicht – ein echtes Plus in dieser Preisklasse. QNAP kontert mit QTS, das ähnlich modular aufgebaut ist, aber auf dem 1-Bay-Segment etwas überladen wirkt. Viele Funktionen bleiben hier ungenutzt, weil der Hardwareunterbau schlicht limitiert ist. WD verfolgt mit der My Cloud Home einen völlig anderen Ansatz: Die Bedienung erfolgt fast ausschließlich über Apps, was zwar einfach, aber technisch deutlich eingeschränkt ist.

Fazit Software: DSM ist das stabilste und funktionsreichste NAS-Betriebssystem im 1-Bay-Segment – selbst erfahrene Admins greifen wegen der klaren Struktur immer wieder zu Synology.

Leistung, Lautstärke und Energieeffizienz im Alltagstest

Im realen Betrieb zeigt sich, dass die DS124 für typische Heimnetzaufgaben bestens gerüstet ist. Große Datenübertragungen über Gigabit-LAN erreichen etwa 110 MB/s – das Limit des Netzwerks. Der ARM-Prozessor bleibt dabei kühl, und der Lüfter kaum hörbar. Auch im 24/7-Dauerbetrieb bleibt der Energieverbrauch mit rund 10,7 W moderat. Im Vergleich zieht die QNAP TS-133 etwas mehr Strom (~12 W), bietet aber dank 2 GB RAM Vorteile bei mehreren gleichzeitigen Tasks. Die WD My Cloud Home ist zwar noch sparsamer, arbeitet aber aufgrund ihrer Cloud-Abhängigkeit träger und weniger flexibel. Interessant wird es bei der Medienwiedergabe: Synology verzichtet bewusst auf Hardware-Transcoding – 4K-Streams laufen nur, wenn das Endgerät selbst dekodieren kann. Wer also Plex oder Video Station nutzt, sollte das beachten. Für Full-HD-Inhalte reicht die DS124 völlig aus.

Fazit Performance: Synology liefert ein leises, energieeffizientes System mit stabiler Performance – ideal für Backup, Sync und Medienablage, aber nichts für aufwendiges Video-Transcoding.

Einrichtung und praktische Projekte

Die Einrichtung der DS124 gelingt in wenigen Minuten:

  1. HDD oder SSD einsetzen und Gehäuse schließen.
  2. Per LAN an den Router anschließen.
  3. Über find.synology.com oder den Synology Assistant das Gerät im Netzwerk finden.
  4. DSM installieren, Benutzerkonto anlegen und Volume erstellen.
  5. Freigaben und QuickConnect konfigurieren – fertig.

Für Fortgeschrittene lohnt sich ein Blick auf praktische Projekte:

Privates Cloud-Backup

Mit dem Synology Drive Server lassen sich lokale Ordner auf PC und Smartphone automatisch mit dem NAS synchronisieren. Änderungen werden sofort übernommen – ein echter Cloud-Ersatz ohne Abo.

Medienbibliothek und Streaming

Über Video Station oder Universal Media Server lässt sich die DS124 als DLNA-Server nutzen. Filme und Musik werden direkt an Smart-TVs oder mobile Geräte gestreamt. Für viele reicht das völlig aus, um den Medienbestand zentral zu verwalten.

Praxis-Tipp: Plane regelmäßige Backups mit Hyper Backup ein – entweder auf eine externe USB-Platte oder in die Synology C2-Cloud. So bist du auch bei Plattenausfall auf der sicheren Seite.

Preis, Betriebskosten und Wirtschaftlichkeit

Ein entscheidender Faktor bei 1-Bay-NAS ist der Preis. Das Synology DS124 liegt bei etwa 150 €, dazu kommt eine NAS-taugliche HDD (z. B. WD Red oder Seagate IronWolf) ab rund 100 € für 4 TB. Damit landet man bei einem Gesamtpreis von etwa 250 € – fair für die gebotene Funktionalität. Der Stromverbrauch von nur rund 10,7 W im Betrieb schlägt mit etwa 30 € pro Jahr zu Buche (bei 0,30 €/kWh). Das macht das Gerät besonders attraktiv für den Dauerbetrieb. Im Vergleich: Die QNAP TS-133 kostet ähnlich, verbraucht aber etwas mehr Strom. Die WD My Cloud Home ist zwar günstiger, bietet aber weder Btrfs noch DSM-ähnliche Features – und ist somit funktional eingeschränkt.

Fazit Wirtschaftlichkeit: Die DS124 ist das effizienteste und am besten ausbalancierte 1-Bay-NAS im aktuellen Markt. Wer Wert auf langfristige Nutzung und Flexibilität legt, fährt hier am besten.

Aktuelle Entwicklungen und Zukunftssicherheit

Synology hat mit der Einführung von DSM 7.3 einige Weichen neu gestellt: Die Laufwerksbeschränkung wurde aufgehoben, sodass künftig jede SATA-HDD oder -SSD genutzt werden kann. Das erhöht die Flexibilität enorm, gerade für Bastler und Upgrader. Zudem bringt Synology mit der eigenen HAT3300-Serie erstmals eigene NAS-Festplatten auf den Markt – optimiert für Dauerbetrieb, aber weiterhin kompatibel zu WD und Seagate. Langfristig spannend: Die Hersteller arbeiten an Multi-Gigabit-Anbindungen und KI-Funktionen, etwa zur intelligenten Fotoerkennung. Letzteres bleibt der DS124 wegen des 1-GB-RAM-Limits verwehrt, aber für reine Datendienste ist sie auch künftig eine sichere Wahl.

Zukunftsausblick: Wer heute ein zuverlässiges, leises 1-Bay-NAS sucht, bekommt mit der DS124 ein System, das auch in drei Jahren noch solide Dienste leisten wird – Softwareupdates inklusive.

Nach meinem ausführlichen Vergleich ist klar: Die Synology DS124 setzt im Segment der 1-Bay-NAS den Maßstab. Sie kombiniert effiziente Hardware mit der besten Softwareplattform und punktet mit einfacher Einrichtung, leisem Betrieb und stabiler Performance. Wer mehr RAM oder Hardware-Transcoding benötigt, greift besser zu einer 2-Bay- oder Plus-Serie. Für alle anderen – ob als privater Cloud-Speicher, Medienserver oder Backup-Zentrale – ist die DS124 das derzeit ausgewogenste Paket. Und genau das schätze ich an Synology: Sie liefern keine überladenen Features, sondern durchdachte Technik, die im Alltag einfach funktioniert.

Wenn du tiefer in das Thema NAS einsteigen möchtest, lies auch meinen Vergleich der Synology-Modelle 2025 – dort zeige ich, welches System zu welchem Nutzungsszenario passt.

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